Collect 200 ist kein Name, der einem bekannt vorkommt. Doch dahinter stehen Stevie Appleton – ein Sänger, Songwriter und Produzent aus London, der sich schon eine respektierte Stimme in der Szene erarbeitet hat, und Nick Henriquez – ein Produzent aus Toronto mit Erfahrung an den Reglern großer Projekte und platinseller Produktionen. Gemeinsam haben sie Collect 200 geformt – ein Duo, das sich dem Tanz- und House-Sound widmet und aktuelle Clubästhetik mit eingängigen Melodien verbindet, ohne sich in eine einzige Richtung festlegen zu wollen. Sie agieren bewusst zwischen Club, Indie-Dance und melodischem Pop, mit dem Blick darauf, dass ein Song mehr sein kann als nur ein Beat für den Moment.
Goodbye ist ein Beispiel für ihre Art, Musik zu gestalten, die gleichermaßen treiben, wie weit klingt. Der Song hat einen klaren Rhythmus, der nicht hektisch, sondern bewusst gebaut ist, sodass man ihn in der Menge spürt — auf einer Terrasse über der Stadt, wenn die Sonne noch goldene Streifen über dem Horizont zeichnet.
Dabei geht es bei Goodbye weniger um einen Abschied als vielmehr um das Gefühl, etwas hinter sich zu lassen und zugleich daran festzuhalten — ein paradoxes Gefühl, das viele nachts kennen, wenn die Erinnerungen eines Sommers noch in der Luft hängen, während man ins nächste Jahr tanzt. Der Track ist klar und gleichzeitig warm, mit rhythmischen Akzenten, die einladen, sich zu bewegen, und einer vokalen Linie, die sich nicht aufdrängt, sondern eher mitschwingt, als würde sie über den Tanzflächen dieser Welt schweben.

Man kann Goodbye an einem lauen Abend hören, wenn die Sonne über dem Mittelmeer versinkt und die Lichter der Promenade anfangen zu leuchten, genau dort, wo Ibizas Strände in die Nacht übergehen. Aber genauso gut lässt sich der Song auf dem Heimweg nach einer langen Party erleben, wenn der Kopf noch voller Musik ist und der Körper die Weisheit des Schlafs entdeckt. In beiden Momenten fühlt sich dieser Track an wie ein Übergang, mit einem Gefühl von Raum und Zeit, das man in sich aufnimmt.
Collect 200 ist ein Projekt, das gerade dabei ist, ein Gefühl von Musik als Ort auszuformen. Nicht nur einzelne Beats für einzelne Momente, sondern Tracks, die sich in die eigenen Erinnerungen hineinlegen, als wären sie schon immer da gewesen. Goodbye lädt genau dazu ein: hineinzugehen in die Weite, im Klang zu verweilen und den Moment des Jetzt zu spüren, als wäre er ein letzter Sonnenstrahl auf dem warmen Asphalt.