Satte zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass die Alabama Shakes um Frontsängerin Brittany Howard mit Sound & Color ihr zweites und letztes Album veröffentlicht hatten. War ihr Debütalbum Boys & Girls 2012 ein riesiger Erfolg, schaffte es das zweite Album sogar auf Platz 1 der US-Amerikanischen Albumcharts. 2017 folgte mit Killer Diller Blues ein letztes Mal neue Musik – war der Song doch Teil des Soundtrack zum Film The American Epic Sessions – ehe sich die Band schließlich 2018 trennte. Schien es so, als wären die Alabama Shakes damit Geschichte, legte Frontsängerin Brittany Howard nun erst richtig los. So veröffentlichte Howard 2019 mit Jaime ihr Solo-Debütalbum, es folgten vier EPs, ein Remix-Album und schließlich im letzten Jahr mit What Now das zweite Album. Dieses war soulig, hatte Jazz- und Funk-Elemente dabei und sorgte mit seinen, mit Beats unterlegten, Songs für eine absolute Überraschung. Doch nun ist tatsächlich das passiert, was für viele Fans der Alabama Shakes zehn Jahre lang nur ein Hoffnung sein sollte – sie sind zurück. Zusammen mit Gitarrist Heath Fogg und Bassist Zac Cockrell hat Howard mit Another Life den ersten neuen Song seit acht Jahren veröffentlicht. Dieser spielt mit den Elementen und ist sowohl durch Howards markante Stimme getragen, als dass er auch prägnante Gitarren- und Bass-Solos hat. Hier kommt jeder der Drei zum Zuge und lässt auf Another Life einen Moment des absoluten Gleichgewichts entstehen.

Geschrieben hat den Song Frontsängerin Howard und sagt zur Entstehung; Als ich Another Life schrieb, dachte ich an all die Leben, die wir in uns tragen. Die, die wir gerade leben, die, die uns durch andere Entscheidungen entglitten sind, die „Was-wäre-wenns“, die Dinge, die nicht hätten sein sollen, die Abschiede und die zufälligen Begegnungen, die sich wie Fügung anfühlen. Dieses Lied handelt von diesen Fäden und davon, wie sie sich durch Raum und Zeit spannen und jede Version von uns miteinander verbinden. Es geht darum, sie zusammenkommen zu lassen, sie harmonisieren zu lassen und zu erkennen, dass ein Abschied nie ein wirkliches Abschiednehmen ist. Es ist vielmehr so etwas wie: Wir sehen uns später. Eine gemeinsame Geschichte, die niemals aufhört, sich zu entfalten. Ich bin froh, dass wir diese Tür geöffnet haben – hinein in diese Realität, in der wir wieder gemeinsam Musik machen. Und so umschreibt Howard in etwa auch den Riss in der Band, den es 2018 gegeben haben muss, der sich über die Jahre allerdings wieder zu schließen scheint. Auf dem Weg dahin sind die Alabama Shakes nun mit Another Life zurück und geben uns Hoffnung darauf, dass vielleicht bald schon ein drittes Album des Trios kommen könnte. Wir würden es uns wünschen.