Satte siebeneinhalb Jahre ist es her, dass das französische Duo Justice – um die beiden Soundtüftler Xavier de Rosnay und Gaspard Augé – ihr letztes Album Woman veröffentlichten. Dass es uns nicht so lange vorkommt, mag an der Tatsache liegen, dass sich Justice mit Woman Worldwide 2018 ein Remix-Album gegönnt haben, das die vergangenen zehn Jahre der Band widerspiegelte. Mit Mixen von bekannten Songs, wie D.A.N.C.E. (WWW), Safe and Sound (WWW) oder Stress (WWW) aus den bis dahin veröffentlichten drei Alben Cross (2007), Audio, Video, Disco (2011) und eben Woman (2016) gaben sie ihrer eigenen Diskografie nochmal einen spannenden anderen Blick auf ihre Werke frei. In diesem Jahr gaben Justice auch bekannt, dass die Konzerte in 2018 die letzten für die laufende Dekade sein würden. Seitdem arbeiteten beide an anderen Projekten, was dazu führte, dass Augé mit Escapades 2021 sein Debütalbum veröffentlichte. Sind die beiden Produzenten generell eher selten in der Öffentlichkeit anzutreffen, wird sich dies nun wieder deutlich ändern. Denn diese Woche erschienen mit One Night/All Night und Generator gleich zwei neue Tracks des House-Duos, welche das Können der Beiden, massive French-House Hits zu produzierten, einmal mehr eindrucksvoll beweist. Dabei sind One Night/All Night und Generator wieder einmal zwei völlig konträr verlaufende Songs.

Während Generator vor allem die Basskeule rausholt und uns mit fast schon brutalen Synthiebetten in eine dystopische Zukunftsversion unserer Welt katapultiert, zeigt sich One Night/All Night von einer gänzlich anderen Seite. Hier steht vor allem der Gesangspart von Tame Impala Sänger Kevin Parker im Mittelpunkt, der sich kontinuierlich mit den Worten Woman, ‚cause if that’s the only answer. Then we could be together, ‚cause I wanna feel the pressure. And I could be your one man, ‚cause if that’s the only answer. Then we could be together, ‚cause I wanna feel the pressure in unser Bewusstsein vorarbeitet. Hierbei klingen Justice so stark nach Daft Punk, dass man ihnen fast unterstellen möchte, den Platz – der seit dem Ende von Daft Punk entstanden ist – auffüllen zu wollen. Mit One Night/All Night hätten Justice dabei alles erfüllt, was es dazu benötigt. Fette French-House Beats, eine helle und ins Ohr gehende Stimme und ein Ohrwurm machender Text. Immer wieder dazwischen – verspielte Synthesizer-Elemente, die dem Song eine Nostalgie verleihen, wie es nur der French-House beherrscht. One Night/All Night klingt so frisch, wie nostalgisch, so tanzbar, wie introvertiert und so brachial, wie melodisch. Einfach so, wie wir es von Justice kennen. Sind die Franzosen damit eine absolute Konstante, können sich Fans der Band auch immer gewiss sein, nur die besten Songs von dem Duo hören zu bekommen. Im gleichen Atemzug kündigten Justice auch mit Hyperdrama ihr viertes Studioalbum für den 26. April 2024 an und legten noch ein paar Konzertdaten obendrauf. Das Jahr 2024 könnte damit zu einem vollgepackten Justice-Jahr werden.