David Guetta feat. Sia - Let's Love

David Guetta feat. Sia – Wieder an der Spitze der DJ-Charts

Es mag eine komische Zeit sein, die nicht nur wir als Gesellschaft, sondern auch einzelne Personen, wie David Guetta zur Zeit durchmachen müssen. Dabei hat sich bei Guetta vor allem die Diskografie als ein extremer JoJo-Effekt bemerkbar gemacht. Denn bereits 2001 und 2002 hatte der französische DJ mit den Songs Just A Little More Love und Love Don’t Let Me Go – beide mit Chris Willis – für erste hohe Chartnotierungen in Frankreich und den BeNeLux-Statten gesorgt. Sechs Jahre später kam Guetta mit einer erneuten Zusammenarbeit mit Willis auf Love Is Gone wieder in Fahrt und konnte erstmals in weiten Teilen Europas die Charts erreichen. Doch erst mit der Leadsingle When Love Takes Over, des vierten Guetta-Albums One Love, zündete die Rakete so richtig und verschaffte Guetta alle Erfolge, die es im Musikbusiness zu holen gibt. Von Nummer-1 Singles und Alben über Millionen-Verkäufe und Kollaborationen mit Stars, wie Kelly Rowland, Akon, Rihanna, Usher und Nicki Minaj – Guetta war auf seinem Höhepunkt angekommen. Zusammen mit der australischen Sängerin Sia schafften die beiden es sogar, eine ganz eigene Marke – bestehend aus dem Duo im Musikbusiness – aufzubauen und war der Name Sia lange Zeit ausschließlich mit David Guetta verbunden. Mitte der 2010er ebbte der Erfolg dann wieder etwas ab. Nicht so stark, wie zu seinen Anfangszeiten, doch erreichten nun immer weniger Songs die Top-10 in den meisten Ländern. So war zwischenzeitlich sogar ein Verdruss des Guetta-Sounds bei den Radiostationen und auf den Musikplattformen zu vernehmen.

David Guetta & Sia
David Guetta & Sia

Nun hat sich der Meister des EDMs wieder zurückgemeldet und dabei einmal mehr Sia mit ins Boot geholt. Dabei wollte der Franzose gegen die, immer weiter um sich greifende, Melancholie während der Pandemie-Zeit arbeiten und einen Song veröffentlichen, der uns für einen Moment in eine schillernde Zeit versetzen soll. So schrieb er während des ersten Lockdowns kurzerhand Sia an und fragte sie, ob sie bei einem Song dabei wäre, der die Welt mit einem fröhlichen Sound glücklich machen und entgegen des Trends schwimmen sollte – so Guetta. Sia Furler brauchte nicht lange zu überlegen und schickte Guetta prompt ein paar Aufnahmen zurück. Diese packte Guetta in ein, für ihn ungewöhnlich, retrolastiges Soundkostüm und schrieb somit die Geschichte zwischen ihm und Sia neu. Denn weg war der allseits bekannte EDM-Sound. Auf Let’s Love regieren plötzlich knallige Synthies, und großartige Popmomente. Ganz im Zeichen des 80er-Revivals hat sich auch Guetta diesem Trend angeschlossen und dabei einen seiner großartigsten Songs der vergangenen Jahre veröffentlicht. Hier zeigt sich der Produzent endlich wieder innovativ, frisch und begeistert mit einem euphorischen Popmoment, bei dem es ganz egal ist, ob wir ihn mit Discokugel im Bad, der Küche oder der Garage zelebrieren. Da kommt die Mitteilung, dass Guetta vom DJmag nach 2011 ein weiteres mal zum #1 DJ of the World für das Jahr 2020 gewählt wurde. Im Jahr 2020 ist eben alles anders und jede Gelegenheit Recht, um einen Moment der Ekstase zu erleben. Let’s Love passt dazu so gut, wie kaum ein anderer Song.

Lui Hill - Creatures

Lui Hill – Was ist passiert?!

Mit I Owe You hatte Lui Hill im Sommer 2019 einen emotionalen Song veröffentlicht, der sich an seine an Demenz erkrankte Mutter richtete. Damit hat er ihr sein persönliches Denkmal gesetzt und einen kleinen Teil von dem, was sie für ihn geleistet hat, zurückgeben wollen. Nach diesem Song wurde es allerdings wieder ruhiger um den musikalischen Tausendsassa. Dass er allerdings keine Eintagsfliege ist, zeigt sich, schaut man sich den Werdegang von Hill einmal an. Bereits vor über zehn Jahren machte Hill – damals noch in Darmstadt lebend – Musik auf allen Ebenen. Ob als Veranstaltungsinitiator, als Songwriter, Produzent oder einfach nur zum Beisteuern eines Instrumentes – Hill bedient alles. Schließlich nahm er 2009 sogar am Bundesvision Song Contest von Stefan Raab teil und war ein Mitglied der Formation Flowin Immo et les Freaqz. Nachdem er auf I Owe You die Geschichte seiner Eltern verarbeitet hat, folgt nun mit dem Song Creatures die Bewältigung seiner ganz eigenen, inneren Kreaturen. Damit ist nicht etwa gemeint, dass wir in uns etwas Böses tragen, sondern sind vielmehr die verschiedenen Charaktere, die ab und zu ausbrechen müssen, besungen.

Lui Hill - Photo by Nicolas Blanchadell
Lui Hill – Photo by Nicolas Blanchadell

Dass dieser, so ungewöhnliche, Song gerade jetzt veröffentlicht wird, liegt an der Pandemie und dem damit verbundenem Auseinandersetzen mit sich selbst. So beschreibt Hill den Moment, an dem er plötzlich aufhören musste, mit seinem Auftritten wie folgt: Ich war auf Tournee, und ganz plötzlich war der Lärm um mich herum weg, das ständige Geräusch, das ich als normal empfand. Diese überwältigende Stille machte Stimmen hörbar. Ich konnte vorher nichts hören. Ich nannte sie Kreaturen. Einige von ihnen sind beunruhigend und beängstigend, andere ermutigend und sanftmütig und hatten eine Menge Weisheiten. Ich versuchte, mich mit allen anzufreunden. Musikalisch bricht Hill dabei völlig mit seinem bisherigen Sound und präsentiert uns einen French-House Song par excellence. Hier treffen wunderbare Housebeats, auf einen hypnotisierenden Refrain, der nur mit den wenigen Worten Calling the creatures I do have inside auskommt. Creatures ist unglaublich groovig und erinnert tatsächlich an die französischen Helden des French-House-Sounds Justice. Lui Hill hat innerhalb eines Jahres zwar nich viele Songs veröffentlicht, dabei aber zwei so bemerkenswerte, dass man sich gespannt fragt, was die, für das Frühjahr 2021 angekündigte, EP noch alles bereithalten wird.

Møme & Ricky Ducati - They Said

Møme feat. Ricky Ducati – Klebrig süße 80s-Ballade

Vor etwas mehr als drei Monaten veröffentlichte der französische DJ und Produzent Møme mit dem US-amerikanischen Sänger Ricky Ducati den 80s-Discohit Got It Made, der so sehr an die Disco-Hochzeit erinnert, wie man es zuletzt durch The Weeknds Blinding Lights hören konnte. Fast ein wenig an die großen Hits der Scissor Sisters erinnernd, stampften die Beats zu einer Falsettstimme Ducatis. Bereits im Sommer kündigten die beiden ein gemeinsames Album an, das vielversprechend werden sollte. Nun haben Møme und Ducati mit They Said einen weiteren Song veröffentlicht, der auf dem kommenden Album Flashback FM enthalten sein wird. Musikalisch gehen die beiden auf They Said noch einen Schritt weiter in die 80er Jahre und arbeiten sich durch eine schnelle, klebrig-süße Synthieballade, die durch Ducatis Gesang so herzzerreissend niedlich klingt, dass man sich auf eine Abschlussparty einer US-amerikanischen Highschool versetzt fühlt. Mit vielen Slow-Motion-Szenen und einem Aussenseiter, der sich in das schönste Mädchen aller Abschlussklassen verliebt hat, kennen wir diese Szenen nur zu gut aus unzähligen Serien und Filmen.

Møme & Ricky Ducati
Møme & Ricky Ducati

Wichtig bei allen Szenen – ist die passende Musik, die im Bestfall nicht zu theatralisch und kitschig klingt. In Perfektion präsentiert wurde dies in der finalen Episode der Netflix-Serie 13 Reasons Why, die mit dem Song The Night We Met von Lord Huron die finale Episode der zweiten Staffel beendet wurde. Es ist davon auszugehen, dass Møme und Ducati nicht beabsichtigt haben, mit ihrer neuen Single einen solchen Moment zu kreieren, doch passt auch hier der seichte Beat mit dem nostalgisch, emotionalen Sound so perfekt zu einem melancholisch, befreienden Moment eines solchen Kalibers. Gleichzeitig atmet They Said eine luftig, sommerliche Brise ein, die an unbeschwerte Momente erinnert. Mit der passenden Melancholie in Ducatis Stimme bleibt They Said dennoch treibend und tanzbar und lässt sich wunderbar als Soundtrack eines Roadtrips nutzen. Bisher ist das Album Flashback FM nur relativ vage für das Frühjahr 2021 angekündigt, doch gilt es schon jetzt als eines der spannendsten Veröffentlichungen des Jahres zu werden.

Hugo Barriol - Don't Let Me Down

Hugo Barriol – Ich singe über das, worüber ich nicht sprechen möchte

Es ist ein Sound, dem man hinterhergreifen, den man festhalten und bei sich tragen möchte. Ein Sound, der die Sehnsüchte und Emotionen so präsent trägt, dass man sich darin verlieren kann. Hugo Barriol ist der Mann dahinter. Mit seiner zurückhaltenden Art sich selbst zuzutrauen, gute Musik zu erzeugen, zog es den Franzosen für eine Abenteuerreise nach Australien, wo er – um sich über Wasser zu halten – irgendwann anfing, in den U-Bahnhöfen von Sydney seine Songs zu spielen. Bis dahin nur im eigenen Heim gespielt, war diese Erfahrung so intensiv, dass sich Barriol – zurück in seiner Heimat – nach Paris aufmachte und dort in der Metro anfing zu spielen. Komplett akustisch fiel er so einem Mitarbeiter der Plattenfirma Naïve auf und wurde für eine EP unter Vertrag genommen. So warm, wie seine Musik ist, sind auch die Worte, die Barriol für seine Musik findet. Meine Musik ist melancholisch, manchmal auch traurig aber immer auch voller Hoffnung. Ich singe über Dinge, über die ich nicht sprechen mag. Ich erzähle Geschichten und versuche das Dunkle und Schmerzvolle in etwas schönes zu verwandeln. Es kann zart und warm sein und ich versuche immer aufrichtig in dem zu sein, was ich schreibe. Inspiriert von Folk, Pop, Rock und Indie ist meine Musik ein Mix aus alle dem.

Hugo Barriol

Hugo Barriol

Hören wir uns die Songs an, wird klar, dass der Franzose, der mittlerweile in London lebt, ganz genau weiss, wie seine Musik ankommt. Mit dem Debütalbum Yellow gab es 2019 einen ersten Longplayer. Nun veröffentlicht Barriol im November seine neue EP Hey Love auf der die wunderbare – im Juli veröffentlichte – Single Stay und seine neueste Veröffentlichung Don’t Let Me Down zu finden ist. In dieser geht es um das Ende eines Streits, den man in der Beziehung führt und nach diesem man den Partner darum bittet den anderen nicht aufzugeben – so erklärt Barriol es auf seiner Facebookseite. Die Sehnsucht, die Don’t Let Me Down dabei ausstrahlt, lässt uns reflektieren, wie wichtig es ist zu einem Menschen dazuzugehören. Mit großen Folk-Elementen und einer gleichzeitigen Lagerfeuer-Intimität ist Don’t Let Me Down dabei eine große musikalische Show des zurückhaltenden Franzosen Barriol und berührt uns mit jeder Sekunde.

POLO & PAN - Feel Good

POLO & PAN – Der Sound für die entspannten Momente

Wenn Manu Chao auf HONNE trifft und Daft Punk ihren French-House mit den Klängen des Amazonas verbinden, sind wir bei dem französischen Duo POLO & PAN angekommen. Dieses verbindet all diese Landmarks und fügt dem Sound eine freche Chanson- und Bossa Nova-Note hinzu, die den Songs von Paul Armand-Delille und Alexandre Grynszpan diese gänzlich entspannte Atmosphäre verleihen. Kennengelernt haben sich Armand-Delille und Grynszpan vor etwa zehn Jahren in einem Pariser Club, in dem sie beide auflegten, damals – wie heute – bestand ihr Sound darin, die verschiedensten Genres zu mischen und einen unbedarft, frischen Vibe entstehen zu lassen. Auf ihrem 2018er Debütalbum Caravelle vereinen POLO & PAN entspannte Tanzmusik mit einer Erinnerung an ferne Länder mit bunten Farben. Nun haben POLO & PAN mit Feel Good eine erste neue Single veröffentlicht, die auf der gleichnamigen EP Feel Good zu finden ist, welche am 3. Juli veröffentlicht wurde.

POLO & PAN

POLO & PAN

Auf dieser Single haben sich POLO & PAN etwas weiter weg vom Chanson und Bossa Nova gewagt und eine deutlich, hörbare Veränderung in Richtung French-House eingeschlagen. Dabei bleibt ihre Leichtigkeit im Sound erhalten und zeugt nach wie vor vom Soundtrack einer Urlaubsreise. Ob zwischen Urwaldbäumen und lautem Vogelgezwitscher im Amazonas Südamerikas oder den endlosen Sandverwehungen in der nordafrikanischen Wüste – Feel Good ist der passende Soundtrack dazu. Die Band selbst veröffentlichte den Song mit den Worten Der Sommer ist nun auch wirklich überall angekommen und bringt Sonnenschein – und Feel Good – in unser Leben. Unsere neue Single feiert die Schönheit der einfachen Freude, die in unseren Händen liegt.[…]. So zeigt sich diese Stimmung dann auch im – erneut animierten – Musikvideo, in dem wir zwei Jungs sehen, die vom Kindesalter, über das Erwachsen werden, bis ins hohe Alter zusammen eine Liebe pflegen, die weit mehr als nur der äußere Einfluss ist. Feel Good ist im wahrsten Sinne des Titel für den Moment bestimmt, sich unbekümmert glücklich zu fühlen und dazu selbstverständlich auch noch zu Tanzen.

Master KG feat. Nomcebo - Jerusalema

Master KG feat. Nomcebo – Der perfekte Sommerhit

Bereits bevor Jawsh 685 und Jason Derulo mit Savage Love überhaupt die Spitze der deutschen Charts erreicht hatten, wurde von der GfK – Gesellschaft für Konsumgüter – die für die offiziellen deutschen Charts verantwortlich sind – verkündet, dass Savage Love der Sommerhit 2020 sei. Immerhin, innerhalb der vergangenen Wochen konnte sich Savage Love tatsächlich bis auf Platz 1 der deutschen Singlecharts vorschieben. Auf den Fersen ist ihm allerdings seit einigen Wochen der Song Jerusalema, der bereits in anderen Ländern, wie Frankreich, Belgien, der Schweiz oder Italien bis auf die vordersten Ränge gekommen ist. Ein Ende des Aufwärtstrends ist noch nicht zu erkennen und erobert der Song in immer mehr Ländern die Chartspitze. Dabei wurde der Song bereits im Dezember 2019 veröffentlicht und beinhaltet neben dem Südafrikaner Master KG – der bürgerlich Kgaogelo Moagi heisst – auch seine Schwester Nomcebo Zikode, die für die Vocals verantwortlich ist.

Master KG & Nomcebo

Master KG & Nomcebo

Nachdem der Song auf YouTube durch die Decke ging und Master KG im Januar sein Album Jerusalema veröffentlichte, wuchs das Interesse auch außerhalb Südafrikas an und so wurde der Song schließlich im Juli von Warner Music Frankreich veröffentlicht. Von hier aus hat sich Jerusalema zu einem absoluten Sommerhit gemausert. Hier haben Master KG und Nomcebo ihren authentisch, afrikanischen Sound aus Soul und Gospel mit einem eingängigen Housebeat versehen und gleichzeitig für einen viralen Trend gesorgt. Denn aktuell finden wir im Netz Tanzvideos, die basierend auf dem Song, zur Jerusalema-Challenge aufrufen. Dabei wird der Tanz aus dem Video getanzt und lässt so Erinnerungen an die ganz großen Sommerhits, wie Macarena oder The Ketchup Song aufkommen. Jerusalema ist wahrscheinlich seit dem 1997er-Hit Alane – vom Kameruner Musiker Wes, der erst dieses Jahr von Robin Schulz geremixt wurde – der erste große Song aus Afrika, der weltweit zum Hit werden könnte. In insgesamt zehn Ländern feiert der auf Khelobedu gesungene Song bereits Charterfolge und wird dadurch in den kommenden Wochen sicherlich noch deutlich an Aufmerksamkeit gewinnen.

Møme, Ricky Ducati - Got It Made

MØME feat. Ricky Ducati – Wenn die Disco zu Dir kommt

Er ist mit neuem Material zurück! Hat der Franzose Jérémy Souillart unter seinem Musik Alter-Ego MØME in den letzten beiden Jahren vor allem die Trilogie Møment I, Møment II (beide 2018) und Møment III (2019) veröffentlicht, ist es sein unverwechselbarer Discosound, der MØME auf jeder Tanzfläche zum Hit werden lässt. Zusammen mit Ricky Ducati veröffentlicht MØME nun abermals einen Song, in dem der kalifornische Sänger mit seiner hohen Stimme glänzen kann. Dabei klingt Ducati auf Got It Made fast schon einem der Bee Gees Brüder zum verwechseln ähnlich. Mit einem hervorstechenden Bassbeat und dem hallenden Gesang Ducatis wird Got It Made zum Ausreißer in die 70er Jahre und lässt uns an die Bilder aus Saturday Night Fever denken. Dabei können wir auf noch deutlich mehr Musik der beiden hoffen, hat MØME doch ein Album angekündigt, welches er zusammen mit Ducati aufgenommen hat, Flashback FM heissen und voraussichtlich im kommenden Jahr erscheinen wird. Mit der geballten Ladung French House, Elektro, Disco, Synthie und Funk bereitet uns der Franzose mit Got It Made also auf eine satte Ladung Discotunes vor. Zusammen mit dem passenden Musikvideo haben MØME und Ducati eine kleine Zeitreise gewagt, erklärt der Franzose. Wir stellten uns ‚Got It Made‘ als eine Zeitreise in die 70er/80er Jahre von Los Angeles vor, die von einem imaginären Pop-Radiosender stammt – wir hätten Kalifornien zu dieser Zeit wirklich gerne kennengelernt. Wir wollten, dass das Video eine visuelle Interpretation davon ist. Dies ist den beiden gelungen und zeigt gleichzeitig, dass sich MØME für dieses Projekt deutlich persönlicher präsentiert. Hier klingt der Song nicht mehr nur nach einem Sommerhit, sondern gleichzeitig auch noch stärker nach einem Charakter, als wir es von seinen vorherigen Songs gewohnt sind. Mit Got It Made dürfte MØME zusammen mit Ducati für einen heißen Sommer sorgen, der bedingt durch die Pandemie aus unseren Wohnzimmern eine Disco werden lässt.

Myd - Together We Stand

Myd – Schräg, weird, bizarre

Es sind drei Worte, die den französischen Produzenten Myd – alias Quentin Lepoutre – in verschiedenen Sprachen wohl am besten beschreiben. Denn ob auf Deutsch, Englisch oder Französisch – alle drei Worte drücken den gleichen Eindruck aus, den man bekommt, wenn man sich zum ersten Mal das Musikvideo seines neuen Songs We Stand Together anguckt. Dabei ist Myd bereits seit einigen Jahren bekannt dafür, mit Schnauzer, 80er-Jahre-Pornobrille und verrückten Auftritten zu brillieren. Vor 10 Jahren als Teil der französischen Band Club Cheval ins Rampenlicht gerückt, veröffentlichten sie ihr Debütalbum Discipline 2016 auf dem Bromance Records Label. Als dieses schließlich aufgelöst wurde, machte sich Myd mit Remixen und als Produzent einen immer größeren Namen und produzierte unter anderem für Theophilus London, Brodinski und Slim Thug. Remixe steuerte er zu Songs von Yelle und Two Door Cinema Club bei. Während all dieser Jobs schaffte es der Musiker zusätzlich, in den 2010er Jahren satte fünf EPs zu veröffentlichen. Nun ist es an der Zeit für ein Debütalbum, welches Myd auch gleich mit der neuen Single Together We Stand ankündigt. Dabei passt der Titel nur zufällig zu der aktuellen Zeit – ist er doch deutlich vor der Pandemie entstanden. Mit Together We Stand veröffentlicht Myd einen French House Track, der nicht besser zum Ed Banger Label passen könnte. Denn unter diesem Label befinden sich neben Myd auch die Größen, wie Justice, Cassius, Mr. Oizo, Riton und bis zu seinem Ableben auch DJ Mehdi. Dazwischen sieht Myd wie der nerdige Praktikant unter den Stars aus – macht aber mit seiner Musik so viel Dampf, dass man nicht anders kann, als dazu zu tanzen. Nicht ohne ein verschmitztes Lächeln beschreibt Myd We Stand Together dann auch als den Track, zu dem alle auf der Tanzfläche tanzen und überhaupt, Mädchen sind wunderschön. Doch da er das Gefühl hatte, dies nicht so plakativ sagen zu können, ohne damit äußerst plump rüberzukommen, hat er sich die Metapher ausgesucht, eine Gesellschaft zu beschreiben. We Stand Together zeigt, wie dies zu verstehen ist und begeistert mit einem satten, sommerlichen Housebeat, der von einem amüsanten Musikvideo begleitet wird und an großartige Künstler, wie Dirty Vegas, Modjo oder Dax Riders erinnert.

Robin Schulz & Wes - Alane

Robin Schulz & Wes – Ein Sommerhit kehrt zurück

Es war der große Sommerhit 1997 in Frankreich – Wochen später belegte er schließlich auch in Deutschland und in ganz Europa die vordersten Chartränge und war über Monate hinweg der absolute Radiohit. Die Songzeilen Alanné mba yi woma wé. Ho tou sondé. Ho ma yé konnte jeder mitsingen, auch wenn einem die Bedeutung der Worte nicht geläufig war. Der aus Kamerun kommende Musiker Wes Madiko hatte mit seinem Hit Alane dafür gesorgt, dass Weltmusik plötzlich in halb Europa gespielt wurde. Dieses Genre, das sich nur schwer in eine Richtung einordnen lässt und im Falle von Wes mit dem französischen Produzenten Michel Sanchez einen Sound erhielt, der sich deutlicher am europäischen Musikmarkt orientierte, führte zu unzähligen Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen und sagenhaften 40 Wochen in den deutschen Singlecharts. Mit Walenga wurde schließlich auch ein Album veröffentlicht, welches allerdings nicht an den Erfolg der Single anknüpfen konnte, sich dennoch aber in Frankreich, Portugal, Österreich und den Niederlanden in den Top-10 platzieren konnte. Alane sollte Madikos einziger Hit bleiben und bedeutete für den Sänger einen Platz unter den One-Hit-Wondern einzunehmen. Was über Jahre hinweg blieb – war das unvergessene Gefühl von Sommer, Ferne und einem unglaublich sympathischen Sänger, der mit einem Musikvideo voller akrobatischer Bewegungen begeisterte – legendär ist hier die Bauchwelle, die auch auf den Bühnen von The Dome oder Top Of The Pops performed wurde. Nun ist Madiko – 23 Jahre nach seinem großen Hit – wieder in einem Musikvideo zu sehen und singt dabei die gleichen Textzeilen, wie einst bei seinem großen Erfolg. Denn heute hat der Osnabrücker DJ Robin Schulz eine Version des Hits Alane veröffentlicht, die sich stark am Original orientiert und das Gefühl vom Sommer 1997 zurückbringt. Dabei kommt gleich in den ersten Momenten ein unglaubliches Gefühl von Freude auf und bringt den Hörer durch den Gesang Madikos sofort wieder zurück in die 90er Jahre – sofern man bereits zum Original getanzt hatte. Mit modernen EDM-Elementen – und einem ebenfalls choreografisch am Original erinnernden Musikvideo – kehrt auch Madiko im Musikvideo zurück in die Öffentlichkeit und lässt uns eine gute Zeit haben. Mit einer gehörigen Portion Airplay und dem prominenten Namen von Robin Schulz könnte es Alane so – satte 23 Jahre später – abermals zum Sommerhit schaffen. Zu gönnen wäre es Madiko mit seinem zeitlosen Song auf jeden Fall.

Petit Biscuit with Shallou - I Leave Again

Petit Biscuit feat. Shallou – Nostalgisch, romantisierende Weichzeichnung eines Beziehungsendes

Diese Kollaboration gleicht einem Traum – die zwei Dream-Dance Produzenten Petit Biscuit und Shallou veröffentlichen einen gemeinsamen Song. Dabei haben beide auf unterschiedlichen Kontinenten einen äußerst ähnlichen Werdegang zurückgelegt. Petit Biscuit, der bürgerlich Mehdi Benjelloun heißt und aus Rouen in Nordfrankreich kommt, hatte bereits im Alter von 15 Jahren mit dem Song Sunset Lover einen zeitlosen Song veröffentlicht, der sich bis heute durch alle Instagram-Stories und Momentaufnahmen von Menschen zieht, die sich für einen Augenblick, dem entspannten, sommerlichen Moment hingeben möchten. Sunset Lover konnte sich in 15 Ländern in den Charts platzieren und verkaufte sich in Frankreich über 200.000 mal. Es folgte die Debüt-EP Petit Biscuit (2016), das Debütalbum Presence (2017) und ein Coachella-Auftritt 2018. Shallou, der bürgerlich Joe Boston heißt und aus Los Angeles kommt, hatte 2014 angefangen Musik zu produzieren. Ebenso – wie Petit Biscuit – ist Shallou im sphärischen Dream-Dance beheimatet, der mit dem Genre der 90er Jahre nicht viel gemein hat. Denn der Dream-Dance, den die beiden Musiker hier machen, setzt sich aus Tropical-House, Indietronic, Alternative Dance, Future Bass und einer Note Singer/Songwriting zusammen und erzeugt durch eine unglaubliche Tiefe, die berührt und gleichzeitig zu begeistern weiß. Shallou hat bisher mit Souls (2018)eine EP und Magical Thinking (2020) sein Debütalben veröffentlicht und konnte ebenfalls 2019 einen Coachella-Auftritt zu seiner Performance-Erfahrung hinzufügen. Nun sind die beiden Bedroom-Produzenten erstmals auf dem Song I Leave Again vereint und bestechen mit einem treibenden House-Beat, der durch Pop-affine Elemente bereichert wird und mit einen wunderbar warmen Gesang besticht. I Leave Again ist Ende und Aufbruch zugleich, den hierbei geht es um das Ende einer Beziehung mit all seinen nostalgisch, romantisierenden Weichzeichnungen, sowie dem Drang, daraus einen Neustart zu initiieren. Herausgekommen ist ein wunderbarer Song, der die sommerlichen Höhepunkt mit ruhigen Abendvibes verbindet und so zu einem wunderbaren Wegbegleiter werden lässt.