Er kommt einem bekannt vor, der Song Lettin‘ Go des Münsteraner Musikers und Produzenten Marius Nitzbon. Als Neon Valis hat Nitzborn gerade seine erste Single im Ambient-Gewand veröffentlicht. Bisher konnte man von Nitzborn zwei veröffentlichte Alben voller Pianosongs hören – die einem Tagtraum gleich kommen. Wo das Klavier oftmals eine enorme Schwere im Song einnimmt, lässt Nitzborn – der aktuell in Münster seinen Bachelor in Musik macht – leichte Melodien, die modern klingen, walten. Fast, wie eine Konversation klingend, wechseln sich hier die einzelnen Töne ab und erzählen eine lebendige Geschichte, die von einer Schwere handeln könnte aber leicht klingt. Damit schafft er es aktuell bei Spotify auf rund 55.000 monatliche Hörende und kratzen einzelne Songs schon fast an der Millionenmarke. Für seine akustische Musik scheint Nitzborn aber auch einen Ausgleich zu suchen und hat diesen scheinbar in seinem neuen Projekt Neon Valis gefunden.

Mit Lettin‘ Go lässt sich Nitzborn in eine Welt der wabernden Beats verschlingen. Hier werden warme Wolken aus dumpfen Bässen, blechernen Gesangsfetzen und beatstiftenden Perkussions gebildet, ehe sich Nitzborn mit einem diffusen Gesang in eine Welt begibt, die beruhigend mild klingt. Mit Lettin‘ Go wird der Herzschlag angeregt, in der Brust diese großen Emotionen zu fühlen, wie man sie in Glücksmomenten erlebt, wenn man sie gerade nicht gänzlich ausleben kann. Dabei kennt man den Augenblick, in dem man fast vor Freude explodieren könnte, die Umgebung aber gerade nicht passend dafür ist. Lettin‘ Go ist dieser kleine Moment für uns alleine. Verloren in unserer eigenen Welt genießen wir den Moment, atmen ein, schließen die Augen und begreifen unser Glück, bis wir schließlich die Augen wieder öffnen und das Gefühl loslassen – lettin‘ go – bereit für den nächsten Glücksmoment. Mit dem Projekt Neon Valis hat Marius Nitzborn eine atmosphärische Reise gestartet, der wir gerne folgen und uns anschließen wollen.