Dawncall & Subsets feat. Ayelle – Entspannt durch den Sonntag

Er passt so sehr in den heutigen, verregneten und windigen Sonntag – der Song Ghost, des israelische Produzent Dawnhall. Dazu gesellen sich der britische Produzent Subsets und die Londoner Sängerin Ayelle. Viel gibt es über die jeweiligen Produzenten allerdings nicht zu berichten, finden sich im Netz doch nur spärlich Informationen. Dabei gibt ihre Musik so viel her, worüber wir berichten könnten. Bei Ayelle sieht es bereits etwas besser aus. So hat die in London lebende Sängerin mit iranisch-schwedischen Wurzeln in den letzten Wochen so einige Songs veröffentlicht. Mal mit dem niederländischen Produzenten Mitchell Yard auf Mary Jane, mal als Solokünstlerin mit Obvious. Dabei beschreibt sie ihren Musikstil als Future R&B und liegt damit verdammt nahe an ihren Songs. Auf Ghost schafft sie es zusammen mit den beiden Produzenten einen verträumt, schweren Housetrack zu veröffentlichen, der nicht besser zu einem kalten Wintertag passen könnte. Die treibenden Elemente und Beats werden durch den Einsatz von Klavier und Gitarre, in ihrer Schnelligkeit extrahiert und setzt damit eine Entschleunigung ein, die dem Song eine ganz besondere Note verleiht. Ayelles Stimme ist hierbei allgegenwärtig und lässt an so einflussreiche Nummern, wie Deleriums Silence erinnern. Momentan haben alle drei Künstler noch deutliches Potential ihre Bekanntheit zu erhöhen, weisen ihre Facebookprofile doch nicht mehr als 2.500 Follower auf. Dabei wird Ghost in den kommenden Wochen sicherlich für einen Aufschwung sorgen.

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Yoste – Eine Palette an Songs aus der Tiefe

Es ist ein Sound, der aus seinem Inneren kommt – denn Yoste selbst beschreibt die Entstehung seiner Songs als ein Resultat, dass er vieles in sich selbst nicht vollends versteht und dieses Gefühl der Unsicherheit einerseits als beängstigend betrachtet, andererseits aber auch friedvoll empfindet. Dabei ist der 23-jährige Kurt Sines, der aus Brisbane – Australien – kommt in seiner Erscheinung ein durchaus selbstsicherer junger Mann, der allerdings um ein paar Jahre jünger aussieht, als er tatsächlich ist. Mit der neuesten Single Empty hat Yoste seiner, zur Veröffentlichung bevorstehende, EP Try To Be Okay eine weitere Note dieser Gefühlswelt hinzugefügt. Neben den Singles ArcChihiroBlue und eben Empty umfasst die EP mit Howl und Moon zwei weitere Songs, die der Songwriter und Producer selbst eingespielt hat. Allesamt bewegen sich im entspannten, elektronischen Bereich der Musik und sind gefüllt mit feinen Nuancen aus Klavier, leichten orientalischen Klängen und der weichen Stimme Sines. Dabei weist Yoste Gemeinsamkeiten mit dem US-Amerikaner Shallou auf. So haben beide ein ähnliches Soundkostüm aus sanften elektronischen Beats, vielen kleinen, verspielten Elementen und einem weichen Gesang gemein. Yoste befindet sich dabei genau in der gleichen Schwebesituation, wie es vor einem Jahr bei Shallou mit seiner EP Souls der Fall war. Denn persönliche Empfindungen und Emotionen spielen auch bei Yoste eine zentrale Rolle und lassen seine Musik regelrecht schweben. Alle Songs auf Try To Be Okay bestechen durch eine Universalität, die es den Songs ermöglicht, im tiefen Winter für eine melancholische Stimmung zu sorgen, oder dem nahenden Frühling selbstbewusst und mit den ersten warmen Vibes entgegenzugehen. Dabei klingen die Songs zeitlos und orientieren sich nicht an der Popmoderne heutiger Produktionen. Yoste schafft mit der, am 15. Februar erscheinenden, EP Try To Be Okay einen wahren Schatz zu veröffentlichen. Seine Musik ist dabei für all Diejenigen, die sich gerne einmal treiben lassen, all die Hektik der heutigen Welt ausschließen möchten und in sich selbst reinhören wollen – immer auf der Suche nach einem ausgleichenden Moment.

Florence + The Machine – Voller Energie

Es ist gerade einmal sieben Monate her, da hat die britische Band Florence + The Machine mit High As Hope ihr viertes Studioalbum veröffentlicht und sind damit in über 16 Ländern in die Top-5 eingestiegen. Nun haben Florence + The Machine auf einem Konzert im australischen Perth mit einem neuen Song alle Fans vor Ort überrascht. Gestern überraschten Sie dann auch die Welt mit der Veröffentlichung von gleich zwei Songs. Mit dabei ist der in Perth vorgestellte Song Moderation, der in gewohnter Manier eine große Popnummer mit viel Dramatik und großen Momenten ist. So erinnert Moderation an Songs der ersten beiden Alben Lungs und Ceremonials. Die zweite Single Haunted House ist eine großartige Popballade, bei der Florence Welchs einzigartige Stimme nur durch ein Klavier begleitet wird. Chorsgesang unterstützt dabei hier und da sie sanften aber energischen Zeilen wie I’m not free at all. Nach diesen beiden Veröffentlichungen, können wir nur hoffen, dass eine neue Platte – und wenn es nur eine EP ist – das Jahr 2019 mit so fantastischer Musik füllen wird. Bis dahin nehmen wir Moderation und Haunted House als zwei starke Songs in Dauerrotation auf und freuen uns über den Ausflug zu den Anfängen der Band.

Lana Del Rey – Pianoballade mit verschachtelter Geschichte

Lana Del Rey hat es in den vergangenen acht Jahren zu einer Art Vamp im Musikbusiness geschafft – immer im Mainstream abspielend, hält sie den Eindruck einer Musikerin, die da nie rein gehört. Durch die nostalgisch und retro-wirkenden Produktionen und mit ihrem gemächlichen – fast schon lethargischen – Auftreten ist Lana Del Rey bis heute – trotz zurückgehender Verkaufszahlen eine der ganz großen Musikerinnen unserer Zeit. Mit ihrer neuen Single Hope Is a Dangerous Thing for a Woman like Me to Have – but I Have It könnte sie nicht nur Anwärterin auf den längsten Songtitel der Geschichte werden, sondern gibt uns gleich auch einen Vorgeschmack auf ihr neues, Ende März erscheinendes, sechstes Studioalbum Norman Fucking Rockwell. Zugleich ist Hope is a Dangerous Thing… eine ungewohnte stripped-down Ballade, die nur mit einem Klavier und Del Reys Stimme auskommt. Kennt man Balladen von ihr doch sonst vorrangig mit theatralisch, untersetzten Soundbetten, ist auf Hope is a Dangerous Thing… alles noch ein wenig reduzierter. Genau das übt den Reiz aus, Del Reys Musik zu lauschen und sich in ihr regelrecht zu verlieren. So schafft sie es immer wieder, den Hörer aus der hektischen Welt zu entführen und zu sich selbst zu bringen – und das im Mainstream, ganz ohne Mainstream zu sein.

Elton John – Das ultimative Weihnachtsgefühl

Im Herbst 1970 veröffentlicht, hat Your Song von Elton John nunmehr fast 50 Jahre hinter sich. Dabei stellt er eine Art Evergreen dar, der durch die Popgeschichte wandert und immer wieder einer Neuinterpretation anderer Künstler dient. Als größte Erfolge sind hierbei die Versionen von Rod Stewart (1992), Ellie Goulding (2010) und Lady Gaga (2018) zu nennen, die sich allesamt in den Charts verschiedener Länder platzieren konnten. Dabei übertraf vor allem die Version Ellie Gouldings den Erfolg des Originals um das Doppelte im Heimatland Johns. Dies hatte allerdings nicht allein etwas mit Gouldings fantastischer Interpretation zu tun, sondern lag vor allem daran, dass die britische Warenhauskette John Lewis für seinen jährlichen Weihnachtsclip Gouldings Version auswählte. In dieser Tradition werden immer wieder äußerst bekannte Originale von Künstlern gecovert und als Balladen in der dazugehörigen Weihnachtswerbung des Kaufhauses verwendet. Dieses Jahr bricht die Warenhauskette allerdings mit dieser Regel und lässt – den zum britischen Kulturgut gehörenden – John selbst seinen 48 Jahre alten Song in der Werbung erklingen. Dabei mimt John ebenfalls sich selbst und sehen wir seinen Werdegang und die herausragenden Momente des Songs rückwärts abspielen, bis zu dem Punkt, an dem der vier- oder fünfjährige John Anfang der 50er Jahre zu Weihnachten ein Klavier geschenkt bekommt. Diese Minuten der Retrospektive und der Abfolge von emotionalen Erinnerungen münden in einem so warmen Gesichtsausdruck Johns, der einem in nur zwei Sekunden die Geschichte eines Lebens erzählt. Mit diesem Weihnachtsclip hat die Warenhauskette einmal mehr geschafft, was viele immer wieder zur Weihnachtszeit suchen. Herzlichkeit, Wärme und Zufriedenheit auszustrahlen und das mit einem Song, der diese Gefühle seit fast 50 Jahren ebenso transportiert.

Highasakite – Rauheit so sanft verpackt

Die norwegische Band Highasakite ist bekannt für große Indie-Hymnen wie Since Last Wednesday, Darth Vader oder Golden Ticket. Doch nun kommen sie für ihr viertes Studioalbum, welches mit viel Glück noch dieses Jahr erscheinen könnte, deutlich ruhiger daher. Dabei beginnt ihre neue Single I Call Bullshit mit einem Klavier und sanften Tönen, zu denen Frontsängerin Helene Håvik ebenfalls sanft die rauen Zeilen wie I call bullshit the night is youngMy drug of choice and I sure ain’t done singt. Bereits 2014 geschrieben, sollte I Call Bullshit eigentlich deutlich lauter werden. Die, dem Umfeld geschuldete Zurückhaltung – Håviks Freund schlief nebenan, weshalb sie den Song nicht laut einsingen konnte – brachte die Wirkung des Songs allerdings in eine komplett neue Richtung, die der Band so sehr gefiel, dass sie es beibehalten. Dabei fungiert auch I Call Bullshit als astreine Hymne für den Moment, wenn man die Nacht durchgefeirt hat, die Freunde nach Hause ziehen, man selbst aber noch nicht aufhören möchte.

Tom Odell & Alice Merton – Das warten auf einen ungemütlichen Herbst

Alice Merton hat gerade erst letzte Woche mit ihrer neuen Leadsingle Why So Serious die Vorfreude auf ihr bald erscheinendes, Debütalbum eingeläutet. Nun steht sie mit einem weiteren Song im Rampenlicht. Dieses Mal allerdings mit dem britischen Pop-Sänger Tom Odell. Dieser hat mit Jubilee Road sein drittes Studioalbum angekündigt und zusammen mit Merton die Single Half As Good As You veröffentlicht. Diese, als Promosingle angedachte, Veröffentlichung passt zum aufkommenden Herbst. Auch wenn dieses Jahr die Temperaturen bis weit in den September einfach nicht runtergehen wollen, sind die Nächte bereits frisch bis kalt. Mischt sich hier noch etwas Regen dazu, gibt Half As Good As You den perfekten Soundtrack dazu ab. Mit einem einfachen Klavier leitet der Brite hier zu einer wunderbar warmen Ballade ein und lässt dann durch Mertons klare Stimme ein Gewitter entstehen, bei dem sich beide Künstler fantastisch ergänzen. Half As Good As You passt in die Jahreszeit und bringt einen dazu die Decke bis zum Hals zu ziehen und mit einem Tee im Warmen zu sitzend, das ungemütliche Wetter vor den Fenstern zu genießen.

AVEC – Österreich mit Tiefgang

2015 gilt als Schlüsseljahr für die 23 jährige Sängerin AVEC, die mit dem Song Granny so viel Emotionen ausdrückte, dass sie bei Spotify millionenfach gestreamt wurde. Ihr Debütalbum What If We Never Forget schaffte durch den Erfolg der Single dann sogar den Einstieg in die österreichischen Albumcharts. Nun ist sie mit ihrem neuen Album Heaven/Hell zurück – welches am 14. September veröffentlicht wird – und gibt uns bereits jetzt einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Mit Songs, wie Still der treibend und rastlos wirkt, dabei aber auch durch die Gitarre und viel Hall, Ruhe ausstrahlt, oder der Klavierballade Alone, hört sich AVEC deutlich reifer an, als noch vor zwei Jahren. Ganz viel Gefühl findet sich auch in der Singleauskopplung Love wieder. Hier singt sie über den Moment, zu schüchtern zu sein um Liebe zu benennen und vor allem, um den ersten Schritt zu wagen. Dabei klingt AVEC rein, authentisch und spielt sich mit einem prägnanten Klavier- und Gitarrenmix direkt in unser Herz.

Maggie Rogers – Selbstreflektion auf neuer Single

Für Maggie Rogers waren es zwei bewegende Jahre, seitdem die US-Amerikanerin 2016 durch das Kuratorenvideo mit Pharell Williams via YouTube zum Star wurde. Doch abseits des Klickhypes, konnte Rogers vor allem durch ihre bodenständige und unglaublich sympathische Musik überzeugen. Mit Songs, wie Alaska, Better und On + Off sang sie sich direkt in die Herzen. Ihre Natürlichkeit und verspielte Niedlichkeit auf der Bühne unterstützten das Bekanntwerden der Sängerin noch einmal zusätzlich. Nun ist sie mit Fallingwater zurück und behandelt darin gerade diesen rasanten Aufstieg, den sie in den vergangenen zwei Jahren erleben dürfte. So singt sie vom damit fertig werden und dennoch stolpern und dem Versprechen, weiterzumachen, egal wie die Reise, die vor ihr liegt, auch aussehen mag. Dabei bleibt Rogers bei ihrem folklastigen Singer/Songwriter Sound, der auch hier wieder mit Elementen des Pop und aus dem elektronischen Bereich angereichert ist. Mit Klavier und ihrer großartig, klaren Stimme bleibt Rogers so sympathisch, wie wir sie kennen und treibt die Sehnsucht voran, sich mit ihr auf ein Abenteuer zu begeben.

Celine Dion – Titanic Vol.: 2

Vor genau 20 Jahren hatte die kanadische Sängerin Celine Dion ihren – bis heute – größten Hit. Mit dem Titelsong My Heart Will Go On, zum Blockbuster Titanic, verkaufte sie über 18 Millionen Platten und wurde der Song so, zur zweiterfolgreichsten Single einer Sängerin aller Zeiten. Seitdem sind 20 Jahre vergangen, elf Alben veröffentlicht und unzählige Singles rausgekommen, doch keine war nochmals so erfolgreich, wie My Heart Will Go On. Nun allerdings, hat sich Celine Dion ein weiteres Mal an einen Titelsong eines Blockbusters gewagt. Mit Deadpool 2 läuft am 17. Mai die Fortsetzung des 2016er Hits an und hat mit Ashes einen ebenbürtigen Titelsong erhalten, der sich tatsächlich mit dem Titanic-Soundtrack messen kann. Ashes wirkt dabei so unpassend wie kaum ein anderer Titelsong. Wird bei dem Actionfilm Deadpool 2 rumgeschossen und explodiert alles, was nur in die Luft fliegen kann, singt sich Dion durch einen Liebessong, der so groß und episch ist, wie kaum ein anderer Soundtrack. Mit großen Gesten und Dions Stimmgewalt gibt es hier die ganz großen Emotionen und von Streichern und Klavieren ein ganzes Orchester, das Dion begleitet. So Emotional und groß Ashes auch sein mag, ist auch immer eine Prise Humor dabei. Und so kommt es, dass im zweiten Drittel des Videos plötzlich Deadpool auf Highheels auf die Bühne tritt um Ballett zu tanzen. Zum Ende dann lobt Deadpool – hinter dem sich Ryan Reynolds verbirgt – Dion für ihre Performance, erwartet jedoch, dass Dion einen Gang runterschaltet und nicht gleich auf dem Top-Level performt – schließlich sei das eben nicht Titanic. Dies konntert Dion damit, dass bei ihr unter diesem Niveau nichts geht. Ashes hat das Zeug, ein ganz großer Hit zu werden und sich neben My Heart Will Go On auf gleicher Höhe einzuordnen.