The Best Of 2020 Vol. 13

The Best Of 2020 Vol.: 13

01. Ace Marino – Communication (zum Artikel)

02. Tash Sultana – Beyond The Pine (zum Artikel)

03. HÆLOS – Hold On (zum Artikel)

04. London Grammar – Baby It’s You (zum Artikel)

05. Declan J Donovan – Perfectly Imperfect (zum Artikel)

06. Janelle Monáe – Turntables (zum Artikel)

07. SIND – Bataillon d’Amour (zum Artikel)

08. Birdy – Open Your Heart (zum Artikel)

09. Of Monsters And Men – Visitor (zum Artikel)

10. Paul Woolford & Diplo feat. Kareen Lomax – Looking For Me (Extended Mix) (zum Artikel)

11. Miley Cyrus – Midnight Sky (zum Artikel)

12. Melanie C – In And Out Of Love (zum Artikel)

13. Glasvegas – Keep Me A Space (zum Artikel)

14. Hayden Calnin – Mountain Steeps (zum Artikel)

15. Hugo Barriol – Stay (zum Artikel)

16. The Whitest Boy Alive – Serious (zum Artikel)

17. GASHI feat. Sting – Mama (zum Artikel)

18. Jamie Cullum – Don’t Give Up On Me (zum Artikel)

19. Master KG feat. Nomcebo – Jerusalema (zum Artikel)

20. H.O.S.H. feat. Ost & Kjex – Woohoo (Original Mix)
Ace Marino - Communication

Ace Marino – Back to the Future

Es ist der Sound der Vergangenheit. Mit wabernden Bässen, verspielten Synthies und einer großen Portion 80er-Jahre-Feeling schafft es gerade ein Song in unsere Herzen, der nicht besser unter diese Beschreibung fallen könnte. Bekannt geworden ist er vor allem durch einen Werbespot des Automobilhersteller Audi. Hier sehen wir einen Wagen der Marke durch das futuristisch aufgepepptes Berlin fahren. Im Hintergrund zu hören ist diese wabernde Synthiehymne, die sich an Künstlern, wie Kavinsky und M83 anlehnt. Dabei steht hinter dem Song Communication der Kalifornier Ace Marino, der sich selbst auch gern als eine Fitnessikone, einen Strand-Bro und außergewöhnlichen Produzenten beschreibt. Mit viel Liebe zur Ironie hat sich Ace Marino in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Anwärter auf die Synthiewave-Krone gemausert und überzeugt mit einem durch und durch auf die 80er Jahre ausgerichtetes Gesamtwerk. Auf seiner 2017 erschienenen Debüt-EP Cocaine Flamingo bündelt er diese 80er-Jahre Power und beweist vor allem bei seinen Instrumentalstücken – wie Communication – wo seine Stärken liegen.

Ace Marino

Ace Marino

Denn während auf den Vocal-Songs zumeist eine leicht schräge Gesangsstimme vorherrscht, ist es auf Communication vor allem der reine 80er-Jahre Sound, der genau das Gefühl vermittelt, welches gerade durch Serien wie Stranger Things an Beliebtheit gewinnt. Indie genug, für die Festivals und Clubs und ebenso cool, um auch den Mainstream zu erreichen hat Communication alles, um die Kinder der 80er Jahre zu erfreuen, sowie dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen. Hatte Ace Marino vor genau einem Jahr sein Debütalbum Muscle Beach angekündigt, ist es bisher nur bei der gleichnamigen Single geblieben. Nun hat der US-Amerikaner am vergangenen Freitag mit Talk Me Down einen neuen Song veröffentlicht, der sich mit seinem Gesang poppiger anhört, als das beatlastige Communication. Doch während sich Ace Marino damit erst noch beweisen muss, wird Communication zu einem wahren Selbstläufer. Also lasst den Vokuhila und Oberlippenbart wachsen, holt die neonfarbene Joggingjacke raus und tanzt euch in Rage zu Communication.

 

MIA. - No Bad Days

MIA. – Es lohnt sich Fan zu sein

In genau einer Woche steht das neue MIA.-Album Limbo – mit den Singles Limbo und KopfÜber – überall in den Regalen. Doch obwohl die Möglichkeit, das Album tatsächlich auch physisch zu erhalten, momentan so gut wie nicht vorhanden ist, gibt es einige Ausnahmen um an die CD zu kommen. Natürlich ist das mittlerweile siebte Studioalbum digital über alle Kanäle zu erhalten – ob als Download, im Stream oder eben doch physisch über die Onlineseiten vom eigenen Shop über Amazon, JPC, Saturn/Media Markt und Ähnlichen – an Möglichkeiten mangelt es nicht. Dass es in diesen Zeiten darauf ankommt unsere Kultur am Leben zu halten – obwohl den Künstlern mit den verschobenen oder abgesagten Konzerten eine enorme Einnahmequelle verloren geht – wird vielen immer bewusster. Und so können wir die Bands unterstützen, indem wir ihre Musik hören, sie kaufen und im Bestfall natürlich selber – durch den Erwerb einer physischen CD – etwas am Ende in den Händen halten. Dass es auf die Verbindung zwischen Künstlern und Fans ankommt, zeigen MIA. nun mit ihrer neuen Singleveröffentlichung No Bad Days. Hier schenken sie nicht nur einem ihrer größten Fans einen Song, sondern zeigen gleichzeitig auch, wie sehr die Fans die Band zu Songs inspirieren können und am Ende sogar als Single veröffentlicht wird. Auf No Bad Days begleiten wir MIA. durch den Tag, an dem die Berlinerin Marie – MIA.-Fan mit Leib und Seele – von der Band überrascht wird und daraus ein Musikvideo dreht. Dabei kommt sowohl die Band, als auch Marie unglaublich sympathisch rüber. Mit gewohntem Pop/Rock, der sogar ein wenig an das Debütalbum Hieb & Stichfest erinnert, singt Mieze eine Hymne auf eine positive Grundeinstellung und dem Willen, sich durch alles durchzuboxen und das Positive zu sehen. Genau dieses Gefühl kennen und lieben wir von der Band und wird auch diese Zeit überwinden. Durch laute Gitarren und präsentem Schlagzeug lassen MIA., so – im Wohnzimmer von Marie – die Katze aus dem Sack. Mit dem neuen Album im Gepäck, geht es dann hoffentlich im Herbst auf Tour. Wir holen uns aber ab kommenden Freitag das Album nach Hause – egal ob auf digitalem Weg oder durch die physische CD. MIA rocken halt.

Declan J Donovan - Homesick

Declan J Donovan – Wann zündet die Rakete?

Vor fast genau zwei Jahren konntet Ihr hier auf SOML eine Songreview über den britischen Newcomer Declan J Donovan und seine Single Better lesen. In der Zwischenzeit ist mit Pieces ein veritabler Radiohit hinzugekommen. Doch so richtig zünden wollte die Rakete mit Donovan bisher noch nicht. Dabei macht der junge Sänger aus Essex immer noch die ersten Schritte. Mit gerade einmal 3.500 likes auf Facebook bekommt man eine Ahnung davon, was da alles noch kommen mag. Bei der nun veröffentlichten Single Homesick taucht Donovan in eine Welt der Vielfalt ein und springt zwischen leisem Akustikfolk und euphorischem Chorgesang und klingt so, nach Aufbruch und Stärke. Mit Donovans zarter Stimme – die oftmals im Kontrast zu seiner amüsanten Art sich auf Facebook zu präsentieren steht – und einem Video, welches der Brite in seiner Heimatstadt gedreht hat, rundet Donovan das Gefühl eines Sehnsuchts-Songs ab und lässt den Homesick einfach laufen. Nun ist es nur eine Frage der Zeit, bis Homesick auch von unseren Radiosendern entdeckt wird und wir den sympathischen Briten öfter hören werden.

Pieces

The Best Of 2019 Vol.: 14

The Best Of 2019 Vol.: 14

01. Roberto Surace – Joys (zum Artikel)

02. Fritz Kalkbrenner – Kings & Queens (zum Artikel)

03. Satin Jackets feat. Panama – Electric Blue (zum Artikel)

04. Scouting For Girls – Grown Up (zum Artikel)

05. Hollow Coves – Anew (zum Artikel)

06. Georgia – Never Let You Go (zum Artikel)

07. Sea Girls – Violet (zum Artikel)

08. POLIÇA – Driving (zum Artikel)

09. Fickle Friends – Amateurs (zum Artikel)

10. Gengahr – Everything & More (zum Artikel)

11. Oliver Koletzki feat. Monolink – We Are All Lost (zum Artikel)

12. Jonah – Husk My Love (zum Artikel)

13. Bag Raiders feat. Panama – How Long (zum Artikel)

14. Caribou – Home (zum Artikel)

15. Christian Reindl & Tessa Rose Jackson – Happy Together (zum Artikel)

16. The Big Moon – Your Light (zum Artikel)

17. SYML – Symmetry (zum Artikel)

18. AVEC – Home (zum Artikel)

19. Jarryd James – Let It Go (zum Artikel)

20. OK KID – E05 Im Westen (zum Artikel)

21. Lea Porcelain – Clock Of Time (zum Artikel)

La Roux – Strahlender 80’s Pop

La Roux ist der britische Inbegriff für strahlende 80er Jahre Synthiesounds. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum La Roux (2009) und den Singles Bulletproof und In For The Kill war sie für zwei der besten Clubsounds der folgenden Jahre verantwortlich. Mit ihrem zweiten Album Trouble in Paradise (2014) hatte sie jedoch nicht mehr an den Erfolg ihres Debüts anknüpfen können. So blieb als einzige Chartplatzierung aus dem Album, die Single Uptight Downtown auf Platz 63 hängen. Nun, bald sechs Jahre nach ihrem Zweitling, kommt am 7. Februar 2020 mit Supervision ihr drittes Album raus und zeigt mit der ersten Singleauskopplung, dass der Sound wieder mehr in Richtung Debütalbum geht. Denn mit der ersten Single International Woman Of Leisure zeigt uns Elly Jackson, dass sie den quirlig pumpenden 80er Jahre Sound noch immer beherrscht und wir uns auf ein Album freuen können, welches wieder voller Energie und Lust entstand. Dass war in den letzten Jahren nicht immer so, hatte Jackson doch diverse persönliche Probleme, die darin resultierten, dass sogar ihre Stimme versagte. Nun hören wir sie auf International Woman Of Leisure wieder mit ihrer gewohnt präsenten Kopfstimme und tanzen zu einem Song, der nicht besser in die 80er Jahre hätte passen können.

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Polica - Driving

Poliça – Album Nummer 5 und neue Single

Erst vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Lane 8 – nach seiner 2017er Kollaboration mit Poliça auf der Single No Captain – die neue Single Brightest Lights, die abermals mit der amerikanischen Band entstand. Nun haben Poliça selbst neue Musik angekündigt und, dass am 31. Januar 2020 ihr fünftes Studioalbum When We Stay Alive erscheinen wird. Nach ihrer Zusammenarbeit mit dem Berliner experimentierfreudigen Orchesterkollektiv rund um André de Ridder und Emanuel Florakis – s t a r g a z e – haben Poliça 2018 das daraus resultierende Album Music for the Long Emergency (2018) veröffentlicht. Hierfür lebte die Band 2017 sogar einige Monate in der deutschen Hauptstadt. Nun kommt mit Album Nummer fünf das erste Album, nach dem schweren Unfall, bei dem Frontsängerin Channy Leaneagh vom Dach ihres Hauses stürzte und für Wochen ans Krankenbett gebunden war. Hierbei kam der Kampfgeist auf, das Leben schnellstmöglich wieder voll und ganz in den eigenen Händen zu haben und alles auskosten zu können, was man nur kann. Mit Driving veröffentlichen Poliça gleichzeitig auch die erste Single aus dem kommenden Album und zeigen einmal mehr, warum sie so anders sind. Mit mystisch, hallenden Sounds, Leaneaghs streichelndem Gesang und einem fragmentartigen Beat ziehen uns Poliça einmal mehr in ihren Bann. Dass wir diesem nicht entkommen können, werden Poliça uns auf einem der fünf Deutschlandkonzerte beweisen. Haltet also Ausschau!

Editors - Frankenstein

Editors – Ein Song für die Freaks

Die Editors sind bekannt dafür, ihrer Musik einen neuen Schwung zu geben und mit Genres zu spielen – So werden die Fans immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt und gefordert. Nun haben die Editors um Frontsänger Tom Smith mit Frankenstein ein ganz neues Niveau erreicht. Gab es im Frühjahr bereits mit der The Blanck Mass Sessions einen ersten Vorgeschmack auf den Ausflug, den die britischen Jungs hier ins elektronische Genre machten, haben sie dabei ausgewählte Tracks ihres letzten Albums Violence unter der Regie des Produzenten Leo Abrahams neu aufgenommen und deutlich tanzbarer gemacht. Nun geht mit der Veröffentlichung des Songs Frankenstein gerade ein Raunen durch die Lande – ist der Song doch elektronisch aufgeheizt, hedonistisch und es­ka­pis­tisch. Deshalb geht es bei Frankenstein auch darum, auszubrechen – den Freak in einem rauszulassen – sei es nur für eine Nacht. Produziert von Jacknife Lee, der sich auch für das Durchbruchsalbum der Editors An End Has A Start (2007) verantwortlich zeichnet, haben die Editors ein schräges Musikvideo veröffentlicht, welches von einer Fanbesessenheit erzählt, die beängstigend weit geht. Die Editors haben damit einmal mehr überrascht und gleichzeitig überzeugt und lassen den Frankenstein in uns tanzen.

The Slow Show – Im Duett doppelt stark

Mit ihrer wunderbaren Leadsingle Sharp Scratch haben die Briten von The Slow Show im Februar eine neue Zeit begonnen. Denn lag die Pause von fast vier Jahre nicht nur daran, dass die Band eine Pause wollte. Mit einem ersten Vorgeschmack der neuen Songs auf der ausverkauften Berliner Silent Green Bühne Mitte Februar begeisterte die Band vor allem mit ihrem satten Sound und den kleinen Nuancen zwischen den Zeilen. So arbeitete Rob Goodwin sich mit seiner Stimme durch die Songs und zeigte dabei Verletzlichkeit, Einfühlsamkeit, Trauer, Stärke und Liebe. Auf ihrer nun veröffentlichten Single Hard To Hide gibt es schließlich auch den raren Moment einer zweite Stimme. Diese kommt in Form einer unbekannten aber warmen Frauenstimme dazu und lässt aus dem Gesang von Goodwin eine berührende Unterhaltung werden. Wie Goodwin bereits auf der Bühne des Silent Green sagte, ist es in der Regel so, dass die Fans nicht fragen, worum es in den Songs geht, sondern wie sehr sie die Songs mit sich und ihren eigenen Leben in Verbindung bringen. Dies können wir nun einmal mehr auf Hard To Hide ausprobieren.

 

Lupid - Lieb Mich Jetzt

Lupid – Emotionale Offenbarung

Es ist einer der direktesten Songs, die ich seit langem gehört habe. Kein verschnörkelter Text, kein verspielter Sound, keine überkandidelte Stimme. Das Trio Lupid aus Gießen hat mit der aktuellen Single Lieb Mich Jetzt eine Aufforderung veröffentlicht, die so ehrlich wie direkt ist. Dabei speist sich die Inspiration des Songs aus den innersten Gefühlen und Erfahrungen des Frontsängers Tobias Hundt. Denn die Geschichte hinter Lieb Mich Jetzt stammt aus einer wahren Liebe. Mit den beiden Sätzen: Wann haben wir angefangen, aufzuhören uns zu sehen? Wann wurden unsere schönsten Macken plötzlich zum Problem? greift die Band ein Gefühl auf, welches ein jeder schon einmal erlebt haben wird. Dabei ist die Einfachheit des Songs nicht mit Einfallslosigkeit zu verwechseln. Denn einem Thema Raum zu geben, mit eigenen Gefühlen gefüllt zu werden, bedarf keine Ablenkung. Lieb Mich Jetzt ist roh, melancholisch, auf das Wesentliche reduziert und hat einen Herzschlag, den so nur eine verwundete Seele hat.

Lupid - Lieb Mich Jetzt

Lupid – Lieb Mich Jetzt