Gengahr – Halten die Indie-Fahne hoch

Was würden wir nur ohne sie tun?! In den 2000ern wurde Indiemusik zum Pop – heute ist davon nicht mehr viel übrig geblieben und unlängst wurde Rock und Indie als tot erklärt. Doch immer wieder gibt es diese Bands, die leise und unbemerkt Alben rausbringen und ihr eigenes Publikum heranzüchten. Ein Beispiel hierfür ist die britische Band Gengahr, die bereits 2015 mit ihrem Debütalbum A Dream Outside ein kollektives Stirnrunzeln verursachten, um nur wenig später dieses Stirnrunzeln zum Freudentanz mutieren zu lassen. So beschrieb damals ein Journalist des Guardian über das Debütalbum: Das ist Psychopop mit einer starken Betonung zum Pop. Dies soll sich auch 2018 nicht ändern. Denn am 9. März 2018 veröffentlichen Gengahr ihr zweites Album Where Wildness Grows. Nach der ersten Single Carrion veröffentlichen Gengahr nun mit Mallory ihre zweite Single, die irgendwo zwischen alt-j und den Stereophonics liegt. Erinnert die Weite der Gitarren an die Waliser von Stereophonics hat die Stimme des Frontsängers Felix Bushe etwas von die des alt-j-Frontsängers Joe Newmans. Zusammen ergibt dies ein Gemisch aus morbiden Indierock und liefern Gengahr dabei erstaunlich konstant, gute Musik ab die immer auch eine kleine Portion Extravaganz besitzt.

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Shout Out Louds – Frisch wie eh und je

Sie haben sich etwas Zeit gelassen. 4,5 Jahre nach der Veröffentlichung ihres vierten Albums Optica haben die Schweden um Adam Olenius nun mit Ease My Mind ihr neues Album veröffentlicht und zeigen mit der aktuellen Single Porcelain warum es die Schweden auch nach 16 Jahren Bandgeschichte noch braucht. Mit ihrem unverwechselbarem Indie-Pop, der mitreißend und treibend ist, hat sich das Quintett in den letzten Jahren eine große Fangemeinde aufgebaut. Ihre aktuelle Single Porcelain ist dabei in alter Manier geschrieben und zeigt die Band in Höchstform. Mit eingängigem Takt, vollen Gitarrensound und einem nachhallenden Gesang Olenius‘ macht Porcelain Lust auf einen Abend im Indie-Club und lädt zum Tanzen ein. Sie selbst bezeichnen Ease My Mind als bestes Album, dass sie je gemacht haben und zeigen sich auf ihrer Facebookseite überwältigt vom positiven Echo. Dabei bräuchten sie gar nicht so bescheiden sein – haben sie doch mit Songs wie Porcelain die besten Songs ihrer bisherigen Laufbahn veröffentlicht.

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 2

Man war vorbereitet… An Tag zwei hatten sich die Festivalbesucher Pläne gemacht, wie, wann und womit sie zum Festivalgelände bzw. auch Abends wieder davon weg kommen würden. So waren die S-Bahnen nicht mehr ganz so voll, der Einlass auf das Festivalgelände geordneter und deutlich mehr Mitarbeiter unterwegs. Und um den Tag auch noch komplett umzukrempeln, spielte die Sonne mit und lachte vom Himmel mit spätsommerlich, wärmenden Strahlen.

Also die besten Voraussetzungen, um doch noch ein grandioses Festivalerlebnis zu haben. Mit Bands und Künstlern wie Sigrid, Bonaparte, Rudimental, AnnenMayKantereit, London Grammar, den Foo Fighters und The XX war der Sonntag zusätzlich auch noch großartig besetzt. weiterlesen

SG Lewis feat. Toulouse – Soul im Dancegewand

SG Lewis feat. Toulouse – Times We Had

Wie liegen die Grenzen der Musik?! Diese Frage hat sich erneut der britische Produzent Sam Lewis gestellt. Ist er erst 23 Jahre alt und sieht in echt nochmal viel jünger aus, tritt er schon seit einiger Zeit unter dem Namen SG Lewis in Erscheinung und verzaubert mit seiner Mischung aus House und Soul die Szene. Dabei klingen seine Songs unglaublich authentisch und halten die Stimmung der 70er Jahre hoch, als Soul und Disco zusammen fanden und für die besten Partys, von New York bis London verantwortlich waren. Letztes Jahr im Sommer hatte SG Lewis bereits mit Gallant und Holding Back ordentlich vorgelegt. Nun hat er sich, für seine neue Single Times We Had, den New Yorker Sänger Toulouse mit an Bord geholt und einen ebenso, wie vor einem Jahr mit Gallant, perfekten Retro-Discosong mit souliger Stimme produziert. Hier und da greift Lewis, bei Liveperformances, sogar selbst zur Gitarre und fügt seinen Liedern noch etwas Funk hinzu. Dass für SG Lewis musikalische Grenzen nur dazu da sind eingerissen zu werden, hören wir mit jedem Song immer wieder aufs Neue. Denn, dass wir das wollen, versteht sich – nachdem wir Times We Had gehört haben – von selbst!

Kettcar – Mit einem Schlag ins Gesicht zurück

Kettcar – Sommer ’89

Wie politisch darf oder viel mehr muss Musik sein, um ihren Einfluss auch geltend zu machen? Hier gibt es viele Beispiele von oberflächlicher, politischer Meinungen, die allerdings immer nur eine Strömung wiedergeben. Anders sind Bands wie Kettcar, die sich klar positionieren. Hierbei sympathisieren sie allerdings nicht etwa mit einer bestimmten Parteienrolle, sondern treten für Menschlichkeit, und Gleichberechtigung aller ein. Dass wir dieses Einstehen fünf Jahre lang bitterlich vermissten, wird bei Kettcars neuer Single Sommer ’89 klar, die in nur fünf Minuten so viel, der Geschehnisse der letzten Jahre, zusammenfasst und sich dabei auf ein Beispiel aus der Geschichte bezieht. Denn wir wissen alle, Geschichte wiederholt sich und ist der Ausgang bekannt und negativ, muss man dagegen aufstehen. In Sommer ’89 stehen Kettcar, um den Frontsänger Marcus Wiebusch auf und besingen die Situation des Flüchtenden. Nicht etwa auf seinem Weg über die Balkan-Route, sondern über den Weg von Ost- nach Westdeutschland. Und hier treffen sich dann auch die wiederholenden Geschichten. Mit Wiebuschs rauchig, eindringlicher Stimme und einem bedrohlichen Gitarrensound besingen Kettcar diese Situation und klingen nach einer erwachsenen Gitarren-Pop-Band, die an Relevanz gerade dadurch noch zugenommen haben. Ist ein großer Teil des Songs als Sprechgesang aufgenommen, kommt Wiebusch im Refrain noch eindringlicher und fast schon flehender zurück. Sehr zu empfehlen ist hierbei das Musikvideo, welches die Geschehnisse vom August 1989 als Kurzfilm wiedergibt. Damit haben sich Kettcar mit einem Schlag zurück in die politisch, musikalische Landschaft katapultiert und sind dabei wichtiger denn je.

MELT! 2017 – 20. Geburtstag mit MELT!Frieden – Tag 1

MELT! Festival 2017

Alles begann 1997 am Bernsteinsee im brandenburgischen Velten. Hier noch vom lokalen Berliner Radiosender 98,8 KissFM präsentiert, gab es eine Künstlerin, die auch heute, 20 Jahre später noch auf dem MELT! auflegt. Die Berliner DJ-Ikone Ellen Allien ist mit dem MELT! Festival verwurzelt, wie ein Jahrhundertbaum im Boden Kanadas. Dass das MELT! Festival mittlerweile zu einem der größten Festivals Deutschlands und einem der beliebtesten Europas gehört, beweisen die Zahlen. Immer knapp an die 20.000 Tickets verkauft wurde vor allem in den letzten zehn Jahren eine enorme Internationalität erreicht. Die größten Fans des Festivals, außerhalb Deutschland, markieren Briten, Niederländer und Skandinavier. Ebenso hat sich im Laufe der Jahre das Line-Up deutlich gewandelt. Standen in den Anfangsjahren hauptsächlich lokale DJ’s und Elektrokünstler auf den Bühnen, kommen heute große Künstler aus aller Welt um in der Stadt aus Eisen zu spielen. Mit dabei sind Künstler wie Röyksopp, The Streets, Underworld, Pet Shop Boys, Oasis oder Portishead.

Diesen Juli gaben sich Die Antwoord, The Kills, Hercules & Love Affair und M.I.A. die Klinke in die Hand und brachten Ferropolis zum Beben. Diese Beben sollte am Freitag mit der Neuentdeckung Maggie Rogers beginnen. Hat sie während ihres Musikstudiums die Bekanntschaft mit Pharell Williams gemacht, sorgte das dazugehörige Video, weltweit für einen Hype. Mit ihrer unvergleichbar, sympathischen Art, die einerseits verträumt und andererseits kindlich wirkt, bezauberte sie live das ganze Publikum. Mit den Songs Color Song und Split Stones tanzt sie sich völlig frei, um nicht unerwähnt zu lassen, dass es das erste Mal sei, dass sie auf einer Hauptbühne spiele. Ihr Charakter ist es allemal Wert genau auf einer solchen Bühne zu stehen – füllte sie doch die Bühne und den Publikumsbereich vollends aus. Speziell bei Split Stones war das Publikum gefesselt und feierte seinen (noch) heimlichen Star. Mit Dog Years und Resonant Body kam dann sogar der Spirit einer ganz großen Künstlerin ans Licht – weiss Rogers doch ganz genau, wie sie einen einzigartigen Moment erzeugen kann, der für die Fans genauso, wie auch für sie einen Moment der Entfernung vom Umfeld darstellt. Schwelgerisch, hymnenhaft und eingekehrt klang Dog Years und schallte über das Festivalgelände, um Festivalgänger, die vorher noch nichts von der 23-jährigen Amerikanerin gehört hatten, anzuziehen. Mit Resonant Body hatte sie schliesslich sogar einen ihrer ältesten Songs aus der 2014 veröffentlichten EP Blood Ballet dabei.

Es folgten Say It, Hashtag und Little Joys. Mit Better aus ihrer aktuellen EP Now That the Light Is Fading und dem Cover des Neil Young Songs Harvest Moon hatte sie schließlich auch einen kurzen, ruhigen Block performt – wobei Rogers Harvest Moon mit einem schnellen, elektronischen Beat unterlegte. War die Bühne so aufgebaut, dass es im vorderen Bereich einen Kameragraben gab, sprang Rogers immer wieder zwischen der Hauptbühne und der vorgelagerten Bühne hin und her und musterte das ganze Konzert über das Publikum. So zogen ihre Augen über die Köpfe und suchte immer wieder Augenkontakt mit dem Publikum. Als schließlich On + Off  und Alaska kamen, gab es auch vor der Bühne kein Halt mehr und das Publikum tanzte zu einer lebensfrohen Maggie Rogers. Dass diese beiden Songs eine der Stärksten ihrer bisherigen Karriere sind, zeigte sich nicht zuletzt an einer selbstsicheren, fröhlichen Sängerin, die einem Publikum gegenüberstand, dass einfach nur den Moment genoß. Und so war es auch kein Zufall, das Rogers als letzten Song ein Cover der Band The Sundays spielte, dass den Titel Here’s Where The Story Ends trug. Maggie Rogers ist fantastisch, sympathisch und überzeugt auf ganzer Linie und sollte auf jeder Konzertliste stehen.

Erste Eindrücke vom neuen Forest konnte man unterdessen in der Umbaupause der Hauptbühne sammeln. Stand der Forest dieses Jahr doch ganz im Zeichen des Berliner Clubs Sisyphos, der dieses Stück der Insel zu einem interaktiven Spielwald verwandelte. So gab es ein Open-Air-Kino, einen Strand, einer Bar – die auf dem Dach eine kreative Bastellstube für Festivalgänger anbot – und ein Waldtelefon, von dem aus die Bar zu erreichen war um sich Getränke bestellen zu können (sofern man Willens war, diese auch im Gedränge abzuholen). Dass dieses Prinzip Erfolg hat, zeigte bereits die Premiere 2016. Das Sisyphos hat, im Vergleich zum letzten Jahr, allerdings noch einmal dran gefeilt und den Forest zum, gern in Anspruch genommenen, Aufenthaltsraum werden lassen.

Von Wegen Lisbeth @ Melt! Festival 2017

Währenddessen machte sich auf der Hauptbühne die Berliner-Indie-Sensation Von Wegen Lisbeth bereit, das Publikum zu unterhalten. Dieses war schließlich auch in Scharen gekommen und wollte sich von der Instrumenten-Kunst der fünfköpfigen Band überzeugen. Mit gewieften Texten zwischen Sperma, Sushi und neuen Freunden in seiner Kneipe, schreibt Matthias Rohde – Frontsänger der Band – Texte die bissig, frech und vor allem direkt sind. Dabei hat Rohde einen ganz eigenen Stil zu singen. Sind die langsamen Passagen fast gesprochen und klingen tief, geht es im Refrain schnell zu und wirkt fast, als würden Kumpels zusammen singen. Komm Mal Rüber, Sushi, Chérie und Der Untergang Des Abendlandes waren regelrechte Granaten und ließen das Publikum ausrasten. Dabei sprang Rohde über die Bühne, die nach einer Hippie-Kommune aussah und die Initialien des Bandnamens VWL in vertikalen Beeten vor Schmetterlingstapete zeigte. Mit Das Zimmer, Bitch, Bärwaldpark und Lisa kam dann das ein oder andere ruhigere Lied aus den Lautsprechern und ließ den Moment im Sonnenlicht wie beim Picknick mit Freunden erscheinen. Dass sich Von Wegen Lisbeth so sehr behaupten ist nicht zuletzt der Situation geschuldet, dass clevere deutsche Bands wie Virginia Jetzt oder Wir Sind Helden nicht mehr existieren und deren Deutsch-Indie zur Mangelware geworden ist. Mit Drüben Bei Penny, Lang Lebe Die Störung Im Betriebsablauf, Wenn Du Tanzt und Meine Kneipe spielten sie dann auch fast alle Songs ihres Debütalbums Grande. Dabei wurde Meine Kneipe zum absoluten Höhepunkt, bei dem nicht nur die Band auf der Bühne den größten Spaß hatte, sondern auch das Publikum mitsprang, gröllte und tanzte. Mit Freigetränk kündigten Von Wegen Liesbeth schließlich das Finale an und verschwanden sympathisch, kumpelhaft von der Bühne. Eine Band, die man sich bei einem Wohnzimmerkonzert vorstellen könnte und mit der man gerne mal ein Bier trinken geht – nur nicht in der Kneipe von Matthias Rohde.

Von Wegen Lisbeth @ Melt! Festival 2017

Bis zum nächsten Act sollte noch Zeit ins Land streichen und das Gelände erkundet werden. Neben einem sehr kargen Eingangsbereich, der fast ausschließlich aus einem, aus Paletten zusammengeschusterten, MELT-Zeichen bestand, gab es hier nicht viel zu erkunden. Erst zur Medusa-Stage öffnete sich das Festivalgelände mit Sponsoring-, Bier- und Imbiss-Ständen und hauchte dem Gelände Leben ein. Hiebei gab es so wunderbare Highlights, wie des Arte-Containers, in dem man 180 Grad Fotoaufnahmen von sich machen und als GIF zuschicken lassen konnte.

Gegen 23:30 Uhr kündigte sich dann einer der Hauptacts des Wochenendes an und blies mit satten Bässen alles aus einem heraus. M.I.A. war schließlich keine normale Künstlerin – und was ist auf dem MELT! Festival schon ein normaler Künstler?! Die Britin sorgte mit ihrem Mix aus experimentellen Dance, Rap, Pop und einem nicht zu verachtenden Anteil Weltmusik für eine wahre Soundexplosion bei der die Lunge und das Trommelfell auf eine harte Probe gestellt wurden. Schließlich sollten Songs wie Borders, Pull Up The People, 20 Dollar und Bad Girls passend präsentiert werden. Im rot-schwarzen Gewand, einer bühnengroßen Leuchtstoffröhrenwand und einem DJ dahinter, machte sich M.I.A. die ganze Bühne zu eigen und scheute auch nicht davor zurück, im Platzregen auf den Bühnenvorbau zu gehen und mit dem Publikum zu performen. Als es dann allerdings so stark anfing zu regnen, dass man sich ohne Poncho zwischen triefenden Klamotten und einer halbtrockenen Verlängerung des Abends entscheiden musste, gewann die Verlängerung und die Hälfte des Publikums machte sich auf, irgendwo einen trockenen Platz zu finden. Zum großen Finale kamen dann allerdings alle zurück und Paper Plans zuckte mit seinen Beats und der Lichtshow durch die Nacht.

Die Schuhe triefend nass und großen Pfützen ausweichend, ging es zum Gremmin Beach, auf dessen Bühne der dänische DJ Kölsch auflegte. Mit einem Mix aus poppigen Tracks und langen Soundschienen hatte Kölsch dafür gesorgt, dass selbst das letzte Stückchen Strand mit tanzenden Beinen belegt war. Ob mit Loreley, Goldfisch, All That Matters oder Gray – Kölsch fand immer den richtigen Moment um ein euphorisches Raunen und hymnenhafte Momente zu erzeugen. Wer Elektro mag aber gleichzeitig auch Melodien benötigt, fand bei Kölsch den richtigen Mix aus beidem.

Und so endete der Abend – wetterbedingt – doch recht früh und die durchnässte Uhr zeigte 3 Uhr an. Während die Strahler den Himmel und Ferropolis erleuchteten, setzte sich der Shuttlebus Richtung Zeltplatz in Bewegung und ließ müde bereits die Vorfreude auf den nächsten Tag aufkommen, der mit Newcomern wie Noga Erez, Honne, Nao und Bilderbuch aufwarteten.

Cro – Deutsch und doch so amerikanisch

Von Pop über Rap zu Raop und zurück. Mit seiner besonderen Mischung aus diesen Genres war Cro zuletzt einer der erfolgreichsten deutschen Musiker. Nachdem sein letztes Album Melodie 2014 veröffentlicht wurde, gab es mit dem MTV Unplugged: Cro Livealbum ein Jahr später das dritte Nummer 1 Album. Anfang dieses Jahres ist Cro mit einer ersten Single zu seinem kommenden, dritten Studioalbum zurückgekommen und zeigte, dass es musikalisch noch vieles auszuprobieren gibt. Das sieht man nun auch an seiner, gestern veröffentlichten Single Tru. Diese wird durch ein ungewöhnlich amerikanischen Beat getragen und klingt träge und entspannt. Mit einer Vocoder-verzerrten Stimme kommt Cro hierbei nah an die aktuelle Rap-Musik der Staaten heran und rhymed sich gekonnt durch die 3:30 Minuten. Tru ist passend für einen drückenden Sommerabend an dem man sich mit Freunden und ein paar Drinks im Park trifft.

Cro – Tru

George Ezra – Die Leichtigkeit eines Briten

George Ezra – Don’t Matter Now

Es brauchte nicht lange und die Zeilen My house in Budapest, my hidden treasure chest, golden grand piano, my beautiful Castillo waren in aller Köpfe. Der damals zwanzig jährige George Ezra hatte damit einen der Hits 2014 gelandet. Ezra sang sich so mit einer bezaubernden Leichtigkeit in die Herzen der Fans, dass auch die anschließende Tour im Handumdrehen ausverkauft war. Nach zwei Stillen Jahren des Song-schreibens und -produzierens ist Ezra nun mit einer neuen Single zurück. Don’t Matter Now kündigt damit auch das zweite Studioalbum des Briten an. Dabei hat sich Ezra nicht all zu weit vom Sound seines Debütalbums entfernt. Denn Don’t Matter Now bleibt bei der entspannt, fröhlichen Haltung Ezras. Dabei singt sich der 24-Jährige, der mit seiner dunklen – fast schon angetrunken klingenden – Stimme ein starkes Wiedererkennungswert besitzt, wieder in die Herzen der Fans. Was in den 2000ern Jack Johnson so wunderbar zelebrierte, liegt in den 2010ern bei Ezra – die Kunst des relaxten Sounds.

Arcade Fire – Popschelte oder innovative Veränderung?

Arcade Fire – Everything Now

Schwerfällig startet Everything Now und ist dennoch Disco. Denn in dieses Genre verwandelt sich die Vorabsingle des gleichnamigen, fünften Studioalbums der kanadischen Band Arcade Fire nach 45 Sekunden. Dass Everything Now zusammen mit Thomas Bangalter – einem Teil des französischen Duos Daft Punk – und Steve Mackey – Gitarrist von Pulp – produziert wurde, lässt auf einen bewusst abgezielten Discosound vermuten. So kann man den Song auch in die siebziger Jahre, direkt neben Anita Ward, Chic und Sylvester platzieren. Hinzu kommt ein Sample des Panflötenabschnittes aus Francis Bebeys The Coffee Cola Song, der Everything Now durch die knapp fünf Minuten begleitet. All das zusammen, lässt Arcade Fires erste Single aus dem kommenden Album wunderbar tanzbar klingen und brüskiert damit gleichzeitig eine Menge Fans. So liesst man auf den Social Media Kanälen von Ausverkauf und einer unpassenden Produzentenwahl. Dies wird das Künstlerkollektiv Arcade Fire allerdings kaum beeindrucken, zählt für sie doch seit jeher der künstlerische Anspruch mehr, als es den Fans recht zu machen. Und so steht unterm Strich eine unglaublich tanzbare Discohymne, die kaum besser hätte gewählt werden können.

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The Best Of 2017 Vol.: 06

The Best Of 2017 Vol. 06

01. Blanche – City Lights

02. Skott – Glitter & Gloss

03. Childhood – Californian Light

04. ODESZA – Late Night

05. Her feat. ZeFire – Swim

06. Flume feat. Kučka – Hyperreal

07. Lea Porcelain – Remember

08. Sunstroke Project – Hey Mamma

09. Disciples – On My Mind

10. Miley Cyrus – Malibu

11. Felix Jaehn, Hight & Alex Aiono – Hot2Touch

12. Hugh – Go

13. Lola Marsh – Wishing Girl

14. Tash Sultana – Murder To The Mind

15. AJR – Weak

16. Mogli – Road Holes

17. Róisín O. Warn Me Of Silence

18. Salvador Sobral – Amar Pelos Dois

19. Kraftklub – Dein Lied

20. State Lights – I Need Time

21. Onuka – Megamix