yara - Tränen

Yara – Hallo, wir sind yara

Mit diesem simplen Opener hat die badische Indie-Band yara ihre Homepage versehen – das war’s. Und vielleicht ist das auch das Understatement, das gleichzeitig von der Band ausgestrahlt wird. Denn auf der Homepage gibt es fernab der Links zu ihren Social-Media-Profilen sonst nur noch die Tourdaten mit Link zum VVK und Spotify – aber keine Infos zur Band.

Wer etwas über die Band in Erfahrung bringen möchte, kann da schon mehr aus ihrem Onlineshop und dem dort angebotenen Merch erfahren. Denn hier bietet die Band neben Plakaten mit markanten Textzeilen aus ihren Songs auch typische Sachen wie T-Shirts, Beanies oder einen Schal an. Interessanter sind da aber Artikel wie Tour-Honig, Kiwi-Marmelade oder Aschenbecher, die neugierig auf die Band werden lassen.

Dabei hätten yara allen Grund, um so richtig dick aufzutragen. Denn das, was yara bisher abgeliefert haben, ist nichts Geringeres als die Neuauflage der großen deutschsprachigen Indie- und Alternative-Zeit Mitte der 2000er-Jahre, als Bands wie Madsen, Kettcar oder Tomte groß waren. Allen gemein ist ein Songwriting, das sich zwischen alltäglichen Themen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen bewegt und musikalisch immer nach vorne geht.

yara Pic: Jan Kögel (instagram.com/jankoegel.photo)
yara Pic: Jan Kögel (instagram.com/jankoegel.photo)

Gleichzeitig hat yara mit Jakob Halamoda einen Sänger, der mit seiner rauen, kratzigen und intensiven Stimme an die von Faber und Henning May von AnnenMayKantereit erinnert und ohne zusätzliche Dramatik genau das ausdrückt. Diese beiden Namen nennen yara dann auch als Einfluss auf ihre Musik.

Nach den beiden EPs Schnaps & Rauch (2023) und Pferd auf der Wiese (2024) haben yara auch 2025 wieder einige Songs veröffentlicht. Dieses Jahr ging das Quartett, das neben Frontsänger Halamoda noch aus Lisa Blessmann am Schlagzeug, Jacque Wenk am Keyboard und Giovanni d’Antoni am Bass besteht, bereits mit dem Song Pins beim Kegeln live, ehe nun mit Tränen eine weitere neue Single erschienen ist, die ein klassisches Coming-of-Age-Thema behandelt.

Hier singt sich Halamoda durch die Geschichte seiner Familie und damit auch durch seine eigene und kommt an Themen wie dem Zusammenkommen seiner Eltern, seiner ersten großen Liebe und dem Fakt, dass diese Liebe leider nur einseitig war, vorbei. Dabei klingen yara erfrischend locker – was der intensiven Stimme Halamodas entgegensteht – und zeigen sich als starke Indieband, die sich mit ebenso starken Songs eine Fanbase erarbeitet, die auf ihrer kommenden Tour sicherlich noch anwachsen wird.

Nun fehlt eigentlich nur noch das Debütalbum. Und siehe da, erst gestern hat die Band mit wenn ich groß bin ihr Debütalbum für den 24. Juli 2026 angekündigt und gleich noch ein paar Tourdates für den Oktober dieses Jahres dazu. yara haben alles im Gepäck, die nächste große deutschsprachige Indiehoffnung zu werden, und haben dabei schon jetzt ein paar Songs im Repertoire, die mehr als nur zu überzeugen wissen.

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