Joesef - Stephanie's Place

Joesef – Soulig, optimistisch, heilsam

Aus Glasgow kommend, ist Joesef aktuell einer der Sänger mit der wärmsten Stimme und Stimmung in seine Songs. Mit seinem 2023er Debütalbum Permanent Damage schaffte es Joeseph Traynor – wie Joesef bürgerlich heißt – auf Anhieb, die Herzen vieler Feuilletons zu erobern. Aber auch Musikblogs, wie SOML, griffen diesen souligen Sound auf. Nachdem letztes Jahr mit Cynical bereits ein erster neuer Song erschien, folgt nun mit Stephanie’s Place ein weiterer neuer Song, der wunderbar zeigt, warum Joesef einer der momentan wohltuendsten Musiker ist. Mit einem warmen, leicht elektronischen Sound, Klavierbegleitung und Joesefs sanfter Stimme schafft es der Schotte, dass man sich an diesen imaginären Platz – Stephanie’s Place – träumt und einen Moment der Wahrhaftigkeit spürt. Hier findet die ungeschminkte Ehrlichkeit statt – die aber anders, als es sonst der Fall ist – ausnahmslos wohltuend ist.

Joesef Pic: instagram.com/joesefjoesefjoesef
Joesef Pic: instagram.com/joesefjoesefjoesef

Stephanie’s Place handelt von dieser besonderen Verletzlichkeit, jemandem zum ersten Mal zu sagen, dass man ihn liebt. Durch eine durchgemachte Nacht fällt oft ein gewisses Maß an Fassade und Höflichkeit weg, was es in der Regel einfacher macht, seine Liebe zu gestehen – sei es gegenüber jemandem, der einem sehr am Herzen liegt, oder sogar gegenüber einem völlig Fremden. Es ist einer der rohesten Zustände, in denen man sich befinden kann, und ich habe dadurch einige der größten Lieben meines Lebens kennengelernt. Platonisch oder anders – so Joesef über seinen neuen Song. Dabei gibt es zum Ende des Songs einen Synthesizer-Part, der an die Hochzeit des French-House Sounds erinnert und hierbei sogar konkret an den Franzosen Guillaume Atlan, der als The Superman Lovers 2001 den Song Starlight veröffentlichte und zur Mitte hin eine ähnliche Bridge hat, wie sie nun auf Stephanie’s Place zu hören ist. Mit zwei neuen Songs und zwei Jahren, die seit der Veröffentlichung seines Debütalbums vergangen sind, können wir uns vielleicht schon ganz zaghaft wieder auf ein neues Album freuen. Denn es ist dieser heilsame, souligen Sound, den wir alle gerade wohl nur allzu gut gebrauchen können.

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