Nun ist es endlich da – das langersehnte sechste Studioalbum der schottischen Indie-Rocker von Franz Ferdinand. Mit The Human Fear haben sich Franz Ferdinand wirklich Zeit gelassen. Doch schaut man sich die 23-jährige Bandgeschichte an, fällt auf, dass die Glasgower Band eine rare Veröffentlichungsphilosophie hat. Waren die ersten beiden Alben Franz Ferdinand und You Could Have It So Much Better noch im Jahresrhythmus entstanden, folgte bereits eine vierjährige Wartezeit, bis das dritte Album Tonight: Franz Ferdinand 2009 erschien. Zum vierten und fünften Album Right Thoughts, Right Words, Right Action und Always Ascending waren es dann nochmal jeweils vier und fünf Jahr, bis schließlich The Human Fear nochmal einen draufsetzte und sieben Jahre benötigte. Zwischenzeitlich waren Franz Ferdinand aber nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden und veröffentlichten 2022 mit Hits To The Head ihr zweites Best-Of-Album, mit dem sie anschließend auch auf Tournee gingen.

Nun ist am Freitag nicht nur das neue Album, sondern auch die Single Hooked erschienen und baut in Franz Ferdinand-Manier auf einer Liebesgeschichte auf, die sich vermutlich spontan ergeben hat. So heißt es im Songtext Amour! Amour! More, more amour. I thought I knew what love was. I thought I knew what love was. And then I met you. You got me hooked. Uh-huh, you got me hooked. You got me hooked. Uh-huh, you got me hooked. Uh-huh, you got me. I got obsession. I got a new obsession. I tattoo two initials. Where everybody see them. Das alles klingt nach einer aufregenden Bekanntschaft, die ganz ungeplant in das Leben Alex Kapranos gekommen sein muss. Gleichzeitig lehnt sich Hooked weit raus und ist nicht mehr nur der bekannt, stampfende Indie-Rock, der die Band seit Mitte der 2000er so bekannt gemacht hat, sondern hat dreckige Synthesizer und frickelige Beats, die dem Song einen hyperaktiven Vibe verpassen und gleichzeitig aber auch zum typischen Franz Ferdinand Ohrwurm einstimmen. Auf The Human Fear schlagen Franz Ferdinand einen Bogen zu ihrem Debütalbum Franz Ferdinand und bauen das Nostalgiegefühl aus den 2000ern – in denen Franz Ferdinand einst eines der größten Zugpferde der Indiebewegung waren – weiter aus.