Fuffifufzich - Not For The Ewigkeit

Fuffifufzich – Ganz große Melancholie

Der 31.12. ist ein großes Paradoxum. Während wir irgendwo zwischen Post-Weihnachtsfaulheit und großen Vorsätzen stehen, ist Silvester ein Tag, der irgendwo dazwischen ist und gleichzeitig nie richtig stattfindet. Sicher – an diesem Tag steigt die alljährlich größte Party der Welt – doch ist es kein Freitag, mit der Freude auf das Wochenende, kein Montag mit dem typischen Blues, und auch kein Mittwoch, um hier das Bergfest zu feiern. Silvester zeigt uns, wo wir stehen, was in der Vergangenheit geschehen ist und was die Zukunft bringen soll. Alles an einem Tag, jedes Jahr aufs neue. Genau hier setzt Fuffifufzich mit ihrer aktuellen Single Not For The Ewigkeit ein. Denn hier dreht sich alles um die Vergänglichkeit. Vom Abschied nehmen zu lernen oder doch nicht loslassen zu wollen. Mit einem wunderbar trägen Synthie-Song lässt uns Fuffifufzich das Gefühl des Berliner Großstadtdschungels fühlen. Wie einst Bosse in 3 Millionen sang; In deiner Stadt leben über drei Millionen. Und du bist heute Nacht unterwegs. Um zu schau’n, ob unter diesen drei Millionen, jemand ist, der dich versteht.

Fuffifufzich Pic: Elena Peters-Arnolds
Fuffifufzich Pic: Elena Peters-Arnolds

Dass Fuffifufzich dieses Gefühl in ihren Texten und vor allem auch mit ihrem Sound so wunderbar transportieren kann, liegt vielleicht auch zu einem gewissen Teil an der Geschicht von Vanessa Loibl – wie Fuffifufzich bürgerlich heißt. 2002 mit gerade einmal zehn Jahren bei Marienhof als Schauspielerin angefangen, absolvierte Loibl 2016 ihr Schauspielstudium und spielte anschließend einer Zeit lang erst am Schauspielhaus Hannover und schließlich verschiedene Rollen an der Volksbühne in Berlin. Mit diversen Film- und TV-Produktionen war sie obendrein in den vergangene Jahren äußerst präsent gewesen. Seit 2018 tritt Loibl als Fuffifufzich in Erscheinung und hat 2022 mit Heartbreakerei ihr Debütalbum veröffentlicht. Mit Not For The Ewigkeit hallt nun ein Song nach, der zwar schon ein paar Monate veröffentlicht ist, allerdings gerade immer noch, wie ein Schleier herumschwebt. Dabei erinnert Not For The Ewigkeit eingangs ein wenig an Portisheads Glory Box ehe Fuffifufzich mit ihrem hauchenden Gesang einsetzt. Mit viel Gefühl, Lethargie und einem verträumten Grundgerüst besingt Fuffifufzich hier die Verlustangst – diese Angst, die vielen Großstädtern immer öfter nur all zu präsent ist – um sich schließlich zum Finale in einer Diffusität aufzulösen. Es ist eben nicht alles for the Ewigkeit.

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