The Japanese House – Neuer Song mit mutigem Video-Projekt

In der Entstehung eines Songs steht für denjenigen, der den Text schreibt, meist eine persönliche Erfahrung im Vordergrund. Erinnerungen, Gefühle und Überraschungen stehen hierbei oft an erster Stelle. So werden viele Liebeslieder aus dem Gefühl und der Erinnerung an – zumeist – vergangene Beziehungen geschrieben. So sieht es auch bei Lilo – dem neuen The Japanese House Song aus, den die britische Sängerin nun veröffentlicht hat. Dabei steht Amber Bains Liebesbeziehung zu ihrer Ex-Freundin Marika Hackman im Fokus. Hier gibt sie die Gefühle frei, die sie fühlte, als sie Hackman zum ersten Mal sah, als sie sich zum ersten Mal berührten. Die Herausforderung hierbei war für Bain, dass sie Hackman fragte, ob sie auch in ihrem Musikvideo mitmachen würde. Verbindet die beiden heute eine enge und feste Freundschaft, kam für Bain nur die Person in Frage, um die sich das Lied auch dreht. Und so machte Hackman sofort mit. Dabei ist die im Video festgehaltene Nähe keinesfalls gespielt, sondern von Gefühlen der tiefen Zuneigung und Vertrauen geprägt, die man in jedem Moment sehen kann. Lilo ist darüber hinaus eine feine Ballade, mit viel Wärme und Geborgenheit und besticht einmal mehr durch Bains Vocoder unterstützten Gesang. So ist Lilo eine Seelenkur und überzeugt durch viel Gefühl und einem aufrichtigen Text.

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Miya Folick – Musik im Einklang

Hinter jedem Künstler und jedem Musiker steht eine Geschichte. Eine Geschichte, die demjenigen, der sich vor ein Publikum stellt, Material gibt, worüber es zu sprechen gilt. Bei der amerikanischen Sängerin Miya Folick gilt dies in vielerlei Hinsicht. Halb Japanisch, halb Russisch, wuchs die Sängerin in Kalifornien auf und zeigt sich in ihren Interessen so nerdig wie vielseitig. Da gibt es zum einen das Interesse an Infinitesimalrechnungen – das daher rührt, dass sie im Schulalter stets vom Ehrgeiz angetrieben, besser sein wollte, als alle Jungs ihres Jahrgangs. Zum anderen kam sie bereits früh mit klassischer Musik in Verbindung und sieht ihre Stimme daher primär als ihr Instrument an. Für ihr, am Freitag erscheinendes, Debütalbum Premonitions hat die buddhistisch erzogene Sängerin einen Mix aus Pop, Indie, flotten Dancetunes und klaren Balladen aufgenommen und nun mit Thingamajig eine Single veröffentlicht, die so reduziert und pur klingt, dass man fast das knistern der Gefühle zu hören vermag. Hierbei dreht sich alles um das Irren und sich dafür zu entschuldigen und Kontrolle abzugeben, so Folick. Dass die Ballade entgegen der vielen anderen Songs auf ihrem Debütalbum stripped-down klingt, zeigt ihr lockerer und frecher Sound er anderen Songs, der klingt, wie es einst Lilly Allen oder Kate Nash auf ihren Debüts schafften. Miya Folick könnte es so womöglich – völlig geerdet – an die Spitze der Charts schaffen.

RY X – Neue Single, neues Album, neue Tour

Die dunkle Jahreszeit kommt zurück und mit ihr auch neue Musik des Ausnahmekünstlers RY X. Vor wenigen Stunden erst veröffentlicht, geht sein neuer Song Untold schon jetzt durch die Blogs und sorgt für Begeisterung. Denn hat die Stimme hinter so großartigen Songs wie Berlin, Bad Love, Sweat, Beacon und Only damit auch gleichzeitig ein neues Album und eine neue Tour angekündigt. Mit Untold setzt RY X seine zerbrechliche Stimme einmal mehr so zurückhaltend ein und spart an Opulenz – nur, um Gefühle entstehen zu lassen und eine Intimität zu erzeugen, die nur er beherrscht. Jedes einzelne seiner Lieder ist an Lagerfeueratmosphäre nicht zu übertreffen und ist eine Bereicherung in jeder Plattensammlung. RY X schafft es, auf digitalen Songs ein Knistern zu erzeugen und den Hörer ganz zu sich selbst zu bringen.

Rudimental – Mit der vollen Ladung Diversität

Das britische Kollektiv Rudimental steht seit jeher für Diversität. Stets suchen die vier Kernmitglieder Piers Egget, Amir Amor, Kess Dryden und Leon Rolle neue Künstler, um ihnen eine Plattform zu geben. Dabei haben sie bereits mit Acts, wie MNEK, John Newman, Alex Clare, Emeli Sandé, Ed Sheeran oder James Arthur zusammengearbeitet. Auch politisch setzen Rudimental immer wieder bewusst ihre Bekanntheit ein, um auf Schieflagen aufmerksam zu machen. So haben sie ihr, am 7. September erscheinendes, Album Toast to Our Differences benannt und mit der gleichnamigen Single gerade Acts wie Hak Baker und Shungudzo mit ins Boot geholt. Als Gegenpol zum Protektionismus der heutigen Zeit, singen sie von Diversität, vom zelebrieren der Individualität und hochhalten von verschiedenen Ansichten. Dass dies mehr denn je gilt, zeigen nicht zuletzt die vielen politischen Strömungen und der immer größer werdende Schwall an Information aus immer geringer werdenden Quellen. Rudimental haben diese Gefühle zu einem Post-Soul-Elektro-Song verarbeitet, der absolut entspannt klingt. Unterschiede entstehen in unseren Köpfen, nicht in unseren Herzen. Und genau da setzen Rudimental an und arbeiten mit ihrem Song an einem Aufbau von Gemeinsamkeiten. Fast schon nebenbei haben die Briten dabei auch gleich einen satten Sommerhit abgeliefert.

Felix Räuber – Cineastischer Sound

Man kommt nicht herum, den Dresdener Sänger Felix Räuber mit einem Teil seiner Vergangenheit in Verbindung zu bringen. Hierbei ist allerdings vielmehr die Frage des – wie lange noch. Denn Räuber war bereits vor zehn Jahren in einer Band, die es bis auf Platz 1 der Singlecharts schaffte. Mit Polarkreis 18, hatte Räuber von 2004 bis  2012 als Frontsänger in ausverkauften Hallen gespielt. Dann kam der Bruch – die Band brach auf zu neuen Ufern und wandten sich die einzelnen Bandmitglieder anderen Projekten zu. Räuber bestritt seitdem seine Karriere als Solist. Nun kündigt er eine erste EP an, auf der die Single Wall enthalten. Diese ist eine cineastische Untermalung großer Gefühle. Während es mit einem melancholischen Pianospiel beginnt, hebt sich Räubers Stimme über das Instrument und beginnt einen Gefühlstanz zwischen Traum und Realität. Mit einem stetigen Ansteigen der Intensität und Ausbrüchen in ein moderneres Soundkostüm, lässt Wall das Eis schmelzen und uns den Sänger hervorbringen, den wir seit dem Wegfall von Polarkreis 18 lange vermisst haben. Episch zwischen Melancholie und Aufbruch schafft Räuber etwas, das fesselt – den alten Sound seiner Synthie-Pop-Band in einen modernen, individuellen und neuen Körper zu stecken und damit sprachlos zu machen.

Anna Of The North – Mit 80er Dreampop an die Spitze

Hinter Anna Of The North steckt die 28-jährige Anna Lotterud aus Oslo, die bereits 2014 mit ihrem Internet-Hit Sway auf sich aufmerksam machte. 2017 dürfte dann das Sprungbrett für ihr Debütalbum Lovers gewesen sein. Hatte sie im Vorfeld bereits durch Kollaborationen mit Künstlern wie Tyler the Creator und dem Song 911/Mr. Lonely oder Vessels We Had A Love auf sich aufmerksam gemacht, schwappt jetzt ihre Single Someone immer mehr an die Oberfläche der Radiostationen weltweit. Dabei spielen die 80er Jahre hier eine sehr große Rolle. Ist Someone, mit seinem starken 80er-Jahre Synthiebeat und einem angehauchten Dreampop-Vibe, doch so sanft und schwimmt regelrecht in unsere Ohren. Dabei singt Anna Of The North so weich und zuckersüß, dass man sich an einen Kindheitstraum erinnert fühlt. Diese Musik, die als Kind von nichts als positiven Gefühlen durchzogen war, stellt Anna Of The North auf Someone in den Vordergrund und wirkt bei Sätzen, wie: I’m only human, baby sometimes I act a little crazy unbefangen und rein.

Highasakite – Für den ganz großen Moment

Sie bestehen erst seit fünf Jahren, haben aber schon ihr drittes Album in der Pipeline. Die Norweger von Highasakite lassen nichts anbrennen und entzünden dabei selbst das Feuer. Ihr Durchbruch kam mit ihrem 2014 veröffentlichten, zweiten Album Silent Treatment, mit dem sie den ersten Platz der Norwegischen Albumcharts erreichten. Im selben Jahr wurde ihr Song Since Last Wednesday zum Titelsong des Berlin Festivals gekürt und schaffte somit auch den Sprung über die Landesgrenze und in den Mainstream. Es folgten Anfragen aus ganz Europa und Australien. Mit ihrem Ende Mai erscheinenden dritten Album Camp Echo legen sie sogar noch eins drauf und hauen regelrecht mit großen epischen Indiehymnen um sich. Ein Vorgeschmack liefert die Single Golden Ticket, die mit einem modernen Bassgerüst startet und sich im Laufe der knapp vier Minuten zu einer großen, exzessiven Hymne entwickelt. Golden Ticket ist ein Song für die ganz großen Momente und die ganz großen Gefühle.