The Blaze feat. Octavian - Somewhere

The Blaze – Ready für Album Nr. 2

Im Dezember 2018 berichtete ich über das französische Elektro-Duo The Blaze. Hierbei stach nicht nur deren Musik vor, sondern auch deren gewaltige Bildsprache. Denn jedes ihrer Musikvideos aus ihrem Debütalbum Dancehall entspricht der Dichte eines Kurzfilms, die allesamt so cinematografisch sind, dass man sich völlig abgeholt fühlt. Nach einer phänomenalen Tour, die auch in der Berliner Columbiahalle Halt machte und beeindruckend in Bild und Ton war, haben Guillaume und Jonathan Alric nun mit Somewhere einen komplett neuen Song veröffentlicht, der abermals mit treibenden Housesound und der Stimme des französischen und in Großbritannien lebenden Rappers Octavian begeistert. Ungewohnt ist, dass die Jungs den Song bisher ohne ein Musikvideo veröffentlichen und somit eine wichtige Komponente als Gefühlstreiber fehlt. Dieses wird mit Sicherheit noch folgen und schließlich seine ganze Kraft entfalten. The Blaze transportieren mit ihrer Musik ganz besondere Gefühle und erzeugen somit eine tanzbare Intimität, die sich wunderbar auf der Tanzfläche ausleben lässt.

T. Williams & James Jacob feat. Kelli-Leigh - The Remedy

T. Williams – Im absoluten Tanzrausch

Im Frühjahr 2018 schaffte es ein Track des britischen Produzenten-Duos T. Williams & James Jacob in die Hype- und Club-Charts weltweit. Mit Learning Process hatten die beiden für einen großen Clubhit gesorgt, der durch die Zusammenarbeit mit Tim Delxue erst richtig durchstartete. Anderthalb Jahre später sampelt das Duo seinen eigenen Song erneut und legt auf die Housebeats noch die Vocals der Londonerin Kelli-Leigh. Diese wiederum hatte bereits vor zwei Jahren mit ihrem Featuring auf James Hypes More Than Friends für einen Clubhit gesorgt. Nun sind es T. Williams & James Jacob, die sich die wunderbar klare Stimme der Britin zu Nutzen machen und aus Learning Process den Song The Remedy werden lassen. Darauf zu hören sind 90er-Jahre Pianoklänge, die mit Eurodance und Trompeten begleitet werden. Mit The Remedy könnten T. Williams & James Jacob direkt aus den 90er Jahren kommen und würden selbst dort zum Hit werden. Dabei schraubt sich der Track, durch Plays von Größen wie Basement Jaxx, Sister Bliss oder Riva Starr immer höher in den Clubcharts weltweit und ist zu Recht einer der Hits für die kommende Silvesterparty.

Lea Porcelain - Sink Into The Night

Lea Porcelain – Der Klang nach Vergangenem

Es ist dieser Sound im Hintergrund, der uns bei Lea Porcelains neuem Song Sink Into The Night an etwas erinnert und in uns etwas weckt, das wir noch nicht greifen können. Mal erinnert es an HÆLOS‘ End Of World Party, mal entfernt an den Beat von Underwolds Born Slippy, den man im Hintergrund hört – doch immer wieder auch ganz sicher an Lea Porcelain. Und das, obwohl das Duo seit seinen ersten Veröffentlichungen mit den Genres spielt und sich nicht auf eine Richtung festlegen mag. Ausufernd bleiben sie dennoch immer wieder und zeigen nun auf Sink Into The Night, wie sie die Nacht erleben. Ausschweifend, auf der Überholspur befindend, stark und vor allem – einsam. Dies mag eine Momentaufnahme der beiden Jungs sein, die in den letzten Jahren so viel erlebt und erreicht haben, dass die Einflüsse schier unendliches Material hervorbringen werden. Lea Porcelain stehen mit diesem Song und der Erwartung auf ihr zweites Album an einem Punkt, an dem sie sich bereits vor der Veröffentlichung ihres Debüts befunden hatten. Den Erwartungen gegenüberzustehen, welche die Fans und Kritiker haben und die Veröffentlichung zu einem erneuten Adrenalinkick anwachsen zu sehen.

Yeah But No - Run Run Run

Yeah But No – Eintauchen in den dunklen Sound der 80er

Bereits die ersten Sekunden deuten an, Run Run Run ist dunkel. Mit stampfendem Bass, frickeligen Soundspielereien und immer neuen Instrumenten heben sich der Produzent Douglas Greed und der Singer/Songwriter Fabian Kuss auf eine Ebene mit Bands, wie Hurts und klingen hier und da sogar entfernt nach Depeche Mode. Zusammen sind sie Yeah But No und machen damit einen Sound, der irgendwo zwischen Retro-Synthies und modernem House eingeordnet werden kann. Hinzu kommt Kuss‘ klare Stimme, die sich beim elektrostampfenden Beat einreiht und weder untergeht, noch zu sehr in den Vordergrund rückt. Run Run Run spielt dabei mit der Zielgruppe, denn einerseits ist der derbe produzierte Housesound, den Greed hier zusammengesetzt hat, sowas von bereit für den Club und dessen dunkle Ecken – andererseits ist da der wunderbar zugängliche Gesang von Glass, der dem ganzen eine Greifbarkeit verleiht und Run Run Run so auch Radiokompatibel werden lässt. Auf alle Fälle ist dem Duo gelungen, was oft nur sehr schwer zu vereinen ist – den Club ans Tageslicht und gleichzeitig das Radio in den Club zu bringen.

R+ feat. Dido - My Boy

R+ & Dido – Geschwister der melancholischen Dancemusik

Zu allererst die Aufklärung – hinter R+ verbirgt sich der Bruder der britischen Sängerin Dido – Rolle Armstrong. Dieser hat mit Dido in den letzten zwanzig Jahren bereits einige Songs zusammen produziert. Darüber hinaus ist Rollo Armstrong Produzent und ein Drittel der britischen Dance-Urgesteine von Faithless und quillt das Duo Rollo und Dido Armstrong somit regelrecht über, vor musikalischer Erfahrung und Expertise. Sowohl auf One Step Too Far (2002), als auch auf Feelin‘ Good (2010) hatte Dido mit Faithless zusammengearbeitet. Nun steht die nächste Kollaboration mit ihrem Bruder in den Regalen und hört auf den Namen My Boy. Dabei ist der Song eine melancholisch tanzbare Dancenummer, die mit gewohnt hauchend klarer Stimme Didos überzeugt. Doch My Boy ist nicht der einzige Song, den die beiden zusammen aufgenommen haben. Vielmehr hat Rollo Armstrong unter den Pseudonym R+ Das Album The Last Summer veröffentlicht. Hierbei steht das R für Rollos Vornamen und das + für seine Schwester Dido und trägt sich durch den Wechsel von instrumentalen Song, experimentellen Songs und Gesangseinlagen Didos. Dass The Last Summer so wenig Aufmerksamkeit erfährt, verwundert ein wenig – sind doch die beiden Künstler nicht weniger als zwei der bedeutendsten britischen Musiker der vergangenen 30 Jahre. The Last Summer kann als klarer Anspieltipp mit vielen ruhigen Elektrosongs überzeugen und hat nicht nur mit My Boy tanzbares zu bieten.

Seafret - Fall

Seafret – Erwachsen und berührend

Das britische Duo Seafret hat sich, seitdem es ihr Debütalbum Tell Me It’s Real (2016) veröffentlicht wurde, nicht ausgeruht. Mit EP’s und neuen Songs haben sich Harry Draper und Jack Sedman immer wieder ins Gedächtnis gerufen und dabei klammheimlich am Sound gearbeitet. Waren ihre ersten Veröffentlichungen allesamt noch deutlich vom Rhythmus eines Popsongs dominiert, schwimmen sich die Beiden nach und nach frei von Erwartungshaltungen und Druck. Dies hört man vor allem, wenn man die früheren Songs, wie WildfireBlank You Out oder Loving You mit der neuen Single Fall vergleicht. Entgegen ihres Hangs zu Balladen ist Fall ein großartiger Powerpopsong, der mit viel Energie und starker Stimme des Sängers Jack Sedman überrascht. Denn eigentlich ist Sedman eher in den hohen Tönen zu Hause. Sicherlich wäre es falsch Fall als tief gesungen Song zu bezeichnen, doch hat sich die Stimme des Sängers auf der neuen Single deutlich mehr Raum genommen und klingt weniger kopflastig. Fall ist eine Hymne, die dem Aufbau von Songs der Killers oder Coldplay ähnelt. Dies wird vor allem im Refrain deutlich, der durch Gitarren und ein voluminöses Schlagzeug an Stärke gewinnt und das komplette Gegenteil zu ihrer hochgelobten Single Wildfire darstellt. Fall ist die Leadsingle ihres, im Februar erscheinenden, zweiten Albums Most Of Us Are Strangers und kann im Februar und März 2020 auf der Europatour live erlebt werden.

Bag Raiders feat. Panama – Australischer Geniestreich

Die Bag Raiders hatten vor genau zehn Jahren ihren absoluten Höhepunkt. Als mit der Vodafone-Werbung ihr Song Way Back Home in Europa und vor allem in Deutschland zum absoluten Hit geworden ist. Mit ihm kamen sie bis in die Top-20 der deutschen Singlecharts und platzierten ihr Album Bag Raiders in den Top-40. Seit dem ist viel Zeit vergangen, in der Jack Glass und Chris Stracey weitere EP’s veröffentlicht haben. Nun haben die beiden allerdings mit Horizons ihr zweites Album veröffentlicht. Darauf einhalten sind einmal mehr wunderbare Dancesongs, die nach vorne gehen. Mit ihrer aktuellen Single How Long haben sie sich Verstärkung geholt und keinen Geringeren, als Jarrah McCleary – alias Panama – dazugeholt. Dieser gibt dem sprudelnden Dancetrack eine wunderbar entspannte Note und sorgt für ein Chill-Out Gefühl. How Long entstand in L.A. und soll die sehnsüchtige Suche nach der Liebe darstellen. Dabei lief die Zusammenarbeit zwischen den Bag Raiders und Panama so fruchtbar ab, dass selbst das Produzenten-Duo von Panama wachgekitzelt wurde und McCleary dem Duo ganz neue Ansätze und Freiräume lieferte. Die Freiräume kann man auf How Long hören und sich dabei im Sound des Songs verlieren.

Jonah - Husk My Love

Jonah – Schälen sich aus ihrem Kokon

Sie sind zurück, das Berliner Duo Jonah hat – nach dem 2017er Debütalbum Wicked Fever und den großartigen Songs All We Are und Love Lost – endlich eine neue Single veröffentlicht und enttäuscht uns nicht mit einem gewohnt verträumten Sound. Dabei schälen sich Angelo Mammone und Christian Steenken aus ihrem Kokon der Stille und zeigen mit Husk My Love, wie sehr sie den wunderbaren Sound in Emotionen und Gedanken umwandeln können. Mit einem verträumten Gitarrenspiel und Mammones sanfter Stimme, klingt Husk My Love wie eine ferne Erinnerung, die uns in den Kopf kommt und an Momente von Liebe, großen Gefühlen und Sehnsucht erinnert. Dies wird unterstrichen, von einem unglaublich intensiven Musikvideo, das von Nähe und intensiven Momenten erzählt. Husk My Love ist der frische Wind des Herbstes, der gleichzeitig das Herbstlaub mit seinen warmen Farben über den Boden weht und uns für einen kurzen Moment wohlige Wärme fühlen lässt.

Hollow Coves - Anew

Hollow Coves – Ein Feuerwerk an Veröffentlichung

Jetzt starten die Hollow Coves noch einmal das finale Feuerwerk, bevor in der nächsten Woche am Freitag ihr Debütalbum Moments veröffentlicht wird. Hatten die Brisbaner im August When We Were Young veröffentlicht, folgte im September mit Borderlines die nächste Single. Nun ist kurz vor ihrem großen Wurf ein weiterer Song von Ryan Henderson und Matt Carins veröffentlicht worden. Dabei haben sie sich bei der heutigen Singleauskopplung für den epischen Song Anew entschieden, der in immer größerer Ähnlichkeit zu Coldplays Anfangsjahren und dessen Sound steht. Mit akustischem Intro geht es über einen euphorischen Refrain in ein fast schon ekstatisches Finale. Dabei hören wir hallende und emotionale Gesänge und einen treibenden Sound, der uns wahlweise traurig werden lässt oder ein Lächeln in unser Gesicht zaubert und wir zu jeder neuen Tat bereit sind. Anew klingt dabei, wie ein Abschied von Etwas und ist gleichzeitig Aufbruch in eine neue Welt. So steht der Song sinnbildlich für den Werdegang der australischen Band und lässt uns einmal mehr vor Begeisterung jubeln.

Hollow Coves - Borderlines

Hollow Coves – Der entscheidende Schritt

Knapp zwei Wochen noch, dann ist es endlich draußen – das Debütalbum der beiden Australier Ryan Henderson und Matt Carins – die zusammen Das Duo Hollow Coves bilden. Über die letzten Jahre konntet Ihr die Band hier auf SOML bereits begleiten und den sympathischen Folk des Duos lieben lernen. Mit den Singles Coastline und der zuletzt veröffentlichten Single When We Were Young zeigten sie, warum die aus Brisbane kommenden Musiker eine Act sind, den man im Auge behalten sollte. Nun haben sie mit Borderlines nicht nur eine weitere Single veröffentlicht, sondern stehen auch kurz davor, ihr Debütalbum Moments zu veröffentlichen, das am 18. Oktober erscheint. Mit einem entspannten Sound, der uns wahlweise in die Wälder Kanadas oder an die Küsten Australiens katapultiert, heben die Hollow Coves sich vom aktuellen Sound ab und spülen sich somit als Band dieses Genres erfolgreich an die Oberfläche. Borderlines schwelgt dabei in einer nostalgischen Stimmung und arbeitet sich immer wieder die großen Momente heraus, die durch Gitarrensolos und einem weiten Sound getragen werden. Erstaunlich hierbei ist, dass sich seit When We Were Young die Stimme des Sängers Henderson immer mehr zu der des Frontsängers von Coldplay Chris Martin bewegt und man unterbewusst, an eine neue Single der britischen Band denken muss. Dies tut der Authentizität des Duos allerdings keinen Abbruch, bleiben sie doch in ihrem Genre aktuell einer der aufstrebendsten Bands.