Tune-Yards - How Big Is The Rainbow

Tune-Yards – Lasst den Regenbogen wachsen!

Aufgewachsen in New York hat die heute 46-jährige US-Amerikanische Musikerin Merrill Garbus bereits an vielen Orten im Nordosten Nordamerikas gelebt. Hatte sie in Connecticut studiert, folgten Jahre an einem Theater in Vermont, wo Garbus als Puppenspielerin arbeitete. Schließlich in Montreal in Kanada angekommen, spielte sie in der Band ihrer Schwester mit. Heute lebt die Musikerin in Oakland, in der unmittelbaren Nähe zu San Francisco, und veröffentlicht zusammen mit ihrem Partner Nate Brenner unter dem Namen Tune-Yards Musik. Hier haben die beiden seit 2006 mit Bird-Brains (2009), Whokill (2011), Nikki Nack (2014), I Can Feel You Creep Into My Private Life (2018) und Sketchy (2021) bereits fünf Studioalben veröffentlicht und stehen kurz vor der Veröffentlichung ihres sechsten Albums Better Dreaming, das morgen erscheinen wird. Dieses besteht aus elf wunderbar kantigen Elektro-Pop Songs, die mal pulsierend beatlastig, mal geschmeidig sanft und mal verkopft herausfordernd sind. Hier bekommt man das Gefühl auf einer Biennale durch große Räume voller Kunst zu wandeln, die mal abstrakt unzugänglich, mal offen und einladend sind. Immer dabei die musikalisch passende Untermalung.

Tune-Yards
Tune-Yards

Bevor morgen mit Better Dreaming insgesamt elf Songs das Licht der Welt erblicken, haben Tune-Yards mit How Big Is The Rainbow noch einen wunderbar fließenden Disco-Song veröffentlicht. Dieser schlängelt sich, wie Performancekünstler bei einer Kontakt-Improvisation, um uns herum und lässt eine Wolke aus fröhlich, verspielten Beats auf uns los. In diesem Umfeld der Kunst leben viele Menschen frei von allen gesellschaftlichen Zwängen und können sie selbst sein. So entstand auch der Titel des Songs How Big Is The Rainbow, wie Garbus zur Veröffentlichung sagt; Der Titel des Songs kam wie ein Geistesblitz und fühlte sich vielleicht aufrichtig wie nie zuvor an – zumindest was meine Texte betrifft. Aber in der heutigen Zeit ist kein Platz mehr für Zurückhaltung, wenn es darum geht, für jeden einzelnen Menschen einzustehen – besonders für unsere Trans-Familie. Und VERDAMMT, wie groß ist eigentlich der verdammte Regenbogen?! Es fühlt sich an wie der Moment, in dem wir einander beweisen müssen, wie groß er wirklich sein kann – und es uns gegenseitig zeigen und fügt hinzu Kunst zu machen ist für mich in der heutigen Zeit ein Kampf um Fokus; wir leben im Zeitalter der Unterbrechung. Die Kunst, die daraus entstanden ist, stemmt eine übergroße Aufgabe und klingt gleichzeitig so locker und leicht, dass man vom ersten Hören kaum annehmen mag, welches Thema der Song in Wirklichkeit behandelt. Die Message ist dafür aber um so klarer.

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