Joesef hatte erst Anfang letzten Jahres mit Permanent Damage seine Debütalbum veröffentlicht und haufenweise Lorbeeren eingesammelt. Nun gibt es bereits einen neuen Song und weckt der schottische Sänger damit unerwartet die Hoffnung, auf einen baldigen Nachfolge von Permanent Damage. Mit Cynical arbeitet sich Joseph Traynor – wie Joesef bürgerlich heißt – an der zynischen Haltung ab, die man einnimmt, wenn man von einem Menschen geliebt wird, in den man zwar ebenfalls verliebt ist, aber nicht glauben kann, dass er sich für einen interessiert. So singt Joesef zu Beginn in seinem Song; sehe dich mit gebrochenem Herzen. Braune Augen und weite Jeans. Ich habe gewartet mit offenen Armen, auf jemanden, der nach mir ruft. Und etwas ruft mich, ja. Er steht vor mir, ja. Ich war rücksichtslos, ich bin davongerannt. Vor all den guten Dingen, die kommen. All die Reue bringt nichts, sie machen immer wieder meinen Kopf kaputt.

Doch schließlich setzt der Moment ein, in dem Joesef realisiert, dass die Aufmerksamkeit des Anderen ihm gebührt. Leuchtet das Licht, das du trägst, auf mich? Ich wusste nicht, dachte, es müsste so schwer sein. (Ooh-ooh) Leuchtet das Licht, das du trägst, auf mich? Ich wusste nicht, dachte immer, dass Liebe zynisch sei, oh. Letztendlich wächst Joesef aus seiner Defensive heraus und nimmt die Zuneigung an, die ihm vorher so undenkbar erschien und wandelt die eingangs gesungenen Zeilen in ein Happy-End um. Ich lasse meinen verlorenen Glauben los, richte mich auf, halte meinen Blick. Ich traf dich am selben Tag. Eines anderen Lebens (eines anderen Lebens). Und etwas rief mich, ja. Er steht vor mir, ja. Ich war hilflos, habe immer gewollt. Von all den guten Dingen, die kommen. Aber du bist direkt da, rennst nie weg, machst nie meinen Kopf kaputt. Mit seiner sympathisch markanten Stimme klingt Cynical nach leichtem Pop mit Soul- und Elektroanteilen. Joesef lässt auf seiner neuesten Veröffentlichung einmal mehr die lockerer Sicht auf die Dinge zu und reißt uns mit, ins Schwelgen zu kommen.