Fink – das ist der britische Musiker Fin Greenall aus Cornwall – dieser Sänger, der uns vor zehn Jahren den Song Looking Too Closely als Geschenk überreicht hat. Einen Song, der mit etwas mehr als fünf Minuten unsere Aufmerksamkeit und unsere Gefühle eingefangen hat, beide nicht mehr losgelassen hat, bis wir angefangen haben zu realisieren, wo wir grade mit uns stehen. Ein Song, der so intensiv, so einfühlsam und kräftig ist, dass man sich an einem bestimmten Punkt im Song fast verliert, ehe uns Fink mit seiner tiefen Stimme wieder einzufangen vermag. Damals auf seinem sechsten Album Hard Believer (2014) enthalten, sind mit Horizontalism (2015), Fink’s Sunday Night Blues Club Vol. 1, Resurgam (beide 2017) und Bloom Innocent (2019) zwischenzeitlich vier weitere Alben erschienen.

Jetzt hat sich der Brite mit What Would You Call Yourself – der ersten Single aus seinem kommenden, elften Studioalbum Beauty In Your Wake, das am 5. Juli 2024 erscheinen wird – zurückgemeldet, und singt über die Selbstbestimmung der eigenen Identität. Wie würdest Du Dich selbst nennen? Wie möchtest Du gerufen werden. Es ist ein Thema, dass sich in den vergangenen Jahren in unserer Gesellschaft durch hitzige Debatten festgesetzt hat. Doch Fink bleibt bei sich und fügt zur Veröffentlichung des Songs hinzu; Wie würdest du dich ohne den Druck Anderer sehen? What Would You Call Yourself dreht sich um die Macht der Sprache und auch um die Sinnlosigkeit von Namen, Marken und Gimmicks. Es geht um Identität, aus einem selbst heraus, nicht um die Identität in Bezug auf Andere. Anfangs nur von einer Gitarre begleitet, baut sich What Would You Cal Yourself zu einer drängenden Hymne der eigenen Ermächtigung auf. Was ist wichtig? Worauf kommt es an? Die Antworten darauf stecken im Song und seinem Sound. Damit erschafft Fink ein weiteres Geschenk an Musik, das er einmal mehr an uns übergibt, als wäre es eine Medizin. Wenn sie es sein sollte, ist sie zumindest sehr effektiv.