KOSCHKA - Seit ich ihn gesehen

KOSCHKA – Mit Schwere und Sanftmütigkeit

Mit 200 Stundenkilometern durch die dunkle Nacht fahren. Auf der Autobahn Richtung Süden, Richtung Unendlichkeit. Dem Dunkel der Gegenwart entkommen und gleichzeitig im Dunklen bleiben. Das vereint KOSCHKAs heute veröffentlichter neuer Song Seit ich ihn gesehen. Es ist ein Song, der sich in einer Blase abspielt. Völlig unaufgeregt singt KOSCHKA die Zeilen des 1830 geschriebenen Gedichts Seit ich ihn gesehen von Adelbert von Chamisso. Seit ich ihn gesehen, glaub ich blind zu sein. Wo ich hin nur blicke, seh ich ihn allein. Wie im wachen Traume schwebt sein Bild mir vor, taucht aus tiefstem Dunkel, heller nur empor. Sonst ist licht – und farblos, alles um mich her. Nach der Schwestern Spiele, nicht begehr ich mehr. Möchte lieber weinen, still im Kämmerlein. Seit ich ihn gesehen, glaub ich blind zu sein. Gleichzeitig nimmt sich Edita Karkoschka, wie KOSCHKA bürgerlich heißt, das 1840 von Robert Schumann komponierte Frauenliebe und -leben op. 42 als Untermalung und lässt dabei das Zusammenspiel der beiden Werke – wie einst zu seiner Veröffentlichung – wirken. KOSCHKA ist dabei so behutsam und elegant, dass es tatsächlich funktioniert, diese Komposition in ein modernes Soundkostüm zu stecken.

KOSCHKA Pic: Dovile Sermokas
KOSCHKA Pic: Dovile Sermokas

Mit teils vibrierenden Hintergrundbässen wird dabei eine Szenerie aufgebaut, die sich zwischen Schwere und Sanftmütigkeit bewegt. Im dazugehörigen Musikvideo sehen wir KOSCHKA in einem One-Take mit Licht und Schatten spielen, indem sie ihre Hände wie in einem Fluss vor ihrem Gesicht bewegt. So erklärt sich, dass die Interpretation von KOSCHKA nicht ohne Grund an ein Solo-Bühnenstück erinnert und den Zuhörenden und Zuschauenden regelrecht fesselt und in eine vor Spannung entstandene Starre versetzt. KOSCHKA macht Musik, die sich fernab des Mainstreams bewegt und gleichzeitig so viele Pop-Referenzen vereint, dass wir uns an irgendeinem Punkt in ihren Songs an einen Moment erinnert fühlen, den wir schon mal irgendwo erlebt hatten, mit einem Musikstück, das damals die gleichen Emotionen auslöste. Damit bewegen wir uns in immer größeren Schritten auf die Veröffentlichung des Debütalbums der Musikerin zu, das für März dieses Jahres angekündigt ist.

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