Mumford & Sons – Konzertkritik

Vor einigen Tagen war es soweit. Mumford & Sons gaben zwei spontane Club-Gigs im Berliner Magnet Club. Passen hier bei Konzerten maximal 350 Fans rein war Intimität vorprogrammiert. Da nahm man auch in Kauf, sein Handy am Einlass abgeben zu müssen um der Band zu garantieren, kein Bild- und Tonmaterial für die sozialen Medien zu erzeugen. So wahren selbst Fotografen bei diesem Gig nicht zugegen.
Was sich im Vorfeld dieser Kritik herausstellte war, dass es bei diesem Konzert doch recht schwierig war, über die einzelnen Songs zu schreiben, da bis jetzt keiner der Tracks, bis auf ‚Believe‘ veröffentlicht wurden. Doch um halb neun war es dann schließlich soweit und die Jungs um Marcus Mumford kamen auf die Bühne um direkt mit dem ersten Song zu beginnen. Dieser startete dann auch mit einem ruhigen Gesang Marcus Mumfords und einer eher zurückhaltenden Band. Hier wusste man sofort, warum es sich gelohnt hatte so lange auf das dritte Album zu warten. Denn nach ungefähr anderthalb Minuten explodierte die Band und der Saal wurde von 18 hell leuchtenden Bühnenstrahlern beleuchtet. Was den Fans hier entgegenkam war alles andere als das, was sie erwartet hatten. Weshalb um einen herum ein Lachen der Ungläubigkeit einsetzte. Doch war dies nicht etwa einem Witz während des Auftrittes geschuldet, vielmehr war es eine Reaktion der völligen Überwältigung. Denn mit Ausbrüchen wie Diesem haben Mumford & Sons sich in den Rockolymp katapultiert. Ist ihr Sound doch so viel größer geworden und funktioniert dennoch ebenso wie in den Stadien, auch auf der kleinen Bühne.

Marcus blutet bei ‚Believe‘

Immer wieder kam es bei den Songs zu ruhigen Momenten, in denen man sich vor einem Geschichtenerzähler stehen sieht – bis es zu der Performance von ‚Believe‘ kam. Was Frontman Marcus Mumford hier abllieferte, glich einem emotionalen Ausbruch. Hatte man ihn anfangs nur mit geschlossenen Augen ruhig singend auf der Bühne gesehen, steigerte er sich während des Songs zu einem regelrechten Streitgespräch zwischen ihm und einer imaginären Person. So kam man nicht drum herum, diesen Song mit einer perönlichen Erfahrung Markus‘ in Verbindung zu bringen. Und es schien fast schon, als würde er emotional ausbluten und bis aufs Letzte um etwas kämpfen, das schier verloren zu sein schien. Diese Darbietung war zutiefst beeindruckend und kannte man in dieser Form noch nicht von der Band. Da war es dann auch kein Wunder, dass es ohne einen Zwischenkommentar zum nächsten Song ging.

Where is the Banjo?!

Apropos Kommentare. Mit denen sparten die Jungs dann auch nicht und machten so den Abend zu einer, über die Songs hinaus, unterhaltsamen Show. Da wurden selbst Bemerkungen aus dem Publikum wie „Where is the Banjo?!“ und „Fuck Coldplay“, sympatisch witzelnd mit den Worten „Get out of here“ oder „Last warming my friend“ beantwortet.
Nach kurzzeitig ruhigeren Songs kamen sie schließlich für einen letzten Song zurück auf die Bühne. Dieser wurde mit dem Namen ‚The Wolf‘ angekündigt und wird wohl ihr Meisterwerk auf dem kommenden Album sein. War doch der Bombast und das Zusammenspiel aus Schlagzeug, Gitarre und Bassgitarre sowie Marcus Mumfords Gesang so groß, dass es den Raum zu sprengen schien. Es war fantastisch zu sehen, wie sich diese Band musikalisch weiterentwickelt hat und so ließen sie die Fans mit noch größerer Vorfreude auf das kommende Album im Saal zurück.
Als kleine Überraschung, um die Zeit bis zum 4. Mai zu überstehen, gab es beim Abholen des eigenem Handys eine kleine Mumford & Sons Jute geschenkt, in der das Mobiltelefon steckte.
Eine tolle Idee um diesen wunderbaren und so überraschenden Abend in Erinnerung zu behalten.

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