The Best Of 2018 – Vol.: 09

01. Fickle Friends – The Moment

02. Fred Well – Inferno

03. Querbeat – Freaks

04. Kiesza & Chris Malinchak – Weird Kid

05. KLAN – Mama

06. Haiku Hands & True Vibration – Squat

07. Maribou State feat. Holly Walker – Nervous Tic

08. KYTES – Remedy

09. Mumford & Sons – If I Say

10. The Japanese House – Lilo

11. Yaeji – One More

12. Sam Fender – Dead Boys

13. Martin Baltser – Call Me Wild

14. Human Touch – Promise Not To Fall

15. Still Corners – The Trip

16. RY X – Untold

17. The Ting Tings – Estranged

18. NEØV – Elysion

19. SOAK – Everybody Loves You

20. Cat Power feat. Lana Del Rey – Woman

21. Razorlight – Got To Let The Good Times Back Into Your Life
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Mumford & Sons – Mit If I Say gehört das Stadion ihnen

Und sie schaffen es immer und immer wieder. Mumford & Sons haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Hatte sich ihr unverkennbarer Folk Ende der 00er Jahre zu einem großen Phänomen entwickelt, ging ihr letztes Album Wilder Mind mit elektronischeren Rocksounds in eine deutlich größere Richtung. Nun haben sie nach Guiding Light mit If I Say die zweite Single ihres vierten Studioalbums Delta – das für Mitte November angekündigt ist – veröffentlicht und zeigen, dass sie diesen Weg konsequent fortführen. Hier kommt zum ersten Mal in der Geschichte der Londoner Band ein Stimmverzerrer zum Einsatz und fügt so, im Intro, Marcus Mumfords Gesang eine ganz besondere Note der Verletzbarkeit hinzu. Darauf folgend setzen immer häufiger Streicher ein und geben dem ganzen eine Opulenz, die im letzten Drittel auszubrechen scheint und doch nach tiefen Emotionen klingt. Zum Schluß fügen sich alle Elemente zusammen – und so wird If I Say zu einem Bombastsong, der zeigt, dass Stillstand ein Wort ist, welches die Band nicht zu kennen scheint. Damit begeistern Mumford & Sons abermals mit einem Song, der den epischen Moment – in einem Stadion aufgeführt zu werden – der Gesamtheit beinhaltet und damit so intim wird und jeden anspricht und doch immer auch die große Weite einfängt.

Pierce Brothers – Zwillinge erobern die Welt im Sturm

Folk ist auch nach der X-ten Neuauflage immer noch eine Musikrichtung, die Wärme in einem erzeugt. So ist es auch immer wieder möglich, dass alle paar Jahre einmal eine Band nach ganz oben katapultiert wird. Zählen Mumford & Sons zu eine der letzten Bands, stehen nun in der Pipeline zwei Brüder aus Australien, die mit ihrem Folk die Herzen erobern. Die Pierce Brothers sind dabei nicht nur wirklich Brüder, sondern darüber hinaus auch noch Zwillinge. Mit ihrem ehrlichen und warmen Sound haben sie in den letzten Jahren stetig den Weg nach oben bestritten und stehen nun, als Support von Tash Sultana, weltweit auf den Bühnen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Kommt am 26. Oktober ihr langerwartetes Debütalbum Atlas Shoulders auf den Markt, begeistern sie uns aktuellen mit ihrer Single Back End Roads auf eine ganz entspannte Art. Dabei fühlt sich Back End Roads nach dem nach Hause kommen an. Mit seinen treibenden Gitarren, sorgsam eingesetzten Banjo und den Stimmen von Pat und Jack Pierce, nehmen sie uns mit auf einen Roadtrip, an dessen Ende wir gerne gemeinsam mit den Jungs zu dem Ort zurückkehren, den wir zu Hause nennen.

Mumford & Sons – Folk für die ganz große Bühne

Mit ihrem dritten Album Wilder Mind hatte das Londoner Folk-Quartett eine neue Ära eingeläutet. Mit einem Sound, der deutlich elektronischer war, eckte die Band 2015 zuerst bei den Fans der ersten Stunde an. Wurden sie doch wegen ihres herzlichen Folk-Rocks geliebt und hatten somit auf Wilder Mind eine ganze Menge ihrer Identität verändert. Doch, dass dies ihre bandinternen Laufbahn voran brachte, indem sich die Band aus ihrer Komfortzone entfernt hatte, zeigte der Zuspruch, der auf die Veröffentlichung des Albums folgte und der sich in einer ausverkauften Tour widerspiegelte. Nur ein Jahr später folgte mit der Johannesburg EP ein weiterer Schritt zur Öffnung des Sounds. Hier spielten sie zusammen mit Baaba Maal und Beatenberg Songs ein, die das afrikanische Gefühl präsentierten. Nun sind sie mit der neuen Single Guiding Light zurück und kündigen mit dieser Single auch ihr viertes Studioalbum Delta für Mitte November an. Dabei kehren Mumford & Sons etwas mehr zu ihren Wurzeln zurück und klingen wieder nach mehr Folk. Die elektronische Begleitung dabei nicht außen vor gelassen, benutzen sie diese – nur stark reduziert – im Hintergrund. Typisch für die vier Jungs hat auch Guiding Light die euphorische Wirkung eines Mumford & Sons Songs, jedoch wird dies hier ungewohnt hinausgezögert und setzt erst nach etwas mehr als zwei Minuten ein. Guiding Light bietet die perfekte Brücke zwischen all den Klangausflügen des letzten Albums, sowie der letzten EP und verbindet nicht nur ihre Musik, sondern auch wieder tausende von Menschen.

Tash Sultana – Konzertkritik

Tash Sultana ist eine absolute Überraschung – in jeglicher Hinsicht. Besteht Tashs bisherige Karriere doch aus Superlativen und Rekorden. Angefangen auf den Straßen in Australien, baute Tash sich über die letzten drei, vier Jahre eine unglaubliche Fangemeinde auf und schaffte es schließlich via YouTube auch international große Beachtung zu finden. So waren Tashs Konzerte vor zwei Jahren weltweit, ohne überhaupt einen Plattenvertrag in der Tasche zu haben, allesamt ausverkauft und mussten hier und da sogar in größere Konzerthallen verlegt werden. Nachdem Tashs Debütalbum Flow State Ende August veröffentlicht wurde, folgte nun die dazugehörige Welttournee mit Konzerten rund um den Globus und somit auch in Berlin.

Gleich für zwei Konzerte sollte Sultana am 10. und 11. September in die Berliner Columbiahalle kommen. Und so fand das Auftaktkonzert am 10. September vor einer restlos ausverkauften Halle statt.

Also Support-Act traten die Pierce Brothers auf die Bühne, bei denen es sich tatsächlich um die Zwillingsbrüder Jack und Pat Pierce handelt. Mit einer wunderbar energiereichen Folkperformance brachten die beiden Australier die Halle fast zum Beben und sorgten für eine angenehme Aufwärmphase. Dabei erinnern Songs wie AmsterdamBrother oder Ocean stark an die Anfänge von Mumford & Sons. Laut, schnell, und voller Freude spielten die beiden ihre Banjos, Gitarren und erfreuten sich einer großen Zustimmung vom Publikum, das bereitwillig dazu tanzte und die Brüder bis zum Ende ihrer Performance feierte.

Nun war es soweit und Sultana betrat die, mit Teppichen auf dem Boden für eine Wohnzimmeratmosphäre sorgende, Bühne völlig alleine. Der Abend sollte allerdings anders verlaufen, als es die meisten Fans erwartet hatten. Denn entgegen der Erwartung, Studioversionen zu spielen, konzentrierte sich Sultana darauf, freestyle zu spielen und sich in den einzelnen Songs auch immer wieder mal zu verlieren. So gingen Stücke, wie Big SmokeSynergy und Pink Moon in bis zu 7/8 minütigen Klangbergen auf und wurden bekannte Songs, wie Notion und Murder To The Mind eher samplehaft angespielt. Dass dies zu Sultana passt und der Stimmung keinen Abbruch tat, war allerdings ebenso klar – wenn man die sozialen Kanäle des Masterminds verfolgte. Denn hier wird schnell klar, dass Sultana nicht den üblichen Konventionen und Erwartungen folgt. Dieses Verhalten ist schließlich auch der Grund, warum Sultanas Debütalbum so lange auf sich warten ließ.

In der Columbiahalle spielte sich Sultana mittlerweile durch Mellow MarmaladeFree Mind und Jungle und war dabei immer derart auf die Looping-Machine und das Einspielen der jeweiligen Instrumente konzentriert, dass hier nur sehr sporadisch mit dem Publikum interagiert wurde, was den Fokus noch deutlicher auf die Kunst auf der Bühne lenkte. Somit verlor sich das Publikum immer wieder in den langen Intros und noch längeren Outros. Sultana, derweil die Mütze nach dem 15. mal richten abgesetzt, machte ein Foto von sich und dem Publikum und verschwand hinter der Bühne. Für einige Minuten im Ungewissen gelassen, applaudierte das Publikum ununterbrochen, bis Sultana für eine Zugabe mit Harvest Love und Blackbird zurück auf die Bühne trat um den Abend zu beenden.

Tash Sultana @Columbiahalle Berlin http://www.soundtrack-of-my-life.com

Sultana tickt anders und zeigt dies auch offen. Das damit verbundene Konzert hat dies eindrucksvoll gezeigt. So zeigt sich Sultana mit Herzblut und bei der Sache und vergisst selbst hier und da, dass sie gerade auf einer Bühne und vor tausenden Fans steht.

The Best Of 2018 Vol.: 07

01. Mumford & Sons – Guiding Light

02. MK – 17 (6am Remix)

03. Krystal Klear – Neutron Dancet

04. Maggie Rogers – Give A Little

05. Janet Jackson feat. Daddy Yankee – Made For Now

06. Razorlight – Sorry_

07. William Fitzsimmons – Angela

08. James Hersey – Real For You

09. Isaac Gracie – Running On Empty

10. White Lies – Time To Give

11. Tom Odell feat. Alice Merton – Half As Good As You

12. Razorlight – Olympus Sleeping

13. Synapson feat. Lass – Souba

14. Cher – Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)

15. Jamie XX – Girl

16. Dirty Vegas – Let The Night

17. Coldplay – Adventure Of A Lifetime (Yotto Remix)

18. Kid Simius – The Flute Song (Paul Kalkbrenner Remix)

19. Disclosure feat. Eliza Doolittle – You & Me (Flume Remix)

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 1

Lollapalooza Berlin Festival 2017

Ein Festival, das auch im dritten Jahr keine Konstante entwickelt hat – wo fängt man da an? Es war bereits am Sonntagmorgen viel über den ersten Tag des Lollapalooza Festivals zu lesen – eigentlich nicht über den Tag selbst, sondern eher über die Nacht zum Sonntag. Denn an diesem, versuchten Tausende Besucher des Festivals durch einen eingleisigen S-Bahnhof wieder in die Innenstadt und somit nach Hause zu kommen.

Anfangs geht es an dieser Stelle allerdings um das Festivalgelände, die Acts und das Lebensgefühl – denn davon gab es reichlich.

Betrat man am Samstag das Festivalgelände, stand man in Mitten eines riesigen weiterlesen

Bear’s Den – Konzertkritik (Huxley’s Neue Welt Berlin)

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Sie retten den Folk und Alternative Rock. So hatte es kürzlich eine britische Zeitung vor dem Release des zweiten Bear’s Den Albums Red Earth & Pouring Rain betitelt. Und tatsächlich sind Bear’s Den eine Band, die genau das macht, ohne diese Aussage für sich selbst zu beanspruchen. Dass die, auf ein Duo geschrumpfte, Band eher zurückhaltend ist, bekam man an diesem Abend im Berliner Huxley’s Neue Welt zu spüren. Inszenierten sie sich doch groß und blieben dennoch bescheiden und unglaublich sympathisch. Doch krempeln wir den Abend mal von vorne auf.

Matthew And The Atlas @Huxley's Neue Welt Berlin

Matthew And The Atlas @Huxley’s Neue Welt Berlin

Matthew And The Atlas

Der Konzertabend begann pünktlich mit Schlag 20 Uhr, als die ebenfalls aus London kommende Band Matthew And The Atlas auftraten. Ist ihre Musik im Folk und Country angesiedelt, passte diese Beschreibung allerdings nicht immer zu jedem Song. Vielmehr ließen Matthew And The Atlas ein Lagerfeuer entfachen. Mit knisternd, wärmenden Licht und einer berührenden Stimme. Mit den Songs Temple, Graveyard Parade, Old Master und On A Midnight Street schafften sie es schnell, mit dem Publikum eins zu werden. Spätestens mit dem melancholischen Elijah wurden auch die letzten Herzen des Huxley’s erwärmt und sorgten für so manch rollende Träne. Emma Gatrill am Pedal Steel bedankt sich dann auch mit den Worten, dass es die Band unglaublich schön fand, wie still das Publikum während der Song war.

Hasta La Vista Baby

Dieser Ausspruch sollte nicht nur zu einem der meist genutzten Filmzitate der 80er Jahre avancieren, sondern Bear’s Den in die Höhle des Löwen schicken. So hatte sich das Duo als Intro den Film-Score des Terminators ausgesucht und ließ im Vorfeld das Huxley’s mit Duftstäbchen belüften. Nach einem kurzen ‚I’ll Be Back-Flashback‘ bei beim Ein oder Anderen im Saal, kamen die Jungs schließlich auf die Bühne und eröffneten das Konzert mit einem sehr starken Red Earth & Pouring Rain. In unfassbaren 30 Sekunden schafften Bear’s Den es, die Weite des Albums, die Melancholie und Verletzbarkeit zu transportieren und den Raum in eine Blase zu packen, aus der man erst nach 110 Minuten wieder entlassen werden sollte. Es war ein Moment der Reflektion, den die Band erzeugte, wenn sie sich zwischen den Songs immer wieder ungläubig anguckten und selbst überrascht über die Resonanz des Publikums waren. Denn was ihnen entgegen schrie, war das pure Glück und die Freude, diese Band live zu sehen. Dabei zu sein, wenn eine Band die Stimmung erzeugt, die man sonst nur alleine zu Hause oder über Kopfhörer unterwegs erlebte.

1.600 Gäste auf dem Badminton-Spielfeld

Weiter ging es mit dem epischen Emeralds, ehe sie, für den Anfang des Songs, Elysium zur Ruhe kamen. Doch mit Banjo und Trommeln bewaffnet folgte das Publikum dem Song wohl wissend zur Mitte und damit zu dem Moment an dem die Trompete durch den Saal hallte. Überraschend war dann auch die Nutzung von Synthies, die vor allem bei Songs wie Broken Parable und dem bereits gehörten Emeralds auffielen und diese gewisse Weite erzeugte, die der Band so gut steht. Nach einer kleinen Anekdote, dass die Band auf Tour immer Badminton spielt und die Hallen, in denen sie auftreten in ein Spielfeld verwandelt, folgten mit Greenwoods Bethlehem und Stubborn Beast zwei sehr unterschiedliche Songs. Der eine groß, mystisch und mit satten Klang und der andere akustisch und nach Lagerfeuerstimmung klingend. Worauf mit Isaac ein ebenso akustischer wie roher Sound folgte. War ein Banjo immer wieder mit dabei, fragte Kevin Jones – an der Gitarre und am Bass – rhetorisch, was denn besser wäre als ein Banjo. Das Publikum quittierte ihm die Frage mit der richtigen Antwort – zwei Banjos. Und so stöpselten die Beiden und ihre vier Tourmitglieder alle Instrumente ab und spielten den Song Sophie kurzerhand akustisch und mit zwei Banjos.

Das Gefühl von Glück

Es kam immer wieder auf, dieser Moment, des Glücks. Bear’s Den ließen einem bewusst werden, welche Menschen Wärme spenden, welche Momente in der Vergangenheit die stärksten Gefühle erzeugt haben – einfach, in welchen Moment man sich selbst groß, stark und voller Freude fühlte. Und sie zeigten auch, dass all diese Gefühle immer durch eine andere Person ausgelöst wurden. So sind die Texte der Briten voll von Aussagen rund um Liebe, Vertrauen, Sehnsucht und Hingabe. So passte es auch, dass mit Love Can’t Stand Alone wieder eine Ballade folgte, die mit sphärischen Bässen durch den Saal waberte. Mit Roses On A Breeze steigerte sich der Sound dann langsam wieder und wurde mit Andrew Davies warmer Stimme als Mantel umhüllt. Diese gefühlvolle Art hielt auch bei Fortress an, um dann schleichend von When You Break gebrochen zu werden. Rastete die Band doch in der letzten Minute dieses Song so sehr aus, dass mit Blitzlicht und intensiven Schlagzeug, Gitarren und Bass ein Moment der Ekstase entstand, um dann ganz scharf abzufallen und den Song mit den Zeilen „And I have seen all that you’ve seen, and I have been where you’ve been, no, our hands will never be clean, at least we can hold each other“ zu beenden.

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Mit der Stärke eines einzelnen Songs

Mit Auld Wives folgte ihr wohl stärkster Song und zugleich auch ein Song, der als Referenz für die Band in den nächsten Jahren nachhallen wird. Bear’s Den schaffen es, dass Auld Wives eins zu eins klingt, wie man ihn vom Album kennt. Da steht ein starker Bass mit einem präsenten Schlagzeug genauso im Vordergrund wie die Synthies und Davies emotionale Stimme. So wünschte man sich, dass der Song für die nächsten zehn Minuten laufen würde um ja keinen Moment dieser Kraft zu verpassen. Doch irgendwann war auch dieser Song vorbei und Jones kündigte mit Above The Clouds Of Pompeii den letzten Song des Abends an. Zwischen – fast freundschaftlich klingenden – Buh-Rufen begann die Band das Intro zu spielen. Im Publikum setze, wie bei einem Startknopf, das Mitsingen ein. So wurde die Textzeile „Don’t cry, hold your head up high, she would want you to, she would want you to“ zur Hymne und durch den Chor von 1.600 so kräftig, dass sich die Band wieder anschaute und nicht glaubte, was ihnen passierte.

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Ein Ende vom Ende

Kündigten Bear’s Den mit The Clouds Of Pompeii ihren eigentlich letzten Song an und verschwanden danach von der Bühne, verriet der Roadie, durch das Stimmen der Gitarren, dass es wohl doch noch mehr zu hören gab. Und so kamen die Jungs keine Minute später wieder auf die Bühne um mit Napolean nochmals ruhig zu werden. Mit Drew The Vines folgte dann noch eine schnellere Nummer ehe das passierte, was typisch für Bear’s Den war und gleichzeitig auch ein Moment war, den man so nur noch sehr selten auf Konzerten erleben kann. Hatte die Band Sophie schon akustisch gespielt, kamen sie nun für Gabriel in die Mitte des Saals und sangen inmitten aller Fans. Um sie herum setzte sich das Publikum hin, so, dass auch die, die weiter hinten standen, alles sehen konnten. Mit dieser Geste, sowohl von der Band, als auch vom Publikum zeigte sich einmal mehr, dass Teilen, so viel mehr wert ist. Im Anschluß verriet Andrew Davie, dass Berlin die einzige Stadt weltweit sei, die diese Geste zeige und sie dafür sehr dankbar seien. Wer bereits im Kesselhaus dabei war, kann das nur bestätigen, nahm doch beim Auftritt im Oktober 2015 das Publikum auch dort Platz und öffnete so die Sicht für alle.

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Zum Abschluss spielten sie den Song, mit dem alles begann. Agape war 2012 plötzlich in aller Munde und geisterte mit zunehmenden Erfolg von Mumford & Sons durch diverse Blogs. An diesem Abend sollte Agape nochmal dafür stehen, das Publikum in ein großes Klassentreffen mit glücklichen Gesichtern zu verwandeln. So kam auch der 1.600 Mann starke Chor noch einmal hinzu und sang die Zeilen „I don’t want to know who I am without you“ bis der letzte Ton verstummte.

Dass diese Band, die mittlerweile zwei Alben veröffentlicht hat, die besten Musikkritiken der letzten Jahre in diesem Genre einheimsen konnte und in ausverkauften Häusern spielt, immer noch verwundert und überwältigt ist, wie sie das Publikum aufnimmt, zeigt, wie bodenständig und nah sie am Publikum sind. Da stehen diese beiden Musiker auf der Bühne und wissen wohl selber nicht, wie sehr sie ihr Genre retten.

Mumford & Sons feat. Baaba Maal, The Very Best & Beatenberg – Vampire Weekend trifft auf The Lumineers

Mumford & Sons feat. Baaba Maal, The Very Best & Beatenberg - Wona

Mumford & Sons feat. Baaba Maal, The Very Best & Beatenberg – Wona

Es ist eine der Kollaborationen des Jahres! Die britischen Folkriesen von Mumford & Sons haben in Johannesburg mit Künstlern der südafrikanischen, senegalesischen,  Musikszene ein paar Songs aufgenommen. Herausgekommen ist ein starker Song, der Afrobeats, Weltmusik, Rock- und Folkelementen vereint und ein unglaubliches Tempo vorlegt. Gehören Beatenberg aktuell zu den angesagtesten Indie-Bands Südafrikas, singt der senegalesische Künstler Baaba Maal seit mehr als 27 Jahren in seiner der Sprache Pulaar. Gemischt und produziert wurde der Song ‚Wona‘ dann auch vom Londoner DJ- und Produzenten-Trio The Very Best, dass sich auf Afro- und malawische Beats fokussiert. So ist ‚Wona‘ Folk, Dance, Weltmusik und Indie in einem und zeigt die unglaubliche Spiellust der einzelnen Künstler.

Mumford & Sons feat. Baaba Maal, The Very Best & Beatenberg - Wona

Mumford & Sons feat. Baaba Maal, The Very Best & Beatenberg – Wona

Jack Garratt – Leiser Künstler mit lautem Sound

Jack Garratt - Worry

Jack Garratt – Worry

Über die letzten anderthalb Jahre hat sich der Brite Jack Garratt eine Fangemeinde geschaffen, die nicht zuletzt daher stammt, dass er seit Jahren im ständigen Zwiespalt seiner musikalischen Kreativität steckte. Denn dieser Zwiespalt ließ ihn in den verschiedensten Musikgenres grasen. Hatte er mal im Blues gefischt, gab es zu Beginn auch Popnummern von Garratt zu hören. Mittlerweile ist der aus Buckinghamshire kommende Musiker im Trip Hop und Elektrobereich zu Hause und ist stolz auf seine Musik. Diese, für ihn, weitaus authentischere Musikrichtung hatte Garratt die Türen geöffnet um als Support für Mumford & Sons, Jessie Ware oder Ben Howard zu spielen. Nun erhält pünktlich zur Albumveröffentlichung – der 2014 erstmals veröffentlichte Song ‚Worry‘ einen Re-Release.
‚Worry‘ weißt viele Parallelen zum Australier Chet Faker auf. Sind beide als Singer/Songwriter mit einem elektronischen Sound erfolgreich geworden. ‚Worry‘ ist schleichend und still jedoch gleichermaßen massive und rau. Garratt gilt so zu Recht als momentan einer der aussichtsreichsten Musiker der britischen Insel.