Jónsi feat. Robyn - Salt Licorice

Jónsi feat. Robyn – Sound aus einer Parallelwelt

Es überrascht und ist gleichzeitig wenig überraschend, was Sigur Rós Frontmann Jón ‚Jónsi‘ Þór Birgisson nun, so kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Soloalbums Shiver hier veröffentlicht. Denn war die erste Singleauskopplung Exhale dem Soundmuster Sigur Rós‘ noch sehr nahe, folgte mit Swill bereits ein erster Vorgeschmack auf den Sound, der noch kommen sollte. Hier bekommen wir durch das Zusammenspiel aus Autotune und überfrachteten Soundebenen ein Gefühl davon, wie sehr Jónsi von seiner interdisziplinären Arbeitsweise getrieben ist. Wurde mit Cannibal – eine Zusammenarbeit mit Elizabeth Fraser – Mitte August die dritte Single veröffentlicht, folgt nun, nur zwei Tage vor der Albumveröffentlichungen mit Salt Licorice die vierte Single. Darauf zu finden ist auch die Stimme der schwedischen Königin des Dancefloors – Robyn. Hier kommen zwei Künstler zusammen, die so viel eint und die eigentlich doch so weit auseinander liegen. Beide sind in ihren Bereichen Ikonen im Musikbusiness, arbeiten mit verschiedensten Genres und setzen ihrer Kreativität keine Grenzen. So gilt auch für Robyn das Siegel der interdisziplinären Musik und weist sie damit erstaunliche Parallelen zu dem Isländer auf.

Robyn & Jónsi Robyn & Jónsi

Nun haben die beiden mit Salt Licorice einen Song veröffentlicht, über den Robyn sagt: it is such a cute and perfect pop song. Über die Zusammenarbeit und den Song fügt sie dann noch hinzu, dass sie der Song heftig zum Tanzen, aber auch zum Rummachen animiert. Es brauchte gar keine Überlegung, um zuzusagen, mit Jónsi einen Track zu machen. Zu hören ist abermals ein vertrakteter Song mit verschiedenen Ebenen voller Synthies, Bässen, frickeligen Elektrosounds und den beiden Stimmen von Robyn und Jónsi. Dabei ist der progressive Verlauf des Songs eine Annäherung beider Sounds. Würde der Gesang ohne das Soundbett fast schon in einer Popballade aufgehen, federt er gleichzeitig den rauen Charme der Produktion ab und lässt einen Song entstehen, bei dem man begeistert und verstört zugleich ist. Und genau hier schließt sich der Kreis zum Sigur Rós geprägten Sound des isländischen Masterminds. Erscheint am Freitag – nach zehn Jahren – mit Shiver das zweite Soloalbum des Sängers, wird es die Position Jónsis als einen der großartigsten Künstler unserer Zeit weiter untermauern.

HÆLOS - Hold On

HÆLOS – Die Dunkelheit des Dancefloors

Es wird poppiger im Hause des britischen Trip-Hop Quartetts HÆLOS. Mit ihren ersten beiden Alben hatte die Band um Frontsängerin Lotti Benardout eine Weiterentwicklung vollzogen, die von dunklen Trip-Hip-Sounds zu einem noch dunkleren aber flirrenden Indie-Sound mutierte. Ob Singles, wie Separate Lives von ihrem Debütalbum Full Circle oder den herausragenden Singles Kyoto und End Of World Party ihres fulminanten Zweitlings Any Random Kindness – alle eint ein schneller Sound, der gleichzeitig durch Synthieelemente eine irritierende Art von Slow-Motion-Gefühl auslösten. Nun haben HÆLOS in den vergangenen drei Monaten gleich drei neue Songs veröffentlicht, die eine Entwicklung vollziehen, die sich als eine Öffnung zum Hörer erweist. Dabei sind vor allem Unknown Melody und Perfectly Broken zu nennen. Hier haben sich HÆLOS in eine Zwischenwelt aus ihrem introvertierten Elektrosound und der poppigen Welt ausserhalb ihres Kosmos gewagt und mit wunderbaren Melodien eine Heimat des sicheren Sounds gewählt. Dieser sichere Sound bedeutet nicht etwa Stillstand, sondern ist vielmehr wagemutig, frisch und bleibt dennoch immer HÆLOS-typisch.

HÆLOS (Credit: Jeff Hahn)

HÆLOS (Credit: Jeff Hahn)

Jetzt ist mit Hold On die dritte neue Single veröffentlicht worden und bildet dabei eine andere Richtung ab, als es die beiden Vorgängersingles taten. Denn hier geben sich die Briten wieder dem düster, dystopischen Soundmuster ihrer vorangegangenen Alben hin, werden sphärisch und lassen ihren Sound fliessen. Hier überlappen die Sounds von tiefen Bässen, über trompetenartigen Synthies, bis hin zu ruhigeren Momenten, die an ein Orgelspiel erinnern. Ehe man fast schon an ein Zusammenspiel aus Violinen und vertrackteten Soundelementen zum Endspurt ansetzt und dabei ein Outro erzeugt, dass sich in einer Liveperformance bis ins unendlich, ekstatische verlängern lässt. HÆLOS haben alle drei Songs über ihr selbstgegründetes Plattenlabel Æ imprint veröffentlicht und halten das extrem hohen Niveau von Kreativität, die in der Musik nochmals eine eigene Kunstform entwickelt. Bereits für 2021 angekündigt, ist das dritte – noch unbetitelte – Studioalbum der Londoner, die in den letzten Monaten so einiges an neuem Material geschrieben haben. Wir dürfen daher auf ein weiteres, herausragendes Album hoffen, das sich durch die introvertierte Art des Sounds fragil und stark zugleich präsentiert.

Of Monsters And Men - Visitor

Of Monsters And Men – Schneller, Größer, Weiter

Der Drang nach neuer Musik schien bei der isländischen Folk-Band Of Monsters And Men groß gewesen zu sein. Nachdem ihr drittes Album Fever Dream und die Single Wars gerade erst vor 13 Monaten veröffentlicht wurden, kamen die fünf in Reykjavík lebenden Musiker im August mit einer Coverversion des Post Malone-Songs Circles wieder auf die Bildfläche zurück. Nun haben Nanna Bryndís Hilmarsdóttir, Ragnar Þórhallsson, Brynjar Leifsson, Kristján Páll Kristjánsson und Arnar Rósenkranz Hilmarsson mit Visitor eine komplett neue Single veröffentlicht und damit den Startschuss für eine ganze Reihe neuer Songs und anderer Inhalte gegeben. Damit wollen Of Monsters And Men das zehnjährige Bandjubiläum feiern und kündigen für das Jahr 2021 noch weitaus mehr Musik an. Visitor ist damit die erste große Veröffentlichung, die ihren einst so reduzierten Folksound weiter in Richtung Stadionsound bringt und gleichzeitig nichts vom sympathischen Gerüst der Musik der Isländer verloren hat.

Of Monsters And Men

Of Monsters And Men

Darin geht es darum, sich von der Welt, wie sie jetzt ist, loszulösen und zu sehen, wie die alte Welt immer weiter verschwindet, sich dabei aber plötzlich als Besucher dieser neuen Welt wahrzunehmen. Geschrieben wurde der Song lange vor der Pandemie und doch passt der Song, als hätte die Band geahnt, was kommen würde. Haben sie das Musikvideo noch vor dem großen Ausbruch im Februar in Island aufgenommen, präsentiert die Band ihren Fans nun diesen so erschreckend passenden, wie großartigen Song. Mit großen Gesten, einem schnellen Schlagzeug und voluminösen Synthies ist Visitor ein Song für die ganz große Bühne. Nach ihrem Kritikerliebling Fever Dream, sowie dem Debütalbum My Head Is An Animal (2011) und dem zweiten Album Beneath The Skin (2015) – von dem die starken Singles Crystals, I Of The Storm und Wolves Without Teeth kamen – könnte sich 2021 damit anstelle eines neuen Albums ein erstes Best-Of-Album ankündigen. Mit Visitor holen uns Of Monsters And Men – auch wenn es kein neues Studioalbum geben sollte – zumindest akustisch mit einem frischen Sound ab und lassen uns im kommende Jahr auf spannendes, neues Material hoffen.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax - Looking for Me

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax – Deep House für den Spätsommer

Erst setzen sphärische Claps und eine tiefe Stimme mit den Worten Oh Yeah ein, ehe ein starker Housesound den Song in einen pulsierenden Clubtrack verwandelt. Es ist der Song Looking For Me vom britischen Produzenten und DJ Paul Woolford. Zusammen mit dem US-Amerikanischen Produzenten Diplo und der ebenfalls aus den USA kommenden Sängerin Kareen Lomax haben sie mit Looking For Me eine hypnotische EDM-Version einer Ballade veröffentlicht, die nicht nur zusammen von den Dreien geschrieben wurde, sondern mit dem Hamburger Produzenten und Songwriter Jr Blender ein großes Potential hat, richtig durchzustarten. Dabei fällt vor allem der Gesang auf. Ist er von der – in Atlanta lebenden – Sängerin Kareen Lomax, wird er gerade durch ihre tiefe und dunkle Stimme so besonders.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Dass der Song kein Glückstreffer für die Sängerin war, zeugt vor allem davon, dass Lomax ein großer Fan Diplos ist und ihn letztes Jahr ganz unkonventionell via Facebook anschrieb. Was daraus geworden ist, können wir nun alle hören und zeugt Looking For Me davon, dass man sich auch Mal etwas trauen muss, um an seinen Erfolg zu kommen. Mit einer ohrwurmverdächtigen Melodie, den immer wieder aufflirrenden Synthies und Lomax‘ hervorstechender Stimme ist Looking For Me eine melancholisch, treibende EDM-Hymne an die 90er Jahre, die Paul Woolford, Diplo und Kareen Lomax sicherlich in den kommenden Monaten viel Spaß bereiten wird. Diplo agiert dabei einmal mehr als Tausendsasser und hat – neben seinen Projekten, wie Jack Ü, Major Lazor, Silk City und Kollaborationen mit , Ellie Goulding, Dillon Francis oder Sidepiece – ein weiteres, heißes Eisen ins Feuer geworfen.

Miley Cyrus - Midnight Sky

Miley Cyrus – Flashback in die 80er

Sie ist eine der schillerndsten Acts, den wir im aktuellen Popbusiness weltweit finden können. Dabei gleichzeitig erfolgreich und kontrovers zu sein, gilt für Miley Cyrus als gesetzt. War sie mit ihrer Figur Hannah Montana schon früh erfolgreich, mochte die Tochter der US-Amerikanischen Country-Legende Billy Ray Cyrus ebenso früh ausbrechen. Nach unglaublich erfolgreichen Veröffentlichungen rund um die Hannah Montana Zeit, folgte 2013 der internationale Durchbruch mit dem Album Bangerz und den Singles We Can’t Stop und Wrecking Ball – bei dem sie nackt auf einer Abrissbirne posierte. Es folgten zwei weitere Albumveröffentlichungen und ein Mitwirken in der Netflix-Serie Black Mirror, in der sie den Star Ashley O spielte. Nun ist Cyrus mit ihrer neuen Single Midnight Sky zurück und beantsprucht die 80er Jahre für sich. Konnten wir gestern noch vom New Yorker GASHI hören, wie dies klingen kann, konzentriert sich Cyrus auf das Gesamtbild. Mit blondierter Vokuhila-Mähne, ganz viel Glitzer und übergroßen Jackets setzt Cyrus den Fokus nicht nur auf das Hörbare, sondern vielmehr auch auf ihr Auftreten und erinnert dabei an die Dance-Ikone Róisín Murphy.

Miley Cyrus - Midnight Sky (Musikvideo)

Miley Cyrus – Midnight Sky (Musikvideo)

Natürlich ist aber auch musikalisch alles, bis ins kleinste Detail, auf die 80er Jahre abgestimmt und lässt Cyrus in einer, von Synthiebeats umgebenen, Soundwolke förmlich aufsteigen. Produziert von Andrew Watt und Louis Bell – die bereits Songs für Lana Del Rey, Taylor Swift, Justin Bieber oder Post Malone produzierten – hat sich Cyrus eine wunderbar, schillernde Popnummer geschaffen, die mit Stärke glänzt und Cyrus‘ kräftige Stimme bestens präsentiert. Inhaltlich möchte die Sängerin mit Midnight Sky auf den Druck eingehen, der vor allem bei Frauen herrscht, eine Beziehung für immer führen zu müssen und dabei oftmals der Fehler nur bei der Frau gesehen wird, wenn diese Beziehungen zerbrechen. Damit einhergehend sind Enttäuschungen vorprogrammiert und lasten auf den Frauen, so Cyrus. Mit dem Disco- und Dance-Popsong Midnight Sky wird es darüber hinaus auch wieder konkreter, was die Veröffentlichung von Cyrus‘ siebten Studioalbums She Is Miley Cyrus angeht. So dürfte es nicht mehr all zu lange dauern, bis ein Veröffentlichungstermin feststeht und die US-Amerikanische Sängerin, nach ihrer fulminanten MTV VMA-Performance von Midnight Sky den nächsten Hit in Albumlänge veröffentlicht.

GASHI feat. Sting - Mama

GASHI feat. Sting – Das Schicksal selbst bestimmen

Die bewegendsten Geschichten gibt es oftmals von den unscheinbarsten Menschen. Dabei ist der in New York lebende Musiker GASHI optisch alles andere als unscheinbar. Mit seiner kräftigen Statur und seinem modernen Sound lässt GASHI aktuell immer öfter von sich hören. War es im Frühjahr der Song Sicko von Felix Jaehn, bei dem GASHI als Featuring-Act beteiligt war, arbeitete der Musiker, Rapper und Songwriter in der Vergangenheit bereits mit Musikern, wie Travis Scott und Chris Brown zusammen. Nun kam vor wenigen Tagen sein neuestes Album 1984 raus. Dabei hat der Musiker nicht nur eine lebhafte Diskografie vorzuweisen – so hat er seit Beginn seiner Karriere bereits drei weitere Alben, sechs EPs und drei Mixtapes veröffentlicht. Doch auch sein eigenes Leben schreibt eine lebendige Geschichte. Geboren in Tripoli, Libyen ist er das Kind albanischer Eltern aus dem Kosovo, die in den 90er Jahren als Flüchtlinge in mehreren Flüchtlingsunterkünften in ganz Europa lebten. Schließlich führte ihr Weg sie nach Brooklyn in New York, von wo aus Labinot Gashi – so sein bürgerlicher Name – seit 2008 Musik macht.

GASHI - 1984

GASHI – 1984

Auf seinem neuesten Album 1984 – dessen Name an das Hochzeitsjahr seiner Eltern angelehnt ist – gibt sich GASHI vollends dem Sound der 80er Jahre hin. Seine neueste Single Mama zeigt nun eindrucksvoll, wie zeitlos die Musik der 80er Jahre sein kann. Denn zusammen mit der britischen Rocklegende Sting hat sich GASHI einen Traum erfüllt und eine Kollaboration mit seinem Idol aufgenommen. Mama lehnt sich dabei mit seinen großartigen Synthies und Drums an den aktuell aufkommenden Hype um den Sound der 80er Jahre an. Mit einem Mix aus Dance- und Hip-Hop-Elementen ist Mama nicht mehr länger nur eine Single von einem – vornehmlich im Rap agierenden – Musikers, sondern reiht sich in den aktuellen Trend der großartigen 80er-Jahre-Soundwelle ein, mit der The Weeknd mit seinem Blinding Lights so richtig durchgestartet ist. Mama hat mit Stings Stimme, GASHIS Gesang einem eingängigen Refrain und einer clubtauglichen Produktion alles, was ein guter Song braucht und könnte sich so in den kommenden Wochen durchaus zu einem Hit mausern.

The Japanese House feat. Justin Vernon - Dionne

The Japanese House feat. Justin Vernon – Vertraktet, melancholische Dream-Pop-Ballade

Seit 2015 begleitet uns die britische Sängerin The Japanese House mit ihrem wunderschön, melancholisch, verträumten Synthiesound nun schon. Dabei kam seitdem jedes Jahr mindestens eine EP mit neuer Musik auf den Markt. Waren es anfangs Songs, wie Face Like Thunder (2016), folgten mit Lilo (2018) und Maybe You’re The Reason (2019) zwei Singles, die später auch auf ihrem Debütalbum landen sollten. Dabei gab es 2018 eine kleine Durststrecke – was die EP-Veröffentlichungen anging – denn was folgte, war ihr Debütalbum Good at Falling im Frühjahr 2019, sowie im Herbst mit The LA Sessions noch eine EP mit Liveaufnahmen einiger ihrer bereits veröffentlichten Songs. Nun hat Amber Bain vor anderthalb Wochen mit Chewing Cotton Wool eine neue EP vorerst nur digital veröffentlicht ehe sie Ende November auch auf Vinyl erscheinen wird. Die vier Tracks umfassende EP beinhaltet dabei die bereits veröffentlichten Songs Something Has To Change und Chewing Cotton Wool und einen Song, den die Britin zusammen mit Bon Iver-Frontsänger Justin Vernon eingesungen hat.

The Japanese House & Justin Vernon

The Japanese House & Justin Vernon

Dionne ist hierbei eine Ballade, die teilweise übersteuert und vertraktet klingt. Deutlich zu hören ist der Einfluss Vernons auf die Produktion – die eher von einem seiner letzten beiden Bon Iver Alben stammen könnte – sowie auch textlich die Handschrift des US-Amerikaners trägt. Dabei verbindet Vernon und The Japanese House ein starker Hang zu persönlichen Songtexten und lässt dadurch den eigenen Songs deutlich mehr Raum, um zu wirken. Fängt Dionne noch mit pulsierenden Synthies und Bains Gesang an, arbeitet sich der Song durch ein paar lieblich, wabernde Melodien, ehe er mit Vernons Gesang plötzlich in sich zusammenzubrechen scheint und ein schnarrendes Soundkostüm annimmt. Bains schafft es auf dem Song immer wieder für Ruhepole zu sorgen, ehe Vernon diese wieder aufreisst. Mit diesem Spiel aus Sensibilität und brachialer Soundgewalt schafft es The Japanese House auf Dionne eine neue Seite ihres verträumten Alternative-Pops zu präsentieren, der sich fremd und vertraut zugleich anfühlt und einmal mehr die Stellung als Musikerin mit dem kratzigen Dream-Pop verteidigt.

The Magician - You And Me

The Magician – Musikalische Reise in die Vergangenheit

Er klingt, wie ein Song aus den frühen 2000ern – und damit wie von Dax Riders, Daft Punk oder Modjo. Mit wunderbaren Synthies und French-House-Beats hat der Belgier Stephen Fasano unter seinem Alias The Magician mit You And Me nun einen Song veröffentlicht, der sich an den großen Hits dieser Acts anlehnt. Dabei ist The Magician über die letzten Jahre immer wieder mit großartigen Tracks erfolgreich gewesen. Mit seinem 2011er Remix des Lykke Li Songs I Follow Rivers ging der Belgier europaweit durch die Decke, schaffte es in 22 Ländern in die Charts und in acht davon sogar auf Platz 1. Vor allem in Deutschland war I Follow Rivers (The Magician Remix) ein großer Erfolg und verkaufte sich über 750.000 Mal. 2014 folgte mit Sunlight dann der nächste große Wurf – der gleichzeitig dafür verantwortlich war, einer britischen Band zum Erfolg zu verhelfen. Denn auf Sunlight gab es eine Zusammenarbeit mit dem britischen Synthie-Pop-Trio Years & Years. Diese sollten im Anschluss in Großbritannien komplett durch die Decke gehen und ein Nummer-1 und Nummer-3 Album in den britischen Charts platzieren.

The Magician - You And Me

The Magician – You And Me

Zurück zu The Magician – während der Produzent in dem Zeitraum von 2010 bis 2015 sieben EPs veröffentlichte, wurde es in den vergangenen fünf Jahren ziemlich ruhig um den Belgier. Nun ist er mit seiner EP Renaissance zurück und veröffentlicht mit You And Me den ersten Track daraus. Musikalisch gibt es hier verträumte, langgezogene Gesangsparts die von eingängigen Housebeats begleitet werden. Dabei spielt der Synthesizer eine tragende Rolle und lässt durch verspielte Elemente und Drumpads an die großen Hits der French-House-Hochzeit erinnern. The Magician hat mit You And Me einen neuen Anlauf genommen, um musikalisch ganz nach vorne zu kommen. Neben You And Me enthält die EP Renaissance noch den Proto-Disco Club Mix des Songs und mit Disco Romance einen weiteren neuen Track, der sich ebenfalls mit starken Synthesizer-Elementen empfiehlt. The Magicians neue EP ist für die Party zu Hause oder den Moment in dem man alleine feiert perfekt gemacht und begeistert mit einem positiven, musikalischen Lebensgefühl.

London Grammar - Baby It's You

London Grammar – Schneller und größer

Es ist die Band mit der Engelsstimme – London Grammar haben in den vergangenen Jahren mit Songs, wie Wasting My Young YearsStrongRooting For You und Big Picture immer wieder zu berühren gewusst. Vor allem ist es Strong der seinen Weg in unzählige Serien und Filme schafft und dadurch immer wieder in die Charts zurückkehrt. Hannah Reid, Dominic Major und Dan Rothman haben seit ihrem Debütalbum If You Wait mit einer Introspektive überzeugt, die nicht besser zum Sound der Band passen könnte. Mit zurückhaltenden Instrumentierungen und viel Raum für Reids Stimme werden so aus ihren Songs wahre Meisterwerke, die zeitlos und universell sind. Nachdem 2017 das zweite Album Truth Is A Beautiful Thing veröffentlicht wurde, schaffte es die Band schließlich bis auf Platz 1 der britischen Albumcharts. Dass die Band allerdings immer wieder gerne auch im elektronischen Bereich unterwegs ist, zeigen zum einen die beiden Kollaborationen mit Disclosure (Help Me Loose My Mind) und Flume (Let You Know) aber auch die Coverversion von Nightcrall vom French-House-Produzenten Kavinsky.

London Grammar

London Grammar

Nun haben London Grammer mit Baby It’s You eine neue Single veröffentlicht, die gleichzeitig auch den Auftakt für ihr drittes, noch namenloses, Studioalbum darstellt. Dabei überraschen London Grammar mit ihrem Sound – haben sie doch bisher noch nie so viele elektronische Elemente in eine Leadsingle gepackt. Baby It’s You ist ein Song um sich darin zu verlieren. Mit langen, schwelgenden Synthies und der klaren Stimme Reids passt der Song zu den Momenten, an denen wir ganz bei uns selbst sind und zwischen der eingangs erwähnten Introspektive und dem Wunsch auszubrechen changiert. Nachdem London Grammar für mehr als zweieinhalb Jahre auf allen Kanälen stumm waren, läutet Baby It’s You eine starke neue Phase der Band ein, die mit den Worten Reids is just the beginning of something we hope will be really special auf eine Phase mit großartiger, neuer Musik schließen lässt.

Ace Marino - Communication

Ace Marino – Back to the Future

Es ist der Sound der Vergangenheit. Mit wabernden Bässen, verspielten Synthies und einer großen Portion 80er-Jahre-Feeling schafft es gerade ein Song in unsere Herzen, der nicht besser unter diese Beschreibung fallen könnte. Bekannt geworden ist er vor allem durch einen Werbespot des Automobilhersteller Audi. Hier sehen wir einen Wagen der Marke durch das futuristisch aufgepepptes Berlin fahren. Im Hintergrund zu hören ist diese wabernde Synthiehymne, die sich an Künstlern, wie Kavinsky und M83 anlehnt. Dabei steht hinter dem Song Communication der Kalifornier Ace Marino, der sich selbst auch gern als eine Fitnessikone, einen Strand-Bro und außergewöhnlichen Produzenten beschreibt. Mit viel Liebe zur Ironie hat sich Ace Marino in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Anwärter auf die Synthiewave-Krone gemausert und überzeugt mit einem durch und durch auf die 80er Jahre ausgerichtetes Gesamtwerk. Auf seiner 2017 erschienenen Debüt-EP Cocaine Flamingo bündelt er diese 80er-Jahre Power und beweist vor allem bei seinen Instrumentalstücken – wie Communication – wo seine Stärken liegen.

Ace Marino

Ace Marino

Denn während auf den Vocal-Songs zumeist eine leicht schräge Gesangsstimme vorherrscht, ist es auf Communication vor allem der reine 80er-Jahre Sound, der genau das Gefühl vermittelt, welches gerade durch Serien wie Stranger Things an Beliebtheit gewinnt. Indie genug, für die Festivals und Clubs und ebenso cool, um auch den Mainstream zu erreichen hat Communication alles, um die Kinder der 80er Jahre zu erfreuen, sowie dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen. Hatte Ace Marino vor genau einem Jahr sein Debütalbum Muscle Beach angekündigt, ist es bisher nur bei der gleichnamigen Single geblieben. Nun hat der US-Amerikaner am vergangenen Freitag mit Talk Me Down einen neuen Song veröffentlicht, der sich mit seinem Gesang poppiger anhört, als das beatlastige Communication. Doch während sich Ace Marino damit erst noch beweisen muss, wird Communication zu einem wahren Selbstläufer. Also lasst den Vokuhila und Oberlippenbart wachsen, holt die neonfarbene Joggingjacke raus und tanzt euch in Rage zu Communication.