San Cisco - On The Line

San Cisco – Mit frischer Musik dem Lockdown ade sagen

Die australische Band San Cisco ist äußerst umtriebig. Scheint es doch, als würde die Band ununterbrochen neue Musik veröffentlichen. Doch, auch wenn seit ihrem Debütalbum San Cisco (2012) mit Gracetown (2015) und The Water (2017) erst zwei weitere Alben folgten, hat die – mittlerweile zum Trio zusammengeschrumpfte – Band auch durch ihre EPs Golden Revolver (2011), Awkward (2012) und Flaws (2020) für einen ständigen Output gesorgt. Dabei zeigen die Singles aus den Alben von Gracetown (Run), The Water (SloMo) und der letzten EP Flaws (Reasons) die volle Bandbreite der Band. Ob mit Indie-Beats voller Synthies oder treibenden Folksongs – San Cisco sorgen dafür, dass wir mitsingen und -tanzen können. Nun haben Scarlett Stevens (Schlagzeug), Joshua Biondilla (Gitarre) und Leadsinger Jordi Davieson mit On The Line die erste Single des kommenden, vierten Studioalbums veröffentlicht. Dabei zeigt sich einmal mehr, wie sich das Trio förmlich die Gesangsparts untereinander aufteilt und dadurch eine fast schon lockere Konversation entstehen lässt. Gleichzeitig besingen San Cisco auf On The Line die Tücken einer Liebe und den daraus entstehenden Aufs und Abs. So sagt Davieson über die neue Single: Wo ziehst Du die Grenzen? Wann ziehst Du den Stecker? Woher weisst Du, ob es den Aufwand wert ist? Hebst Du die Scherben auf und fängst was Neues an? Oder hältst Du durch für eine weitere Runde Romantik? Das Spiel der Liebe ist nie leicht zu spielen. Dabei könnte der Sound nicht weiter weg vom Songtext sein. Mit Sätzen, wie too broken too fix. But you don’t wanna give up on this … Could you love me. One more time? und dem lockeren, frischen Sound haben sich San Cisco ein regelrechtes Markenzeichen geschaffen – ist doch der Großteil ihrer Songs so aufgebaut. Mit lockeren Gitarren, den lässigen Gesangsparts der Drei und dem unglaublich eingängigen Refrain bohren sich die Australier in den Kopf und drehen dabei lustig ihre Runden, bis wir dem Song gänzlich verfallen sind. In ihrem dazugehörigen Musikvideo trafen die Drei das erste Mal, nach Monaten des Brot backens oder endlosen daddelns – und dem von der Pandemie bedingten Social Distancing – wieder aufeinander und waren sichtlich erfreut, wieder zusammen zu musizieren. On The Line ist der perfekte Song, um sich das erste Mal wieder mit Freunden – wie im Video zu sehen mit 1,50 Meter Abstand – zu treffen und gemeinsam den Frühling und Sommer zu genießen. Hat die Band eine baldige Veröffentlichung des neuen Albums angekündigt, sollen sich auch alle vier Songs der – im Frühjahr veröffentlichten – EP Flaws auf dem neuen Album wiederfinden.

Sofi Tukker x Gorgon City - House Arrest

SOFI TUKKER & Gorgon City – Clubbing unter House Arrest

Es ist ein schiefer Vergleich – doch kommen die beiden New Yorker von SOFI TUKKER mit ihren Songs Best Friend und Mi Rumba auf bisher zwei Posts bei SOML, haben es satte acht Songs des britischen Duos Gorgon City auf SOML geschafft. Dabei eint beide Acts, die treibenden und nach vorne gehenden Dance- und Housebeats. Nun haben SOFI TUKKER zusammen mit Gorgon City einen Song veröffentlicht, dessen Zeitpunkt nicht besser hätte gewählt werden können. Dabei muss gesagt werden, dass ein solcher Zufall fast noch nicht einmal auszudenken ist. Denn heisst ihre neue Single House Arrest, wird sie zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem sich die ganze Welt durch die Pandemie tatsächlich im Hausarrest befindet. Dabei hat die Geschichte des Songs im Sommer 2019 begonnen und setzt sich damit auseinander, dass sich SOFI-TUKKER-Sängerin Sophie Hawley-Weld im Sommer 2019 bei einem Liveauftritt auf dem Groovin The Moo Festival das Bein gebrochen hatte. So musste das Duo die Australientour vorzeitig abbrechen und zurück nach New York fliegen, wo Hawley-Weld sich zur Heilung in einen Hausarrest begeben musste. Während Gorgon City und SOFI TUKKER über den Winter via Internet an dem Song arbeiteten, konnte noch keiner ahnen, was der Welt wenige Wochen später bevorstehen würde. Mit House Arrest haben SOFI TUKKER und Gorgon City einen dunklen Housetrack veröffentlicht, der sich an den eskapistischsten Clubnächten orientiert, die man haben kann. Mit tiefen Beats und einem hypnotisierenden Refrain Sophie Hawley-Welds haben SOFI TUKKER und Gorgon City einen satten Clubhit veröffentlicht und kommentieren den Song damit, dass, nur weil wir unter Hausarrest stehen, es nicht heißt, dass wir in unseren Gedanken nicht im Club sein können. Dazu passend gibt uns House Arrest eine klare Vorstellung dessen, wie wir uns im Club dazu bewegen würden und macht sich gleichermaßen auf, ein satter Ohrwurm zu werden. Nach den EPs Soft Animals (2016) und Dancing On The People (2019) haben SOFI TUKKER mit ihrem Debütalbum Treehouse (2018) einen ersten Einstieg in die Billboard Albumcharts geschafft. Ob House Arrest ein erster Vorbote eines neuen Albums sein wird, kann noch nicht gesagt werden. Allerdings würde er einen perfekten Opener geben.

Kodaline - Sometimes

Mit dem starken Song All I Want hatte die Dubliner Band Kodaline 2012 plötzlich alle Augen auf sich gerichtet. Denn hier war nicht nur der Song mit seinen emotionalen Ebenen stark, sondern auch das dazugehörige Musikvideo – vielmehr, beide Musikvideos. Denn hier hatte das irische Quartett eine herzerwärmende Geschichte erschaffen, die zwei Kurzfilmen gleicht. Nach der großartigen Resonanz auf ihre Musik, folgte ein Jahr später mit In A Perfect World das Debütalbum der Band, sowie Platz 1 der irischen und Platz 3 der britischen Charts. Nach den Alben Coming Up For Air (2015) und Politics Of Living (2018) – die sich ebenfalls auf Platz 1 der irischen Charts positionieren konnten – haben die Jungs um Frontsänger Steve Garrigan nun mit Sometimes bereits die zweite Single, aus ihrem vierten Studioalbum One Day at a Time veröffentlicht – welches am kommenden Freitag erscheint. Entstanden ist der Song während einer Asientour im Hotelzimmer Garrigans – wie er schreibt. Dabei hatte der Sänger mit Angstzuständen zu kämpfen und schrieb den Song, um etwas Positives daraus zu ziehen und sich vor Augen zu halten, dass es immer wieder mal schwierige Zeiten gibt, die es zu überstehen gilt, man aber immer auch etwas Positives daraus ziehen kann. Sometimes kommt dabei äußerst folkig rüber und zeigt uns Kodaline wieder beim Sound des ersten Albums angekommen. Nicht viel mehr, als eine Gitarre und Schlagzeug unterstützen Garrigan, ehe zum Refrain kurzzeitig ein Chor aufflammt und den Song eine aufbauende Dynamik verleiht. Dabei hallen die Songzeilen All of my friends don’t understand. Maybe I’m crazy. Maybe I’m blind. Maybe we all get lost sometimes. Sometimes hallt auch noch nach, wenn der Song schon längst verstummt ist und erzählt von einem Aussenseiter, der in einer großen Band singt und gleichzeitig einsam ist, obwohl ständig Menschen um ihn herum sind. Während die Irish Times dem Album nur zwei von fünf möglichen Sternen vergibt und das Album als technisch fast schon perfekt, vom Gefühl allerdings vorhersehbar und einfallslos beschreibt, werden die bisher veröffentlichten Songs von den Fans äußerst positiv aufgenommen. Bleibt abzuwarten, ob es Kodaline ein weiteres mal schaffen, den Thron der irischen Albumcharts zu besteigen. Sometimes überzeugt auf jeden Fall bereits jetzt.

PLGRMS - Disappear

PLGRMS – Werden wir uns auflösen oder etwas wagen?

Es ist der Moment, an dem eine Band denkt, jetzt zündet der Antrieb und wir starten durch, wie eine Rakete. Auch das australische Duo PLGRMS stand Anfang 2019 an diesem Punkt. Sorgten sie seit 2015 mit Songs, wie Pieces (2015), Fools And Their Gold (2016), Dream You Up (2017) oder Daylight (2019) dafür, dass sie zu einem immer gefragteren Festival-Act wurden und stand mit der Veröffentlichung des Songs Daylight der finale Durchbruch kurz bevor. Doch plötzlich war das Duo um den Producer Jonathan Bowden und Singer/Songwriter Jacob Pearson von der Bildfläche verschwunden. Später folgte ein Statement, in dem Pearson verriet, das ihn chronische Schmerzen dazu zwangen, alles anzuhalten und seinem Körper eine Phase der Erholung und Heilung zu gönnen. Mit neuer Energie und etwas mehr als einem Jahr Pause, haben sich PLGRMS nun mit der Single Disappear zurückgemeldet und arbeiten dabei am eigenen Anspruch. Auf Disappear singt Pearson schließlich darüber, endlich wieder etwas zu wagen. Man möchte den ersten Schritt wagen und auf etwas Neues zugehen, aber gleichzeitig ist es auch so einfach, weiterhin einem altbewehrten Schema zu folgen. Manchmal ist es das „fast zu Ertrinken“, das wir brauchen, um schwimmen zu lernen – sagt Pearson. Im Deutschen wäre dies am ehesten mit dem Sprichwort – ins kalte Wasser springen – zu vergleichen. Nun haben PLGRMS mit Disappear eine fulminante Rückkehr eingeläutet und stehen bereit, sich ganz nach oben zu arbeiten. Klingt der Song mit seinen Gitarren, Klavier- und Perkussionelementen und dem sanft, melodischen Gesang Pearsons kraftvoll und sensibel zugleich, bildet sich im Refrain eine bombastische Wolke aus Trauer, Kraftlosigkeit und einem aufkeimenden Wunsch nach einem Neuanfang. Szenisch umgesetzt, bildet das dazugehörige Musikvideo die zweite Hälfte des Songs und lässt mit seinen Bildern die sanfte und ebenso brachiale Kraft des Ozeans erahnen, in der sich Pearson schließlich zu verlieren scheint. Disappear ist eine grandiose Rückkehr des Duos und eine großartige Ballade mit der PLGRMS schon bald auch international erfolgreich sein wird.

Surf Mesa feat. Emilee - ily (i love you baby)

Surf Mesa feat. Emilee – Ein chilliger Sommerhit in all der Aufregung

Zur Zeit ist alles anders. Eine Flut an Informationen prasselt auf uns ein und wir werden immer schneller im Aufnehmen von Inhalten. Da kommt uns der gerade einmal 19-jährige Produzent Surf Mesa mit seiner wunderbar entspannten Interpretation von Can’t Take My Eyes Off You vom – ebenfalls aus den USA kommenden – Musiker Frankie Valli gerade recht. Als Surf Mesas Version hat der Song den Namen ily (i love you baby) und wird von der ebenfalls gerade einmal 20-jährigen Sängerin Emilee Flood gesungen. Diese ist auf TikTok in aller Munde und veröffentlicht dort regelmäßig Coversongs von Künstlern, wie Billie Eilish, Coldplay, Angus & Julias Stone oder Of Monsters And Men. Surf Mesa – der bürgerlich Powell Aguirre heißt – hat vor etwa drei Jahren mit dem veröffentlichten von Songs auf Soundcloud angefangen. Dabei kam er erst über die Jahre zu seinem jetzigen Sound. Waren es anfangs trancelastige EDM-Beats, sind es heute chillige House-Vibes, die der US-Amerikaner verwendet. Auf ily (i love you baby) ist es der geloopte und verträumte Synthie Dance, der den Song so wunderbar zu einem Sommerabend passen lässt. Mit warmen Beats, der sanften Stimme Floods und dem wiederkehrenden Refrain ist ily (i love you baby) ein absoluter Ohrwurm und wird uns sicherlich noch ein paar Monate begleiten. Dabei ist ily (i love you baby) der bisher größte Erfolg des – in Los Angeles lebenden – Producers und konnte sich mittlerweile in über 20 Ländern in den Charts platzieren – wobei es in Deutschland, Belgien und der Schweiz sogar zu einer Top-10 Platzierung reichte. Wer sich auf dem Balkon oder im Park die aktuellen Sonnenuntergänge anguckt und dafür noch einen perfekten Soundtrack sucht, ist bei ily (i love you baby) genau richtig.

 

Clueso - Tanzen

Clueso – Auf den Spuren der Beats

Mit seiner Single Sag Mir Was Du Willst machte der Erfurter Musiker Clueso bereits zu Beginn des Jahres den Anfang. Ein neuer Sound, mit neuen Beats und einem lockerer wirkenden Thomas Hübner überraschte etwas. Doch nach seinem letzten Album Handgepäck I deutete sich bereits an, dass sich Clueso in eine unbefangenere Richtung entwickeln würde. Mit deutlich positiveren Vibes lässt der Musiker auf die Tanzfläche bitten. Wer das bis heute noch nicht so ganz verstanden hat, dem macht Clueso nun auf seiner Single Tanzen unmissverständlich klar, dass der Beat lockt. Dabei mischt Clueso genau diesen eingängigen Beat mit orientalischen Flöten und täuscht fast darüber hinweg, dass der Song inhaltlich eher auf das Ende einer Beziehung hinsteuert. Denn auf Tanzen geht es Clueso um die Momente in einer Beziehung, in der beide merken, dass es Redebedarf gibt, einer der beiden aber in den Verdrängungsmodus wechselt und den ernsten Gesprächen aus dem Weg geht. So singt Clueso im Refrain Nein, es ist gar nichts okay. Für mich ist es sitzen bis spät. Für dich Disko-Realität. Ich warte, dass du mal was sagst, doch du musst tanzen. Du musst tanzen.
Tanzen lässt Clueso frischer wirken und lehnt den Sänger mehr am aktuellen Popgeschehen an, als man es von ihm bisher gewohnt ist. Somit dürften die Zeichen für eine Veröffentlichung – eines womöglich zweiten Parts – von Handgepäck immer deutlicher und vielleicht ja noch 2020 Wirklichkeit werden.

Alfie Templeman - Happiness In Liquid Form

Alfie Templeman – Senkrechtstarter im Dienste der Ablenkung

Mit gerade einmal 17 Jahren bereits drei EPs veröffentlicht zu haben, kannte man bisher annerkennend nur von der US-Amerikanischen Sängerin Billie Eilish. Doch mit Alfie Templeman aus Großbritannien gibt es nun ein britisches Pendant zur US-Amerikanischen Überfliegerin. Wie Eilish steht auch Templeman gerade – vom NME, über die BBC, bis hin zur Vogue und Apple Music – auf allen To-Watch Listen, die es gibt und zeigt mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen, dass er nichts Geringeres möchte, als groß rauskommen. Gerade erst den Schulabschluss gemacht, hat Templeman nun einen ganz besonderen Song veröffentlicht. Happiness In Liquid Form wurde von ihm und dem The Vaccines Frontmann Justin Young produziert, mit dem er bereits vorher zusammengearbeitet hat – dabei herausgekommen ist ein Song, der ganz bewusst so unbeschwert durch die aktuell schwere Zeit führen soll, dass wir für einen Moment das ganze Social Distancing vergessen können und uns locker und froh an einen Strand oder Baggersee verorten wollen. Mit einem verspielten Sound und dem enorm ins Ohr gehenden Refrain beweist Alfie Templeman sowohl, dass er ein talentierter Songwriter ist, als auch ein sehr gutes Gespür für Sounds hat – was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass Templeman bereits mit 7 Jahren angefangen hat Schlagzeug zu spielen und bis er 13 Jahre alt war auch das Gitarre und Bass spielen, sowie das Producing erlernt hat. Mit diesem Feel-Good-Song im Gepäck macht sich Alfie Templeman nun auf, alle zu begeistern und nach ganz oben zu kommen.

The Streets feat. Tame Impala - Call My Phone Thinking I'm Doing Nothing Better

The Streets feat. Tame Impala – Der britische Adel ist zurück

Der Brite Mike Skinner steht wie kaum ein anderer Künstler für die britische Hochzeit der innovativen Musik in den 2000ern. Mit seiner Band The Streets veröffentlichte er Musik von der Straße für die Straße. Dabei bedeutete dies nicht etwa eine heruntergekommene Welt zu präsentieren – vielmehr ist es die Sprache und das Gefühl, mit dem sich in den 2000ern vor allem die Working-Class der britischen Bevölkerung identifizieren könnte. Zu den größten Hits zählen Weak Become Heroes (2002), Fit But You Know ItDry Your EyesBlinded By The Lights (alle 2004), und When You Wasn’t Famous (2006). Durch die kritischen und mitunter brutal offenen Songtexte schafften es The Streets schließlich auch sehr schnell den Feuilleton zu begeistern und wurden über die Landesgrenzen hinaus zu einem Vorreiter für intelligenten Garage, Grime und Alternative Hip-Hop. Gleichzeitig sorgten die Beats aber auch immer mehr dafür, dass The Streets auf Partys angesagt waren und sich so bis in die Upper Class etablierten. Doch 2011 war vorerst Schluss mit The Streets – die Band und Mike Skinner brauchten Abstand zu ihrer Musik. Knapp sieben Jahre später folgte Ende 2017 mit Burn Bridges schließlich wieder ein erster neuer Song von The Streets. Mit If You Ever Need to Talk I’m Here, You Are Not The Voice In Your Head und Call Me In The Morning (alle 2018) folgten weitere Songveröffentlichungen. Doch erst mit der nun veröffentlichten Zusammenarbeit mit den Australiern von Tame Impala auf Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better haben The Streets auch eine neuen Lonplayer in Form des Mixtapes None Of Us Are Getting Out Of This Life Alive angekündigt. Hierauf werden 12 Songs mit Featuring-Acts, wie IDLES, Chris Lorenzo, Ms Banks, Rob Harvey zu finden sein. Ebenso angekündigt hat Mike Skinner, dass ebenfalls mit einem neuen Studioalbum von The Streets zu rechnen sei. Auf dem knapp drei minütigen Song Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better harmoniert Mike Skinners Rap mit zuckenden Beats und Klavierbegleitung. Ebenso passend fügt sich Tame Impala im Refrain in den schwelgerischen Song ein, der nach alten Momenten greift und dadurch eine Art Sehnsuchtsmoment an die großartige Zeit der 2000er erschafft. Die Rückkehr The Streets stellt damit die Rückkehr des musikalischen Adels Großbritanniens dar und lässt auf großartige neue Musik hoffen.

Cosby - Spaceship

Cosby – Wenn die weite Welt das eigene Wohnzimmer ist

Dass Reisen den eigenen Horizont erweitern, die Kreativität anregen und natürlich auch eine Menge neuer Einflüsse mit sich bringt, ist unlängst bekannt. Doch vor allem in der aktuellen Situation, in der die ganze Welt zu Hause sitzt und gerade das nicht mehr kann, fühlen wir uns verbundener denn je. Wir sitzen alle im selben Boot – doch wo saßen wir vorher, wenn uns die Distanz zusammenkommen lässt?! Zugegeben – diese Einführung zu wählen, um den neuen Song der Münchener Elektropop-Band Cosby vorzustellen, hört sich abwegig an. Doch gleichzeitig ist der unglaublich quirlige Sound von Spaceship eine Rettung aus der Ödnis des momentanen Alltags. Es soll ein Appell an die Fantasie sein und im Bestfall für einen Moment lang im Kopf eine Welt erschaffen, in der wir uns frei fühlen können – so die Band. Dafür haben sich Cosby einmal mehr für einen treibenden Refrain entschieden und den Song in eine 80er Jahre Synthie-Bombe verwandelt. Mit flirrenden Beats und einem Retrosound, der sowohl für die großen Partymomente, als auch bei wehmütigen Rückblicken funktioniert, haben Cosby einmal mehr die Vorfreude auf ihr für dieses Jahr angekündigtes, drittes Studioalbum Savior steigen lassen. Darauf zu finden ist auch die – im November veröffentlichte – Single Follow The Leader, die mit ihren machvollen Bildern beeindruckt. Cosby werden immer wieder durch ihren internationalen Sound an einen baldigen – ebenso internationalen – Durchbruch gemessen. Doch liegt darin auch die unfaire Beurteilung diese, so wunderbare und emotionsgeladene Musik nicht schon jetzt in ihrer vollen Weite anzuerkennen. Cosby werden auch auf dem dritten Album mit einem großartigen Elektropop begeistern, den wir schon auf ihren ersten beiden Alben feiern dürften.

Frey, Sway Gray feat. Felix Räuber - Wir sind nicht Allein (Allein Allein)

Frey & Sway Gray feat. Felix Räuber – Aktueller denn je

Es ist bereits 12 Jahre her, dass die Dresdener Band Polarkreis 18 mit der Leadsingle Allein Allein ihres dritten Studioalbums The Colour Of Snow die Charts enterten. Damals bis auf Platz 1 der Deutschen Singlecharts gestürmt und in weiteren europäischen Ländern in die Charts gelangt, stellte Allein Allein einen Überraschungserfolg der sechsköpfigen Band dar. Hat sich die Band 2012 offiziell in eine Bandpause begeben und ist aus dieser bisher nicht wieder zurückgekehrt, lebt Allein Allein weiter und ist immer wieder in Remixen anderer Acts zu finden. Zu den bekanntesten Versionen kann wohl die Veröffentlichung Allein des schwedische DJ und Produzent Eric Prydz unter seinem Alias Pryda gezählt werden. Nun gibt es eine neue Version des modernen Klassikers, der jedoch dieses Mal mit dem Mitwirken des Polarkreis 18-Sängers Felix Räuber und dem Einsatz einer neuen Refrainzeile der aktuellen Situation, in der wir uns alle befinden, gewidmet ist. Denn auf dem nun veröffentlichten Song heißt es nicht mehr Wir sind Allein sondern wurde die Zeile zu Wir sind nicht allein umgetextet. Produziert wurde der Song von den deutschen DJs und Produzenten Frey und Sway Gray. Während sich hinter Sway Gray kein Geringerer als der Hamburger DJ Shog verbirgt, ist Frey seit 2015 ein wiederkehrender Gast in den Beatport Top-5 und kann durch seine Remixe und eigenen Veröffentlichungen Acts wie Rudimental, Bob Sinclar und Nora En Pure zu einen Unterstützern und Fans zählen. Mit Wir sind nicht Allein (Allein Allein) haben Fray, Sway Gray und Räuber den Song an die aktuelle Weltsituation angepasst und ein dazugehöriges Lyric-Video mit leeren Straßen, Ärzten mit Mundschutz und Rückblicken auf – das Leben genießende – Menschen veröffentlicht, das gleichzeitig auch zeigt, wie sehr wir doch alle zusammenstehen. Damals wie heute transportiert der Song eine Melancholie, die durch den enormen Einsatz von Synthies an Gewichtung gewinnt und durch Räubers unvergesslichen Refrain zum Evergreen geworden ist.