Empress Of - Give Me Another Chance

Empress Of – Pulsierend frischer Sommersound

Höher, weiter, schneller, das ist im Popgeschäft oftmals die Devise um erfolgreich zu sein. Ob ausufernde 6-Minuten Songs oder quietschend-schnelle Beats – den Ton gibt an – wer sich oben hält. Allerdings gibt es auch die andere Seite; auf der Bands und Künstler mit Hilfe kleiner Labels zu wahren Indiestars avancieren. Genau so ein Fall ist auch die US-Amerikanische Musikerin Empress Of. Hinter der selbsternannten Kaiserin steckt die 29-jährige Sängerin und Produzentin Lorely Rodriguez, die mit ihren honduranischen Eltern nach Los Angeles zog. Auch eine Zeit lang in New York lebend stellte sie in den vergangenen Jahren die beiden Alben Me (2015) und Us (2018) vor. Nun ist es Zeit für das dritte Album – und so erscheint mit I’m Your Empress Of am morgigen 3. April auch ihr drittes Studioalbum zum streamen und downloaden. Darauf enthalten ist die Singleauskopplung Give Me Another Chance, die mit einem pulsierenden Beat – der an heiße Sommernächte erinnert – überzeugt. Hier hören wir nicht nur die betörenden, erotischen Elektrobeats, sondern auch Perkussions und Synthesizersounds, die im Einklang mit Empress Of’s klarer Stimme stehen. Dass sie auf ihrem neuen Album nicht um den heißen Brei herumredet, zeigt sich auch anhand der Songliste – sind doch nur vier der zwölf Songs länger als drei Minuten. Mit Give Me Another Chance hat Empress Of eine wahre Soundbombe produziert, die uns noch lange begleiten wird.

Jon Bryant - Bad Happens

Jon Bryant – Sanfte Untermalung eines Roadtrips

Mit seiner Single Paradise aus dem Sommer 2018 hatte sich der kanadische Sänger Jon Bryant mit einem fast schon hypnotisierenden Song zurückgemeldet und sein viertes Studioalbum Cult Classic für 2019 angekündigt. Nun, ist Bryant bereits wieder ins Studio zurückgekehrt und zeigt mit seiner neuen Single Bad Happens, wie sanft ein Trennungssong klingen kann. Dabei singt sich Bryant durch all die schlechten Angewohnheiten, die man in einer Beziehung entwickelt. Er selbst übt sich darin, mit der einhergehenden Verbitterung umzugehen. Dass ihm dies scheinbar gut zu gelingen scheint, können wir nun auf Bad Happens hören. Klingt der Song nicht ganz nach einem typischen Break-Up-Song, wird vielmehr klar, dass sich Bryant hier auf eine Art Roadtrip begibt, um aus dem emotionalen Loch rauszukommen. So wird mit Perkussions, Gitarren und einem eingängigen Refrain das Weiterkommen angetrieben, welches Bryant zu diesem entspannten Trennungssong kamen ließ. Mit einer Mini-EP von nur zwei Liedern veröffentlicht Bryant neben Bad Happens auch den Song Headphones und wird Anfang April in Hamburg (07.04.), Berlin (08.04.) und München (09.04.) für Konzerte vorbeikommen.

Billie Marten - Feeding Seahorses by Hand

Billie Marten – Ein Album, wie ein Streicheln

Bereits 2015 und 2017 hatte die britische Sängerin Billie Marten mit ihren Songs Bird und Live gezeigt, dass sie im introvertierten Musikspektrum zu Hause ist. So kommen Martens Songs gänzlich unaufgeregt rüber und klingen so warm, wie berührend. Nun ist Marten, drei Jahre nach ihrem Debüt Writing of Blues and Yellows, mit ihrem neuen Album Feeding Seahorses by Hand zurück und zeigt einmal mehr, warum wir dieser hauchenden Stimme so verfallen sind. Dabei sticht bei YouTube gerade ein – als Single noch unveröffentlichter – Song so richtig heraus. She Dances ist ein Kammerspiel der akustischen Popmusik. Dabei hören wir ihre zögerliche Stimme, leise begleitet von Gitarren und Percussions. Da wird man, wenn man She Dances hört wahlweise an die Fensterscheibe einer wohlig warmen Berghütte verortet, als auch eine romantisch, ironische Liebesgeschichte – in London spielend – perfekt passen würde. Mit She Dances behandelt sich die junge Sängerin fast schon selbst – wurden bei Marten 2018 doch Winterdepressionen diagnostiziert, welche alle Jahre wieder zur dunklen Jahreszeit einsetzen. Diese Erkrankung ist gleichzeitig auch Nährboden vieler ihrer Songs und knüpft genau an diesen Punkten an, um sich so selbst zu therapieren.

Purity Ring – Konzertkritik

Ebenso wie die gestern vorgestellten MS MR waren Purity Ring Anfang 2012 aus dem Nichts aufgetaucht und verzückten Alle. Mit ihrem Mix aus schweren Elektrobeats und der sanften Stimme von Megan James hatten sie es binnen kürzester Zeit zu Kritikerlieblingen geschafft. Vorgestern war es dann Zeit ihr neues Album Another Eternity im Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof vorzustellen. Und die Halle bebte.

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Vom Hindernis der Vorband

Begleitet wurden Purity Ring von dem Duo Born Gold, das in erfrischend, komischer Art das Publikum zum tanzen brachte. Was auf den ersten Blick nicht etwa an der Musik oder der Performance lag, sondern eher am resignierenden Publikum. War doch der Sound eher schlecht. So hörte man in den ersten Reihen die Gitarre, die Perkussions und den Gesang nicht durch den Verstärker sondern in ihrem akustischen Klang, der dann hohl auf die Boxen übertragen wurde. Dazu kommt, dass Cecil Frena beim Performen so herumsprang, dass er mal keine Puste mehr für den zu singenden Text hatte oder ihm in seinen herumspringenden Bewegungen das Kabel vom Mikrofon abfiel. Man vermutete bei Born Gold fast, dass irgend ein Freund Purity Rings die Erlaubnis bekam, einmal als Support spielen zu dürfen, ohne aber jemals vorher einen Auftritt gehabt zu haben – würden hier nicht bereits vier veröffentlichte Alben in seinem Heimatland Kanada dagegenstehen. So konnte man sich nur seiner eigenen Musikbeschreibung der Experimentellen Musik ergeben und es hinnehmen wie es war um dazu zu tanzen.

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Nach einer 30 minütigen Umbauphase kamen dann endlich Megan James und Corin Roddick, alias Purity Ring, auf die Bühne und legten ohne ein Wort zu sagen, mit Push Pull los. Mit einsetzen des Sounds leuchteten an allen Ecken und Enden LED’s auf und ergaben eine Lichtsinfonie der besonderen Art. Überhaupt war Sinfonie das ganze Konzert über eine Wort, dass einem immer wieder in den Sinn kam. Spielte doch Roddick die Drums auf einer Art Laternenorgel, die bei jeder Berührung sowohl den gewünschten Ton als auch visuelle Effekte wiedergab. Hinzu kamen 20 bis 30 Lichtschleier die pulsierend zum Beat, der Bühne eine unerwartete Tiefe gaben. Diese Tiefe hatte allerdings auch Megan mit ihrer Stimme erzeugt und sang mal kräftig oder auch leise und zurückgehaltend ihre Texte.

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Eine Lichtsinfonie folgt der Nächsten.

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