Paul Kalkbrenner - Parachute

Paul Kalkbrenner – Von der Melancholie geschlossener Clubs

Es ist ein toughes Jahr für DJs weltweit. Denn wer seine Fans finden möchte, muss auf digitale Sets umstellen. Nach wie vor sind die meisten Clubs weltweit geschlossen und stehen die Zeichen nicht gut für eine baldige Wiedereröffnung. So haben DJs in den vergangenen Monaten nicht nur Livesets via Facebook-Live Sessions online gestellt, sondern sind für United We Stream auch wieder an die Turntables der Clubs zurückgekehrt und waren sowohl online, als auch auf dem Kultursender ARTE zu sehen. Doch trotz dieser Möglichkeiten bleibt es immer noch dabei, dass eigene Sets vor Menschen weiterhin nicht möglich sind. Deshalb wird erwartet, dass sich in den kommenden Monaten viele Songproduktionen auf diese Zeit beziehen und auch verstärkt Einfluss auf das Songwriting nehmen werden. Mit dem nun veröffentlichten Song Parachute vom Berliner Elektro-Produzenten Paul Kalkbrenner bekommen wir einen ersten Eindruck davon, was alles noch kommen kann. Am Samstag erstmalig auf der digitalen Version des Tomorrowland Festivals präsentiert, ist Parachute eine melancholische Hymne auf bessere Zeiten. Bei diesem Auftritt konnte man Kalkbrenner aus dem Gesicht lesen, wie sehr es ihn erfüllte, wieder aufzulegen und seine Fans zu erreichen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Song, der sich weniger stark in den Vordergrund drängt und mit einem Vibe überzeugt, der sich im Tonfall eher an Kalkbrenners großen Song Cloud Rider orientiert, als an den Sound seiner letzten Veröffentlichungen, wie No Goodbye.

Paul Kalkbrenner by: Studio Olaf Heine

Paul Kalkbrenner by: Studio Olaf Heine

Zusammen mit Joe Cleere und Neil Ormandy – die für das Songwriting verantwortlich waren und bereits Songs für P!nk, Dotan, Aloe Blacc, James Arthur oder Kodaline geschrieben haben – klingt Parachute nach einem letzten Blick zurück. Zurück in einen leeren Raum, den man sich voller Menschen vorstellt, die zu euphorischen Beats tanzen und den Moment der Nacht genießen. Dabei blitzen Episoden aus vergangener Zeit auf und lassen das Gefühl der Freude aufkeimen, ehe sich mit dem Abklingen des Gesangs, die Türen schließen und der Raum auf unbestimmte Zeit verstummt. Wäre die Pandemie-Situation der Clubs ein Film, würde Parachute der Soundtrack dazu sein und zeigt, wie universell Musik interpretiert werden kann. Paul Kalkbrenner – der Ende 2019 in einem Statement davon sprach, kein weiteres Album mehr zu veröffentlichen, da das Format Album nicht mehr zeitgemäß sei – dürfte zumindest bei Sony Music International für Aufregung gesorgt haben, steht er hier doch seit 2015 unter Vertrag und landete gleich mit seiner ersten Veröffentlichung unter dem Hause Sony mit dem Album 7 auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Parachute macht Lust auf mehr und lässt die Hoffnung nicht abflauen, in Zukunft doch noch ein Album des älteren Bruders von Fritz Kalkbrenner in den Händen halten zu können.

Maya Jane Coles feat. Claudia Kane - Run To You

Maya Jane Coles feat. Claudia Kane – Erzeugen eine sehnsüchtige Atmosphäre

Maya Jane Coles wurde bereits mit Auszeichnungen, wie Producer of the Year 2011 vom DJ Mag, Best Breakthrough DJ 2011 von Mixmag, Staff Pick: Artist of the year 2011 des Beatport Awards oder Best House/Garage/Deep House Track bei der Miami Winter Music Converence 2012 ausgezeichnet. Wurde mehrmals von der BBC eingeladen, einen Essential Mix aufzunehmen und wird vom Billboard Magazin, über den Rolling Stone Magazin bis hin zum Pitchfork Magazin gefeiert. Dabei hat es die britische DJane mit japanischen Wurzeln in den vergangenen Jahren bis in die Bestenlisten dieser Magazine geschafft, mit Maya Jane Coles (2010), Comforts (2013) und Take Flight (2017) drei Alben herausgebracht und Remixe für Little Dragon, Tricky, The Shapeshifters, Florence + The Machine, The XX, Rudimental, Bonobo, Sia, Fritz Kalkbrenner oder Dua Lipa veröffentlicht. Daneben veröffentlicht Coles unter dem Pseudonym Nocturnal Sunshine ebenfalls Musik und hat erst im November 2019 mit Full Circle ihr zweites Album herausgebracht.

Maya Jane Coles

Maya Jane Coles

Nun ist sie mit Run To You wieder zurück und veröffentlicht diese Single zusammen mit der britischen Sängerin Claudia Kane unter ihrem Realnamen. Diese begeistert gleich zu Beginn mit einem fernöstlich angehauchten Saitenspiel, ehe ein äußerst präsenter Bassbeat einsetzt und sich darauf die Stimme Claudia Kanes setzt. Anders als zuvor ist Run To You nicht mehr ausschließlich über die tiefen Bässe zu definieren, sondern sorgt mit der flehenden Stimme Kanes für eine melancholisch, sehnsüchtige Atmosphäre. Dabei gibt es immer wieder Zuspitzungen, in denen sich der Track zu verlieren scheint. Immer mit am Start – das Gefühl, sich irgendwo zwischen fernöstlich, orientalischen Sounds zu bewegen. Run To You ist ein entspannter Housetrack, der wunderbar zu chilligen Abenden passt. War der Song lange Zeit nur auf Coles Club-Playlisten enthalten – ohne Run To You direkt veröffentlicht zu haben – kamen immer mehr Fans nach ihren Sets auf sie zu, um zu fragen, wie sie an diesen Song kommen könnten. Nun hat Coles ihn veröffentlicht und damit angekündigt, dass wir in naher Zukunft noch mehr neuer Musik von ihr erwarten können. Run To You bereitet uns schon jetzt bestens darauf vor.

The Best Of 2019 Vol.: 14

The Best Of 2019 Vol.: 14

01. Roberto Surace – Joys (zum Artikel)

02. Fritz Kalkbrenner – Kings & Queens (zum Artikel)

03. Satin Jackets feat. Panama – Electric Blue (zum Artikel)

04. Scouting For Girls – Grown Up (zum Artikel)

05. Hollow Coves – Anew (zum Artikel)

06. Georgia – Never Let You Go (zum Artikel)

07. Sea Girls – Violet (zum Artikel)

08. POLIÇA – Driving (zum Artikel)

09. Fickle Friends – Amateurs (zum Artikel)

10. Gengahr – Everything & More (zum Artikel)

11. Oliver Koletzki feat. Monolink – We Are All Lost (zum Artikel)

12. Jonah – Husk My Love (zum Artikel)

13. Bag Raiders feat. Panama – How Long (zum Artikel)

14. Caribou – Home (zum Artikel)

15. Christian Reindl & Tessa Rose Jackson – Happy Together (zum Artikel)

16. The Big Moon – Your Light (zum Artikel)

17. SYML – Symmetry (zum Artikel)

18. AVEC – Home (zum Artikel)

19. Jarryd James – Let It Go (zum Artikel)

20. OK KID – E05 Im Westen (zum Artikel)

21. Lea Porcelain – Clock Of Time (zum Artikel)

Fritz Kalkbrenner – Der König des Elektrosouls singt wieder

Er ist wieder da! Der Berliner DJ und Produzent Fritz Kalkbrenner hat mit Kings & Queens gerade seine erste Single aus dem kommenden, sechsten Album True Colours veröffentlicht, das im März 2020 erscheinen wird und ihn einmal mehr als König des Elektrosouls präsentieren wird. Bereits in der Vergangenheit hat sich der jüngere Bruder von Paul Kalkbrenner mit Songs wie Facing The SunRight In the Dark, Little By Little oder dem instrumentalen Track Lose eine hervorragende Diskografie aufgebaut. Dabei stand für Kalkbrenner immer die warme, soulige Stimme im Vordergrund, die durch verträumte Housebeats verfeinert wurde und ein Gefühl des Treiben lassens auslöste. Kings & Queens wirkt so entspannt und losgelöst, dass man sich die Botschaft dahinter kaum vorstellen kann. Doch Kalkbrenners Intention war es, ein gesellschaftliches Bewusstsein in schwierigen Zeiten zu wecken und dabei mit Sätzen, wie Könige und Königinnen der zerstörten Heimat, bauen einen Schutz aus Latten und Steinen. Verstecken sich darunter und finden trotz allem noch die Liebe aufhorchen zu lassen. In solch schwierigen Zeiten, wie wir sie heute erleben, ist es eine Art Schutzraum, den uns Kalkbrenner mit Kings & Queens hier geschaffen hat. Ein Schutzraum aus Wärme, Tiefe und Geborgenheit.

The Best Of 2018 Vol.: 02

01. Lydmor – Money Towers

02. Twin Shadows feat. Haim – Saturdays

03. Simian Mobile Disco – Caught In A Wave

04. Janelle Monáe – Make Me Feel

05. Ladytron – The Animals

06. Little Hours – Later On

07. James Bay – Wild Love

08. DJ Koze feat. Roísín Murphy – Illumination

09. Chris James – I Know You Can Dance

10. Me & Reas – 200 Times

11. Mansionair – Astronaut (Something About Your Love)

12. Xavier Rudd – Walk Away

13. George Ezra – Paradise

14. Sofi Tukker feat. Nervo, The Knocks & Alisa Ueno – Best Friend

15. Fritz Kalkbrenner – Lose (Original Mix)

16. 7fields – What We Have Done

17. Yaeji – Raingurl

18. Kimberose – I’m Sorry

19. Zola Jesus – Ash To Bone (Johnny Jewel Remix)

20. Dermot Kennedy – Young & Free

21. Hyphen Hyphen – Like Boys

Fritz Kalkbrenner – Im Zyklus bleiben

Die Zahl 2 steht für Ausgeglichenheit, für Kontinuität und im Falle Fritz Kalkbrenners für ein neues Album. Denn seitdem der Berliner 2010 mit Here Today, Gone Tomorrow sein Debütalbum rausgebracht hat, folgten im Zweijahresrhythmus Sick Travellin‘, Ways Over Water und Grand Départ. Wurde letzteres Album 2016 veröffentlicht, ist es 2018 also wieder Zeit für neue Musik. Und damit wir nicht zu weit in das Jahr hinein warten müssen, schenkt uns Kalkbrenner mit Lose und dem heute veröffentlichten Album Drown gleich zu Beginn des Jahres seine Musik. Hörten wir Kalkbrenner auf den letzten Alben deutlich öfter auch selbst singen, ist Lose und das neue Album gänzlich instrumental. Dabei erinnert er sich an die Anfangszeit seiner Musikerkarriere und lässt den Berlin-House der 2000er neu aufflammen. Schnell aber nie hektisch klingt Lose und bleibt dabei frisch und modern. Hier versprüht Kalkbrenner einen Hauch von nostalgischer Berlin-Energie, die zuletzt an der Vielzahl von Musikern dieses Genres verloren zu gehen schien. Dabei zeigt der Produzent, dass Lokalpatriotismus auch die Welt bedeuten kann.

LCAW – München eröffnet die Deep House-Saison

LCAW - Painted Sky

LCAW – Painted Sky

LCAW würde man eher mit dem Namen einer Broadcasting Station in einer beliebigen amerikanischen Kleinstadt verbinden. Doch wenn diese Abkürzung aus Deutschland kommt und darüber hinaus mit diversen Remixen durch die Decke geht, dann ist das schon recht ungewöhnlich. LCAW – dahinter verbirgt sich der Münchener Musiker Leon Weber, der gerade einmal 21 Jahre alt ist und bereits seit drei Jahren mit seinen Remixen im Netz für Furore sorgt. So hat er auf seiner Soundcloud Seite mehr als 60 Millionen Klicks und remixt Größen wie London Grammar, Rüfüs, ZHU oder Fritz Kalkbrenner. Nun arbeitet LCAW, der vorher Orchestermusiker war und seit er ein Kleinkind ist, Klavier und Cello spielt, an seinem ersten Album. Hier verbindet er moderne Deep-House Beats mit klassischen Instrumenten. Auf seiner aktuellen Single Painted Sky zeigt er, wie organisch sich dieser Mix anhört. Für den Gesang, hat er sich den in Berlin lebenden Sänger Martin Kelly mit ins Boot geholt. LCAW reiht sich mit Painted Sky in die Riege der erfolgreichen Produzenten, wie Robin Schulz und Felix Jaehn, ein und sorgt mit seinen Songs für unaufdringlich, entspannte Momente.

Lexer – „Hut ab was dieser Mann zaubert“

Lexer feat. Audrey Janssens- Till Dawn

Lexer feat. Audrey Janssens- Till Dawn

Genau diesen Satz hatte der, mittlerweile in Leipzig lebende, DJ Lexer 2012 in einem Interview über einen seiner Vorbilder – Fritz Kalkbrenner – gesagt. Hört man sich die aktuellen Songs von Lexer an, kann man diesen Satz ohne Zweifel auch bei ihm anwenden. Der Sound, den sich Lexer ausgesucht hat, ist eine Mischung aus House, Pop und verträumten Gesängen. Auf ‚Till Dawn‘ verleiht Audrey Janssens dem Song mit ihrer weichen, hauchenden Stimme eine unglaublich entspannte Atmosphäre. Wie in dem Interview von 2012 zu lesen ist, stellt sich Lexer oft vor, wie es wäre den ganzen Tag mit der passenden Musik durchs Leben zu gehen. Bis an den Punkt, an dem etwas passiert und die Platte springt – immer wieder springt. ‚Till Dawn‘ ist so ein Song. Man hört ihn sich an und ist sofort woanders, weg vom Winter Nordeuropas und im schönsten Moment springt die Platte und fängt von vorne an.

Melt Festival 2014

3 Tage. 16 Künstler. 35°C. MELT! 2014 Tag 1

Es hätte nicht passender laufen können – heißt doch das Wort melt, übersetzt – schmelzen. Und so kam es dann auch. Doch nicht alleine das Wetter war ausschlaggebender Grund um dahinzuschmelzen, sondern vielmehr waren es die zahllosen Künstler der Indie- und Elektro-Szene die sich die Klinke in die Hand gaben. Was den Besucher erwartete, waren drei Tage erhöter Pulsschlag mit immer wieder kleinen lethargischen Pausen. Kam man zum Überflieger der australischen Musikwelt, Chet Faker, fast zu spät durch die Massen an Neugierigen, wurde man, auf der Hauptbühne angekommen, von seichten elektronischen Beats abgeholt und setzte sich erstmal nieder. Die drei Schwestern von Haim hatten den Slot direkt nach Chet Faker und waren 2013 die Band der Stunde. So ging man mit einer gewissen Erwartung in Richtung Bühne weiter vor um sich diese Schwestern einmal genauer zu Gemüte zu ziehen. Doch nach nicht ganz einer Stunde und Hits wie Forever, The WireFalling und Don’t Save Me blieb die eingangs hochgesteckte Erwartung auf der Strecke. Schafften sie es doch nur bedingt das Publikum abzuholen und spielten viel zu oft für sich selbst. Das man dadurch nur schwer eine Masse von ca. 6.000 Zuhörern mitreißt ist selbstredend. Einzig hervorzuheben ist ausgerechnet keiner ihrer eigenen Songs. So war die Coverversion von Beyoncé’s XOXO eine frische und stilsicher auf das Haim’sche Schema übertragene Popnummer bei der das Publikum textsicher mitsang. So blieb bei Haim der fade Beigeschmack, dass man bei manchen Bands einfach nur deren hochwertig produzierte Alben genießen sollte und auf eine Live-Darbietung verzichten kann.

In dem von dem Musikmagazin Intro aufgebauten Zelt traten Freitagabend ab 22 Uhr die Österreicher Bilderbuch und der Hamburger Thees Uhlmann auf – ist doch das Zelt bekannt als Bühne von beliebten Independent-Künstlen. So haben die aus Wien kommenden Jungs von Bilderbuch mit ihrem Indie-Pop das Zelt so außergewöhnlich beflügelt, dass man meinen sollte, sie werden in den nächsten Jahren nur noch für große Bühnen gebucht. Thees Uhlmann hatte somit im Anschluß leichtes Spiel und holte das Publikum dort ab, wo es Bilderbuch abgesetzt hat. Und so waren Songs wie Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluß Hinauf und Das Mädchen Von Kasse 2 nur die bekanntesten Songs des Abends. Was Uhlmanns Auftritt bereichert hat, war die langjährige Erfahrung mit Auftritten von Tomte. Denn ist er doch kein geringerer als ein Profi in diesem Gefielde. So witzelte er zwischendurch sogar, dass er wohl der älteste Künstler des ganzen Festivals sei und stimmte mit der Frage wer noch in seinem Alter sei den Song Am 7. März an.

Zurück auf der Hauptbühne wartete der größte Act des Abends auf seine Performance. Die beiden Norweger von Röyksopp haben sich für eine EP die schwedische Künstlerin Robyn mit ins Boot geholt und ein paar Songs für der Zukunft geschaffen. War doch der Auftritt zunächst Röyksopps künstlerischem Schaffen gewidmet, konnte man Meisterwerke wie Eple, What Else Is There und Poor Leno genießen. Schließlich kam Robyn dazu um einige ihrer größten Hits zu präsentieren und dann schlußendlich Song von der gemeinsamen EP Do It Again darzubieten. Die Energie die diese beiden Acts dabei freisetzen konnten, war über die gesamte Fläche der Hauptbühne zu spüren und schaffte es unter den Besuchern eine gewisse Euphorie zu wecken, die es Röyksopp und Robyn möglich machten, von Lied zu Lied immer weiter zusammen zu wachsen.

Im Anschluß fand man sich im Intro Zelt bei der DJ-Perfomance vom Berliner Kid Simius wieder, der durch seine Experimentierfreudigkeit und einer Fröhlichkeit durchs Konzert führte, dass es keinen ruhig da stehen liess. Natürlich waren hier Wet Sounds und Hola Chica schlußendlich ausschlaggebend für das ekstatisch feiern der Menge. Und so kam es gleich hinten dran zum live DJing eine weiteren großen Nummer der Szene. Denn kein geringerer als Fritz Kalkbrenner stand auf der Hauptbühne hinter den Plattentellern und sorgte mit Songs seiner beiden Alben dafür, dass die nunmehr mit 10.000 Festivalgängern gefüllte Bühne in die Nacht feierte. Und auch hier, wie schon auf dem Berlin Festival 2013, war der krönende Abschluss Sky and Sand aus dem Film Berlin Calling. Die Stimmung, die dieser Song auch sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung bei Partygängern verursacht, lässt so Manchen Gänsehaut bekommen.

Mit diesem Gefühl ging der erste Festivaltag zu Ende und man kam erschöpft aber voller Vorfreude bei Sonnenaufgang in seinem Zelt an und fiel zu Boden.

Lies morgen hier wie es am Samstag, dem standesgemäß vollsten Tag, mit FM Belfast, Milky Chance, William Fitzsimmons und Anderen durch die Nacht ging.

Chopstick & Johnjon – Die Strippenzieher hinterm Berlin-Sound?

Es gibt ihn, jeder kennt mindestens einen Song, viele tanzen gezielt zu ihnen und doch besitzen sie kein offizielles Genre – der Berlin-Sound. Doch nicht zuletzt Künstler wie die Kalkbrenner Brüder, allen voran Fritz Kalkbrenner, Wankelmut oder Alle Farben haben dieses besondere Etwas in ihren Tracks, der so unmissverständlich erklärt Ich bin der Track und ich komme aus Berlin. Die Berliner Elektroszene hat weltweit einen Ruf der für Innovationen und Veränderung steht, wie die Stadt selbst, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr DJ’s, Produzenten und Elektrolabels nach Berlin ziehen. Chopstick & Johnjon sind so ein Produzentenduo. Haben sie sich in Hamburg kennengelernt, ging es bald nach Berlin um hier günstig Leben zu können und den Fokus somit mehr auf der Musik haben zu können. Dass sie sich in Berlin allerdings ein eigenes Label und eine ganze Künstlercommunity ranziehen würden, hätte wohl keiner von Beiden selbst gedacht. Und so kam es dazu, dass sie das Talent von Fritz Kalkbrenner erkannten und maßgeblich am Soundtrack vom Genrehit Berlin Calling beteiligt waren. Nun wollten die Beiden aber nicht mehr länger nur im Hintergrund agieren und haben sich dafür entschieden, ein eigenes Album zu veröffentlichen. Und so kommt es, dass Chopstick & Johnjon den Track Erase These Images als erste Auskopplung auf uns loslassen. Wie sollte es anders sein ist es ein wunderbar entspannter Sound mit leichtem Hintergrundgesang und tiefen Basshighlights – eben ein typischer Berlinsound.