HÆLOS - Hold On

HÆLOS – Die Dunkelheit des Dancefloors

Es wird poppiger im Hause des britischen Trip-Hop Quartetts HÆLOS. Mit ihren ersten beiden Alben hatte die Band um Frontsängerin Lotti Benardout eine Weiterentwicklung vollzogen, die von dunklen Trip-Hip-Sounds zu einem noch dunkleren aber flirrenden Indie-Sound mutierte. Ob Singles, wie Separate Lives von ihrem Debütalbum Full Circle oder den herausragenden Singles Kyoto und End Of World Party ihres fulminanten Zweitlings Any Random Kindness – alle eint ein schneller Sound, der gleichzeitig durch Synthieelemente eine irritierende Art von Slow-Motion-Gefühl auslösten. Nun haben HÆLOS in den vergangenen drei Monaten gleich drei neue Songs veröffentlicht, die eine Entwicklung vollziehen, die sich als eine Öffnung zum Hörer erweist. Dabei sind vor allem Unknown Melody und Perfectly Broken zu nennen. Hier haben sich HÆLOS in eine Zwischenwelt aus ihrem introvertierten Elektrosound und der poppigen Welt ausserhalb ihres Kosmos gewagt und mit wunderbaren Melodien eine Heimat des sicheren Sounds gewählt. Dieser sichere Sound bedeutet nicht etwa Stillstand, sondern ist vielmehr wagemutig, frisch und bleibt dennoch immer HÆLOS-typisch.

HÆLOS (Credit: Jeff Hahn)

HÆLOS (Credit: Jeff Hahn)

Jetzt ist mit Hold On die dritte neue Single veröffentlicht worden und bildet dabei eine andere Richtung ab, als es die beiden Vorgängersingles taten. Denn hier geben sich die Briten wieder dem düster, dystopischen Soundmuster ihrer vorangegangenen Alben hin, werden sphärisch und lassen ihren Sound fliessen. Hier überlappen die Sounds von tiefen Bässen, über trompetenartigen Synthies, bis hin zu ruhigeren Momenten, die an ein Orgelspiel erinnern. Ehe man fast schon an ein Zusammenspiel aus Violinen und vertrackteten Soundelementen zum Endspurt ansetzt und dabei ein Outro erzeugt, dass sich in einer Liveperformance bis ins unendlich, ekstatische verlängern lässt. HÆLOS haben alle drei Songs über ihr selbstgegründetes Plattenlabel Æ imprint veröffentlicht und halten das extrem hohen Niveau von Kreativität, die in der Musik nochmals eine eigene Kunstform entwickelt. Bereits für 2021 angekündigt, ist das dritte – noch unbetitelte – Studioalbum der Londoner, die in den letzten Monaten so einiges an neuem Material geschrieben haben. Wir dürfen daher auf ein weiteres, herausragendes Album hoffen, das sich durch die introvertierte Art des Sounds fragil und stark zugleich präsentiert.

Janelle Monáe - Turntables

Janelle Monáe – Der ewige Kampf als Sound

Sie war schon immer politisch und sang über gesellschaftskritische Themen. Doch was die US-Amerikanische Sängerin Janelle Monáe nun veröffentlicht hat, bezieht mehr und offener denn je Stellung. So wird Monáe in der US-Amerikanischen Musikszene immer mehr zu dem weiblichen Freigeist, deren männliches Pendant in Childish Gambino aufgeht. Monáe – die ebenso wie Gambino als Schauspielerin, Musikproduzentin und Songwriterin tätig ist – hat mit ihrem dritten Album Dirty Computer (2018) und der Singleveröffentlichungen Make Me Feel gezeigt, wo ihre Schmerzgrenze des Erträglichen an tagtäglichen Diskussionen um die Diskriminierung von Frauen, Farbigen und Menschen der LGBTQ-Gemeinschaft liegt. Mit diesem Album konnte Monáe sogar eine Grammy-Nominierung für das Album des Jahres 2018 einsacken. Auf ihrer neuen Single Turntables ist nun der Songname Programm. Hier singt Monáe gleich zu Beginn die Zeilen the table bout to turn, the table bout to turn – was gleichzusetzen ist, mit der Aufforderung, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Gleichzeitig sehen wir im Musikvideo – neben Monáe, die durch ein großzügiges Einfamilienhaus läuft – immer wieder auch Einspieler und Straßenszenen, auf denen die Black Lives Matter-Bewegung zu sehen ist.

Turntables (Video) Turntables (Video)

Der Kampf auf der Straße um Gleichbehandlung und -berechtigung so vieler unterdrückter Menschen ist dabei ein zentrales Thema Monáes. Musikalisch greift die Sängerin dabei nochmals den Sound des dritten Albums auf und mischt funkige Sounds mit Hip-Hop und Soul. Monáe, die sich selbst als Kämpferin dieser Menschen sieht, präsentiert uns mit Turntables einen starken Song, der vielleicht als einer der wichtigsten Songs über die aktuelle Lage in den USA eingehen könnte. Monáe ist dabei Rebellin, Kämpferin und Anführerin einer Generation, die politisiert ist und sich für Freiheit in jeglicher Form und für jeden Menschen in diesem Land einsetzt. My city cryin’ out heisst es schliesslich an einer anderen Stelle im Song und zeigt ebenfalls auf, wie zerrissen die USA und Monáes Heimat ist. Turntables ist dabei einer der anspruchsvollsten und wichtigsten Statements, das wir zur Zeit haben können und bildet nach Childish Gambinos This Is America erneut Potential für Diskussionen. In einer kleinen Cameorolle im Musikvideo zu Turntables können wir sogar des Öfteren Childish Gambino erkennen, der damit die Verbundenheit zu Monáe und ihren Intentionen darstellt. Wenn Monáe mit ihrer kommenden Musik in eine ähnliche Richtung geht, dürften wir ein großes Album erwarten.

Birdy - Open Your Heart

Birdy – Die große Rückkehr zum Klavier

Eine Stimme und ein Klavier reichten 2011 aus, um das immense Talent einer britischen Sängerin in die Welt zu tragen. Mit Coversongs von Phoenix, The XX, Bon Iver oder Cherry Ghost hatte sie eine emotionale Power in die Songs gebracht, die in den Originalen immer nur situativ erlebbar waren. Auch wenn die Originale heute allesamt zu den großen Klassikern zählen, hat vor allem Birdys Interpretation mit dem Klavier dafür gesorgt, die ganz großen Gefühle aufkommen zu lassen. Auch heute, neun Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums Birdy, haben die Songs nichts an ihrer Wirkung verloren. Bemerkenswert an Birdy war die großartige Auswahl an herausragenden Künstlern, deren Songs die damals 14-jährige Sängerin coverte und damit einen erstaunlichen Musikgeschmack bewies. 2013 folgte mit Fire Within ihr zweites Album, ehe 2016 mit Beautiful Lies ihr bislang letztes Album erschien. Mit Songs, wie Not About Angels (2014), Keeping Your Head Up oder der Zusammenarbeit mit Sigma auf Find Me (beide 2016) konnte sie schließlich immer wieder aufs Neue begeistern. Nach fünf Jahren als absoluter Überflieger brauchte die damals gerade 20 gewordene Britin 2016 eine Pause und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Seitdem schreibt sie an neuen Songs und hat weit mehr Songskizzen angefertigt, als auf ein Album passen würden. Da der Britin die Songs allerdings wichtig sind, fand sie einen Weg, so viele, wie möglich, zu veröffentlichen. So kommt – bevor 2021 ein neues Album von der Sängerin erscheinen wird – Anfang November die EP Piano Sketches auf den Markt, von der nun eine erste Single ausgekoppelt wurde.

Birdy - Piano Sketches

Birdy – Piano Sketches

Nachdem sich Birdy auf dem zweiten und dritten Album vielen neuen Elementen öffnete und auch mal schneller und poppiger klang, findet sie auf Open Your Heart wieder zurück zu ihrem Klaviersound der Anfangszeit. Hierbei wird – gleich beim Ertönen des ersten Klavieranschlages – klar, dass die Sängerin diese große Gabe, Gefühle so natürlich und direkt zu transportieren, immer noch besitzt und so authentisch und sanft klingt, wie auf ihren Coverversionen vor fast zehn Jahren. Birdy selbst sagt über die Musik ihrer neuen EP – Ich habe eine Menge Musik geschrieben, auf die ich so stolz bin, die aber womöglich normalerweise nicht das Licht der Welt erblicken würde – ich werde diese reduzierten Tracks über die kommenden Monate vor dem Album veröffentlichen. Zusammen geschrieben und aufgenommen hat sie den Song in Los Angeles mit Rick Nowles – der unter anderem an The Power Of Good-Bye für Madonna, White Flag für Dido oder Loud Places für Jamie XX mitgeschrieben hat. Hier ist es Jasmine Lucilla Elizabeth Jennifer van den Bogaerdes – wie Birdy bürgerlich heisst – Wunsch, diese Songs einer breiten Masse zugänglich zu machen. Mit der EP Piano Sketches kommt sie ihrem eigenen Wunsch nach und präsentiert uns eine erwachsene Sängerin, die mit ihrer klaren Stimme, zehn Jahren nach ihrem großen Durchbruch noch immer direkt ins Herz geht.

Of Monsters And Men - Visitor

Of Monsters And Men – Schneller, Größer, Weiter

Der Drang nach neuer Musik schien bei der isländischen Folk-Band Of Monsters And Men groß gewesen zu sein. Nachdem ihr drittes Album Fever Dream und die Single Wars gerade erst vor 13 Monaten veröffentlicht wurden, kamen die fünf in Reykjavík lebenden Musiker im August mit einer Coverversion des Post Malone-Songs Circles wieder auf die Bildfläche zurück. Nun haben Nanna Bryndís Hilmarsdóttir, Ragnar Þórhallsson, Brynjar Leifsson, Kristján Páll Kristjánsson und Arnar Rósenkranz Hilmarsson mit Visitor eine komplett neue Single veröffentlicht und damit den Startschuss für eine ganze Reihe neuer Songs und anderer Inhalte gegeben. Damit wollen Of Monsters And Men das zehnjährige Bandjubiläum feiern und kündigen für das Jahr 2021 noch weitaus mehr Musik an. Visitor ist damit die erste große Veröffentlichung, die ihren einst so reduzierten Folksound weiter in Richtung Stadionsound bringt und gleichzeitig nichts vom sympathischen Gerüst der Musik der Isländer verloren hat.

Of Monsters And Men

Of Monsters And Men

Darin geht es darum, sich von der Welt, wie sie jetzt ist, loszulösen und zu sehen, wie die alte Welt immer weiter verschwindet, sich dabei aber plötzlich als Besucher dieser neuen Welt wahrzunehmen. Geschrieben wurde der Song lange vor der Pandemie und doch passt der Song, als hätte die Band geahnt, was kommen würde. Haben sie das Musikvideo noch vor dem großen Ausbruch im Februar in Island aufgenommen, präsentiert die Band ihren Fans nun diesen so erschreckend passenden, wie großartigen Song. Mit großen Gesten, einem schnellen Schlagzeug und voluminösen Synthies ist Visitor ein Song für die ganz große Bühne. Nach ihrem Kritikerliebling Fever Dream, sowie dem Debütalbum My Head Is An Animal (2011) und dem zweiten Album Beneath The Skin (2015) – von dem die starken Singles Crystals, I Of The Storm und Wolves Without Teeth kamen – könnte sich 2021 damit anstelle eines neuen Albums ein erstes Best-Of-Album ankündigen. Mit Visitor holen uns Of Monsters And Men – auch wenn es kein neues Studioalbum geben sollte – zumindest akustisch mit einem frischen Sound ab und lassen uns im kommende Jahr auf spannendes, neues Material hoffen.

London Grammar - Baby It's You

London Grammar – Schneller und größer

Es ist die Band mit der Engelsstimme – London Grammar haben in den vergangenen Jahren mit Songs, wie Wasting My Young YearsStrongRooting For You und Big Picture immer wieder zu berühren gewusst. Vor allem ist es Strong der seinen Weg in unzählige Serien und Filme schafft und dadurch immer wieder in die Charts zurückkehrt. Hannah Reid, Dominic Major und Dan Rothman haben seit ihrem Debütalbum If You Wait mit einer Introspektive überzeugt, die nicht besser zum Sound der Band passen könnte. Mit zurückhaltenden Instrumentierungen und viel Raum für Reids Stimme werden so aus ihren Songs wahre Meisterwerke, die zeitlos und universell sind. Nachdem 2017 das zweite Album Truth Is A Beautiful Thing veröffentlicht wurde, schaffte es die Band schließlich bis auf Platz 1 der britischen Albumcharts. Dass die Band allerdings immer wieder gerne auch im elektronischen Bereich unterwegs ist, zeigen zum einen die beiden Kollaborationen mit Disclosure (Help Me Loose My Mind) und Flume (Let You Know) aber auch die Coverversion von Nightcrall vom French-House-Produzenten Kavinsky.

London Grammar

London Grammar

Nun haben London Grammer mit Baby It’s You eine neue Single veröffentlicht, die gleichzeitig auch den Auftakt für ihr drittes, noch namenloses, Studioalbum darstellt. Dabei überraschen London Grammar mit ihrem Sound – haben sie doch bisher noch nie so viele elektronische Elemente in eine Leadsingle gepackt. Baby It’s You ist ein Song um sich darin zu verlieren. Mit langen, schwelgenden Synthies und der klaren Stimme Reids passt der Song zu den Momenten, an denen wir ganz bei uns selbst sind und zwischen der eingangs erwähnten Introspektive und dem Wunsch auszubrechen changiert. Nachdem London Grammar für mehr als zweieinhalb Jahre auf allen Kanälen stumm waren, läutet Baby It’s You eine starke neue Phase der Band ein, die mit den Worten Reids is just the beginning of something we hope will be really special auf eine Phase mit großartiger, neuer Musik schließen lässt.

Glasvegas - Keep Me A Space

Glasvegas – Die große Rückkehr

Sie hatten einen kometenhaften Aufstieg und einen ebenso tiefen Fall. Glasvegas waren mit ihrem gleichnamigen Debütalbum Glasvegas 2008 aus dem Nichts bis auf Platz 2 der britischen Albumcharts gekommen – mit über 300.000 verkauften Platten ein wahnsinniger Erfolg. Auch in zehn weiteren Ländern – darunter Deutschland – konnte die Band eine Chartnotierung vermelden. Hier war der Erfolg vor allem der Single Geraldine und Daddy’s Gone zu verdanken. Während Geraldine in einer üppigen Stadionhymne aufgeht, konnte Daddy’s Gone mit einem düsteren Tenor überzeugen. Mit dem zweiten Album EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\ holten sie schließlich den großen Sound raus und veröffentlichten die großartige Rockhymne Euphoria, Take My Hand. Überzeugte das Album viele Kritiker, blieb es jedoch hinter den Erwartungen und schaffte nur noch mit Mühe den Einstieg in die britischen Top-10 auf einem 10 Platz. Mit dem 2013 veröffentlichten Album Later…When the TV Turns to Static ging die Schere aus positiver Kritik und kommerziellen Erfolg schließlich so weit auseinander, dass sich die Band in eine Schaffenskrise flüchtete. Denn während abermals die Kritiken überwiegend positiv ausfielen, verkaufte sich ihr Album in der ersten Woche nur knapp 3.000 Mal. Was folgte, war eine siebenjährige Pause von der Musik, die der Band zunehmend zusetzte. Als Resultat dessen, wurde im Juni dieses Jahres verkündet, dass Jonna Löfgren – die seit 2010 am Schlagzeug saß – die Band verlassen hatte.

Glasvegas

Glasvegas

Mit einem ehrlichen Post auf Facebook wandte sich Frontsänger James Allan schließlich vor wenigen Tagen an seine Fans und erklärte, warum es so lange dauerte, neue Musik der schottischen Band zu hören. Denn für das kommende Album hatte sich Allan den Wunsch des alleinigen Produzierens, Einspielens und Abmischens erfüllt. Gleichzeitig kündigte er damit neue Musik an und hatte nur vier Tage später mit Keep Me A Space sein Wort gehalten. Einher ging die Ankündigung des vierten Studioalbums Godspeed, welches am 2. April 2021 veröffentlicht wird. Mit 13 Konzerten in Großbritannien verkündete die Band darüberhinaus auch wieder erste Konzerte. Keep Me A Space ist die erste Veröffentlichung seit sieben Jahren für die Band und überzeugt mit dem einst so fulminanten Indie Rock, der sich aus Theatralik und großen Momenten zusammensetzt. Dabei ist es einmal mehr der persönliche Text von Allan, der dem Song so viel Tiefe und Aufrichtigkeit verleiht – bittet er in Keep Me A Space doch seine Cousine darum, immer einen Platz für ihn bereitzuhalten, auch wenn man sich nicht mehr so regelmäßig sieht, wie es noch in Kindertagen der Fall war. Glasvegas haben in den vergangenen Jahren viel erlebt. Vom Verlust ihres Plattenvertrages über den Ausstieg von Löfgren, bis hin zu einer kreativen Schaffenskrise. Mit Keep Me A Space und Godspeed kehrt die Glasgower Band zu ihrem Ursprung zurück und begeistert mit einem großen und emotionalen Indie-Sound, der sicher auch das Geburtsland des Indierocks überzeugen wird.

The Whitest Boy Alive - Serious

The Whitest Boy Alive – Überraschendes Comeback

Sie sind zurück! Die Berliner Band The Whitest Boy Alive hat nach mehr als einer Dekade mit Serious wieder neues Material veröffentlicht. Dabei verwundert es, dass die Band – trotz ihres Kultstatus – damit nicht sofort durch die Decke gegangen ist. Denn mit ihren beiden Alben Dreams (2006) und Rules (2009) und den großen Hits InflationBurning oder 1517 haben Erlend Øye, Marcin Öz, Sebastian Maschat und Daniel Nentwig für einen regelrechten Run auf Konzerttickets in ganz Europa gesorgt. Nicht zuletzt, durch Frontsänger Erlend Øye konnte die Band den Status zu einer legendären Band ausbauen. Denn Øye ist nicht nur Frontmann und Sänger von The Whitest Boy Alive, sondern hat mit den Kings Of Convenience eine zweite großartige Band gegründet. Darüber hinaus gab es Zusammenarbeiten mit Röyksopp und Feist, sowie chilenischen und sizilianischen Musikern – mit denen er jeweils über Jahre zusammengearbeitet hat und auf der Bühne stand. Heute tritt Øye zumeist als Solokünstler auf und unterstützt weiterhin die chilenische Musik, indem er chilenische Bands in sein Vorprogramm nimmt. Mit The Whitest Boy Alive hat sich Øye bereits seit 2017 wieder öfter zeigen lassen und mit zwei bis drei Konzerten im Jahr dazu beigetragen, dass der Hype um ein Comeback nicht abklingen wollte.

The Whitest Boy Alive

The Whitest Boy Alive

Schließlich – auf Tour in Chile und Argentinien – kam der Song Serious zustande. Darauf erklingen abermals die entspannt, funkigen Sounds, die The Whitest Boy Alive einst so bekannt gemacht haben. Mit Øyes klarer und ruhiger Stimme ist Serious eine wunderbare Untermalung eines sommerlichen Tages im eigenen Kleinod – irgendwo im Grünen. Dabei wehen die bunten Lampions in den Bäumen und die lockeren Hemden oder leichten Kleider ziehen mit dem Wind. Ganz so, als würde ein norwegischer Sommer über uns hereinbrechen ist Serious die passende Untermalung. Während nicht klar ist, ob diese neue Veröffentlichung auch ein Album nach sich ziehen wird, geben The Whitest Boy Alive zur Veröffentlichung bekannt – Sieben Jahre sind mittlerweile vergangen und es scheint, als hätten alle Mitglieder andere Dinge zu tun gehabt aber dabei neue Fähigkeiten entwickelt. So war der Spaß am gemeinsamen Spiel wieder da und wir konnten nun Dinge aus gemeinsamem Wunsch heraus tun, ohne jegliches Pflichtgefühl. Das klingt immer noch, als würde die Band alte Herausforderungen verarbeiten – doch wenn dabei neues Material entsteht, dass so klingt wie Serious, wäre es für die Fans ein absoluter Gewinn.

Washed Out - Time To Walk Away

Washed Out – Der Soundtrack für große Erinnerungen

Es klingt nach der Erinnerung, nach der wir uns alle sehnen. Ob es der Abschlussball, Albernheiten mit dem Partner machen, eine Hochzeit, eine Geburt, von den Klippen auf den Atlantik schauen oder den endlosen Küstenstraßen beim Sonnenuntergang folgen ist – all diese Momente und viele mehr bergen eine schier unbegrenzte Möglichkeit sich so reich an Liebe, Vertrauen, Zuneigung, Stärke oder Melancholie zu fühlen. Dabei sind es oftmals auch die Songs, die wir in diesen Momenten hören, die uns jedes Mal erneut – wenn der Song einmal läuft – zurück in diesen Augenblick katapultieren. Im Grunde weiss man vorher nicht, dass dieser Song einmal unverwechselbar mit einer Situation verbunden sein wird, an die wir uns immer wieder zurückerinnern werden. Doch was ist, wenn ein Song es ist, der dieses Gefühl transportiert – ohne, dass es so einen Moment bisher gab?

Washed Out - Purple Noon

Washed Out – Purple Noon

Mit Washed Outs neuester Single Time To Walk Away stehen wir gerade vor so einem Song. Mit der im April veröffentlichten Single Too Late hatte Washed Out eine neue Richtung eingeschlagen und sich schneller und poppiger präsentiert. Nun ist mit Time To Walk Away die neueste Single da und zeigt, wie obsessiv sich Ernest Weatherly Greene Jr. in seiner Musik verlieren kann. Dabei ist es Washed Outs Anspruch, sich zwar mit neuen Klangideen weiterzuentwickeln, doch immer auch nach Washed Out zu klingen. Abschließend gibt Washed Out im Interview auch zu, dass seine Melodien oft eine Sehnsucht haben, die sich ziemlich melancholisch und traurig anfühlen kann – aber er habe das Gefühl, dass in seltenen Fällen dieselben Melodien gleichzeitig seltsam erhebend und hoffnungsvoll sein können. Dieses Erhabene greift zu 100 Prozent auf den Hörer über und erzeugt das Gefühl in einem Moment zu stecken, der so einzigartig ist, dass man ihn nur mit einem euphorisch aber entspannten Synthiesound untermalen kann. Time To Walk Away ist ein Song für die Erinnerung und gleichzeitig baut er selbst Momente auf, an die man sich gerne erinnern möchte. Time To Walk Away wird sich auf Washed Outs viertem Studioalbum Purple Noon befinden, das am 7. August veröffentlicht wird.

Møme, Ricky Ducati - Got It Made

MØME feat. Ricky Ducati – Wenn die Disco zu Dir kommt

Er ist mit neuem Material zurück! Hat der Franzose Jérémy Souillart unter seinem Musik Alter-Ego MØME in den letzten beiden Jahren vor allem die Trilogie Møment I, Møment II (beide 2018) und Møment III (2019) veröffentlicht, ist es sein unverwechselbarer Discosound, der MØME auf jeder Tanzfläche zum Hit werden lässt. Zusammen mit Ricky Ducati veröffentlicht MØME nun abermals einen Song, in dem der kalifornische Sänger mit seiner hohen Stimme glänzen kann. Dabei klingt Ducati auf Got It Made fast schon einem der Bee Gees Brüder zum verwechseln ähnlich. Mit einem hervorstechenden Bassbeat und dem hallenden Gesang Ducatis wird Got It Made zum Ausreißer in die 70er Jahre und lässt uns an die Bilder aus Saturday Night Fever denken. Dabei können wir auf noch deutlich mehr Musik der beiden hoffen, hat MØME doch ein Album angekündigt, welches er zusammen mit Ducati aufgenommen hat, Flashback FM heissen und voraussichtlich im kommenden Jahr erscheinen wird. Mit der geballten Ladung French House, Elektro, Disco, Synthie und Funk bereitet uns der Franzose mit Got It Made also auf eine satte Ladung Discotunes vor. Zusammen mit dem passenden Musikvideo haben MØME und Ducati eine kleine Zeitreise gewagt, erklärt der Franzose. Wir stellten uns ‚Got It Made‘ als eine Zeitreise in die 70er/80er Jahre von Los Angeles vor, die von einem imaginären Pop-Radiosender stammt – wir hätten Kalifornien zu dieser Zeit wirklich gerne kennengelernt. Wir wollten, dass das Video eine visuelle Interpretation davon ist. Dies ist den beiden gelungen und zeigt gleichzeitig, dass sich MØME für dieses Projekt deutlich persönlicher präsentiert. Hier klingt der Song nicht mehr nur nach einem Sommerhit, sondern gleichzeitig auch noch stärker nach einem Charakter, als wir es von seinen vorherigen Songs gewohnt sind. Mit Got It Made dürfte MØME zusammen mit Ducati für einen heißen Sommer sorgen, der bedingt durch die Pandemie aus unseren Wohnzimmern eine Disco werden lässt.