OTR feat. Vancouver Sleep Clinic - Moon

OTR – Hebt uns in neue Sphären

Bereits auf Midnight Sun hatte sich der US-Amerikanische Musiker OTR – alias Ryan Chadwick – durch einen cineastischen Sound ins Gespräch gebracht. Mit seinem – am 24. April erscheinenden – Debütalbum Lost At Midnight hebt uns OTR förmlich in neue Sphären. Denn mit seinem elektronischen Sound, der irgendwo zwischen Rüfüs Du Sol, Bag Raiders und Lane 8 liegt, bringt uns OTR zum innehalten. Auch Moon ist kein Song, den man sich nebenbei anhört. Er hält auf, er unterbricht uns in unserem täglichen Ablauf und bringt uns dazu in uns hineinzuhören. Die schier epische Komposition lässt uns fast schon schweben und zeigt in der Kollaboration mit dem – viel zu wenig beachteten – australischen Musiker Vancouver Sleep Clinic, wie sehr die Musik von tiefen Emotionen getragen wird. Sein Debütalbum wird dann auch nichts Geringeres, als uns begeistert und sprachlos zurück lassen – sind auf Lost At Midnight doch Kollaborationen mit Panama, Shallou und Ukiyo, Au/Ra und WYNNE enthalten, die allesamt in den vergangenen Monaten bis zwei Jahren selbst für ordentliche Hypes sorgten. Bis es in sechs Wochen soweit ist und wir das ganze Album anhören können, heißt es nun erst einmal den Raumanzug überzuziehen und mit OTR in neue Sphären vorzudringen.

LAIKKA - Undertow

LAIKKA – Wenn Auflösen die Freiheit bedeutet

Sie stehen gerade erst am Anfang ihrer musikalischen Laufbahn als Band und klingen dennoch bereits nach verlässlichen Garanten für emotionale Elektromusik. Guckt man sich allerdings einmal die musikalischen Aktivitäten des Frontsängers Moritz Wunderwald an, ist hier schon Einiges zu finden. Er selbst ist unter dem Namen Wunderwald als Produzent aktiv, bildet daneben beim Duo Polaroyds die zweite Hälfte und mischt nun auch mit LAIKKA mit. Bei Polaroyds mehr auf Elektropop konzentriert, steht LAIKKA für deutlich sphärischere Synthiesounds. Auf ihrer gerade neu veröffentlichten, zweiten Single Undertow verliert man sich dann auch gleich in den ersten Synthieklängen und bekommt gleichermaßen ein Gefühl von Enge und Freiheit. Steht der melancholisch, schwelgerische Gesang für die Enge, stößt man mit ausbrechenden Elektrobeats förmlich in die Freiheit auf. Dies wird nicht zuletzt von den Einflüssen der beiden Musiker geprägt – hatte Wunderwald doch in einem Interview zur Entstehung des Duos einmal gesagt, dass er bis dahin eine regelrechte Schreibblockade hatte und sehr verkopft war. Erst durch Alex gewann er neue Freiheit in der Herangehensweise neuer Songs und lösten sich die Blockaden auf. Undertow ist ein Song zum darin verlieren, der sich an die schweren Momente im Leben heftet und diese leichter erscheinen lässt – aber auch eine voluminöse Soundästhetik hat, die für kalte Abende in warmer Umgebung wie gemacht ist.

Purity Ring - Stardew

Purity Ring – Mysteriöse Homepage und Album Nr. 3

Es scheint momentan eine Zeitspanne zu sein, die viele Musiker motiviert, wieder ein Album zu veröffentlichen. Nach Shrines (2012) und Another Eternity (2015) hatte sich das kanadische Duo Purity Ring lange fünf Jahre nicht mehr zurückgemeldet. Dabei standen sie Anfang der 2010er-Dekade mir Bands wie MS MR und Poliça für eine Welle mystisch, epischer Synthiepop-Songs. Nach zwei ausgedehnten Tourjahren 2016 und 2017 gab das Duo um Megan James und Corin Roddick 2017 schließlich bekannt, sich eine Auszeit zu nehmen, um an neuem Material zu arbeiten. Nun ist das lange Warten vorbei – denn mit einem kleinen Puzzle auf ihrer Homepage kündigen Purity Ring nun mit der Single Stardew nicht nur neue Musik an, sondern gleichzeitig ihr drittes Studioalbum Womb und eine ausgedehnte Tour, die sie im September auch nach Berlin führen wird. Auf Stardew verbinden Purity Ring einmal mehr ihren typischen Synthiesound mit Glocken und dem mädchenhaften Gesang James‘. Dabei klingt Stardew deutlich positiver und heller, als es die ersten beiden Alben taten. Mit einer regelrecht euphorischen Stimmung singt sich James durch pulsierende Synthies und tanzt förmlich auf einem wabernden Beat. Mit Stardew lassen Purity Ring die letzten fünf Jahre der Stille fulminant enden und versprechen nicht weniger, als ein weiteres großartiges Album zu veröffentlichen.

 

Hudson Taylor - Loving Everywhere I Go

Hudson Taylor – Mit frischem Sound zum neuen Album

Als sich Hudson Taylor 2014 auf dem Weg zu ihrem Debütalbum befanden und die Singles Battles und Chasing Rubies veröffentlichten, waren es noch zwei irische Jungs, die alles als ganz aufregend und neu empfanden. Ihr Album Singing for Strangers schaffte es schließlich auf Anhieb auf Platz 3 der irischen Albumcharts. Ihr zweites Album Bear Creek to Dame Street, das als Mini-Album veröffentlicht wurde, konnte diesen Erfolg leider nicht wiederholen und platzierte sich nur auf Platz 78. Nun wird das neue Album Loving Everywhere I Go der irischen Brüder für überraschte Gesichter sorgen. Denn mit ihrem neuen Album, das am 28. Februar erscheinen wird haben Alfie und Harry Hudson ein Album mit zwei Seiten aufgenommen. Ist die erste Hälfte gespickt mit poppigen, Gitarrensongs, die deutlich vom Folk des ersten Albums abweichen, wird genau dieser Folk auf dem zweiten Teil des Albums durch ein akustisch, ruhig gehaltenes Soundbett getragen, das Verletzlichkeit und Intimität ausstrahlt und so pur klingt, dass man kaum glauben kann, ein und dieselbe Band auf diesem Album zu hören. Die – im Januar veröffentlichte – Single What Do You Mean zeigt, wie sehr die beiden Musiker Popmusik beherrschen. Nun kommt am Freitag mit Where Did It All Go Wrong? die letzte Single vor dem Albumrelease raus und zeigt eine Tiefe, die dem Song mit einem starken Beat und interessanten Backingvocals eine Dringlichkeit verleiht, wie man sie so von Hudson Taylor noch nicht gehört hat. Dabei berstet der Song fast schon for musikalischen Referenzen und erinnert mit all seiner Vielfalt an so großartige Künstler, wie David Gray oder sogar – durch eine elektronische Bridge – ein wenig an die Pet Shop Boys. Hudson Taylor bleiben dennoch ihrem Folk-Sound treu und klingen authentisch und frisch.

OTR feat. Ukiyo - Midnight Sun

OTR – Kündigt langersehntes Debütalbum an

Es ist dieser euphorische Moment, den wir im Sound des Künstlers OTR wiedererkennen. Ein Sound, der uns an M83 oder an Flume erinnert. Und tatsächlich zählen diese Künstler sowie auch Petit Biscuit und ODESZA zu den großen Einflüssen des US-Amerikanischen Musikers Ryan Chadwick, der als OTR bereits 2018 mit seiner EP Unfold für Aufsehen sorgte. Nun hat OTR mit Lost At Midnight sein Debütalbum für den 24. April angekündigt und sorgt mit seiner Tracklist erneut für Begeisterung. Denn bereits bei den veröffentlichten Songs Drive – zusammen mit Panama – und Heart – der mit Shallou entstand – hat OTR keine Geringeren als zwei der großartigsten Künstler aus dem Bereich Mood-Electro auf seinem Album dabei. Doch mit seiner nun veröffentlichten und offiziellen Leadsingle Midnight Sun hat sich der 26-Jährige einen weiteren Künstler dieses Bereichs geschnappt und zusammen mit dem 20-jährigen Australier Ukiyo einen epischen und cineastischen Sound produziert, der sich auf eine Stufe mit M83s Meisterwerk Hurry Up, We’re Dreaming stellen kann. Mit großem Sound, flirrenden Synthies und hallendem Gesang passt Midnight Sun wunderbar zum Sonnenaufgang und dem Erwachen von Leben. Denn genau in einem solchen Moment kam OTR die Idee zu dem Song. In einem Flugzeug sitzend, kam ihm dieser Moment – mit Blick über die Wolken zur aufgehenden Sonne – so monumental vor, dass es für ihn klar war, dem Song einen opulenten Sound zu geben. Neben Panama, Shallou und Ukiyo werden aber auch Au/Ra und Vancouver Sleep Clinic mit dabei sein und das Album zu einem Anwärter auf das Debütalbum des Jahres werden lassen.

People Museum - Whole Heart

People Museum – Hatten etwas Größeres im Kopf

Spannend wird es immer wieder dann, wenn Musiker und Bands sich gründen und im Popbusiness ankommen, die eigentlich aus ganz anderen musikalischen Welten kommen. So geschehen bei dem aus New Orleans kommenden Duo People Museum. Dieses hat sich 2016 gegründet und begeistert mit einem Mix aus Dreampop, Trompeten und schwelgerischem Gesang. Dabei kommt Claire Givens – die Tochter eines Baptisten ist der als Chor- und Opernsänger arbeitet –  aus dem klassischen Gesangsbereich, der eher in Richtung Opernsängerin geht und mit dem sie nach wie vor in Kirchen auftritt. Jeremy Phipps wiederum ist Produzent und Posaunist und kommt aus dem klassischen Jazzbereich, in dem er auch mehrere Bands gründete. beide zusammen vereinen all ihre musikalische Vielfalt zu einem Dreampopsound, der durch Claires Stimme stark vom 80er-Jahre Sound inspiriert ist. Nach ihrem 2018er Debütalbum I Dreamt You In Technicolor haben People Museum nun vor wenigen Wochen die aussagekräftige EP I Made A Madman Out Of Me And You Laughed veröffentlicht, auf der mit Whole Heart eine wunderbare Dreampopnummer ist, die den jazzigen Anteil inklusive Posaunen von Phipps beinhaltet, wie auch den klaren, hohen Gesang Givens. Whole Heart lädt zum Träumen ein und lässt einen in diesen Träumen abheben. So gucken wir mit Spannung dem kommenden, zweiten Album entgegen, für das es allerdings noch keine näheren Informationen gibt.

Giant Rooks - Watershed

Giant Rooks – Sound im Wandel

Die Giant Rooks haben über die letzten Jahre eine beachtliche Größe erreicht. Ganz aus sich heraus gewachsen, haben die fünf aus Nordrhein-Westfalen kommenden Musiker es geschafft, binnen nur zwei Jahren – seit ihrer Gründung 2014 – zur Vorband von The Temper Trap oder Kraftklub zu werden und verkaufen mittlerweile sogar die Berliner Columbiahalle aus. Dabei war es sicher hilfreich, dass am 1. Dezember 2019 eine Tatort Folge mit gleich drei Songs der Band über 9 Millionen TV-Zuschauer fand und somit bei einer nicht zu unterschätzende Zuschauerzahl Interesse weckte. Doch auch fernab dieser Zuspiele sind die Giant Rooks ein absoluter Garant für großartigen Indie aus Deutschland und spielen sich live in alle Herzen. Denn ihre Aufrichtigkeit und Direktheit kommt an. So wirken sie dem Publikum immer nah, zeigen Spielwut und genießen jedes Konzert sichtlich. Nach den drei EP’s The Times Are Bursting the Lines (2015), New Estate (2017) und Wild Stare (2019) wird es Zeit für ein Debütalbum – und dieser Weg wird gerade geebnet. Denn, dass die Band nicht stehen bleibt, zeigten sie im Herbst 2019 mit der Veröffentlichung des Songs King Thinking – der erstmals einen anderen Ton anschlug. Jetzt sind sie mit Watershed zurück und überzeugen mit einem – schon ziemlich passenden – Stadionsound, der sich deutlich größer anhört, als ihre bisherigen Songs. Mit einem Klavierspiel, treibenden Beats und mehrstimmigen Gesang begeistern Giant Rooks vollends und ist dabei das Kratzige in der Stimme des Frontsängers Frederik Rabe zugunsten einer wärmeren Stimmlage gewichen. Watershed neigt dazu, ein neues Kapitel der Giant Rooks einzuläuten und dürfte gleichzeitig große Hoffnungen auf ein baldiges Debütalbum schüren. Gleichzeitig füllt die kommende Europatour, die im April und Mai 30 Städte anlaufen wird, den Namen Rookery der nicht passender für das Debütalbum sein könnte.

The Coronas - Haunted

The Coronas – Bewegende Zeiten

2019 war für die Dubliner Band The Coronas ein bewegendes Jahr. Zum einen veröffentlichten sie die Single Find The Water, die mit einer unglaublichen Intensität für eine begeisterte Resonanz sorgte. Dann gab es im September einen Gig auf dem Berliner Lollapalooza Festival, welches ihren bisher größten Auftritt in Deutschland markierte und schließlich folgte Ende November die Nachricht, dass der Gitarrist Dave McPhillips die Band zum Ende des Jahres nach 12 Jahren verlassen würde. Diese Nachricht schaffte es sogar auf die Titelseiten der irischen Presse und zeigt, wie sehr die Iren mit ihren irischen Helden verbunden sind. Nun haben The Coronas mit Haunted eine weitere Single veröffentlicht, die eine Aufbruchstimmung versprüht und dabei so aufrichtig und ehrlich, wie verschlossen ist. Denn hierbei geht es darum, in einer Partnerschaft offen und aufrichtig zu sein. Dass das als Musiker manchmal schwieriger ist, als die gleichen Worte in Songs zu verarbeiten, wissen die irischen Jungs nur zu gut. Haunted überzeugt einmal mehr mit mehrstimmigen Refrain, Danny O’Reillys familiärem Gesang und neuen elektronischen Elementen. Einmal mehr haben es The Coronas geschafft eine Stadionhymne zu schreiben und gleichzeitig die Gebrochenheit zu transportieren, die das Lied zeichnet. Mit neuen Konzerttermin für die USA, Großbritannien und Irland im Gepäck, dürfte die Ankündigung, eines baldigen neuen Albums nur noch eine Frage der Zeit sein. Wir sehen also gespannt einem aufregenden neuen Jahr für The Coronas entgegen.

Mura Masa feat. Georgia - Live Like We're Dancing

Mura Masa feat. Georgia – Zwei britische Durchstarter in einem Song

Georgia Barnes ist gerade eine der angesagtesten Acts der britischen Musikszene. Mit ihrem soeben veröffentlichten, zweiten Album Seeking Thrills vereint die Londoner Musikerin, die nur unter ihrem Vornamen auftritt, euphorischer Dancepop á lá Robyn und bringt die Stimmung einer Partynacht auf den Punkt. Alex Crossan hingegen, steht als Mura Masa auf der Bühne und hat mit seinem Debütalbum Mura Masa (2017) künstlerisch fast alles erreicht, was man schaffen kann, denn mit Mura Masa schaffte es der britische Musiker sogar, zwei Nominierungen für die Grammys einzusacken. Während sich Mura Masa in den letzten Monaten intensiv auf die Fertigstellung seines Folgealbums R.Y.C. konzentrierte, hat er die Londonger Sängerin Georgia kennengelernt. Zusammen haben sie einen Song aufgenommen, den Mura Masa nun, nach der Veröffentlichung des neuen Albums ins Netzt gestellt hat. Hierbei mixt der Musiker und Produzent drei große Elemente zu einer Soundwolke zusammen. Zum einen sind hier Mura Masas typische Sounds, wie Tropical House, Dupstep und Hip-Hop zu hören, hinzu kommt Georgias wunderbar leichte Art zu singen und dem Beat stimmlich völlig zu vertrauen. Darüber hinaus hat Mura Masa am französischen House gefallen gefunden und unterlegt den Song Live Like We’re Dancing mit einer Elektrolinie, die an Daft Punks Hitalbum Discovery (2001) erinnert. Zusammengemischt klingt Live Like We’re Dancing so organisch gewachsen, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dieser Song würde nicht aus einer Hand kommen. Mura Masa zeigt mit seinem neuen Album, wie abwechslungsreich ein Musiker klingen kann und begeistert auch mit dem – oftmals so schwierigen – zweiten Album vollends.

Das Ding Ausm Sumpf - Genau Du

Das Ding Ausm Sumpf – Monsterrap auf Dancebeats

Kein bisschen bescheidener könnte man es beschreiben, was der Münchener Musiker Stefan Mühlbauer da unter dem Pseudonym Das Ding Ausm Sumpf raushaut. Mit einer Mischung aus Rap und derben elektronischen Beats erinnert Das Ding Ausm Sumpf auf seiner aktuellen Single Genau Du stark an Deichkind. Neben diesen Elementen kommt aber auch eine Portion Balkanbeats hinzu und erinnert der Song hier und da sogar ein klein wenig an den Sound, den Fettes Brot auf ihrem Überhit Schwule Mädchen hatten. Das Ding Ausm Sumpf behandelt dabei Themen, die bewusst provozierend sind und anecken – denn dem Druck der Leistungsgesellschaft erteilt der Musiker einen fetten Mittelfinger. Mit kränk wird der Münchener am 6. März sein Debütalbum veröffentlichen und gleichzeitig auf eine ausgedehnte Konzerttour gehen, die sagenhafte 38 Städte ansteuert.