Bombay Bicycle Club - Everything Else Has Gone Wrong

Bombay Bicycle Club – Ihren Frieden gefunden

In knapp sieben Wochen steht das neue Album Everything Else Has Gone Wrong der britischen Indie-Band Bombay Bicycle Club in den Läden. Bis dahin war es ein langer Weg, hatten Bombay Bicycle Club doch ihr letztes Album So Long, See You Tomorrow sechs Jahre zuvor veröffentlicht und damit so lange, wie nie zuvor für ein neues Album gebraucht. Doch hört man sich die erste Single Eat, Sleep, Wake (Nothing But You) und den heute veröffentlichten Song – und gleichzeitig Titeltrack des Albums – Everything Else Has Gone Wrong an, wird klar, dass die Jungs in den vergangenen Jahren wohl einiges durchlaufen haben müssen. So fügt die Band auf ihrer Facebook-Seite der Veröffentlichung des Songs auch noch die Info hinzu, dass Everthing Else Has Gone Wrong eine Art Katharsis bedeutet, aus der es gilt, das Licht in all dem Dunkel zu finden und damit auch durch Hoffnung und Sicherheit aus einer Verzweiflung zu kommen. Die kathartische Rolle, die Musik hierbei spielt, zeigt sich auf Everything Else Has Gone Wrong als heilend und Hoffnung stiftend. Gleichzeitig ist Everything Else Has Gone Wrong ein typischer Bombay Bicycle Club Track, der allerdings etwas schroffer wirkt – vergleicht man ihn mit den Songs der vorherigen Alben. Besonders empfehlenswert ist das dazugehörige Musikvideo, welches vom talentierten britischen Nachwuchs-Regisseur Louis Bhose kommt, der bereits zu Eat, Sleep, Wake (Nothing But You), Lewis Capaldis Grace und Michael Kiwanukas Kollaboration mit Tom Misch zu Money Regie führte. Mit einer klaren Erzählstruktur und Spannungsbogen verfolgen wir hier, wie sich Bombay Bicycle Club Frontsänger Jack Steadman auf einer Straße liegend wiederfindet und über viele Momente der Rettung hinweg aussichtslos im Sterben befindet. Dabei ist Everthing Else Has Gone Wrong mal dramatisch laut, mal treibend und wabernd – doch immer klar als Song der Londoner Band erkennbar. Bombay Bicycle Club haben viel zu erzählen und bauen drum herum einmal mehr ihren wunderbaren Indie-Rock-Sound.

Seeed - Lass Sie Gehn

Seeed – Lässig durch den Sommer

Nachdem Ticket bereits das erste Anzeichen, für eine Rückkehr der Berliner Band Seeed war, haben die Jungs um Peter Fox und Dellé nun mit Lass Sie Gehn eine zweite Single veröffentlicht, die wieder zurück, zu den Wurzeln der Band findet. Dass Seeed dabei dieses Jahr wieder auf der Tanzfläche erschienen sind, ist so erfreulich, wie stark. Nachdem im Mai 2018 mit Demba Nabé eines der Gründungs- und wichtigsten Mitglieder verstorben und das letzte Album Seeed 2012 erschienen war, wurde bei vielen Fans die Hoffnung geschmälert, jemals wieder neue Musik der Band zu hören. Doch mit dem Song Ticket zollte das Berliner Kollektiv einmal mehr Tribut und bedankte sich damit bei Demba Nabé. In ihrem nun veröffentlichten Song Lass Sie Gehn klingen Seeed dann plötzlich wieder wie Anfang der 2000er, als alles mit der Band so richtig ins Rollen kam. Dass jedoch zwischen den Zeilen des Songs auch eine bevorstehende Veränderung gelesen werden kann, lässt Raum für viel Spekulationen. Denn klingen sie auf Lass Sie Gehn auffällig stark nach ihrer Anfangszeit, vermittelt der Text und auch das Musikvideo eine Atmosphäre des Aufbruchs in neue Zeiten. Da werden Altlasten abgestreift und ein öder Planet verlassen. Wie sich Seeed hierbei und auf ihrem kommenden, fünften Studioalbum, welches sie für Ende 2019 angekündigt haben, entwickeln werden, bleibt somit eine Überraschung. Dass wir uns allerdings sicher sein können, wieder vollkommen von den Music Monks abgeholt zu werden, ist sicher.

Lupid - Happy End

Lupid – Was treibt Dich an

Was treibt einen an, wenn der Lebensmittelpunkt einen verlassen hat? Wenn die große Liebe für immer auf Wiedersehen gesagt hat? Es treibt uns zumeist in den Zwiespalt, den Lupid auf ihrer neuen Single Happy End beschreiben. Die Textzeile Das ist kein schlechter Film, wo man das Ende kennt, sind Stolz und Vorurteil, ohne Happy End. Das ist kein Hollywood, verdammt, das sind wir umschreibt wunderbar lyrisch, das Gefühl, welches wir alle bereits kennen. Den Moment, an dem die Beziehung endet und man all diese Lovestory-Filme sieht, in denen sich am Ende immer alles zum Guten wendet. Dieses daraus entstehende Gefühl der Stärke in einem Moment, in dem man sich am schwächsten fühlt haben Lupid auf Happy End wunderbar herausgearbeitet. Hier ist eine Geschichte entstanden, die sich im Kopf sofort in Bilder umsetzt und dabei nicht etwa mit den Gefühlen der Band verknüpft, sondern – und das ist das eigentlich spannende – mit unseren eigenen Erinnerungen gefüllt werden. Damit schaffen Lupid, was nur sehr selten bei Songs zu erleben ist, eine direkte Spiegelung von uns selbst. Nach Lieb Mich Jetzt ist Happy End bereits die zweite Single, aus dem für Ende 2019 angekündigten, zweiten – noch namenlosen – Studioalbum und stellt gleichzeitig den zweiten Teil, der ganz persönlichen Geschichte des Frontsängers Tobias Hundt, dar. Musikalisch so wunderbar zwischen Zusammenbruch, Hoffnung und Aufbruch wandelnd, ist Happy End mit einer Dramaturgie versehen, die sich Hundts Stimme zu Nutzen macht und am Ende doch in einem Film endet – in einem, der in unserem Kopf stattfindet.

Puder – Wenn wir lieben, sind wir nackt

Es ist ein Traum von einem Song – denn er ist anders. Die Hamburger Sängerin Puder, hinter dessem Pseudonym sich Catharina Boutari verbirgt, versucht damit ein Gefühl, welches sie selbst als Geschichte vom Ende der Welt beschreibt, zu transportieren. Dabei übt Nackt hier eine enorme Faszination aus. Mit Boutaris extrem fragilen Gesang, der nach Entrüstung, nach Aufgabe, nach Liebe und nach Hoffnung klingt, hat sie auf 3:38 Minuten einen Raum der Ruhe geschaffen. Er lädt zum Nachdenken ein und ist textlich dabei ein Wachrütteln der sanften Art. Puder hat mit Nackt einen Song eingesungen, der die Hast des Alltags rausnimmt und eine Bodenständigkeit vermittelt, die so roh und ehrlich ist, dass man die starke Frau hinter den leisen Tönen so deutlich erkennt und sich ihren Texten einfach hingeben möchte.

Cassia – Lasst uns wie die Irren tanzen!

…denn die neue Single Small Spaces der – aus Macclesfield, nahe Manchester kommenden – Indie-Hoffnung Cassia lässt nichts anderes zu. Mit einem Mix aus Afro- und Skaklängen, welche die Band selbst als Calypso Afro-Rock bezeichnet, sowie einer an Beatenberg und Vampire Weekend erinnernden Leichtigkeit schaffen es Rob Ellis, Lou Cotterill und Jake Leff, die sich hinter Cassia verbergen, sich in die Herzen aller Indieliebhaber zu spielen. Auf ihrer neuesten Single liefern sich die Jungs ein wahres Feuerwerk an Gesangswechseln und sind daher alle drei auf Small Spaces zu hören. Mit der Unterstützung von BBC Introducing haben sie es binnen kürzester Zeit geschafft, sich auf der britischen Insel eine Fangemeinde von über 30.000 Menschen zu erarbeiten. Sie selbst beschreiben sich gerne mit den Worten Wir sind eine Band die sommerliche Musik in Manchester macht – so einfach kann es manchmal sein. Dabei drehen sich die Themen nicht immer nur um Sonnenschein. So singen sie beispielsweise auf der aktuellen Single über die Tristesse der Routine und den Wunsch aus der eigenen Realität auszubrechen. Das sind dann schon deutlich erwachsenere Themen, als es die leichte Musik vermuten ließe. Mit einem Album im Gepäck, kommen Cassia im Frühling auf Tour und machen auch in Deutschland für ein paar Konzerte Halt. Bis dahin genießen wir das sommerliche Small Spaces und tanzen mit unseren Beinen drauf los.

Palace – Wenn der Schmerz die Heilung bringt

Bereits vor zwei Jahren kamen die Single Break The Silence und das Debütalbum So Long Forever des britischen Trios Palace auf den Markt. Dieses beinhaltete dunkle Indie-Songs, die von Schmerz und Weite getragen wurden. Nun sind Frontsänger Leo Wyndham, Matt Hodges und Rupert Turnersie nach zweijährigem Touren und Song-schreibens zurück und bieten uns mit No Other eine würdevolle neue Single als Nachfolger des Sounds ihres Debütalbums. Dabei ist No Other thematisch der Übergang ihres 2016er Albums, welches sich um Schicksalsschläge und eine dunkle Vergangenheit drehte. Denn hier besingt Wyndham den spannenden Moment, als in seinen dunkelsten Momenten plötzlich eine Person in sein Leben trat, die ihn aus der ausweglosen Situation holte, in der Wyndham keine Hoffnung mehr hatte und sich beinahe verloren hätte. Diese Person entfachte in ihm eine neue Leidenschaft und das wunderbare Gefühl der Liebe. Musikalisch äußert sich dies in einem epischen Indie-Song, der sich oft zu verlieren scheint, nur um sich dann wieder selbst aufzufangen. Hier kommen die ganz großen Gefühle zum Ausdruck und zeigen die Band in all ihrer Kraft.

Zayn feat. Timbaland – Frischling vs. Altmeister

Zugegeben, die Überschrift passt nicht so ganz. Ist Zayn Malik doch längst kein Frischling mehr. Doch im Vergleich zu Timbalands fast 30 jähriger Karriere sind Maliks 8 Jahre noch recht überschaubar. Nach seinem 2016er Nummer-Eins Debüt Mind Of Mine hat Malik nun mit der Single Too Much die Hoffnung auf ein baldiges, zweites Album genährt. Dafür hat sich der britische Sänger den Star-Produzenten dazugeholt. Mit seinen unzähligen Hit-Songs und -Alben hat Timbaland in seiner Laufbahn bereits Millionen von Platten verkauft – nun treffen sich Timbalands pumpende Beats, sein typisches Echo und der Vocoder-verzerrte Gesang mit Maliks smartem R&B. Dabei erinnert er ein wenig am Marios Let Me Love You, ist einfühlsam, romantisch und verträumt. Auf Too Much treffen sich moderner und klassischer R&B von Timbaland und Malik und lassen sowohl neue Fans als auch die Älteren freudig aufhorchen.

Moby – Das Wunderkind ist zurück

Zugegeben – die Überschrift ist etwas reißerisch. Schaut man sich Moby’s Output in den letzten Jahren an, war er nie produktiver und bringt mittlerweile fast jährlich eine neue Platte raus. Doch sind die Intentionen des New Yorker DJ’s andere. Waren die letzten drei Alben sehr kantig und den Fans der 18 und Play Ära eher schwierig zu erschließen, kommt nun mit der ersten Single Like A Motherless Child Hoffnung auf, dass Richard Melville Hall – alias Moby – wieder ein deutlich moderateres Album veröffentlichen könnte. Hier kommt ein rhythmischer Beat, der sogar etwas an Lift Me Up erinnert, zum Einsatz und singen Raquel Rodriguez und Moby in einer hypnotisierenden Art, dass man gespannt verfolgt, wie der Song weitergeht. Moby hat mit Like A Motherless Child seit langem wieder einen Song veröffentlicht, der sowohl den eingefleischten Elektro-Fans, als auch den Pop-Fans gefallen wird.

Odesza – Mit Video zur zweiten Single Line Of Sight

Odesza – Line Of Sight

Bereits Anfang Mai konntet Ihr hier über die beiden Songs Late Night und Line Of Sight lesen. Nun hat das amerikanische Duo ein Video zu Line Of Sight veröffentlicht und erhält damit nochmal extra Aufmerksamkeit. Line Of Sight ist eine schwere, euphorische Elektronummer, die musikalisch neben Songs wie von The Chainsmokers und Bastille zu stellen ist. Hier übernehmen große Synthies die Führung und ähnelt die Stimme Wynnes die des Frontsängers Dan Smith von Bastille. Mit dem Genre Future Bass, das sich um 2006 in Großbritannien, den USA, Japan und Australien bildete, stehen Odesza in einem Raum mit Künstlern wie The Chainsmokers, Flume und PanamaLine Of Sight hat dabei ein, von Regisseur Daniel Brown geführtes, Musikvideo erhalten, welches an heutige Science-Fiction Filme anknüpft. In einer realistischen Welt, gibt es Roboter, die sich bekämpfen. Dabei greift Brown das Gefühl von Line Of Sight auf und präsentiert Melancholie und Hoffnung, welche durch einen Jungen transportiert werden, der im Dschungel einen Kampfroboter als Freund findet. Es ist die Erzählung eines modernen Dschungelbuches, das Brown hier inszenieren und Odesza mit Wynne und Mansionair liefern dazu den passenden Soundtrack ab.