Kings Of Leon - The Bandit

Kings Of Leon – Neue Tracks, neues Album!

Mit ihren insgesamt sieben bisherigen Alben haben die Rockkönige von den Kings Of Leon in den vergangenen zwanzig Jahren alles erreicht, was es im Rockolymp zu holen gibt. Von rotzigen Indiehits, wie Molly’s Chambers und The Bucket aus dem Debütalbum Youth and Young Manhood (2003) über die absoluten Überhymnen Sex On Fire und Use Somebody ihres weltweiten Durchbruchs Only By The Night (2008) bis hin zu einer musikalischen Veränderung auf ihrem letzten Album Walls (2016) haben sie alles durchgespielt. Hat Sex On Fire den Grammy in der Kategorie Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocal gewonnen, wurde Use Somebody sogar gleich drei mal mit einem Grammy in den Kategorien Record Of The Year, Best Rock Song und Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocal ausgezeichnet. Dabei hat sich das Album Only By The Night mit 7,5 Millionen Platten mit Abstand am meisten verkauft und hat die Band insgesamt über 21 Millionen Platten und 38 Millionen Singles abgesetzt. Während von vielen Fans der ersten Stunde in den letzten beiden Alben Mechanical Bull (2013) und Walls (2016) eine gewisse Müdigkeit der Band festgestellt wurde, die auch bei Auftritten, wie auf dem Berliner Lollapalooza Festival 2016 mitzubekommen war, gingen auch die Verkaufszahlen der Band aus Nashville zurück.

Kings Of Leon
Kings Of Leon

Mit einem fulminanten Auftritt auf der 2019er Ausgabe des Berliner Lollapalooza Festivals fegten sie jedoch all diese Eindrücke förmlich weg und begeisterten mit einer sagenhaften, energiegeladenen Show und einer Offenheit, die man als Berliner so nicht von der Band gewohnt war. Während die US-Amerikaner im März 2020 mit Going Nowhere einen ersten neuen Song veröffentlichten, verdichten sich seit ein paar Tagen die Gerüchte um eine baldige Veröffentlichung des achten Albums der Band. Diese Gerüchte feuerte die Band selbst immer wieder an, indem sie seit dem 1. Januar insgesamt sechs Snippets zu Songs mit Titeln, wie Must Catch The Bandit, Feel The Way You Do, Dancing In Your Head, Spin It Like We Can, I’m Going Nowhere und When You See Yourself veröffentlicht hat. Diese sind zwar sehr unterschiedlich, bilden aber gleichzeitig die komplette Palette der bisherigen Diskografie der Band ab. Hier hören wir von typisch, hallenden Gesängen – die mit sphärischen Gitarren unterlegt sind – wie auf Feel The Way You Do, über treibende Rocksongs, wie Must Catch The Bandit bis hin zu den typischen Gitarrenriffs eines Dancing In Your Head – welches so sehr an Use Somebody erinnert – in jedem Ton den Atem der Band um Frontsänger Caleb Followill. Die gerade veröffentlichte Single The Bandit begeistert daher mit genau diesem Sound der Kings Of Leon. Laute Gitarren, treibende Bridges und Calebs wunderbare Stimme, sowie einmal mehr Stadionrock at it’s best. Die Kings Of Leon sind zurück und mit ihnen der ganz große Rock! Und kurzerhand ging zum gleichen Zeitpunkt der Songveröffentlichung auch die Info raus, dass das achte Kings Of Leon Album When You Se Yourself heissen wird und am 03. Mai veröffentlicht wird.

Krezip - You Are Not Alone

Krezip – Die Geschichte schreibt sich weiter

Es war eine fulminante Rückkehr der niederländischen Erfolgsband Krezip, die sie 2019 hinlegten. Nach zehn Jahren der Trennung von 2009 bis 2019, gaben sie Anfang des Jahres 2019 bekannt, wieder zusammen aufzutreten und veröffentlichten nur wenige Tage später mit Lost Without You die erste Single. Was folgte, waren mit How Would You Feel eine weitere Single im Sommer und ein erstes neues Album, nach 12 Jahren, im Herbst 2019. Dabei nutzen sie für die Veröffentlichung des Albums Sweet High den Konzertmarathon im Amsterdamer Ziggo Dome, den sie an drei Tagen hintereinander ausverkauften und damit über 50.000 Fans wiedersahen. Am Ende des Jahres standen erfolgreich ausverkaufte Konzerte, eine Albumveröffentlichung, die Goldstatus erreichte und mit Lost Without You eine neue Platin-Single. Das 2020 anders ablief, als es sich die Band vorgestellt hatte, dürfte nicht erstaunen, doch hat die Band um Frontsängerin Jacqueline Goveart die Monate ohne Auftritte genutzt, um an neuer Musik zu schreiben. Herausgekommen ist mit You Are Not Alone ein Song, der pünktlich zum neuen Jahr gestern veröffentlicht wurde und sich als eine Heilung für das vergangene Jahr verstehen lässt.

Krezip
Krezip

Mit der Botschaft, nicht zu sehr, nach hinten zu schauen oder an alten Dingen festzuhalten, halten sie uns an, sich auf das zu besinnen, was uns ausmacht. Dabei harmoniert der Song in typischer Krezip-Manier mit Govaerts wunderbar, klarer Stimme und einem steten, leichten Gittarenspiel, bis sich in der zweiten Hälfte schließlich ein Orchester einbringt und mit Anne Govaert und Annelies Kuijsters wieder zum mehrstimmigen Refrain angesetzt wird. Für alle Fans der, 1997 in Tilburg gegründeten, Band ist You Are Not Alone ein absoluter Herzenssong, der mit all den bekannten und beliebten Elementen der Popband aufwartet. Gleichzeitig ist You Are Not Alone der Titelsong des dritten Teils der niederländischen Comedyfilmreihe Soof. Auch Krezip hatten 2020 viel Zeit, um an neuer Musik zu arbeiten. Hier hören wir nun das erste Ergebnis dieser Arbeit und hoffen, dass uns 2021 noch mehr Songs der niederländischen Erfolgsband bringen wird.

JEREMIAS - mio

JEREMIAS – 80er Ballade über die Angst des Versagens

Für die Jungs von Jeremias war 2020 ein Jahr der Extreme, hatten Sie noch im Februar ihre bisher größte Tour in Berlin abgeschlossen, folgte mitten in der Pandemie die Veröffentlichung ihrer EP alma mit den Songs schon okay und keine liebe. Anfang November folgte dann ein eindringlicher Post über ihre sozialen Kanäle, in dem sie über ihre Gefühle und aktuelle Situation bezüglich der Pandemie sprachen. Wenige Tage später folgte mir hdl ein neuer Song, der so viele Parallelen zwischen einer Pandemie und einer zerbrechenden Beziehung aufweist, dass man den Eindruck bekommen kann, Jeremias würden hier kein Beziehungsende thematisieren. Nun haben die Jungs um Frontsänger Jeremias Heimbach mit mio ihren neuesten Song veröffentlicht und geben dem Gefühl von Träumereien einen eigenen Track. Hierbei schreibt die Band zur Veröffentlichung, dass der Track unsere Philosophie beschreibt, unseren Antrieb und unsere Gefühlswelt und bildet den zentralen Kern unserer Passion.

JEREMIAS
JEREMIAS

Dabei fällt auf, dass der Songtext eine ganz andere Sprache spricht und ein Gefühl dafür gibt, wie beispielsweise die Jungs bereits früh ihren eigenen Weg gehen wollten, doch immer wieder damit konfrontiert waren, nicht ernstgenommen zu werden. So flüchten sich Jeremias in den Schreibprozess, um sich vom Druck und der Sicht anderer Menschen abzulenken und verlieren sich hier auch schon mal in einem Tunnelblick. Doch, dass auch fernab der Ansichten anderer ein Druck entstehen kann, der die Jungs damit kämpfen lässt, nicht dem Fluchtreflex zu folgen, sondern den Schritt nach vorne zu gehen, zeigen sie auf mio einmal mehr. Denn hier sind die funkigen Gitarren in den Hintergrund geraten und wird ein 80er-Jahre Beat aus Synthies und Bässen in den Vordergrund gestellt. Ganz, als wäre der Song aus einer Stranger Things Episode gekommen, erzeugen Jeremias so ein Gefühl von Nostalgie, die sich entspannt und nachdenklich anfühlt. Mit mio und hdl lassen Jeremias nun auf eine neue EP hoffen, die durchaus in 2021 erscheinen könnte.

RAZZ - 1969 -Conrad

Razz – Auf dem Weg zum dritten Album

Letztes Jahr haben die Emsländer von Razz mit Bloc Party die Open-Air-Bühnen Deutschlands bespielt – nun stehen die Zeichen gut, dass wir uns bald auf Album Nummer 3 freuen dürfen. Dabei haben sich Razz in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Liveband gespielt. Mit energiegeladenen Bühnenperformances und einem ursympathischen Auftreten bekommen sie immer auch die letzte Reihe zum Tanzen. Nach ihrem Debütalbum With Your Hands We’ll Conquer – mit dem sie auf Anhieb in die Charts kamen – und den Singles Youth & Enjoyment und Turning Shadows wurden sie in den Feuilletons landauf, landab gefeiert – und das, als gerade einmal, im Schnitt, 15-Jährige. 2017 folgte dann mit Nocturnal das zweite Album, das den Erfolg des Debüts noch übertreffen konnte. Mit dabei war nicht nur die Single Let It In, Let It Out, sondern mit Another Heart/ Another Mind auch die Kollaboration mit den Giant Rooks – die ebenfalls zur gleichen Zeit ihren Aufstieg erlebten. Spannend dabei ist, dass die beiden Bands unterschiedliche Wege genommen haben, ihre Musik zu veröffentlichen.

RAZZ - Credit- Martha Friedel
RAZZ – Credit- Martha Friedel

Während die Giant Rooks immer wieder einzelne Songs streuen und EP’s und Alben veröffentlichen, arbeiten Razz im Kontext der Albumproduktion zumeist relativ stringent. So arbeiteten Razz bisher an einem Album und veröffentlichen ersten Songs als Leadsingle daraus, wenn eine bevorstehende Albumveröffentlichung naht. Nun sind Razz vor einiger Zeit nach Berlin gezogen und haben sich im Umfeld der Hauptstadt musikalisch deutlich weiterentwickelt. War ihr Klang auf den bisherigen Veröffentlichungen von schnellen Gitarrenriffs geprägt, die immer auch den Klang einer Teenagerband hatten, klingen die Jungs um Frontsänger Niklas Keiser auf ihrer neuen Single 1969 – Conrad nun nach einem größeren Ganzen. Hier spielen die Synthies und Gitarren mit dem Bass ein Wechselspiel und lassen Keisers Stimme so großartig neu klingen, dass man nicht drum herum kommt, sich irgendwie an eine Stimme der Vergangenheit zu erinnern. Razz haben mit 1969 – Conrad eine grandiose neue Single veröffentlicht, die groß, frisch und reif klingt und Lust auf mehr macht.

Beatsteaks - Glory Box

Beatsteaks – Wagen sich an die ganz Große

In den vergangenen Wochen haben die Beatsteaks mit den beiden Coverversionen Monotonie von Ideal und Glory Box von Portishead, zwei so dermaßen unterschiedliche Songs veröffentlicht, dass sich daraus bisher keine musikalische Linie, bezüglich der Genreherkunft ihrer Auswahl erkennen lässt. Sind es auf Monotonie Reggaeklänge, die sich durch den Song ziehen, bleiben die Beatsteaks bei Glory Box sehr nah am Original der britischen Band Portishead aus Bristol. Nun haben die Beatsteaks – eine Woche vor der Veröffentlichung ihrer Cover-EP In The Presence Of – einen dritten Song released und wagen sich hierbei an keine geringere Größe, als Hildegard Knef. Dabei war und ist die Knef bis heute eine der größten deutschen Gesichter und Stimmen und hat in unzähligen Filmen in Europa und den USA mitgewirkt. Auch musikalisch war die Sängerin seit den 1950er Jahren erfolgreich und hat unter anderem die Lieder Die Moritat von Mackie Messer aus Bertolt Brechts legendärem Theaterstück Die Dreigroschenoper eingesungen. Vielen ist sie heute vor allem durch ihren berührenden Song Für Dich soll’s rote Rosen regnen bekannt.

Beatsteaks Pressefoto Credit Erik Weiss
Beatsteaks Pressefoto Credit Erik Weiss

Für das neue Cover, bei dem die Berliner Songs von großartigen Frauen in der Musik neu interpretieren, haben sich die Beatsteaks den Hildegard Knef-Song Von nun an ging’s bergab gegriffen und eine wunderbare Gitarrensause daraus gemacht. Doch hier singt nicht etwa der Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß, sondern hat sich Gitarrist Peter Baumann die Ehre gegeben und sich mit einer klaren und – passend zum Song – süffisanten Gesangsstimme an den Song gewagt. Immer wieder bricht er dabei im Song mit den Elementen und springt zwischen harten Gitarrenriffs und stillen aber drängenden Gesangsparts hin und her. Auch heute steht – wie in den vergangenen Wochen – nicht fest, welche weiteren Songs auf der EP sein werden. Nur soviel – drei Songs sind veröffentlicht, drei weitere beinhaltet die EP. In sieben Tagen wissen wir mehr und können uns auf eine Cover-EP freuen, die sich durch großartige Songs von starken Frauen arbeitet.

Harry Styles - Golden

Harry Styles – Mit aller Macht dem Alltag entfliehen

Selten zeigte sich ein Freigeist in den letzten Jahren stärker, als beim britischen Musiker Harry Styles. Mit seinem aktuellen Album Fine Line, das sich bisher über 3,6 Millionen Mal verkaufte, zeigt der britische Musiker nach seinem Debütalbum Harry Styles (2017) bereits ein zweites Mal, dass man sich nicht sicher sein kann, was man von dem Musiker zu erwarten hat. Denn mit Einflüssen aus Funk, Pop, Britpop, Indie, Soul und Folk, sowie Rock sind seine Songs so vielseitig wie individuell. Mit Lights Up, Adore You, Falling und Watermelon Sugar hat Styles bisher bereits vier Singles aus dem aktuellen Album veröffentlicht. Nun kommt mit Golden die fünfte Single dazu und lässt uns ein noch größeres Fernweh empfinden, als wir es eh bereits in diesem Jahr besitzen. Auch wenn das Musikvideo dieses Gefühl aufgreift, braucht der Song selbst die Bilder von fernen Ländern und ausgelassenen Momenten gar nicht zwingend. Mit schnellen Gitarren und einer unglaublich euphorischen Bridge kommen ab Sekunde eins Bilder in unseren Kopf, die uns aus unserem Alltag und dem runtergefahrenen Lebensgefühl des Jahres 2020 reißen und eine Flucht aus eben diesem Alltag bedeuten.

Harry Styles
Harry Styles

Hier entfesselt sich ein Lebensgefühl, das von der Lust auf Entdeckungen, Abenteuer und pure Freude lebt und in uns den Wunsch auf mehr wachsen lässt. Styles hat es geschafft vom Boyband-Mitglied zum angesehenen Musiker zu werden, der sich individuell, authentisch und eigen zeigt. Gleichzeitig gibt Golden – als ersten Track auf Fine Line – die Richtung des Albums vor und vermittelt ein ungemein sommerliches Gefühl. Im dazugehörigen Musikvideo sehen wir schließlich Styles auf den Straßen Italiens tanzen und den Moment genießen. Dabei kommt es immer wieder zu losen Momenten, bei denen die Italiener, den britischen Musiker erkennen und ihm ein Grinsen entlocken. Harry Styles hat ein Album veröffentlicht, das ein Lebensgefühl vermittelt, welches wir alle brauchen, um unsere Batterien wieder aufzutanken und bleibt dabei durch seinen Musikmix so offen, dass sich Menschen verschiedenster Altersgruppen und Musikgeschmäcker plötzlich treffen. So munkelt das Billboard Magazine auch schon, dass sich Styles gute Chancen auf gleich mehrere Nominierungen für die Grammy Awards ausrechnen kann. Mit Golden beweist er einmal mehr, dass er allemal das Zeug dazu hat.

Freyr - You Want Love

Freyr – Ein Song, der das Bergpanorama absucht

Es ist ein Song, wie für die Untermalung eines Panoramas gemacht. Da hören wir, wie die sanften Gitarrensaiten ihre Töne vibrierend verbreiten und lauschen entspannt zu Freyr Flodgrens warmer Stimme. Hier kommt unweigerlich ein Bild vor Augen, das von Einsamkeit, Wärme und Ferne geprägt ist. Dass das nicht von ungefähr kommt, zeigt sich in einem Interview Flodgrens, der hier sagt, dass er den Song während eines Aufenthaltes in Vancouver aufgenommen und das Panorama der hohen Berge genossen hat. Mit You Want Love schauen wir also auf ein Bild, in dem sich unzählige Details verstecken. Beeindruckt von den schieren Ausmaßen der Berge, finden wir mal eine Straße, in der aus der Ferne immer wieder Scheinwerfer – wie kleine Glühwürmchen – entlang des Hanges ziehen, mal sind es Wolken, die sich im Berg verhangen zu haben scheinen und jeden Moment einen Schneeschauer auslösen könnten. Die Augen ziehen mit wenigen Bewegungen ihre Kreise auf einer Fläche, die so groß scheint, dass man sich vor Ort darin verlieren würde.

Freyr Flodgren
Freyr Flodgren

Freyr schafft es in seinem neuen Song, genau dieses Gefühl von Neugier, Faszination, Ruhe und Wärme zu verbinden und sorgt für eine Atmosphäre, die sich an uns anzuschmiegen scheint. Hier finden wir Geborgenheit und Gemütlichkeit und hören einen der wohl passendsten Songs für die aktuelle Jahreszeit – in der man sich Abends gerne in eine Decke einkuschelt, die Kerzen anmacht und draußen, auf der anderen Seite des Fensters, das raue Wetter vorbeiziehen sieht. You Want Love ist ein Song, um sich darin zu verlieren und strahlt mit einer Wärme, die von innen heraus kommt. Mit You Want Love veröffentlicht de Schwede mit isländischen Wurzeln – nach Avalon – den zweiten Song aus seinem, für Mai 2021 angekündigten Album, welches uns bereits jetzt das Herz höher schlagen lässt. Freyrs Musik ist ein Schatz, der so pur und authentisch ist, dass man sich ihm und seiner Stimme nur ergeben kann.

NEØV - Burnt My Fingers

NEØV – Introvertierte Atmosphäre trifft auf finnische Kühle und britischen Indie

Mit ihrem dritten Album Volant hatten NEØV Anfang 2019 eine Platte veröffentlicht, die mit Songs, wie Elysion, an die großartige Zeit des Indierocks der 70er und 80er und frühen 2000er anknüpfte. Auch live konnte man sich im Berliner Club Monarch Anfang 2019 davon überzeugen, wie sich der weite Sound des Albums in Konzertform anhören sollte. Nun haben sich NEØV für ihr neues Album wieder ins Studio begeben und neun neue Songs für das kommende Album Picture Of A Good Life eingespielt. Während sich die erste Singleauskopplung Marathon noch deutlich abstrakter zeigte und durch ein opulentes Intro und langgezogen, hymnische Strophen und Refrains auszeichnete, geht die neue Single Burnt My Fingers wieder deutlich mehr nach vorne und besticht durch schnelle Gitarren, präsente Drums und einen hervorstechenden Gesang Anssi Neuvonens.

NEØV
NEØV

Somit setzt sich der Prozess des Öffnens der Band weiter fort und kommt von einem introvertierten Start, über das deutlich zugänglichere Album Volant nun zu einem neuen Höhepunkt. Produziert wurde Picture Of A Good Life dabei von Sebastian Muxfeldt, der bereits mit Elbow und Albert Hammond Jr. zusammenarbeitete. Burnt My Fingers ist die Indie-Hymne, die wir Anfang der 2000er hörten, als wir Liebeskummer hatten, Ärger mit unseren Eltern oder einfach dachten, uns gehöre die Welt und wir müssten diese erkunden. Musikalisch erinnert der Song ein wenig an The Cure und lebt dabei von der gleiche dunklen Energie eines Hits, wie Lullaby. Mit Picture Of A Good Life bringen NEØV am 15. Januar 2021 ihr viertes Studioalbum auf den Markt und begeistern erneut mit einer Mischung aus britischen Indierock, finnischer Kühle und einer introvertierten Atmosphäre, die einen der ganz großen Reize der Band ausmacht.

Jono McCleery - Call Me

Jono McCleery – Ein Fels in der Brandung

Seine Songs bilden das Fundament für ein losgelöstes Wesen. Wurde der 37-jährige Singer/Songwriter Jono McCleery in London geboren, ist er zwar Teil der dortigen Musikszene, doch erzählt sein Schaffen eine Sprache, die vielmehr mit der rauen Landschaft der südenglischen Ländereien verbunden ist, als es die Millionenmetropole kann. In der Londoner Musikszene aufgewachsen, ist der introvertierte Musiker als Teil des dortigen Projektes One Taste Collective immer weiter in den Vordergrund gerückt. Hier hat McCleery dafür gesorgt, dass er londonweit zum Namen wurde. Unterstützt das Projekt One Taste Collective Bands bei ihren ersten Schritten, verhalf es unter Anderem Little Dragon und Jamie Woon zum Durchbruch. McCleery hat dabei in den vergangenen Jahren die Alben Darkest Light (2008), There Is (2011), Pagodes (2015) und Seeds Of A Dandelion (2018) veröffentlicht. Mit Here I Am And There Are You kommt am 20. November McCleerys fünftes Album auf den Markt und konzentriert sich wieder auf die warmen Sounds des Musikers. Mit der nun veröffentlichten Single Call Me zeigt der Brite, wie es sich anfühlt, getrennt zu sein. Dabei steht nicht im Vordergrund, ob durch eine räumliche Distanz getrennt, oder durch eine endende Beziehung. Vielmehr packt uns McCleery mit seiner unglaublich warmen Stimme und reisst uns mit, auf eine Tour durch den schönen Schmerz der Einsamkeit.

Jono McCleery
Jono McCleery

Dass dieser Schmerz nicht immer negativ sein muss und durchaus produktive und euphorische Momente hervorbringen kann, sehen wir im dazugehörigen Musikvideo. Hier sehen wir einen Mann, der sich, bedingt durch die Einsamkeit, in eine Welt flüchtet, in der er mit einer imaginären Freundin all die mitreissenden Momente erlebt, die er so vermisst. Dabei wirkt die Szenerie manchmal abstrakt, manchmal überzeichnet und wiederum einige Male einfach nur tief verbunden. Call Me begleitet die Bilder dabei mit einem sanften Gitarren- und Schlagzeugspiel, welches durch die kräftige Stimme McCleerys eine Wehmütigkeit entstehen lässt. War McCleery bereits mit Bonobo, Fink, Little Dragon und Jamie Woon zusammen auf Tour, sind seine Einflüsse vor allem durch die Musik von Fink und Bonobo geprägt. Das warme Timbre von Finian Paul Greenall – alias Fink – zusammen mit der introvertierten Weite von Bonobos treibenden Sound, lassen Jono McCleery in einem tiefen und berührenden Soundkostüm aufgehen, in das seine Stimme wie maßgeschneidert passt. Call Me ist damit der musikalische Ruf des Herbstes geworden, uns einen warmen und geborgenen Augenblick zu verschaffen.

Middle Kids - R U 4 Me?

Middle Kids – Der Indiesound der Stunde

Bereits mit ihrer letztjährigen EP New Songs For Old Problems und dem darauf enthaltenen Song Real Thing haben die drei Australier von Middle Kids gezeigt, wie frisch sich Indie auch in dem zu Ende gehenden 2010er Jahrzehnt noch anhören kann. Nun kommen Hannah Joy, Tim Fritz und Harry Day mit einer neuen Single zurück und stecken uns mit einer satten Ladung Indierock an, den man so nur aus den frühen 2000ern aus Großbritannien kannte. Mit R U 4 Me? trumpft das Trio mit schnellen Gitarren, energievollen Drums und einem Refrain auf, der sich an die Hochzeit der Indiewelle um Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, Orson oder Peter, Björn & John anlehnt. Dabei kam der Band die Idee zu dem neuen Song in der Universität, an dessem schwarzen Brett Joy den Schriftzug Sei schön, es ist nicht so schwer entdeckt hatte. So besingt die Band den Wunsch, sich in eine Community einzugliedern und Anerkennung zu erlangen. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass wir uns womöglich anbiedern und uns selbst fremd werden.

Middle Kids
Middle Kids

Auf knapp 2:50 Minuten haben die Middle Kids eine Energie verarbeitet, die wie geschaffen für die Indietanzflächen rund um den Globus sind. Mit einem Sound bei dem man sich nicht mehr auf den Stühlen halten kann, senden uns die Australier eine klare Botschaft, was wir womöglich 2021 von ihnen erwarten dürfen. Ist es der Band aus Sydney aktuell nicht möglich irgendwelche Konzerte zu spielen und durch die Welt zu reisen, wird es am 22. Oktober ein Live-Streaming-Event geben, in dem die Band aus der ehemaligen Zug-Lackiererei Eveleigh Paint Shop im stillgelegten Teil des Sydneyer Bahnhofs Eveleigh ein Konzert gibt. Zu finden sind die Karten auf der Middle Kids Homepage und markiert den ersten und wohl einzigen Auftritt der Band in diesem Jahr. Mit R U 4 Me? haben Middle Kids den ersten neuen Song seit ihrer letzten EP aus dem Mai 2019 veröffentlicht und lassen die Herzen der Fans höher schlagen, die nun alle Hoffnung in ein neues Album setzen.