Bevor Paul Fisher als DJ bekannt wurde, verbrachte er einen großen Teil seines Lebens im Wasser. Er war professioneller Surfer und lebte ein Leben, das von Wellen, Sonne und einem freien Rhythmus geprägt war. Erst später verlagerte sich sein kreativer Fokus vollständig in die Musik. Der Weg von FISHER in die internationale Clubszene begann dadurch auch an einem Ort, der auf den ersten Blick wenig mit großen elektronischen Festivals zu tun hat: an der australischen Küste.
Diese Veränderung geschah erstaunlich schnell. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Fisher zu einer festen Größe in der globalen House-Szene. Sein Durchbruch gelang 2018 mit dem Track Losing It, der weltweit in Clubs lief, in den Charts auftauchte und ihm sogar eine Grammy-Nominierung einbrachte. Seitdem ist sein Name eng mit energetischem House verbunden – Songs, die klare Beats, prägnante Basslinien und eine direkte, unmittelbare Wirkung haben. In den Jahren danach folgten zahlreiche Releases und Auftritte auf großen Festivals, wodurch Fisher seinen Ruf als Produzent festigte, der die Essenz von moderner Housemusik sehr genau versteht.
Mit Rain knüpft er nun an genau diese Tradition an. Der Track trägt einen typischen housigen Puls, der sich langsam aufbaut. Der Beat wirkt konstant und stabil, während darüber Synthesizerflächen entstehen, die dem Song eine gewisse Weite verleihen. Es ist ein Sound, der Erinnerungen an die großen Momente elektronischer Musik wachruft – an Zeiten, in denen House und Techno ganze Städte in Bewegung versetzen konnten.

Beim Hören entsteht schnell ein Bild, das an die euphorische Energie früher elektronischer Großereignisse erinnert. Besonders nahe liegt dabei die Atmosphäre der Loveparade, als sich Millionen Menschen im Berliner Tiergarten versammelten, um gemeinsam elektronische Musik zu erleben. Rain trägt eine ähnliche Offenheit in sich: einen Rhythmus und eine Melodie, die stetig voranschreiten
Entstanden ist der Song, während Fisher an seinem eigenen Klangbild arbeitete. Viele seiner Tracks stehen für unmittelbare Energie, doch Rain wirkt in seiner Struktur etwas nachdenklicher. Die Produktion bleibt klar und fokussiert, während kleine melodische Elemente eine leise Melancholie in den Track legen.
Gerade in dieser Mischung aus Bewegung und Zurückhaltung zeigt sich die Stärke des Songs. Fisher bleibt seinem housigen Stil treu, erweitert ihn aber um eine Atmosphäre, die mehr Raum für Emotion lässt. Rain wirkt dadurch wie ein Stück Musik, das nicht nur für den unmittelbaren Moment gedacht ist, sondern auch für jene Augenblicke, in denen elektronische Klänge eine ganz eigene Form von Ruhe erzeugen.