Robyn ist eine Künstlerin, von der man getrost behaupten kann, keine Schnellschüsse vorgesetzt zu bekommen. Hatte sie einst ihr Debütalbum Robyn Is Here 1995 veröffentlicht, folgten die Alben My Truth (1999), Don’t Stop The Music (2002) und Robyn (2005) im Vier- bzw. Dreijahresrhythmus.
Das 2005er Album Robyn war schließlich auch ihr weltweiter Durchbruch und konnte sich in den meisten Ländern Europas in den Albumcharts platzieren. Dieses wurde damals erstmals auch auf Robyns eigenem Plattenlabel Konichiwa Records veröffentlicht. Danach sollten fünf Jahre vergehen, ehe wieder neue Musik erscheinen würde.
Doch das Jahr 2010 hatte es in sich: Mit der Body Talk-Trilogie veröffentlichte Robyn über das Jahr 2010 gleich drei Minialben, die aus Body Talk Pt. 1, Body Talk Pt. 2 und Body Talk bestanden – wobei das letzte Album eine Zusammenfassung von Pt. 1 und Pt. 2 sowie fünf neuen Songs darstellte.
Satte acht Jahre später sollte mit Honey schließlich 2018 erstmals wieder neues Material der schwedischen Sängerin und Produzentin erscheinen, die gleichzeitig auch ihre aktuell letzte Veröffentlichung darstellt.
In der Zwischenzeit ist viel passiert. So sind viele Songs von Robyn zwischen 2010 und heute viral gegangen. Allen voran Dancing On My Own der unzählige Male gecovert und geremixt wurde und seit Jahren für eine allgegenwärtige Präsenz sorgt.

Mittlerweile sind wieder siebeneinhalb Jahre vergangen, und plötzlich ist sie wieder zurück, als hätte es nie eine Pause gegeben. So wurde Mitte November mit Dopamine die erste neue Single veröffentlicht. Heute folgen mit der Doppelveröffentlichung Talk To Me und Sexistential zwei weitere Songs, die Robyns Stärke für schillernde Dancesongs einmal mehr unterstreichen.
Mit pulsierenden Bässen, flickernden Synthesizern und einem Hauch 80er-Jahre-Stimmung greift Talk To Me eine allgegenwärtige Nostalgiestimmung auf. Während Sexistential einem minimalistischen House-Beat folgt, bleibt der Song immer auch treibend und wirkt hypnotisch. Hier singt Robyn von ihrem Leben jenseits der 40 – mit all den Themen wie Sex ab 40, In-vitro-Fertilisation und einer alleinstehenden Mutterschaft.
Damit zeigt Robyn einmal mehr, wie direkt ihre Musik und Lyrics sind, und nimmt kein Blatt vor den Mund, auszusprechen, was sie beschäftigt. Gleichzeitig baut sie um diese Erfahrungen schillernde Elektrobeats, die ausnahmslos zum Hände-hoch-Reißen und Tanzen animieren.
Mit dem gleichnamigen neunten Album Sexistential wird Robyn dann auch – siebeneinhalb Jahre nach Honey – am 27. März 2026 zurückkommen und das Gefühl erwecken, nie weggewesen zu sein.