Two Year Vacation - Never Been To Paris

Two Year Vacation – Reisen in Zeiten der Pandemie

Wie gehen wir eigentlich in der momentanen Zeit mit unserem Fernweh um?! Die einen versinken wahrscheinlich im Selbstmitleid um unzählige verpasste Chancen, die Welt zu entdecken. Die anderen machen daraus Musik – wie wir es gerade bei dem schwedischen Quartett Two Year Vacation sehen können. Denn mit ihrer neuen Single Never Been To Paris haben die Göteborger eine so sympathische Nicht-reisen-können-Hymne veröffentlicht, dass man schon fast wieder Reiselust bekommt. Bereits mit ihrer Single I Forgot Your Name (But I Like You) aus dem Frühjahr 2019 stellte klar, dass Two Year Vacation mehr für die gute Laune zu haben sind, als melancholische Melodien. Und selbst, wenn sie, wie bei Never Been In Paris über die begrenzten Möglichkeiten zu Reisen singen, klingt es immer so, als würden sie dabei ein Lächeln auf den Lippen haben. Mit großartigm Indiesound und dem verschmitzten Gesang Anton Tuvessons klingt Never Been In Paris nach so viel Spaß, dass man sich fast selbst in Paris wiederfindet. Hinzu kommt das amüsante Musikvideo, bei dem sich die Band – dank eines Greenscreen-Studios – nach Paris projektieren und einen auf Franzosen machen. Locker, selbstironisch und mit einer gehörigen Portion Humor singen sich Two Year Vacation mit jedem neuen Song weiter in die Herzen aller Indieliebaber und lassen die Vorfreude auf ihre – am 12 Juni erscheinende – EP Bedroom Rock damit steigen.

Sébastien Tellier - Domestic Tasks

Sébastien Tellier – French-Pop zum Verlieben

Mit den beiden Songs Divine und Kilometer wurde der Franzose Sébastien Tellier plötzlich zum Liebling der Franzosen und darüber hinaus auch europaweit zum absoluten Indieüberflieger. Während Divine so verdammt locker klang und für gute Laune sorgte wo auch immer man den Song spielte, wurde es mit Kilometer schon deutlich grooviger und lässiger. Dabei war vor allem das laszive Frauenstöhnen im Hintergrund äußerst markant. Gehörten die beiden Songs zu seinem Erfolgsalbum Sexuality, welches sich in Frankreich, Belgien und Schweden in den Charts platzieren konnte, konnte der Sänger mit dem darauffolgenden Album My God Is Blue seine bisher erfolgreichste Veröffentlichung in Frankreich – platzierte er sich damit doch auf Platz 17 der französischen Albumcharts. In den beiden darauffolgenden Jahren veröffentlichte der Franzose mit Confection und L’Aventura zwei weitere Alben, ehe es still um den Musiker wurde. Sechs Jahre hatte der Multiinstrumentalist keine Musik mehr veröffentlicht , bis plötzlich Anfang dieses Jahres mit A Ballet der erste neue Song veröffentlicht wurde. Nun hat Tellier mit Domestic Tasks eine zweite Single veröffentlicht und für den 29. Mai sein siebtes Studioalbum Domesticated angekündigt. Mit Domestic Tasks verfolgt Tellier – wie schon bei der ersten Singleauskopplung – einen durch und durch von House-Musik dominierten Sound, der sich futuresk und dunkel anhört. Dabei treibt uns Tellier – in dem knapp fünfeinhalb Minuten langen Song – mit Synthesizern und fernöstlichen Klangfarben dazu, uns völlig entspannt dem Sound hinzugeben und mit lethargischen Bewegungen jeden einzelnen Ton in uns aufzunehmen. Domestic Tasks ist definitiv eine Überraschung und sticht deutlich aus der Diskografie des Franzosen hervor.

Frey, Sway Gray feat. Felix Räuber - Wir sind nicht Allein (Allein Allein)

Frey & Sway Gray feat. Felix Räuber – Aktueller denn je

Es ist bereits 12 Jahre her, dass die Dresdener Band Polarkreis 18 mit der Leadsingle Allein Allein ihres dritten Studioalbums The Colour Of Snow die Charts enterten. Damals bis auf Platz 1 der Deutschen Singlecharts gestürmt und in weiteren europäischen Ländern in die Charts gelangt, stellte Allein Allein einen Überraschungserfolg der sechsköpfigen Band dar. Hat sich die Band 2012 offiziell in eine Bandpause begeben und ist aus dieser bisher nicht wieder zurückgekehrt, lebt Allein Allein weiter und ist immer wieder in Remixen anderer Acts zu finden. Zu den bekanntesten Versionen kann wohl die Veröffentlichung Allein des schwedische DJ und Produzent Eric Prydz unter seinem Alias Pryda gezählt werden. Nun gibt es eine neue Version des modernen Klassikers, der jedoch dieses Mal mit dem Mitwirken des Polarkreis 18-Sängers Felix Räuber und dem Einsatz einer neuen Refrainzeile der aktuellen Situation, in der wir uns alle befinden, gewidmet ist. Denn auf dem nun veröffentlichten Song heißt es nicht mehr Wir sind Allein sondern wurde die Zeile zu Wir sind nicht allein umgetextet. Produziert wurde der Song von den deutschen DJs und Produzenten Frey und Sway Gray. Während sich hinter Sway Gray kein Geringerer als der Hamburger DJ Shog verbirgt, ist Frey seit 2015 ein wiederkehrender Gast in den Beatport Top-5 und kann durch seine Remixe und eigenen Veröffentlichungen Acts wie Rudimental, Bob Sinclar und Nora En Pure zu einen Unterstützern und Fans zählen. Mit Wir sind nicht Allein (Allein Allein) haben Fray, Sway Gray und Räuber den Song an die aktuelle Weltsituation angepasst und ein dazugehöriges Lyric-Video mit leeren Straßen, Ärzten mit Mundschutz und Rückblicken auf – das Leben genießende – Menschen veröffentlicht, das gleichzeitig auch zeigt, wie sehr wir doch alle zusammenstehen. Damals wie heute transportiert der Song eine Melancholie, die durch den enormen Einsatz von Synthies an Gewichtung gewinnt und durch Räubers unvergesslichen Refrain zum Evergreen geworden ist.

Mountain Bird - Tears Won't Get My Anywhere

Mountain Bird – Fusion aus Kraft und Furcht

Es ist ein zutiefst persönlicher Song, den der Schwedische Musiker Adam Öhman unter seinem Pseudonym Mountain Bird veröffentlicht hat. Denn in den vergangenen Jahren hat sich bei dem Musiker eine soziale Angst aufgebaut, die ihn in ein Leben der Isolation führten. Hinzu kommen Depressionen, die ihn zusätzlich belasten. Mit dieser Bürde schreibt der in Stockholm lebende Sänger Songs, die sich so sehr mit seinen Erfahrungen füllen, dass man als Zuhörer eine extreme Betroffenheit erfährt. Denn mit seiner aktuellen Single Tears Won’t Get Me Anywhere hat Mountain Bird nicht nur eine zutiefst berührende Kampf-Hymne gechrieben, sondern gleichzeitig auch noch einen durch Breakbeats geformten Fusionsound veröffentlicht. Mit schnellen Beats und der langsamen Gesangsstimme – die stark an Antony Hegarty erinnert – ist Tears Won’t Get Me Anywhere ein so intensiver Song, dass man sich der Geschichte dahinter bereitwillig hingibt. Gleichzeitig bedeutet Tears Won’t Get Me Anywhere auch eine Art Befreiungsschlag, denn hiermit versucht sich der Sänger freizumachen, von dem eigenen Druck, der ihn bis zu den Momenten brachte, an denen er kurz davor war, zu zerbrechen und in seiner Isolationen vor sich hin weinte. Tears Won’t Get Me Anywhere ist ein spannender, aufwühlender und unglaublich berührender Song, der mit seinem Fusionsound absolut faszinierend klingt.

Meadows - Empty Windows

Meadows – Sanft, wie eine Gutenachtgeschichte

Am Anfang steht ein warmes Gitarrenspiel. Schließlich kommt eine ebenso warme Stimme hinzu, welche die Worte so beruhigend singt, dass man in jedem Wort das warme Feuer eines Kamins knistern hören kann. Hinter einem so imposanten Song verbirgt sich der Künstler Meadows, der bürgerlich Christoffer Wadensten heißt und aus der schwedischen Provinz kommt. Ob der Provinz scheint es gleichzeitig so reichhaltig an Eindrücken, die Emotionen auslösen, zu sein, dass Meadows hiermit besonders auffällt. Mit seiner tiefen Stimme, die an den wunderbaren Ben Hamilton erinnert, singt sich Meadows durch so wunderschöne Textzeilen, wie I know you never lie but this whole you and I. Who thought that this would fly? I turn my eyes down low and I see the stars below. I know I have to go. And break through the glass of empty windows. Hierbei ist es fast so, als würde er uns eine Gutenachtgeschichte erzählen, während uns – von der Wärme des Kamins – die Schläfrigkeit überkommt. Geprägt vom Lyriker Frank O’Hara, der die wunderbare Fähigkeit hatte, Gefühlszustände – die in Notfällen aufkommen – einzufangen, hat sich Meadows durch das neue Album The Emergency Album gearbeitet. Herausgekommen ist mit den ersten Veröffentlichungen Emergency Song und Empty Windows eine sympathisch heimelige Stimmung, die sich so vertraut und geborgen anfühlt, dass wir uns gar nicht die Frage stellen, dass dieser Musiker noch größtenteils unbekannt ist. Meadows schafft es mit seinen Songs eine Wärme um uns herum zu legen, die sich förmlich an uns anzuschmiegen scheint. Für alle, die diese Kaminfeuerakustik auch einmal live sehen wollen, gibt es ab Mitte Mai auf 13 Konzerte in Deutschland Gelegenheit dazu. Für alle anderen gibt es ab dem 27. März das Album The Emergency Album zu kaufen.

Kindness feat. Robyn - Something Like A War

Kindness feat. Robyn – Eine zarte Warnung

Es sind Töne, die wir so von Schwedens Ausnahmetalent Robyn noch nicht zu hören bekommen haben. Auch der Brite Adam Bainbridge – alias Kindness – ist sonst für deutlich andere Sounds bekannt. Nun hat er sein drittes Album Something Like A War veröffentlicht und vereint darauf neben der Zusammenarbeit mit Robyn auch eine wunderbare Kollaborationen mit Seinabo Sey. Dabei ist Adam Bainbridge ein wahres Multitalent – denn macht er nicht nur Musik, ist er auch Radiomoderator, Produzent, Regisseur und Remixer. Bei letzterem hat er bisher unter anderem Songs von Röyksopp und Blood Orange geremixt. Zusätzlich war er Produzent von Songs von Blood Oranges Alben Cupid Deluxe und Freetown Sound, Solanges drittem Album A Seat At The Table und Robyns Honey. Auf ihrer aktuellen Single The Warning arbeiten Robyn und Kindness zusammen und erschaffen eine zarte, elektronische Ballade, die sich im Kontext des Albums mit Reflexion und Transformation auseinandersetzt. Hat der Brite das Album fast vollständig in New York aufgenommen, hört man dem Song eine gewisse Einsamkeit an. Hier fühlt man förmlich, den Moment, Nachts alleine in einem Apartment am Fenster eines New Yorker Wolkenkratzers zu stehen und aus dem 60. Stock auf die dunklen Straßen zu schauen. Sich seiner Einsamkeit bewusst werdend und musikalische Wege zu suchen, dieses Gefühl in einen Song zu packen. Dass ihm und Robyn das wunderbar gelungen ist, hören wir nun auf The Warning – einem Song der überrascht, die Seele streichelt und wärmt.

Jarami - Hold On

Jarami – Die unbekannte Größe

Bei manchen Acts ist es schon bemerkenswert – obwohl sie keiner kennt, haben sie ihre Hände bei so unglaublichen vielen Songs und Künstlern im Spiel, dass man eigentlich regelrecht über sie stolpern müsste. So ist es auch mit dem schwedischen Produzenten-Duo Jarami. Erst 2015 gegründet, haben sie bereits einen Grammy gewonnen, Songs von Künstlern, wie HONNE, Rihanna und Aaliyah geremixt und Songs für Frank Ocean, Silk City, Dua Lipa und Camila Cabello produziert. Dass sie also absolute Größen im Musikbusiness sind, kann nach dieser Liste wohl nicht mehr angezweifelt werden. Abseits ihrer Produzententätigkeiten haben Rami Dawod und Jacob Olofsson – die hinter Jarami – stecken, auch eigene Songs, die sie schreiben und produzieren. Einer davon geistert seit einigen Monaten durch die Blogs und wird stetig populärer. Hold On ist eine Mischung aus Elektro, Indie und Pop und mischt diese Genres so zu etwas zusammen, dass man fast die Genres über den Haufen werfen möchte. Denn mit frischen Beats, flirrenden Synthies und einer männlichen Kopfstimme, bei der selbst Justin Timberlake Augen machen würde, ist Hold On vor allem auch ein massiver Ohrwurm. Bei all den Credits, die das in Stockholm lebende Produzenten-Duo bereits vorweisen kann bleibt zu hoffen, dass noch mehr von diesen Songs das Licht der Welt erblicken.

Amason - Marry Me Just For Fun

Amason – Eine Supergroup ganz verträumt

Sie besteht aus der Crème de la Crème der schwedischen Musiklandschaft – die Supergroup Amason. Steckt hinter der Band doch die Sängerin Amanda Bergman – die seit Jahren unter verschiedenen Pseudonymen Musik macht und mit The Tallest Man On Earth-Kristian Matsson verheiratet war, der Keyboarder Gustav Ejstes – der mit seiner Band Dungen in den vergangenen 20 Jahren bereits neun Alben veröffentlicht hat, der Produzent Pontus Winnberg – der als Teil des Produzenten-Duos Bloodshy & Avant Songs unter anderem für David Guetta, Maroon5 und Britney Spears produziert hat und gleichzeitig Teil der Band Miike Snow ist, der Produzent Petter Winnberg – der vor allem als Produzent für Film- und Serienmusik für Netflix, HBO, H&M und Vogue in Erscheinung tritt und der Schlagzeuger Nils Törnqvist, der ebenfalls mit der Band Little Majonettes erfolgreich ist. Hat sich die Band 2012 gegründet, veröffentlichte sie 2015 mit Sky City ihr Debütalbum. Nun ist mit Galaxy I ihr langersehntes Nachfolgealbum rausgekommen und besitzt mit der aktuellen Single Marry Me Just For Fun eine wunderbar, nostalgische Popballade, die mit 80er Jahre Synthies und melancholischer Grundstimmung eine Art Ode auf den Moment darstellen soll. Amason haben damit gleichzeitig den ersten Teil ihres Doppelalbums Galaxy I veröffentlicht, welches aus fünf Songs besteht und Anfang 2020 mit dem zweiten Teil komplettiert wird. Mit der wunderbar hohen und brüchigen Stimme Bergmans, dem poplastigen Sound und dem grandiosen Songwriting kommt einem bei Amason momentan die Frage auf, warum die Band eigentlich nicht ähnlich schnell durch die Decke geht, wie es sonst bei den einzelnen Bands und Projekten der Musiker passiert ist. Mit Marry Me Just For Fun haben sie auf alle Fälle einen veritablen Hit im Angebot, der mit Sicherheit die Fanbase der Band vergrößern wird.

Yves V feat. Afrojack & Icona Pop - We Got That Cool

Yves V feat. Afrojack & Icona Pop – Hitmaschine aus BeNeLux und Skandinarvien

Es sind oftmals die kleinen europäischen Länder, welche die größten Hits hervorbringen – ob aus Belgien mit Lost Frequencies und Stromae, aus den Niederlanden mit Tiësto oder Martin Garrix oder aus Schweden mit Swedish House Mafia, Avicii oder Eric Prydz. Nun haben sich auf dem Song We Got That Cool – der vom belgischen DJ und Produzenten Yves V kommt – auch der niederländische DJ Afrojack und die Schwedinnen von Icone Pop zusammengefunden und einen absoluten Sommerbanger produziert. Mit nostalgischen Beats und einem Sample des Klassikers Gypsy Woman (She’s Homeless) – das 1991 von Crystal Waters veröffentlicht und bereits unzählige Male gesampelt wurde – haben die drei einen Track voller Energie, Sommervibes und guter Stimmung produziert, der von einem entspannten Elektrosound in einen absoluten Housetrack mutiert und so nicht nur die Tanzflächen in Clubs zum beben bringt. Yves V hat sich den Song als Begleiter durch den Sommer gedacht und hofft, dass jeder dazu singen und, ob im Auto, am Strand oder während er auf einem Festival ist, dazu abgehen wird. Bisher ist We Got That Cool nur in Belgien gechartet, doch dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch andere Länder diesen grandiosen Housetrack für sich entdecken und er den Sommer 2019 in die Verlängerung schicken wird.

Robyn - Beach 2k20 (Yaeji Remix)

Robyn & Yaeji – Zwei Soundgenies auf einem Track

Robyn ist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr aus dem Popbusiness wegzudenken. Mit innovativen Sounds und frischen Beats veröffentlicht die Schwedin Album für Album absolute Hits. Auf ihrem aktuellen Album Honey gibt es so auch wieder ein Meisterwerk nach dem anderen. Einer davon – Beach2k20 – ist nun von der New Yorker Größe Yaeji geremixt worden. Yaeji steht mit ihrem Sound aus House und Hip-Hop und einem Gesangsmix aus Englisch und Koreanisch für sich selbst und hat dabei einen der größten musikalischen Hypes der letzten Jahre in New York ausgelöst. Ihre Partyreihen sind stets ausverkauft und auch weltweit reissen sich die Fans darum, sie einmal live zu sehen. Auf Beach 2k20 treffen sich nun beide Künstlerinnen und kreieren eine Version des Songs, der irgendwo zwischen Leichtigkeit und Clubsound wandelt und einen entspannt groovigen Beat besitzt. Dabei hält sich Yaeji bei ihrem Remix deutlich mehr an das Original, als es andere Remixe sonst machen und würdigt Robyns Musik damit dafür, dass man hier nur noch Feinheiten einbauen kann und der Song sonst schon perfekt ist. Auf dem Remix Beach 2k20 treffen sich zwei Soundgenies, die so auch gerne öfter zusammenarbeiten können.