Es braucht schon einiges an Selbstbewusstsein, als Newcomerin einen solchen Kommentar zu einer neuen Single rauszuhauen. Wobei das mit dem Newcomerstatus bei Otha ja nicht ganz so einfach ist. Denn bereits vor sechs Jahren hatte Otha mit den Songs One Of The Girls und I‘m On Top, sowie der 2019 erschienenen Single Tired And Sick drei Songs veröffentlicht, die allesamt einen Hype um die Sängerin ausgelöst hatten. Vor allem der Song I‘m On Top wurde zum viralen Hit und öffnete der Norwegerin viele Türen. Alle drei Songs haben allerdings gemein, dass sie unglaublich zitierfreundlich für Posts und Stories in den sozialen Medien sind und dadurch jedes Mal die viralen Charts anführten. Doch eine ganze Pandemie und drei weitere Jahre später ist Otha nun mit einem ersten neuen Song seit fünf Jahren zurück. Und vorneweg kann gesagt werden, auch der neue Song geizt nicht mit Story-freundlichen Lyrics. So kündigte Otha I Hate You In The Morning eben auch mit den Worten nur ein zurückhaltendes Hasslied, nicht mehr und nicht weniger an. Mit einem futuristisch quirligem Elektropop-Sound entfaltet I Hate You In The Morning faktisch die Wirkung eines Brecheisens und bohrt sich in unseren Kopf. Dabei lassen die Synthies und Drums kaum etwas anderes zu, als sich sofort dazu zu bewegen und die gleiche rotzige Haltung anzunehmen, die Otha beim Schreiben des Songs hatte. Dass ihr Song ähnlich progressiv klingt, wie der von der Schwedin Robyn kommt nicht von ungefähr. So sagte Otha einst in einem Interview; Ich weiß nicht, wie oft ich Body Talk gehört habe, es ist aber einfach das ultimative Album und enthält nur Knaller. Damit hat sich Otha wohl eine der großartigsten Künstlerin als Vorbild genommen und muss sich zumindest vom Sound her nicht hinter Robyn verstecken.