Girl In Red – Indie-Schlafzimmer-Sound

So direkt und offen, wie die norwegische Sängerin Marie Ulven alias Girl In Red ist, ist wohl selten eine Künstlerin gewesen. Denn trifft man auf die junge Musikerin, wird man regelrecht weggefegt – hat sie doch eine Ausstrahlung, die so stark ist, dass man sich fasziniert irgendwo festhalten möchte, um nicht weggeblasen zu werden. Sie schreibt und produziert fast ausschließlich in ihrem Schlafzimmer und hatte – bei nur 10 Live-Auftritten überhaupt – einen Gig in Frankreich als Support der amerikanischen Sängerin Clairo. Dabei so fasziniert von der Sängerin spricht Ulven in Interviews wie ein Fan von dem Erlebnis, welches sie vollkommen überwältigte – sei sie doch selbst ein riesiger Fan Clairos. Dabei ist die bisher veröffentlichte Musik der 19 Jahre jungen Sängerin so intim, euphorisch und mitreissen und besingt Themen, die Ulven selbst beschäftigen. Sie selbst hat in den letzten Jahren zu sich gefunden und besingt diesen Werdegang in einzelnen Kapiteln auf ihren Liedern. Mit der EP Chapter 1 hatte Ulven bereits zu Beginn des Jahres 2018 ihre erste Veröffentlichung notieren können. Nun arbeitet sie an einer zweiten EP und veröffentlicht mit We Fell In Love In October eine herzzerreißende Indie-Dreampopnummer, auf der sie über die Erlebnisse ihrer ersten Liebe zum selben Geschlecht singt. Einnehmend mit den Textzeilen My girl, my girl, my girl. You will be my girl. ist We Fell In Love In October ein absoluter Ohrwurm, der sich nicht hinter großen Stars verstecken muss. Dass Girl in Red zum Erfolg werden könnte, liegt nicht nur an den fantastischen Songs, sondern auch an der Eigensinnigkeit der Sängerin und, wie sie all dies präsentiert.

Advertisements

Chain Wallet – Wandeln zwischen den Welten

Bergen ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Die einen sind bekannter, die anderen nicht und speziell in der Musik hat sich Bergen zu einem verlässlichen Lieferanten von moderner Popmusik gemausert. So betiteln die Norweger selbst diesen Output an Musik als The Bergen Wave. Durch Künstler wie Röyksopp, Kings Of Convenience, Erlend Øye oder Kakkmaddafakka hat sich dieser Titel über die Jahre immer weiter gefestigt und bringt mit Chain Wallet nun eine weitere Band an die Oberfläche. Das norwegische Trio, bestehend aus Stian Iversen, Christian Line und Frode Boris und bringt Anfang 2019 mit No Ritual ihr zweites Studioalbum auf den Markt, das mit euphorischen Dreampop der Extraklasse aufwartet. Ihre gleichnamige erste Single ist dafür das beste Beispiel und zeugt von einer gehörigen Portion 80er-Jahre-Vibe mit ganz viel Pathos und einem schwelgerischen Sounds. So wandeln sie zwischen Pop und Indie und schaffen damit ihre ganz eigen Welt. Ob der Veröffentlichungstermin – der 15. Februar 2019 – mit Absicht um den Valentinstag gelegt wurde, wissen wir nicht, doch lassen Chain Wallets bisher veröffentlichte Songs den Glauben daran durchaus plausibel erscheinen.

Fred Well – Klebrig süßer Elektropop

In den letzten Jahren hat sich in Norwegen eine ganz neue musikalische Welt aufgetan. Gab es in den Jahren davor vorrangig klare, schon fast balladenhafte, Künstler wie Marie Mena und Lene Marlin, mischen nun Künstler wie dePresno, Sigrid und Fred Well die Musikszene auf. Dabei ist letzterer gerade erst im Kommen und hat mit seinen aktuellen Veröffentlichungen für deutlich tanzbarere Musik in den Clubs gesorgt. Dabei konnte Well in den letzten Jahren als Support-Act von Sigrid und dePresno einiges an Erfahrungen sammeln und bringt diese in seinen aktuellen Songs ein. Mit Inferno zeigt uns Well, dass seine Mischung aus Pop, R&B und einem Gesang, der an The Weeknd erinnert, absolut auf der Höhe der Zeit ist und sich so als Newcomer bestens präsentiert. Dabei hat Well nicht zuletzt auch für ein Schmunzeln gesorgt – fügte er doch jeder Songveröffentlichung auf YouTube ein Cocktailrezept hinzu. Fred Well ist modern, klebrig, süß und überzeugt durch einen Beat, den man schlichtweg nicht vergessen kann.

 

Highasakite – Rauheit so sanft verpackt

Die norwegische Band Highasakite ist bekannt für große Indie-Hymnen wie Since Last Wednesday, Darth Vader oder Golden Ticket. Doch nun kommen sie für ihr viertes Studioalbum, welches mit viel Glück noch dieses Jahr erscheinen könnte, deutlich ruhiger daher. Dabei beginnt ihre neue Single I Call Bullshit mit einem Klavier und sanften Tönen, zu denen Frontsängerin Helene Håvik ebenfalls sanft die rauen Zeilen wie I call bullshit the night is youngMy drug of choice and I sure ain’t done singt. Bereits 2014 geschrieben, sollte I Call Bullshit eigentlich deutlich lauter werden. Die, dem Umfeld geschuldete Zurückhaltung – Håviks Freund schlief nebenan, weshalb sie den Song nicht laut einsingen konnte – brachte die Wirkung des Songs allerdings in eine komplett neue Richtung, die der Band so sehr gefiel, dass sie es beibehalten. Dabei fungiert auch I Call Bullshit als astreine Hymne für den Moment, wenn man die Nacht durchgefeirt hat, die Freunde nach Hause ziehen, man selbst aber noch nicht aufhören möchte.

Aurora – Engel des Nordens

Sie ist wie eine Fee. Die norwegische Sängerin Aurora hatte mit einem ihrer ersten Songs Awakening (2013) und dem im Frühjahr 2016 veröffentlichten Debütalbum All My Demons Greeting Me as a Friend alle begeistert. Nicht zuletzt durch die beiden Singles Running with the Wolves und Half the World Away welche in Werbespots für Vodafone und John Lewis eingesetzt wurden – hatte sie europaweit große Aufmerksamkeit erlangt. Dabei ist die 21-jährige Sängerin genau das Gegenteil – ist sie doch in sich gekehrt und bereits mit kleinen Dingen zufrieden und versprüht auf Konzerten eine außergewöhnliche Aura von Glück, Frieden und unglaublich viel Freude. Hierzu bewegt sich Aurora so grazil – einer Fee gleich – über die Bühnen und verzaubert alle im Publikum mit ihrer bloßen Anwesenheit. Nun hat Aurora zur Ankündigung ihres zweiten Studioalbums die Single Queendom veröffentlicht, die durch einen schnellen Sound und elektronischen Beats begeistert. Dabei singt Aurora gewohnt klar und bildet so einen fantastischen Kontrapunkt. Queendom ist eine lebensbejahende Hymne für all diejenigen, die etwas fühlen wollen und sowohl Geborgenheit, als auch Freiheit suchen. All dies schüttet Aurora so lässig aus dem Ärmel, dass man sich ihr hingeben und einfach nur zuhören möchte.

Anna Of The North – Mit 80er Dreampop an die Spitze

Hinter Anna Of The North steckt die 28-jährige Anna Lotterud aus Oslo, die bereits 2014 mit ihrem Internet-Hit Sway auf sich aufmerksam machte. 2017 dürfte dann das Sprungbrett für ihr Debütalbum Lovers gewesen sein. Hatte sie im Vorfeld bereits durch Kollaborationen mit Künstlern wie Tyler the Creator und dem Song 911/Mr. Lonely oder Vessels We Had A Love auf sich aufmerksam gemacht, schwappt jetzt ihre Single Someone immer mehr an die Oberfläche der Radiostationen weltweit. Dabei spielen die 80er Jahre hier eine sehr große Rolle. Ist Someone, mit seinem starken 80er-Jahre Synthiebeat und einem angehauchten Dreampop-Vibe, doch so sanft und schwimmt regelrecht in unsere Ohren. Dabei singt Anna Of The North so weich und zuckersüß, dass man sich an einen Kindheitstraum erinnert fühlt. Diese Musik, die als Kind von nichts als positiven Gefühlen durchzogen war, stellt Anna Of The North auf Someone in den Vordergrund und wirkt bei Sätzen, wie: I’m only human, baby sometimes I act a little crazy unbefangen und rein.

Sigrid – Strangers ins Jahr 2018

Was wird uns das Jahr 2018 bringen? Viele neue Erfahrungen, tolle Momente und sicherlich auch die ein oder andere Herausforderung. Darum sollten wir nie unterschätzen, was Musik für eine Wirkung auf uns hat. Der erste Song im neuen Jahr, kommt von der 21-jährigen Norwegerin Sigrid. Für sie war 2017 das Jahr! Reichte es nicht schon, dass sie hier ihren Durchbruch und die Veröffentlichung ihres Debütalbums Don’t Kill My Vibe hatte, tourte sie auch durch ganz Europa, spielte auf den größten Festivals und wird dieses Jahr mit dem European Border Breakers Award ausgezeichnet. Ihr nun veröffentlichter Song Strangers brodelt nur so vor Energie und Spaß. Spaß kann die Norwegerin nämlich äußerst gut mit ihren Songs verbreiten. Mit viel Synthie-Pop und einer, von Grund auf, sympathischen Art singt sich Sigrid hier völlig frei und reisst uns mit ins neue Jahr. Strangers strahlt Lebensfreude aus und ist der perfekte Song für einen Start in den Tag, in neue Herausforderungen oder ins neue Jahr.

Dagny – Norwegian’s next big thing!

Wir können uns gar nicht weit genug aus dem Fenster lehnen, um zu sagen, dass Dagny Norvoll Sandvik, oder kurz Dagny, das nächste große Ding sein, welches einen Hit nach dem anderen veröffentlicht, sein wird. Ihre Art Musik, Bilder und Videos zusammenzubringen, beschreibt den Erfolg schwedischer und norwegischer Musiker wie Robyn, Tove Lo und auch Abba. Denn zu der legendären schwedischen Popband lassen sich bei Dagny doch recht viele Übereinstimmungen finden. Vom musikalischen Aufbau der Songs, über eine klassische Popstimme, bis hin zu den farbenfrohen Musikvideos, gibt sich Dagny dem Pop vollkommen hin. Dabei entstehen Songs, wie ihre aktuelle Single Wearing Nothing die mit einer euphorischen Unbeschwertheit begeistern. Da hören wir einen kräftigen Dancebeat, zu einer singenden Dagny, die auf einem College-Schulhof passen würde. Wearing Nothing ist eine große Popnummer, die hoffentlich auch bald in den Deutschen Radios ankommen wird.

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 2

Man war vorbereitet… An Tag zwei hatten sich die Festivalbesucher Pläne gemacht, wie, wann und womit sie zum Festivalgelände bzw. auch Abends wieder davon weg kommen würden. So waren die S-Bahnen nicht mehr ganz so voll, der Einlass auf das Festivalgelände geordneter und deutlich mehr Mitarbeiter unterwegs. Und um den Tag auch noch komplett umzukrempeln, spielte die Sonne mit und lachte vom Himmel mit spätsommerlich, wärmenden Strahlen.

Also die besten Voraussetzungen, um doch noch ein grandioses Festivalerlebnis zu haben. Mit Bands und Künstlern wie Sigrid, Bonaparte, Rudimental, AnnenMayKantereit, London Grammar, den Foo Fighters und The XX war der Sonntag zusätzlich auch noch großartig besetzt. weiterlesen

Ary – Baut uns ihre Welt in 2:46 Minuten

Ary – Already There

Es ist einer dieser Songs, der ganz nüchtern beginnt und einen dann plötzlich mit dem Refrain völlig wegfegt. Already There von der norwegischen Sängerin Ary ist so ein Song. Man hört hier förmlich, wie sie ihre utopische Welt aus Glas, Hightech und Robotern aufbaut. Der perfekte Soundtrack für Ex Machina, Das fünfte Element oder Interstellar. Hier klingt alles hyper modern und riesengroß. Dabei ist Already There ein Pop/House-Hybrid der eigentlich weiterlesen