Holly Lapsley Fletcher hat eine Engelsstimme – auf der einen Seite klingt sie warm, beruhigend und liebevolle, während sie auf der anderen Seite anklagend, diffus und harsch klingen kann. Mit dabei ist oftmals ein traumhafter Elektro-Sound. Ob auf ihren früheren – fast schon – akustischen Songs, den unglaublich tanzbaren Partysongs, Remixen und Features mit DJ Koze – auf denen auch schon mal der Disco-Sound ausgepackt wird – oder den forsch werdenden eigenen Songs der letzten Jahre; Låpsley lässt viele Gefühle zu und singt ihre Songs in einer Erhabenheit, die immer wieder für die Untermalung von Filmen dienen könnte. Auf ihrer neuen Single 4AM Ascension Day singt Låpsley von einem Erlebnis, bei dem die Britin in einer untreuen Beziehung war. Hier verraten die Songzeilen: Because a guilty mind never runs out of track. I’ve got alarm bells pumping in my chest. And I carry those chains. And I let them all down in time. Because a guilty heart can never rest eine ungesunde Beziehung.

Doch was auf den ersten Blick wie ein Abrechnungs-Song klingt, wirft die Frage auf, wer in ihrer Beziehung untreu war. Denn mit den Zeilen And I carry those chains. And I let them all down in time, könnte man fast vermuten, dass Låpsley die Person in der Beziehung war, die betrogen hat. So bleibt auf 4AM Ascension Day offen, ob Låpsley die Betrogene ist oder betrogen hat und lässt im Song Freiraum für Interpretationen. Im Verlauf von 4AM Ascension Day wird die Musikerin schließlich drängender, schwillt der Sound an, wird schneller und singt Låpsley fast schon flehend. Damit kehrt Låpsley mit einer kraftvollen neuen Single zurück und zeigt einmal mehr, wie stark ihre Stimme und Texte sind.