L'aupaire @radioeins ©L'aupaire

L’aupaire – Konzertkritik (radioeins Loungekonzert)

Für die heutige Konzertkritik ging es zu radioeins. War es doch ein radioeins Loungekonzert und fand in der Studiolounge des Senders in Potsdam statt. Somit führte der Weg durch dunkle Potsdamer Straßen hin zum Studio des Radiosenders auf dem Babelsberge Filmstudiogelände. Angekommen, wurden etwa 50 Besucher in die Studiolounge geführt, die durch eine Gästeliste in den Genuß des Konzertes kommen sollten.
Radioeins Moderatorin Christine Heise begrüßte die Wartenden mit einer recht amüsanten Einführung in die Liveshow der kommenden Stunde. Erläuterte sie doch, dass zu Beginn des Konzertes noch ein kleines Interview mit Stefan, dem Frontsänger der Band, anstehen würde. Moment – Stefan?! Natürlich sollte mit diesem Versprecher vielmehr Robert Laupert gemeint sein. Doch so unterhaltsam der Einstand damit auch war, folgte mit dem Interview, durch das Heise führte, gleich weitere, recht amüsante Momente. So hatte Heise bei jeder Fragestellung das Mikrofon an den knapp einen Kopf größeren Robert Laupert gehalten, ohne auf die Höhe des Interviewpartners einzugehen. So beugte sich Laupert charmant mit einem etwas verschmitzten Lächeln immer wieder zum Mikrofon herunter und beantwortete alle Fragen ohne Heise auch nur einmal das Gefühl zu geben, hier sei was nicht ganz richtig.
Doch dies führte vielmehr dazu, dass die Stimmung unter den 50 Menschen und der Band gelockert wurde.


So legte L’aupaire auch gleich mit Songs, wie The River, Uptown Diva oder I Will Do It All Again, aus seinem Debütalbum Flowers, los.
Wer L’aupaire bereits live sehen konnte, wird schnell merken, dass dieses Konzert eher einem Unplugged ähnelte – auch ohne unplugged zu spielen. So saßen die Jungs auf Stühlen und spielten den Bass, das Schlagzeug und die Gitarre bzw. die Pedal-Steel-Gitarre. Laupert selbst saß auf seinem Stuhl mehr schlecht als recht. Kam die Situation in der Laupert hier steckte doch dem eines Kindes gleich, dass immer nur vor dem Bällebecken stehen, aber es niemals betreten durfte. Und das im positivsten Sinne, den man haben konnte. So sprang Laupert immer wieder auf oder zuckte mit den Beinen, ließ seinen Körper mit der Musik pulsieren und strahlte die reine Spielfreude aus, die man bei einem Konzert haben konnte. Dies führte dazu, dass auch das Publikum, wenn auch sitzend, immer wieder zum Beat wippte und hier und da auch mit sang. Bei dem Song Rollercoaster Girl wiederum kam dann eine ganz neue und intime Stimmung auf. Sah man Laupert doch deutlich an, dass dieser Song für ihn so viel bedeutet. Ist es die Erinnerung an Budapest und der Schaffensphase des Songs, vielleicht auch, dass dieser Song ihm den Weg geebnet hat, den er die letzten anderthalb Jahre gegangen ist? Aber vielleicht steckt hinter diesem Song auch eine ganz andere Ebene, des Privatmenschen Laupert, die dann einfach für sich selbst stehen kann. Denn, dass Laupert hier eine ganz besondere Verbindung zu dem Song hat, konnte man deutlich in seinem Gesicht erkennen.


Auch Hold On ist besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken, klingt der Song mit der Pedal-Steel-Gitarre doch nach Weite, Unendlichkeit, Wärme und Vertrautheit. Und transportiert die Band hier all diese Attribute wunderbar leicht und bedingungslos. So konnte man die Augen schließen, sich fallen und sich dem Klang der Instrumente hingeben.
Was folgte waren Songs wie Flowers, Always Travelling und zum Schluß When The Music Is Over. Mit dem er gleichzeitig charmant die Sendung um anderthalb Minuten überzog und damit das Publikum abermals zum grinsen brachte. Es ist unheimlich spannend zu sehen, wie sich Lauperts Sprechstimme in seine rauchig, kratzige Singstimme verwandelt. Geradezu überwältigend ist auch mit anzusehen, wie viel Spielwut und -freude ihm seine Musik und die Möglichkeit diese vor Menschen zu präsentieren macht. Bereits in der Konzertkritik seines Konzertes im Privatclub Berlin hatte ich von einem zu Beginn etwas schüchternen Frontsänger gesprochen, was auch beim gestrigen Konzert wieder spürbar sein sollte, wenn auch um ein vielfaches abgeschwächter und deutlich souveräner wirkend.

So kann jedem, der L’aupaire noch nicht live gesehen hat, der 21. April nur ans Herz gelegt werden. Hier spielt er und seine Band im Berliner Lido.

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