L’aupaire – Konzertkritik

L'Aupaire @ Privatclub Berlin

L’aupaire @ Privatclub Berlin

Vor genau einem Jahr wurde Euch hier der Song ‚Rollercoaster Girl‚ von L’aupaire vorgestellt. Dazwischen liegen 12 Monate – also eine Menge Zeit im Musikgeschäft. Nun konnte man in den Genuß kommen, diesen Paolo Nutini Deutschlands auch einmal live zu erleben.

Josin @ Privatclub Berlin

Josin @ Privatclub Berlin

Denn im gemütlichen Privatclub in Berlin-Kreuzberg trat, am vergangenen Donnerstag, Robert Laupert alias L’aupaire mit seiner Band auf. Als Support durfte vorher noch Josin ihren experimentell, zurückhaltenden und sensiblen Sound präsentieren. Für Irritation sorgte sie allerdings durch eine Mischung aus faszinierender Emotionsfülle und einem zuweilen unverständlichen Gesang. War genau dieser doch selbst für Englisch-Muttersprachler kaum verständlich. Ihre musikalische Bandbreite allerdings war dafür umso erstaunlicher. Mal war ein Track als Minimal, mal mit Streichern und dann wiederum noch als satte Popnummern arrangiert. Am Ende des Auftrittes blieb die Neugier, einmal die Songs in den Studioversionen anzuhören.

L'Aupaire @ Privatclub Berlin

L’aupaire @ Privatclub Berlin

Nach kurzer Pause kamen L’aupaire auf die Bühne und legten gleich mit ‚Black Coffee Girl‘ – einem neuen Song, von ihrem im März 2016 erscheinenden Debütalbums ‚Flowers‘, los.
Interessant war hier zu sehen, wie sich Robert Laupert während des Konzertes verändert hatte. War er bei den ersten zwei, drei Stücken noch mit einer angespannten Attitüde wahrzunehmen, wandelte sich diese während des Konzerts immer weiter in einen entspannten Sturm & Drang-Habitus. Diese Wandlung stellte wohl die abfallende Anspannung und die Spiellust der ganzen Band dar und war nicht zuletzt auch der Eisbrecher für das Publikum. Was beim nächsten Song auch gleich, umgesetzt werden sollte. ‚The River‘ bestach durch seine Geschwindigkeit und seiner frischen Art. Lauperts Stimme klang hier weniger kratzig und rau, sondern wesentlich weicher.

L'Aupaire @ Privatclub Berlin

L’aupaire @ Privatclub Berlin

Mit ‚You Will Be Loved‘ folgte eine verträumt, sensible Nummer, die mit einem prägnanten Gitarrenspiel eine wunderbare Weite erzeugt. Mit jedem weiteren Titel, wie dem Song ‚Good Old Fashioned‘ wurden die Songs ausschweifender und epischer. Da wurden Gitarren und Gesänge ins unermessliche gezogen, die in Instrumenten-Soli mündeten.
Mit der eingestreuten Popnummer ‚I Would Do It All Again‘, wurde diese Stimmung zwar schnell wieder aufgelöst, doch endete auch dieser Song in einem, vom Publikum angeführten Chorgesang und schließlich im kollektiven Außer-Rand-und-Band-Gefühl.
Mit dem nachfolgenden ‚Rollercoaster Girl‘ kam dann schließlich der wohl bekannteste und gleichzeitig auch stärkste Song der Band. Wem bis zu diesem Zeitpunkt die Nähe zu Sängern wie Paolo Nutini nicht aufgefallen sein sollte, wurde spätestens hier unmissverständlich mit der Nase direkt reingetunkt. Eine so kräftig, kratzende Soulstimme mit einem treibenden Beat aus Deutschland zu hören, ist erfrischend und faszinierend zu gleich.

L'Aupaire @ Privatclub Berlin

L’aupaire @ Privatclub Berlin

L'Aupaire @ Privatclub Berlin

L’aupaire @ Privatclub Berlin

Mit dem Titelsong ‚Flowers‘, zum oben erwähnten Debütalbum, folgte abermals eine von Gitarren getragene Nummer, die in einer Trommelsession mündete ehe die Band von der Bühne verschwand um nach kurzer Zeit für eine Zugabe zurückzukommen. Diese eröffneten Sie mit einer Jam-Session in der sowohl Peppa (Backing Vocals), mit einer überraschend facettenreichen Stimme überzeugte, als auch die Band zeigte, was noch so alles musikalisch in ihnen steckte.

Mit dem sehr ruhigen ‚Hold On‘, der wie eine Reminiszenz an ‚The Wing‘ von Gustavo Santaolalla wirkt, beschlossen sie den Abend. Allerdings nicht bevor sie auch hier noch einmal alles aus dem Song rausholten und ihn in einer Klangwolke aufgehen ließen.

Wem bis dahin nur ‚Rollercoaster Girl‘ ein Begriff gewesen war, wurde wohl mit weitaus mehr Vielschichtigkeit überrascht, als er erwartet hätte. Bei L’aupaire klingt nichts gleich und ist doch alles stimmig. Es macht Spaß die unglaublich sympathische Band um Robert Laupert live performen zu sehen. Wurden doch zwischen den Stücken immer wieder Geschichten eingestreut die von auf-Weltreise-gehenden-Freundinnen oder Gimmicks um Blumensamen am Merchandise-Stand handelten. Wer also zum Albumrelease von ‚Flowers‘ am 11. März 2016 die Gelegenheit bekommen sollte, diese Band einmal live zu sehen, sollte schnell zugreifen!

L'Aupaire @ Privatclub Berlin

L’aupaire @ Privatclub Berlin

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