Es gab eine Zeit, da war das Internet tatsächlich noch – um das berühmte Zitat von Angela Merkel aufzugreifen – für alle Neuland. Hier schien alles möglich und entfaltete ein unglaubliches Potenzial. Doch das begann zunächst eher langsam. Anfang und Mitte der 2000er-Jahre war vieles zum ersten Mal da. Soziale Netzwerke wie MySpace brachten Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Vor allem aber brachte diese Plattform auch echte Stars hervor. Eine der bekanntesten ist wohl Lily Allen. Doch auch Charli XCX veröffentlichte hier ihre ersten Songs – da war sie gerade einmal 16 Jahre alt. Wer ihren MySpace-Account abonnierte oder sich mit Charli XCX vernetzte, bekam unter anderem Songs wie Nuclear Seasons vorgestellt – einen ihrer frühen Tracks. Bereits mit 18 Jahren erhielt sie schließlich einen Plattenvertrag bei Asylum Records.
Es folgten Anfang und Mitte der 2010er-Jahre mit Boom Clap, Break The Rules und I Love It (mit Icona Pop) drei ihrer größten Hits. Mit weltweiten Top-10-Platzierungen gelang es Charlotte Emma Aitchison – wie Charli XCX bürgerlich heißt –, sich einen festen Platz in der internationalen Poplandschaft zu erarbeiten. Danach folgten einige Jahre, in denen Charli XCX zwar kontinuierlich Songs und Alben veröffentlichte, diese jedoch hinter den kommerziellen Erwartungen zurückblieben. Erst ihr fünftes Album Crash (2022) erreichte schließlich erstmals Platz 1 der britischen und Platz 7 der US-amerikanischen Albumcharts.

2024 markierte dann den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere. Mit ihrem Album Brat wiederholte die britische Sängerin nicht nur den Erfolg des Vorgängers, sondern schuf zugleich einen eigenen kulturellen Zeitgeist rund um ihre Musik. So wurde der Sommer 2024 weltweit zum Brat Summer erklärt, und Charli XCX entwickelte sich endgültig zu einem popkulturellen Phänomen.
Mit diesem Rückenwind ist der Schritt zum kommenden siebten Studioalbum Music, Fashion, Film, das am 24. Juli erscheinen wird, nur folgerichtig. Vieles deutet darauf hin, dass das Album sogar noch erfolgreicher werden könnte als sein Vorgänger. Daraus bereits veröffentlicht wurden die Singles Rock Music und SS26. Nun folgt mit Wink Wink die dritte Single aus dem neuen Album und zeigt Charli XCX von ihrer bewusst überzeichneten, selbstironischen Seite. Aus der zunächst mit einem Sprechpart beginnenden Pop-Rock-Nummer entwickelt sich schnell ein mitreißender Rocksong, der zwischenzeitlich in elektronischen Hyper-Pop abdriftet, ehe Wink Wink wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückfindet und sich mit einer starken Hook sowie einem eingängigen Refrain unmittelbar im Kopf festsetzt.
Mit fast 20 Jahren im Musikbusiness ist Charli XCX nun final im Popolymp angekommen und dürfte ihn wohl so schnell nicht mehr verlassen wollen. Dabei dürfte Wink Wink kurz vor dem Albumrelease auch die letzte Singleauskopplung erfolgt sein und die Vorfreude darauf steigern, was Charli XCX mit dem neuen Album, das sich durch verschiedenste Musikgenres bewegt, in diesem Jahr auslösen wird.