SYML - The Dark

SYML – My darkness looks different than yours

Es ist der Moment, der musikalisch so vieles verändern kann. Mit einem einfachen Satz, wie Meine Dunkelheit ist eine andere, als die Eure und doch fühlen wir sie alle auf die gleiche Art, hat Brian Fennell seinen neuesten Song angekündigt. Dabei veröffentlicht der aus Seattle kommende US-Musiker hier einen Song, den man so vielleicht kein zweites Mal zu hören bekommt. Denn mit The Dark ist ein Song rausgekommen, bei dem der Singer/Songwriter selbst noch nicht einmal weiss, ob es sich dabei um die finale Version handeln wird. Gleichzeitig empfand es Fennell aber als richtig, ihn jetzt zu veröffentlichen. Mit einem ruhigen, choralen Intro, dem emotionalen Gesang Fennells und dem begleitenden Gitarrenspiel bildet sich in The Dark ein Gefühl heraus, das sich von tiefen Emotionen speist. Dabei baut Fennell eine große Ähnlichkeit zum Song The Night We Met von Lord Huron auf, der einen so epischen Moment in der zweiten Staffel der Kultserie 13 Reasons Why – Tote Mädchen Lügen Nicht einnahm.

SYML

SYML

Fennell selbst fügt auf seiner Facebookseite schließlich zur Veröffentlichung des Songs hinzu: Ich glaube nicht daran, dass wir fürs alleine Leben bestimmt sind, doch verhindert es nicht die Tatsache, dass wir es oftmals sind. Sollte Dich dieser Song alleine vorfinden, wünsche ich mir, dass er eine Zeit lang Dein Begleiter wird. Damit genau ins Schwarze getroffen, klingt The Dark hallend, wie in einer Kathedrale, in der wir alleine mit unseren Gefühlen tanzen. Die daraus resultierende Stimmung, kann so reich, wie zerstörerisch sein und birgt viele Momente, sich über Dinge im Klaren zu werden, die man sonst immer wieder verdrängt. Dabei spielt The Dark genau die Rolle, die gute Musik erzeugen kann, wenn sie so universell, wie passend einsetzbar ist. Fennell geht in The Dark schließlich in einem Trompeten-Höhepunkt auf, eher er sich mit der gleichen, leisen Stimmung verabschiedet, die wir eingangs bereits hören konnten. Man hört Fennell an, dass er ein leidenschaftlicher Musiker ist und wird mit jedem seiner neuen Songs auch immer wieder aufs Neue berührt.

Bob Moses & ZHU - Desire

Bob Moses & ZHU – Wenn die Sehnsucht zerstörerisch wird

Es sind zwei Acts, die sich nicht besser hätten zusammenfinden können. Zum einen haben wir die beiden US-Amerikaner Jimmy Vallance und Tom Howie aus Brooklyn, New York City – die das Elektro-Duo Bob Moses bilden und mittlerweile von Vancouver in Kanada aus Musik machen. Zum anderen ist es der aus San Francisco kommende House-Produzente ZHU, der mit seinem 2014er Hit Faded nicht nur auf Anhieb in 14 Ländern in die Charts kam und damit mit seiner Debütsingle äußerst erfolgreich war – sondern gleich auch eine Grammy-Nominierung als Best Dance Recording einsammeln konnte. Durch Kollaborationen, wie mit AlunaGeorge, Skrillex, Tame Impala oder Sofi Tukker hielt sich Steven Zhu – wie ZHU bürgerlich heisst – immer wieder in den Clubcharts und konnte von starken Airplays profitieren. Bob Moses hingegen wählten den Weg über die Bühne und erreichten, seit ihrer Gründung 2012 einen Status auf Festivals, den es sich hart zu erspielen gilt. Denn egal, ob auf dem Coachella Festival, dem Lollapalooza Festival, dem Bonnaroo Music Festival oder dem MELT! Festival – wo Bob Moses spielen, wird es vor der Bühne eng.

Bob Moses & ZHU

Bob Moses & ZHU

Nun haben sich die beiden Acts für den Song Desire zusammengetan und dunkle Version des Clubs gezeichnet. Ist Desire durch und durch für den Club produziert und überzeugt mit dumpfen Basslines und dem Gesang von Bob Moses wird er gleichzeitig auch zur dunklen Warnung an den Club. Denn hier wollen Bob Moses und ZHU auf die zerstörerische Kraft aufmerksam machen, die Sehnsüchte mit sich bringen können. Dabei kann getrost auf die vielen Sehnsüchte der Partygänger Bezug genommen werden, sich bei Clubnächten manchmal vielleicht auch zu viele davon erfüllen und schließlich nicht mehr davon loskommen. Bob Moses sagen dazu – mit diesem Track versuchen wir deshalb selbstbewusst zu sein, indem wir auf unsere Sehnsüchte schauen und damit abrechnen. Doch auch ohne Message ist Desire eine satte Clubnummer, die an dunklen Ecken in den Clubs mit dem starken Beat erst richtig zur Geltung kommt. Desire ist dabei die erste Veröffentlichung aus Bob Moses neuem, gleichnamigen Konzeptalbum, welches die Jungs am 28. August veröffentlichen werden.

The Coronas - Light Me Up

The Coronas – Wenn ein Jahr die Veränderung bringt

Es ist eine verrückte Zeit für die irische Band The Coronas. Noch im Mai 2019 hatten sie mit Find The Water die erste Single ihres kommenden, sechsten Albums True Love Waits veröffentlicht. Dann gab die Band mitten in der Vorweihnachtszeit plötzlich die Trennung von Gitarristen Dave McPhillips bekannt – der sich auf eigenen Wunsch aus der Band zurückzog. Was zur Folge hatte, dass sich die Band neu strukturieren musste – wer übernimmt den Part McPhillips und wie wird sich das auf die Band auswirken? Im Januar veröffentlichte die – nun zu einem Trio zusammengeschrumpfte – Band mit Haunted schließlich die zweite Single. Plötzlich, nur sechs Wochen später, folgte der nächste Schock. Denn auch in Irland hatte die Pandemie so große Auswirkungen, dass die Band ihre Promotion-Tour für das kommende Album absagen musste – immerhin eine der größten in der Geschichte der Band, mit Gigs in den USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz. Selbst ein eigenes Festival wurde für das Release-Wochenende unter dem Namen Nowhere We’d Rather Be angekündigt und sollte Acts, wie Tom Walker, Gabrielle Aplin, Hudson Taylor und natürlich The Coronas auf der Bühne performen sehen. Auch hier musste die Band den Fans leider mitteilen, dass das Festival nicht stattfinden wird und The Coronas nun ihr neues Studioalbum ohne große Promotion am kommenden Freitag veröffentlichen wird.

The Coronas

The Coronas

Doch The Coronas werden nicht müde – so hat die Band schließlich doch noch eine kreative Lösung für eine Promo-Tour gefunden und fährt ab kommenden Donnerstag bis einschließlich Montag mit einem Eiscremewagen durch das Land mit Stops in Cork, Limerick, Waterford, Galway, Kilkenny und Dublin. Dabei gibt es nicht nur Eiscreme, sondern auch das neue Album zu kaufen. Mit dieser Ankündigung haben der Sänger Danny O’Reilly, Drummer Conor Egan und Bassist Graham Knox gleichzeitig eine neue Version ihrer neuesten Single Light Me Up – veröffentlicht, welche die Band zusammen mit Cian, vom irischen Newcomer-Trio True Tides eingespielt hat. Dabei dürfte den irischen Konzertgängern das Trio True Tides – bestehend aus drei Brüdern – durch die Dubliner Konzerte von The Coronas bekannt sein, spielte die Band doch hier als Support. Mit dem emotionalen Light Me Up haben The Coronas nochmals und kurz vor dem Release des Albums eine Single veröffentlicht, die sich an die ganz großen Momente anschmiegt und einmal mehr zeigt, wie eindrucksvoll die Musik der Dubliner Band ist. Wird das Album True Love Waits an diesem Freitag in Irland veröffentlicht, müssen wir international noch eine Woche warten, bis es auch in anderen Ländern verfügbar sein wird. Bis dahin freuen wir uns über großartigen Rocksound, der schon fast zum Stadionrock gezählt werden kann.

CamelPhat feat. Foals - Hypercolour

CamelPhat feat. Foals – Rave mit Rockattitüde

Dass es über kurz oder lang zu einer Zusammenarbeit zwischen dem DJ-Duo CamelPhat und den Alternative-Rockern von Foals kommen musste, war nur eine Frage der Zeit. Was allerdings dabei rausgekommen ist – übertrifft selbst die kühnsten Vorstellungen. CamelPhat – die bekannt dafür sind, immer wieder mit anderen Künstlern – vorwiegend aus dem Indie-Genres – zusammenzuarbeiten, haben in den vergangenen Jahren ein äußerst gutes Händchen dafür gehabt, so richtig große Elektro-Anthems zu produzieren. Da waren Kollaborationen mit Elderbrook, Jake Bugg, Au/Ra oder Jem Cooke und Christoph. Allesamt bestimmten jeweils 2017, 2018 und 2019 die Festivalplaylisten und sorgten ausnahmslos für ekstatische Stimmung. Foals hingegen sind seit Mitte der 2000er für einen großartig, mitreißenden Indiesound bekannt, der sich von Songs, wie CassiusMy Number, Into The Surf, In Degrees, Mountain At My Gates oder What Went Down speist und jede Indiedisko zum Schwitzen bringt. Nach den Alben Antidotes (2008), Total Life Forever (2010), Holy Fire (2013) und What Went Down (2015) haben die Briten 2019 mit Everything Not Saved Will Be Lost – Part 1 und Part 2 gleich zwei Alben veröffentlicht und landeten schließlich mit der letzteren Version erstmals auf Platz 1 der britischen Albumcharts.

CamelPhat feat. Foals - Hypercolour

CamelPhat feat. Foals – Hypercolour

Damit auf einem ihrer kreativen Höhepunkte, scheint die Loslösung vom Gründungsmitglied und Bassisten Walter Gervers eine wahre Sturm und Drang Zeit der Band ausgelöst zu haben. So haben sie für Oktober 2020 mit Collected Reworks gleich drei Platten angekündigt, auf denen Acts, wie Rüfüs Du Sol – deren Remix von The Runner bereits veröffentlicht wurde – Purple Disco Machine, Hot Chip, Totally Enormous Extinct Dinosaurs, Mount Kimbie oder Mura Masa die Hits der Band remixen werden. Als erster Teil daraus ist mit Collected Reworks Part 1 bereits ein erster Eindruck veröffentlicht worden. Auf Hypercolour haben sich nun CamelPhat und Foals zusammengetan und damit eine langjährigen Wunsch des Liverpooler DJ-Duos in Erfüllung gehen lassen. Mit einem Entrée aus Synthies und wabernden Housebeats und dem warmen Gesang des Foals-Frontsängers Yannis Philippakis wandelt sich Hypercolour schließlich zu einem melancholischen Rave aus Deep House mit Indie-Note. Dabei ist Hypercolour einmal mehr der Beweis, dass CamelPhat immer auf die richtigen Stimmen setzen, um ihren Songs dieses ganz besondere Gefühl zu geben. Nach unzähligen EP-Veröffentlichungen arbeiten CamelPhat aktuell an ihrem Debütalbum, welches mit Sicherheit weitere spannende Kollaborationen bereithalten wird.

CamelPhat feat. Foals – Hypercolour

Julia Stone - Break

Julia Stone – Ein Hauch von Weltmusik

In den letzten Monaten war Julia Stone so umtriebig, wie zuletzt vor acht Jahren. Denn genau so lange ist es her, dass die australische Sängerin mit ihrem Soloalbum By The Horns Musik als Solokünstlerin veröffentlichte. Dabei war es damals der Zeitraum, in dem sich Fans des erfolgreichen Geschwister-Duos Angus & Julia Stone ernsthaft Sorgen darum machen mussten, jemals wieder Musik des Duos zu hören. Heute wissen, wir, dass das Duo einfach Abstand zueinander brauchte, um sich mit eigener Musik freizuspielen. Zu Beginn dieses Jahres trat Stone schließlich – nachdem sie mit ihrem Bruder und den beiden Alben Angus & Julia Stone (2014) und Snow (2017) wieder als Duo in Erscheinung trat – abermals als Solokünstlerin ins Rampenlicht und war auf der Single Breathe It In des US-Amerikaners Garrett Kato zu hören. Als die verheerendsten Waldbrände der australischen Geschichte – die von September 2019 bis März 2020 andauerten – über eine Milliarde Säugetiere, wie Kängurus, Koalas, Krokodile und Pferde tötete, rief Stone die Initiative Songs For Australia ins Leben. Hier veröffentlichte die Sängerin zusammen mit anderen Künstlern ein Compilation-Album, auf dem große australische Songs neu interpretiert wurden.

Julia Stone - Photo by Brooke Ashley Barone

Julia Stone – Photo by Brooke Ashley Barone

Dabei hatte Stone selbst mit der ergreifenden Version des Midnight Oil Klassikers Beds Are Burning für Furore gesorgt – ist er nicht nur hervorragend geworden, sondern zählt er mit dem dazugehörigen Musikvideo auch gleichzeitig zu einem der packendsten Songs des Jahres. Was folgte war ein weiterer Song Stones für den Soundtrack des Science-Fiction-Films Only. Nun hat Stone mit dem Song Break tatsächlich ein wenig mit so vielem gebrochen, dass man sich fast schon verwundert fragt, ob dieser Song denn tatsächlich von der Sängerin kommen kann. Denn entgegen ihres zumeist auf Folk basierenden Sounds, hat die Australierin mit Break einen frohen, frischen Weltsound veröffentlicht, der an Sängerinnen, wie Jain erinnert. Produziert wurde der Song von der mehrmaligen Grammy-Gewinnerin und US-Amerikanischen Musiktausendsasserin St. Vincent. Break ist Pop pur und zeigt textlich gleichzeitig auch, wie sehr sich die Chemie in einem selbst verändert, wenn man auf einem Menschen trifft, bei dem die Gefühle plötzlich verrücktspielen – wie Stone ihn selbst beschreibt. Mit einem großartigen Musikvideo ist Julia Stone mit ihrer ersten neuen Single eines – hoffentlich bald erscheinenden – neuen Soloalbums zurück und begeistert gleich zu Beginn mit einer großartigen Produktion.

Amtrac feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Radical

Amtrac feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Entspannter House-Sound für den Sommer

Seit Wochen schwirrt er durch die Clubradios und Playlists der DJs, die ihre Sets via Livestreams zu uns nach Hause bringen. Und auch wenn wir aktuell immer noch nicht mit Freunden dazu tanzen können, ist der Song Radical eine großartige Möglichkeit, uns auf einer Wiese im Park zu treffen und die warmen Strahlen der Sonne zu genießen – bis sie untergeht. Dabei kommt der Song vom 33-järigen US-Produzenten, DJ und Multiinstrumentalist Caleb Cornett alias Amtrac. Bereits 2011 – nur ein Jahr nach seinem Start im Musikbusiness – veröffentlicht der Produzent mit Came Along sein Debütalbum. Auch auf seinem neusten Album Oddyssey, das im April veröffentlicht wurde begeistert er wieder mit sphärischen Housetracks. Auf Radical holt sich der Musiker den britischen Produzenten und Sänger Totally Enormous Extinct Dinosaurs dazu, der mittlerweile in den USA lebt und von Los Angeles aber auch anderen Orten aus seine Musik veröffentlicht. Beide zusammen legen mit Radical einen wunderbar entspannten Housetrack auf, der sich für die Open Airs dieses Sommers genauso gut eignet, wie für die dunklen Ecken eines Clubs. Dabei legt sich die Stimme TEEDs – wie sich Totally Enormous Extinct Dinosaurs auch gerne selbst abkürzt – passend zum schwelgenden Sound wie ein Bettlaken über die Produktion und verbindet sich mit den Arrangements Amtracs. Gleichzeitig freut sich TEED darüber, mit Amtrac zusammengearbeitet zu haben und Teil seines neuen Albums zu sein. Radical gibt es auch in einer Radio tauglichen 4-Minuten-Version – entfaltet jedoch auf der über sieben minütigen Version erst sein volles Volumen.

Robin Schulz & Wes - Alane

Robin Schulz & Wes – Ein Sommerhit kehrt zurück

Es war der große Sommerhit 1997 in Frankreich – Wochen später belegte er schließlich auch in Deutschland und in ganz Europa die vordersten Chartränge und war über Monate hinweg der absolute Radiohit. Die Songzeilen Alanné mba yi woma wé. Ho tou sondé. Ho ma yé konnte jeder mitsingen, auch wenn einem die Bedeutung der Worte nicht geläufig war. Der aus Kamerun kommende Musiker Wes Madiko hatte mit seinem Hit Alane dafür gesorgt, dass Weltmusik plötzlich in halb Europa gespielt wurde. Dieses Genre, das sich nur schwer in eine Richtung einordnen lässt und im Falle von Wes mit dem französischen Produzenten Michel Sanchez einen Sound erhielt, der sich deutlicher am europäischen Musikmarkt orientierte, führte zu unzähligen Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen und sagenhaften 40 Wochen in den deutschen Singlecharts. Mit Walenga wurde schließlich auch ein Album veröffentlicht, welches allerdings nicht an den Erfolg der Single anknüpfen konnte, sich dennoch aber in Frankreich, Portugal, Österreich und den Niederlanden in den Top-10 platzieren konnte. Alane sollte Madikos einziger Hit bleiben und bedeutete für den Sänger einen Platz unter den One-Hit-Wondern einzunehmen. Was über Jahre hinweg blieb – war das unvergessene Gefühl von Sommer, Ferne und einem unglaublich sympathischen Sänger, der mit einem Musikvideo voller akrobatischer Bewegungen begeisterte – legendär ist hier die Bauchwelle, die auch auf den Bühnen von The Dome oder Top Of The Pops performed wurde. Nun ist Madiko – 23 Jahre nach seinem großen Hit – wieder in einem Musikvideo zu sehen und singt dabei die gleichen Textzeilen, wie einst bei seinem großen Erfolg. Denn heute hat der Osnabrücker DJ Robin Schulz eine Version des Hits Alane veröffentlicht, die sich stark am Original orientiert und das Gefühl vom Sommer 1997 zurückbringt. Dabei kommt gleich in den ersten Momenten ein unglaubliches Gefühl von Freude auf und bringt den Hörer durch den Gesang Madikos sofort wieder zurück in die 90er Jahre – sofern man bereits zum Original getanzt hatte. Mit modernen EDM-Elementen – und einem ebenfalls choreografisch am Original erinnernden Musikvideo – kehrt auch Madiko im Musikvideo zurück in die Öffentlichkeit und lässt uns eine gute Zeit haben. Mit einer gehörigen Portion Airplay und dem prominenten Namen von Robin Schulz könnte es Alane so – satte 23 Jahre später – abermals zum Sommerhit schaffen. Zu gönnen wäre es Madiko mit seinem zeitlosen Song auf jeden Fall.

Kraak & Smaak feat. Imugi - Sommeron (Satin Jackets Remix)

Kraak & Smaak feat. Imugi – Satin Jackets Veredelung

Im Original ist es ein klebrig, träger Elektrosong, den das niederländische Trio Kraak & Smaak mit Sommeron veröffentlicht hat. Dabei stehen die Jungs eigentlich für einen sommerlich, frischen Elektrosound aus House- und Tropical-House-Elementen, wie wir es von ihrem Sommerhit 2019 Sweet Time kennen. Doch auch dieser war bereits ein Remix des französischen DJs Yuksek und klang im Original deutlich langsamer. Damit haben sich Kraak & Smaak gleich in zwei Stilen etabliert. Einmal ist es ihr schwerer und träger Elektrosound, der das Trio Song für Song so klingen lässt, als würde man eine Platte anstatt mit 44 Umdrehungen pro Minute nur mit 33 UPM abspielen. Zum anderen sind da die Remixe, die zu fast jeder Veröffentlichung eine satte Veredelung des Songs darstellen. Die neueste Veredelung darunter findet bei dem – im Herbst 2019 veröffentlichten – Song Sommeron statt, der nun vom deutschen DJ und Produzenten Satin Jackets aufgefrischt wurde. Hierbei beschleunigt Satin Jackets den Song im allgemeinen etwas, hebt dabei den sanften Gesang des neuseeländischen Duos IMUGI hervor und legt eine wunderbar leichte Note Tropical-House mit vielen frischen Elementen unter das Original. Mit dieser neuen Version von Sommeron lassen Kraak & Smaak den Sommer zusammen mit Satin Jackets endlos erscheinen und laden ein zu einem Cocktail an der Strandbar, während eine kühlende Brise den heißen Sonnenschein auf der Haut erfrischt. Satin Jackets zeigt mit diesem Remix einmal mehr, wie produktiv der Osnabrücker Produzent gerade ist – hat er doch vor kurzem erst mit Little Airplanes einen neuen Song veröffentlicht. Zusammen lassen die Niederländer dem Deutschen soviel Freiraum, dass aus dem einst langsamen und klebrig, warmen Sommeron ein satter Sommerhit wird, den wir bis weit in den Herbst mit uns rumtragen werden.

Parov Stelar - Brass Devil

Parov Stelar – Der Pionier swingt wieder

Er ist und bleibt der König des Electro-Swing. Auch wenn dem Österreicher Marcus Füreder – alias Parov Stelar – die Erfindung dieses Genres zugeschrieben wird, gab es in den vergangenen Jahren einige Turbulenzen, die damit einhergingen. Denn als Erfinder dieses Sounds, wurde dem Linzer Produzenten nur sehr wenig Spielraum zugestanden, auch mal etwas anderes auszuprobieren. Daraus ausbrechend, konnten wir in den vergangenen Jahren immer öfter Songs hören, die sich nicht mehr mit dem Trademark-Sound des Produzenten deckten, wie der Balkanbeats-Hit Gringo zeigt. Doch gleichzeitig ist Swing in den letzten Jahren immer größer geworden und wurde die Musik unter anderem durch die grandiose Serie Babylon Berlin nochmals in den Vordergrund gestellt. Hieraus hat sich dann auch die Motivation des Musikers ergeben, ganz frisch und neu an die Sache ranzugehen und wieder Songs im Stile seiner Anfangszeit zu produzieren. Der neue Song Brass Devil ist dabei der erste Song, der wieder nach einem solchen Muster entstand und hat bei Stelar deshalb eine ganz besondere Stellung. Denn hier zeigt sich, dass mit einer Instrumental-Version keine Langeweile aufkommen muss und der Song, wie gemacht, für den Club erscheint. Dass die Rückkehr zum Electro-Swing nicht zwingend bedeuten muss, den House-Sound der vergangenen Jahre aufzugeben, zeigt sich auf Brass Devil eindrucksvoll. Hier mischen sich dunkle Housebeats mit der Leichtigkeit des Swings und Jazz‘ und werden zu einer irritierend, modernen Variante des Retro-Sounds. Für Stelar selbst, ist Brass Devil eine Art Befreiung aus dem Konflikt der verschiedenen Sounds. Brass Devil befindet sich auf dem zweiten Teil, seiner Voodoo Sonic Trilogy, die am 24. April veröffentlicht wurde und mit seinen 5 Songs unterschiedlicher nicht sein könnte. Hier folgt auf Brass Devil – dem original Electro-Swing-Song – der Jazz-Ausflug (Piano Boy) und endet in modernen House Beats (Don’t You ForgetFade To Red), sowie einer Folk-Elektromischung auf (Come Back Home). Ebenso werden wir bald die Möglichkeit haben, in einer Doku mehr über den Werdegang des Electro-Swing-Pioniers zu erfahren. Wann diese veröffentlicht wird und wie sie heißen wird, steht dabei noch nicht fest. Mit seiner zweiten EP Voodoo Sonic Trilogy, Part 2 beweist uns der Musiker auf jeden Fall, warum er der Meister des Electro-Swing ist und verbindet hierbei gleich auch gekonnt Jazz mit wunderbar treibenden Elektroelementen. Stelar ist damit einmal mehr eine sichere Bank für großartigen Elektro mit Retrotouch.

Regard & RAYE - Secrets

Regard & RAYE – Hymnischer Sommerhit

Sie haben etwas ganz großes und einzigartiges geschaffen – mit diesen Worten haben DJ Regard und die britische Singer/Songwriterin Rachel Agatha Keen – alias RAYE – ihre Zusammenarbeit auf der neuen Veröffentlichung Secret kommentiert. Dabei ist Regard in den Charts mit seinem Hit Ride It weiterhin äußerst erfolgreich und hat in 24 Ländern eine Platzierung in den Top-10 der Singlecharts erreicht. Dass dieses Sample des 2008er Jay-Sean-Hits für den Kosovaren Dardan Aliu – der sich hinter Regard verbirgt – zum Erfolg wurde, hat der DJ einer kontinuierlichen Steigerung seiner Musik zu verdanken – denn immerhin veröffentlicht Regard bereits seit 2008 Songs. Zusammen mit der Sängerin RAYE hat er nun einen Song der Britin neu produziert und eine ganz eigene Version veröffentlicht, die ursprünglich als langsame R&B-Songs gedacht war. Dabei spielt RAYEs Background eine große Rolle. Denn besuchte die Londonerin die BRIT School of Music – und damit die selbe Schule, von der auch Adele, Amy Winehouse, Ella Eyre, FKA Twigs, Freya Ridings, Imogen Heap, Katie Melua oder Leona Lewis abgingen – brach sie das Studium ab, weil es sie – trotz der vielen erlernten Dinge – zu sehr einengte. 2014 veröffentlicht RAYE mit Welcome to the Winter schließlich ihre Debüt-EP und machte damit Years & Years-Frontsänger Olly Alexander auf sich aufmerksam, der sie bei dem Plattenlabel – bei der Alexanders Band unter Vertrag steht – empfahl. Seitdem ist sie bei Polydor unter Vertrag und hat einen immensen Einfluss auf die Musik der vergangenen vier Jahre genommen. Denn obwohl die Sängerin mit eigenen Veröffentlichungen, wie Decline (2017), Love Me Again (feat. Jess Glynne, 2019) oder Tequila (mit Jax Jones und Martin Solveig, 2020) oder durch Kollaborationen mit Jonas Blue (By Your Side, 2016), Jax Jones (You Don’t Know Me, 2016) und David Guetta (Stay (Don’t Go Away), 2019) immer erfolgreicher wurde, sind es vor allem Songs –  die sie in ihrer Funktion als Songwriterin geschrieben hat – für die sie bekannt ist. Denn neben den selbst veröffentlichten Songs, hat sie Songs für alle großen Stars, wie Blonde, Matoma, SG Lewis, Charli XCX, Jax Jones, Little Mix, Rita Ora, John Legend, Major Lazer, Ellie Goulding, David Guetta oder Beyoncé, geschrieben. Da ist es nicht verwunderlich, dass DJ Regard dann auch über das Multitalent schreibt, dass jeder einmal mit ihr zusammengearbeitet haben sollte. Auf Secrets hat Regard einen ganz ähnlichen Aufbau genutzt, wie es sein Hit Ride It schon besaß und überzeugt mit House, der sich durch melancholisch, hymnische Gesangparts zu einem großartigen hochsommerlichen Hit entwickelt. Mit 80er Jahre Synthies und einem klassischen Drop, funktioniert Secrets darüberhinaus auch im Club und könnte zu einem der ersten Hits werden, zu dem wir – bei der Rückkehr der Parties in die europäischen Clubs – tanzen werden.