Christian Reindl & Tessa Rose Jackson - Happy Together

Christian Reindl & Tessa Rose Jackson – 52 Jahre alter Song ganz leise interpretiert

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich der Münchener TV-, Film- und Werbekompnist Christian Reindl mit der niederländischen Sängerin Tessa Rose Jackson über dem Weg laufen würden. Komponiert und produziert Reindl seit einigen Jahren bereits erfolgreich Songs für Marken, wie Coca-Cola, RTL, BMW, Audi oder DreamWorks ist die Sängerin Jackson – nach ihrem Hit Change Time (2012) – vor allem mit ihrem Projekt Someone, welches sie seit 2017 mit so cineastischen Songs und Musikvideos, wie The Deep (Episode 1)Forget Forgive und Pull It Together in Verbindung bringt, aktiv. Hier wird es wohl auch die Schnittstelle gegeben haben, bei der sich Reindl und Jackson begegnet sein müssen. Dabei ist das erste Werk der beiden so überraschend, wie erfreulich. Denn hier haben beide nicht etwa an einem verkopften Bombastsong gearbeitet, sondern sich den 52 Jahre alten Hit Happy Together von The Turtles ausgesucht. Hierbei haben sie eine Version produziert, die sich stark am Original orientiert, dabei aber eine ganz eigene Geschichte von Kälte, Trauer und Ehrfurcht erzählt. Mit dunklen Klangstrukturen und dem hauchenden Gesang Jacksons ist Happy Together eine streichelnde Ballade, die wahlweise für eine schaurige Gänsehaut oder wohlige Geborgenheit sorgt.

DJ Regard – Mit Sample nach ganz oben

Es wird abwechslungsreicher – vor allem bei der elektronischen Musik. Waren hier früher die Briten federführend, sind es nun DJs und Produzenten aus Frankreich, dem Baltikum oder Südosteuropa. Aus letzterer Gegend kommt Dardan Alu, der als DJ Regard gerade mit seinem Songs Ride It durch die Decke geht. Dabei hat sich der Kosovare eines elf Jahre alten R&B-Songs bedient und den Briten Jay Sean damit noch einmal einen zweiten Frühling verschafft. Denn DJ Regards Version hat den 2008er Erfolg mit Platz 11 in den britischen Singlecharts längst eingeholt und befindet sich seit gestern auf Platz 2 in Großbritannien. Dabei geht der Song bereits seit ein paar Wochen durch die Clubs der Welt und wird zunehmend auch in den USA zum Hit, worauf DJ Regard lange gewartet hat. Mixt er doch seit fast zehn Jahren Musik zusammen und legt fast ebenso lange auf – kam der nötige Erfolg erst vor knapp zwei Jahren. Von seinem – größtenteils – Deep House und House ist Ride It überraschend weit weg und zeigt die Bandbreite des Produzenten. Ride It ist ein perfekter Song für die großen Partys mit Freunden, sowie für die Momente alleine zu Hause, an denen wir die Lautsprecher ganz weit aufdrehen und uns zu den chilligen Beats von DJ Regard bewegen.

Editors - Black Gold

Editors – Ein Kapitel abschließen

Es ist das dritte Aufbäumen innerhalb Jahresfrist, was die Editors 2019 abliefern werden. Kam im Mai mit der The Blanck Mass Sessions eine Neuinterpretation einiger ihrer Songs raus, folgte im Juli mit Frankenstein ein komplett neuer Song. Und das, obwohl knapp ein Jahr zuvor mit Violence das sechste Studioalbum der Birminghamer Band veröffentlicht wurde. Dabei haben die fünf Musiker, mit Tom Smith als Frontmann, in den letzten Jahren eine Veränderung ihres Sounds vorgenommen, der nicht immer jeden Fan mitziehen lassen hat. Allerdings kommentiert Smith, dass sie als Band festgestellt haben, dass diese neue Version der Band es sei, die sie gerade sein wollen. Mit der nun angekündigten Best Of-Platte Black Gold finalisieren sie ein Kapitel der Band, welches 15 Jahre angehalten hat.Und geben so den Raum frei, sich weiterzuentwickeln, denn die Band sei hungrig, wie Smith betont. Nachdem Frankenstein als erste Singleauskopplung des Ende Oktober erscheinenden Best Of-Albums war, ist nun mit dem Titelsong Black Gold ein weiterer neuer Song veröffentlich worden, der die gewaltige Soundästhetik der Editors wunderbar präsentiert. Mit Smith‘ wunderbarem Gesang, dem mystisch, epischen Sound und den elektronischen Elementen, die hier und da an große 80er-Jahre Synthiepopnummern erinnern, lassen die Editors keinen Zweifel daran, eine der ganz großen Bands zu sein. Auch wenn sie sich selbst eher als Außenseiter der Musikindustrie sehen, sind die Editors mit ihren Platten über die Jahre zu einer gestandenen Größe gewachsen und zeigen dies auch in ihrem Sound. Black Gold ist eine Hymne für die rauen Tage des Herbstes, der zwischen warmen Farben und kalten Nächten seine Schönheit oftmals erst auf den zweiten Blick verrät.

Debby Smith - Something Special (by Lea Braeuer)

Debby Smith – Das ist Pop in seiner besten Art

Eigentlich ist Debby Smith eine absolute Newcomerin – eigentlich. Denn auch wenn der Hörer sie auf ihrer Debütsingle Something Special zum allerersten Mal wahrnimmt, ist die Hamburgerin schon seit knapp zehn Jahren im Musikgeschäft unterwegs. Nicht nur, dass sie an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater ihren Bachelor in Gesang macht, sondern tritt sie seit Jahren auch auf Firmenfeiern, Hochzeiten und ähnlichen Veranstaltungen mit einem enormen Repertoire an Songs auf und war in Bandprojekten in Malaysia, Chile und den USA involviert. Hierher mag wohl auch die Verbindung zu Josh Groban stammen, der sie 2013 auf seiner Welttournee All That Echoes World Tour in Deutschland als Solosängerin engagierte. Nun will es Smith auch international wissen und hat mit ihrer Debüt-EP Peace Of Mind eine wunderbar leichte Interpretation von Pop veröffentlicht, die durch ein 80er und 90er Jahre Feeling und scheu verwendeten Hip-Hop Sounds so sehr in die sommerlichen Tagträume von all denen spielt, die den Herbst gerade vor Augen haben. Dabei ist Something Special eine satte Popnummer, die an die frühen 90er Jahre erinnert, in der Synthies nicht überbordend eingesetzt werden aber deutlich herauszuhören sind. Hiermit trifft sie genau den Nerv der aktuellen Newcomer-Landschaft, die ebenfalls durch Acts wie Shura und Girl In Red bedient werden. Trotz der internationalen Einflüsse bleibt Smith sich treu und schreibt ihre Songs und Texte selbst und produziert diese auch mit. Something Special ist eine wunderbar, warme Version des Sommers, der sich auf entspannte Tage mit Freunden und milden Nächten am Strand einlässt und das Gefühl der vergangenen Monate noch etwas länger versucht wachzuhalten.

Robyn - Beach 2k20 (Yaeji Remix)

Robyn & Yaeji – Zwei Soundgenies auf einem Track

Robyn ist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr aus dem Popbusiness wegzudenken. Mit innovativen Sounds und frischen Beats veröffentlicht die Schwedin Album für Album absolute Hits. Auf ihrem aktuellen Album Honey gibt es so auch wieder ein Meisterwerk nach dem anderen. Einer davon – Beach2k20 – ist nun von der New Yorker Größe Yaeji geremixt worden. Yaeji steht mit ihrem Sound aus House und Hip-Hop und einem Gesangsmix aus Englisch und Koreanisch für sich selbst und hat dabei einen der größten musikalischen Hypes der letzten Jahre in New York ausgelöst. Ihre Partyreihen sind stets ausverkauft und auch weltweit reissen sich die Fans darum, sie einmal live zu sehen. Auf Beach 2k20 treffen sich nun beide Künstlerinnen und kreieren eine Version des Songs, der irgendwo zwischen Leichtigkeit und Clubsound wandelt und einen entspannt groovigen Beat besitzt. Dabei hält sich Yaeji bei ihrem Remix deutlich mehr an das Original, als es andere Remixe sonst machen und würdigt Robyns Musik damit dafür, dass man hier nur noch Feinheiten einbauen kann und der Song sonst schon perfekt ist. Auf dem Remix Beach 2k20 treffen sich zwei Soundgenies, die so auch gerne öfter zusammenarbeiten können.

Helgi Jonsson feat. Emilíana Torini - Crossroads

Helgi Jonsson feat. Emilíana Torrini – Isländische Leichtigkeit

Mit Emilíana Torrini besitzt Island, neben seiner Vielzahl an herausragenden Künstlern der schweren Musik, eine Sängerin, die durch ihre Musik das Leben so leicht wirken lässt, dass man sich nicht dagegen wehren kann, bei jedem Song der Sängerin ein Lächeln ins Gesicht zu bekommen. Während hierzulande Torrini vor allem durch ihren Nummer 1 Hit Jungle Drum bekannt ist, wird einem der Name Helgi Jonsson wohl gänzlich unbekannt sein. Müsste er aber nicht, denn Jonsson steht für Musik hinter Bands und Künstlern wie Boy, Philipp Poisel, Sigur Rós, Damien Rice oder Tina Dico – mit der er seit Jahren verheiratet ist. Mal als Pianist auf Sigur Rós und Boy Songs, mal als Songwriter für Tina Dico, ist Jonsson in den letzten Jahren unbekannter Weise recht erfolgreich gewesen. Dabei steht sein Klavier im Vordergrund seiner Musik und wird durch elektronische Elemente bereichert. Auf der nun veröffentlichten Version von Crossroads – das im Original als Solosong auf seinem aktuellen Album Intelligentle zu finden ist – hat sich der isländische Sänger die wunderbare Emilíana Torrini dazu geholt und so daraus ein Duett gemacht, welches so sympathisch und locker klingt, dass man sich vorkommt, als würde man neben den beiden auf der Veranda sitzen, ehe alle in einen Pick-Up steigen und raus auf die kargen Felder des Südens fahren. Dabei weht die Luft bei offenen Fenstern in den Fahrerraum und lässt die Wärme des Spätsommers herein. Crossroads ist hierbei eine gar nicht so leichte Kost, schaut man sich den Songtext einmal genauer an. Denn hier beschäftigte sich Jonsson mit den geschichtsträchtigen Wahlen von Donald Trump und dem Brexit. Wie man herausfordernde Themen mit einer Leichtigkeit von Sound verpacken kann, zeigen Helgi Jonsson und Emilíana Torrini mit Crossroads wunderbar.

Fever Ray - I'm Not Done (Still Not Done Mix)

Fever Ray – Bekanntes neu arrangiert

Fever Ray ist die Außerirdische unter den schwedischen Künstlern. Mit ihrem experimentellen Elektropop und den bahnbrechend, verstörenden Liveauftritten entwickelte sich schnell ein Kult um die Musikerin. Dabei ist Karin Dreijer – wie Fever Ray bürgerlich heisst – noch weitaus stärker mit der schwedischen Musikszene verflochten, als es auf den ersten Blick scheint. Denn als Teil von The Knife hatte sich Dreijer bereits Mitte der 2000er für die Überhits Pass This On und Heartbeats verantwortlich gezeichnet. Diese sind musikgeschichtliche Meilensteine geworden und haben viele Künstler inspiriert, Musik zu machen. Darüberhinaus hat Dreijer den Gesangspart auf einem ebenso bedeutenden Song der früheren Popkultur übernommen und an What Else Is There? vom norwegischen Elektro-Duo Röyksopp mitgewirkt. Nun hat Dreijer als Fever Ray einen Song, der vormals auf ihrem Debütalbum Fever Ray war, neu veröffentlicht, jedoch in eine andere Richtung arrangiert. Denn bereits 2009 enthielt das Album den Song I’m Not Done welcher in den Folgejahren fast untergegangen wäre, hätte ihn Fever Ray für die 2018er Shows nicht neu arrangiert. Seitdem begeistert der Song die Menge bei jedem Auftritt und arbeitet Fever Ray kontinuierlich an dem Elektrobeat und treibenden Sounds des Stückes. Nun hat die Schwedin diese Version als I’m Not Done (Still Not Done Mix) veröffentlicht und damit den Wunsch der Fans erhört. Herausgekommen ist ein Song, der mit Bass, Synthies und einem hedonistischen Vibe eine völlig neue Energie versprüht und zu Recht bei den Auftritten für absolute Ekstase sorgt.

Lana Del Rey - Doin' Time

Lana Del Rey – Sommerlich heißes Cover

Das Original ist 84 Jahre und irgendwie auch erst zwölf Jahre alt. Lana Del Rey hat mit ihrer Version des 2007er Sublime Songs Doin‘ Time/Summertime am vergangenen Donnerstag für einen wahren Freudentanz gesorgt. Dabei haben sich Sublime selbst, beim schreiben des Songs, bei George Gershwins Summertime aus der Oper Porgy And Bess bedient. Denn gleich zu Beginn nutzen Sublime die Textzeilen Summertime, and the livin‘ is easy und gehen in einem Trip-Hop- und Reggaelastigen Beat auf, der uns den Sommer bis in die Wohnung transportiert. Auch Lana Del Rey hat ihrer Version ganz viel sommerliche Vibes hinzugefügt und daraus einen poppig und klebrig-süßen aber typischen Del Rey Song produziert. Hinzu kommt ihre schmachtend schöne Soundästhetik und ein kleiner Hauch von Desinteresse, der auch Doin‘ Time wieder zu einem unverwechselbaren Del Rey Song macht. Ob Doin‘ Time auf ihrem, für Sommer 2019
angekündigten, sechsten Studioalbum Norman Fucking Rockwell enthalten sein wird, ist bisher noch offen. Doch auch als einzelner Ausflug ist Doin‘ Time ein wahrlich gelungener Sommersong.

The Slow Show @Silent Green Berlin. www.soundtrack-of-my-life.com

The Slow Show – Konzertkritik

Der Rahmen versprach Großartiges. Hatte sich die britische Band The Slow Show drei Jahre lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, kündigten die Manchester um Frontsänger Rob Goodwin mit Sharp Scratch den ersten Vorboten des kommenden Albums an. Dabei war es in der Vergangenheit beunruhigend ruhig um die Band gewesen. Hatten sie mit ihren 2015er und 2016er Alben White Water und Dream Darling doch in kürzester Zeit zwei Alben vorgelegt, die vor allem durch die Baritonstimme des Frontsängers Goodwin, zu absoluten Glückstreffern der britischen Musikszene avancierten. Dabei galt das Glück nicht etwa der Band, dadurch bekannt zu werden, sondern vielmehr uns Hörern, diese Atmosphäre erleben zu dürfen.

Lou Stone @Silent Green Berlin.    www.soundtrack-of-my-life.com

Als Ort für die Vorstellung der neuen Songs wurde die einzigartige Eventlocation Silent Green in Berlin ausgewählt. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Krematorium, welches vor 110 Jahren im Stadtteil Wedding erbaut wurde und noch bis 2001 als solches genutzt wurde. In der ehemaligen Feierhalle – in der einst die Urnen der Verstorbenen aufgestellt wurden – befindet sich heute das Herzstück des gesamten Areals und finden in der 17 Mieter hohen, achteckigen Halle heute Veranstaltungen, wie Lesungen und Konzerte statt. Dabei steht die, mit einem deckenhohen Bühnenvorhang dekorierte, Erhöhung als Bühne zur Verfügung.

In diesem besonderen Umfeld eröffnete der Londoner Singer/Songwriter Lou Stone den Abend mit einer passenden Mischung aus Folk, Pop und Soul und überzeugte sogleich mit seiner warmen, einfühlsamen Stimme, welche die Aufmerksamkeit des Publikums schnell auf sich zog. Legt die Feierhalle jedes noch so kleine Geräusch an den Tag, war es das Berliner Publikum welches seinen Ruf alle Ehre machte und so still war, dass man die Saiten der Gitarre schwingen hören konnte. Mit seiner EP Fictions und so wunderbar romantischen Stücken wie Don’t UnderstandCarry Me HomeSally oder dem Titelstück Fictions war er der perfekte Opener für The Slow Show und stimmte das Publikum auf einen herzerwärmenden Abend ein.

Schließlich kamen um Punkt 20 Uhr Sänger Rob Goodwin, Keyboarder Frederik ‚t Kindt, Bassist Joel Byrne-McCullough und Schlagzeuger Chris Hough auf die Bühne und starteten in einen Abend, der versprach einmalig zu werden. Mit Songs aus den ersten beiden Alben und einigen Stücken aus dem kommenden – für später in 2019 angekündigtem – dritten Album führte Goodwin das Publikum mit warmen Worten durch den Abend und ließ dabei nur äußerst selten seine Augen von der Menge. Immer wieder streifte der Blick des britischen Sängers durch die Menge, suchte ganz bewusst den Blickkontakt mit Einzelnen und verschaffte seiner Musik damit eine weitaus eindringlichere Wirkung.

Mit Songs wie Dresden, Ordinary LivesFlowers To Burn oder dem alles überragenden Bloodline beflügelte die Band das Publikum immer wieder mit dem Gefühl des kollektiven Schwelgens. Bei Bloodline welches die Band auf eine 7-minütige Version ausdehnte, in der das Publikum einen Teil des Refrains selbst sang und damit in der Halle eine Atmosphäre entstand, die ein überborderndes Wir-Gefühl ausstrahlte, wuchs die Dankbarkeit in Goodwin sichtlich ins unermessliche. Dass die Band glücklich ist, dieses Leben, leben zu dürfen und mit so vielen Menschen Emotionen teilen zu können, zeigt sich in der fast schon schmerzhaft dankbaren Haltung des Sängers. Dabei wirkte er zu keinem Zeitpunkt unauthentisch und zeigte eher bei jedem Song eine fast schon gebrochen, mitfühlende Haltung – als fühle er die Emotionen, die ihm beim Schreiben der Songtexte antrieben, nochmals nach.

Gleichwohl kamen mit – unter anderem – Sharp ScratchSt. Louis und Places You Go auch einige neue Songs vor, die sich wunderbar in die heimelige Stimmung einfügten. Mit ihrem Hang zu ruhig beginnenden Songs, die in einer opulent instrumentierten Version aufgehen, haben The Slow Show den perfekten Soundtrack für die Untermalung von Emotionen geschaffen. Immer wieder kam man sich an diesem Abend vor, als wäre man in einem Spielfilm, bei dem tiefe, emotionale Momente musikalisch untermalt würden, nur, um anschließend in einer ergreifenden Auflösung zu enden.

Zum Ende hin überraschte Goodwin schließlich noch mit einer Rede auf Deutsch, in der er sich für die Geduld des Publikums bedankte und dafür, dass man die Band nicht vergessen habe. Gleichwohl kündigte er für später im Jahr weitere neue Musik an und war dankbar über einen Abend in so einer Location, mit solch einem Publikum und der Tatsache, dass das Publikum der Band die Nervosität, neue Songs zu spielen, mit solche einer Wärme genommen hatte und ihnen so zeigte, die richtige Richtung gegangen zu sein.

The Slow Show @Silent Green Berlin. www.soundtrack-of-my-life.com

The Slow Show kann man nicht vergessen. Nicht die Stimme, nicht den Sound, nicht die Emotionen, die diese Band verkörpert. Und so zeigte sich am Ende auch das Publikum dankbar und war glücklich, diesen Abend miterlebt zu haben.

Roosevelt – Die 80er kommen

Was sich in der Kleidung der letzten beiden Saisons bereits abzeichnete, hält nun zunehmend auch in der Musik Einzug. Der Ruf nach 80er-Jahre Klängen – und Coverversionen bekannter Hits aus diesem Jahrzehnt – reisst nicht ab. Nun hat auch Roosevelt seinen Teil dazu beigetragen und seine Version des Fleetwood Mac Songs Everywhere veröffentlicht. Wer in den letzten Jahren auf einem der Konzerte des Kölners war, konnte bereits erfahren, wie großartig der Drive der Roosevelt-Version hierbei war. Mit großen Gesten, dem typischen Everywhere Takt und einer moderneren Gestaltung ist Everywhere eine flirrende Ode an die 80er Jahre und an die ganzen großen Bands wie eben Fleetwood Mac. Ganz nebenbei führt Roosevelt fort, dass die gesamten Einnahmen aus dem Erlös der Single, wie auch schon bei Falling Back, der SOS MEDITERRANEE Seenotrettung zugeführt werden. Mit Everywhere setzt Roosevelt auch eine musikalische Bespielung der Fans fort, die seit seiner letzten Albumveröffentlichung Young Romance anhält und kontinuierlich neues Material hervorbringt. Doch läuft Everywhere erst einmal auf Dauerschleife!