Moonlight Breakfast - Dance Moves

Moonlight Breakfast – Den Beat im Blut

Ihr drittes Album Affection ist ein reinster Erfolg. Mit den darauf enthaltenen Songs – wie Summer oder Look Up – hat das rumänische Trio Moonlight Breakfast innerhalb der letzten 12 Monate weltweit die Herzen der Indiefans erobert. Durch verspielte Beats, mystische Arrangements und einem Gesang der Frontsängerin Christie, der mal hauchend, mal mit Kopfstimme und dann wieder ganz geerdet klingt, haben sich Moonlight Breakfast diesen Erfolg auch redlich verdient. Nun haben sie mit Dance Moves eine weitere Single aus Affection veröffentlicht und folgen damit dem aktuellen Trend der James-Bond Erzählweise. Im 80er Jahre Stil mit Bauhaus-Optik und ganz viel Farbe spielt sich die Band durch die Geschehnisse bei einer Sommerparty. Dabei erinnert der Grundbeat von Dance Moves an Michael Jacksons Thriller und klingt gleichzeitig verboten süß. Zeitgleich erscheint mit der Veröffentlichung des Songs eine gleichnamige EP mit weiteren Remixen von Bazooka über Adam Stacks, bis hin zu Happy Gutenberg. Moonlight Breakfast hat den Sound, den wir alle gerade so dringend brauchen. Den Sommer noch in den Knochen fühlend bereiten wir uns auf die kalte Jahreszeit vor und blicken wehmütig auf die Zeit unter freiem Himmel und bei lauschigen Temperaturen zurück.

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Scouting For Girls - Grown Up

Scouting For Girls – Freunde von Nebenan

Bei manchen Bands ist es schon komisch. Da haben sie absolute Hits im Gepäck, spielen sich die Finger wund und erzeugen mit ihren Songs eine absolut glückliche Atmosphäre – doch so richtig erfolgreich werden sie damit nicht. Bei dem britischen Trio von Scouting For Girls ist das der Fall. Hatten sie vor allem auf ihrem ersten Album Scouting For Girls (2007) so großartige Hits, wie She’s So LovelyElvis Ain’t Dead und Heartbeat platzierten sie auf ihrem zweiten Album 2010 eine Aussage, die sich bin in zehn Jahren absolut überholt hat. Denn der Albumtitel Everybody Wants to Be on TV wird der heutigen Zeit bei weitem nicht mehr gerecht, hat doch das traditionelle Fernsehen gegen die neuen Medien, wie Streamingdiensten und sozialen Plattformen nichts entgegenzusetzen. Während auf diesem Album zumindest für Frontsänger Roy Stride, Bassist Greg Churchouse und Schlagzeuger Dr Peter Ellard der Erfolg in Form eines Nummer-1 Hits entrat, sollte dieser Erfolg von This Ain’t A Love Song einmalig bleiben. Nun sind sie mit ihrem fünften Album The Trouble with Boys zurück und haben dabei eine wunderbare Mischung aus typischen Indiesongs und überraschend ruhigen Balladen veröffentlicht. Mit ihrer aktuellen Single Grown Up hat das Trio eine großartige Up-tempo Nummer veröffentlicht, die mit einer Hookline brilliert, die man nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Scouting For Girls sind und bleiben eine verlässliche Nummer im Indiepop und zeigen auf ihrem neuesten Album, dass sie nichts von ihrer Energie und ihrem Enthusiasmus der Anfangsjahre verloren haben. Damit wirken sie, wie die Freunde von nebenan und lassen uns Erfolg ganz anders definieren.

Kraak & Smaak feat. Izo FitzRoy & Yuksek – Die Clubsaison beginnt

Sweet Time ist das Resultat aus der Zusammenarbeit von drei der angesagtesten Musikacts momentan. Hat sich das niederländische Trio Kraak & Smaak – das aus Wim Plug, Oscar de Jong und Mark Kneppers besteht – für seine aktuelle Single Sweet Time die Londoner Soulstimme Izo FitzRoy geschnappt, steht die Sängerin dem Produzenten-Trio in Sachen Erfolg in nichts nach. Bereits ihr 2017er Debütalbum Skyline hatte mit der BBC und dem kalifornischen KCRW zwei der einflussreichsten TV- und Radiostationen von sich überzeugen können und 2018 mit der EP Say Something nachgelegt. Als Dritter Act im Bunde tritt Pierre-Alexandre Busson – besser bekannt als Yuksek – in Erscheinung und gibt dem ganzen Song mit seinem Remix eine Note von durchfeiernden Nächten und heißen Tagen am Meer. Yuksek tritt seit 18 Jahren als Produzent und Remixer in Erscheinung und hat bereits mehr als 100 Songs, von Künstlern wie Lana Del Rey, Blur, C2C, Empire Of The Sun oder Moby geremixed. Sweet Time ist ein absoluter Monsterhit, der einzig und allein dafür geschaffen wurde, uns auf der Tanzfläche zum ausrasten zu bringen. Manchmal braucht es dafür nur 4 Minuten und 22 Sekunden, um das hinzubekommen.

Close Talker - The Change It Brings

Close Talker – Der Zeit voraus

Die Zeit wurde bereits in vielerlei Hinsicht musikalisch thematisiert. Mal in Persona, mal als ewiger Feind, mal als glücksbringender Freund. Das kanadische Trio Close Talker hat für das kommende Album How Do We Stay Here? allerdings den Ansatz verfolgt, eine Platte zu machen, die thematisch die letzten zwei Jahre behandelt und gleichzeitig zeitlos wirken soll. So möchte die Band, dass die Songs auf How Do We Stay Here? auch in zehn Jahren noch hörbar sind, ohne dass man an ihnen ausmachen kann, in welchem Jahr und zu welcher Bandphase sie entstanden sind. Auf ihrem nun veröffentlichten Song The Change It Brings kämpfen sie hingegen gegen die Zeit, indem sie vieles schaffen, jedoch oftmals auch einfach gar nichts machen wollen und so der zeit die Stirn zu bieten. Denn letztendlich ist es die Zeit – Jahre, Tage, Stunden – die uns vor sich hertreibt. Dabei klingen Close Talker so sanft und gemütlich, dass man sich Hektik bei Will Quiring (Frontsänger), Matthew Kopperud (Gitarrist) und Christopher Morien (Drummer) gar nicht vorstellen kann. Doch ist The Change It Brings ein konkretes Resultat der vergangenen Jahre als Band und deren Höhen und Tiefen. Mit einem angenehm hauchenden Gesang und einem tiefen Sound zeigen Close Talker, wie Indie Rock ohne flippige Beats und freche Texte klingen kann und streicheln dabei ganz nonchalant unser Gemüt. Das am 30. August erscheinende How Do We Stay Here? widmet sich diesem Thema schließlich auch auf elf Songs und unterstreicht, wie, von der Zeit losgelöst, Indie klingen kann.

Snow Patrol - Time Won’t Go Slowly

Snow Patrol – Wie die Zeit vergeht

Am 10. Dezember 1994 trat in der Dundee University Students‘ Association (DUSA) der Dundee Universität in Schottland ein Trio auf die Bühne, welches unter dem Namen Shrug an diesem Abend für absolute Begeisterung sorgen sollte. Später stand im DUSA Newsletter, dass diese Band eine Band sei, die es im Auge zu behalten gilt. Zwei Jahre später benannte sich die Band zu Polar Bear um – nur, um diesen Namen abermals knapp ein Jahr später in Snow Patrol zu ändern. Der Rest ist eigentlich eine moderne Geschichte. Als Snow Patrol schafften sie es bereits mit ihrem ersten Album Songs For Polarbears in die Top-100 der irischen Albumcharts. Zwei Alben später wiederum gelang es ihnen, ihr Album Final Straw auf Platz 3 der britischen, Platz 91 der amerikanischen, Platz 49 der niederländischen und Platz 1 der irischen Charts zu bringen. In letzterem Land sollte seit dem jedes weitere Album auf Platz 1 landen. Der weltweite Durchbruch folgte schließlich durch die Platzierung ihrer Ballade Chasing Cars in der finalen Folge der zweiten Staffel von Grey’s Anatomy. Danach schafften es alle Alben weltweit in die Charts und übertrafen sich immer wieder mit neuen Höchstplatzierungen. Nun, 25 Jahre später, hat die Band sieben Meteor Ireland Music Awards gewonnen, war sechs Mal für den Brit Award nominiert und hat über 16 Millionen Platten verkauft. Zeit also, für einen Rückblick. Diesen begehen Snow Patrol im 25. Jahr des Bestehens mit einer Best-Of Platte, die später in diesem Jahr veröffentlicht wird. Vorab gibt es nun mit Time Won’t Go Slowly einen ersten Vorgeschmack darauf – in Form einer neuen Single. Diese handelt davon, wie schnell die Zeit vergeht und die Band selbst an schönen Momenten festhalten möchte. So ist Time Won’t Go Slowly eine langsame Sommerballade, die sich leicht jazzig anfühlt und durch kleine Spielereien im Sound ein schelmiges Grinsen hervorruft. Mehr zu dem 25-jährigen Jubiläum der Band folgt in den kommenden Wochen auf den Social-Media-Kanälen der Band – also haltet Ausschau.

Amber Run - Affection

Amber Run – Das Leiden der jungen Briten

Man möchte sagen, dass es schön ist, wieder etwas von Amber Run zu hören. War ihr letzter Song Fickle Game doch schon wieder zwei Jahre alt. Doch dieser Schein trügt. Haben die drei Briten aus Nottingham doch nie aufgehört weiterhin Musik zu schreibe. So folgten nach ihrem zweiten Album For a Moment, I Was Lost nicht nur zwei EPs, sondern Ende 2018 mit Carousel auch das erste Anzeichen eines neuen Albums. Nun sind Frontsänger Joshua Keogh, Bassist Tom Sperring und Keyboarder Henry Wyeth mit einer weiteren Single aus dem am 27. September erscheinenden Album Philophobia. Schon 2015 hatten Amber Run mit ihrem Song Spark gezeigt, wie groß und gefühlvoll ihre Musik sein kann. Nun wiederholen sie dieses Gefühl mit Affection abermals und haben dabei nichts von ihrer Ehrfurcht eingebüsst. Mit verspieltem Intro geht es durch eine verträumte Popballade, die sich im Verlauf zu einen langsam ziehenden Gewitter entwickelt. Nur, um schließlich in sich zusammenzufallen und ein Gefühl von Verlust entstehen zu lassen. Dabei hat sich die Band darauf besonnen, den Hörer – entgegen der langjährigen Abwehrhaltung des Trios – enger an die sich zu binden und eine Beziehung zu ihren Fans aufzubauen. Mit solch eindrucksvollen Songs wird dies fast wie von selbst gehen.

Arizona - Nostalgic

Arizona – Der Sommer wird romantisch

Es ist einer der ehrlichsten Momente zu sich selbst – wenn man bereits mit einem neuen Partner zusammen ist und diesen Flashback in die vorangegangen Beziehung erlebt. Den Moment, bei dem zarte Momente, ein Satz oder der Geruch des Ex-Partners wieder präsent werden. Diesen so intimen Moment teilen wir in der Regel mit niemanden – noch nicht einmal mit den engsten Freunden und schon gar nicht mit dem neuen Partner. Das US-Amerikanische Trio Arizona hat über genau diesen Moment nun einen Song veröffentlicht. Mit Nostalgic schaffen es Frontsänger Zachary Charles, Gitarrist Nate Esquite und Keyboarder David Labuguen ein Gefühl der Wärme zu erzeugen, in dem sie einen verträumten EDM-Beat mit einem eindringlichen Gesang verbinden. Dabei kommen die Songzeilen Ich liege gerade neben jemand Andere, doch manchmal erinnere ich mich immer nach an Dinge, die Du sagtest, oder wie du dich anfühltest völlig authentisch rüber und legen die Jungs aus New Jersey mit dem Satz Aber das ist kein Problem, vielleicht bin ich etwas zu nostalgisch aber die Erinnerungen fluten manchmal regelecht meinen Kopf – und Baby, ich kann es nicht stoppen nochmal klar nach, was ihre Gefühle angeht. Dabei schaffen sie etwas versöhnliches zu erzeugen und blenden den Schmerz, den eine vergangenen Beziehungen haben kann, gänzlich aus. Nostalgic ist ein wunderbarer Sommersong, der weniger zum tanzen animiert, sondern deutlich mehr Romantik versprüht.

Eau Rouge - Closer EP

Eau Rouge – Musikalisches Chamäleon

Es ist schon verrückt – da hört man einen Song, legt ihn zur Seite, da man irgendwie nicht an ihn rankommt und versucht es ein, zwei Wochen später erneut. Und plötzlich entdeckt man die Band dahinter, klickt sich durch die Songs und kann vor Neugier gar nicht mehr aufhören ihre Songs zu spielen. Eau Rouge ist so eine Band und ihre aktuelle Single Under My Skin klingt, als würden The Black Keys auf Balthazar treffen. Doch hört man sich die gesamte Closer EP an, wird man durch einen satten Soundmix aus Elektro, Rock, Pop und Alternative dirigiert und stellt sich bei jedem neuen Song die Frage, ob es sich noch um die selbe Band handelt. Gleich zu Beginn hat aus Stuttgart kommende Trio auf Closer mit einem wunderbaren E-Gitarrensolo eine Weite erschaffen, die sich durch Computerstimme und dem schmachtenden Gesang von Jonas Teryuco so reizend treibend anfühlt. Melt wiederum ist ein mitreißender Song, der nach einem tropischen Gewitter über einem Inselvulkan klingt. Mit Low lassen Eau Rouge einen ersten, ruhigen Song – mit verwobenen Elektropart – erklingen, ehe sie mit Fear einen so ergreifend, schönen Akustiksong präsentieren, der nach amerikanische Südstaaten klingt, bei dem Erinnerungen an RY X wach und Bilder transportiert werden, die von Schmerz, Aufrichtigkeit und Heilung geprägt sind. Hier kommt eine Epik zum tragen, die sich in unzähligen Filmen der Einsamkeit wiederfinden könnte. Stärke und Aggressivität wechseln im Verlauf der dreieinhalb Minuten so organisch, dass man ein ganzes Leben vor seinem inneren Auge vorbeiziehen sieht. Fear ist der stärkste Song der, am vergangenen Freitag veröffentlichen, Closer EP – die uns zum Abschied schließlich mit einer unglaublich charmanten Version des 1998er Jennifer Paige Songs Crush nochmal so richtig abholt und zum mitsingen bewegt.

Flume feat. London Grammar - Let You Know

Flume feat. London Grammar – Eine Kollaboration der Mächte

Beide sind auf ihrem Gebiet absolute Ausnahmeerscheinungen. Während der australische Produzent Flume – alias Harley Streten – für einen Elektrosound steht, der fernab von allem Konventionellen funktioniert und er Grenzen von Genres sprengt, lässt die britische Band London Grammar um Hannah Reid ganz große Momente entstehen. Momente, die von einer Erhabenheit und der großartigen Stimme Reids getragen werden und ebenfalls immer wieder auch elektronische Elemente besitzen. Nun haben sich diese beiden Acts auf der Single Let You Know zusammengetan und einen Mix aus ihren einzigartigen Merkmalen gemacht. Dabei wirkt die Zusammenarbeit von Flume mit dem Londoner Trio anders, als die Kollaborationen mit seinen anderen Featuring-Acts. Denn auf Let You Know sind beide zu 50% vertreten und so kommt es, dass man nicht genau ausmachen kann, ob es sich nun um einen Flume-Song handelt, mit London Grammar als Gast-Act – oder es ein London Grammar-Song geremixt von Flum ist. Diese Tatsache verwirrt und verzaubert gleichermaßen – sind es doch die prägnantesten Merkmale der beiden Acts, die auf Let You Know präsent sind – Hannahs starke Stimme und Flumes experimenteller Beat. Womit London Grammar und Flume mit Sicherheit die nächsten Monate, die Clubs beherrschen werden.

Das Moped - Wenn Du ehrlich bist

Das Moped – Alte Bekannte??

Hört man den Song Wenn Du ehrlich bist das erste Mal, brechen Euphorie und Unglaube förmlich aus. Denn sollte es wirklich sein, dass ECHT wieder zurück sind?! Nein, wird man bei einem Blick auf den Interpreten denken. Das Trio Das Moped nutzt diese Ähnlichkeit allerdings bewusst und fügt in Interviews gerne hinzu, dass die Band die Inspiration für direkte Texte von der Band ECHT hat. Mit einem entwaffnend ehrlichen Text kommen die Jungs aus dem beschaulichen Bad Kreuznach, westlich von Mainz, um die Ecke und präsentieren nicht nur den Song Wenn Du ehrlich bist, sondern gleich auch noch die EP Alle wollen Liebe. Darauf enthalten sind fünf Tracks, von denen nur einer nach Kim Frank und seine Band klingt. Dieser Mix aus melancholischer Erinnerung, verträumter Jugendlichkeit und euphorischer Direktheit wirken gerade auf Wenn Du ehrlich bist wie ein Motor der Frische. Das Moped haben damit den Soundtrack geschrieben, den wir mit unseren Freunden am Ende einer durchzechten Nacht und durch die Straßen wankend, voller Freude, singen möchten.