Walking On Cars – Mit Synthies kommt der neue Sound

Sie sind für ihre Hymnen bekannt. Mit ihrem ersten Album Everything This Way und den daraus veröffentlichten sechs Singles wie Speeding Cars, Always Be With You oder Catch Me If You Can hatten Walking On Cars ein grandioses Debütalbum veröffentlicht. War es doch gespickt mit großartigen Rockhymnen, die für das Stadion gemacht schienen. Der Erfolg, der im Anschluss folgte, bestätigte dies schließlich. Dass dieser Erfolg nicht von großen Plattenbossen kam, zeigt die Geschichte der Band. Denn hier kann man sehen, dass sie ihre Musik bereits vor ihrem Plattenvertrag mit auffällig guten Musikvideos veröffentlichte und die Songs selbst in einer Detailtreue in ihrer Heimat Irland produzierten. So konnte man, bereits bevor sie zu Virgin EMI kamen, die meisten Songs in Form von Musikvideos im Netz finden. Dieses Jahr kommen Walking On Cars mit dem zweiten Album Colours zurück und haben mit Monster Ende letzten Jahres bereits eine erste Single veröffentlicht. Nun folgt mit Coldest Water die zweite Auskopplung und überrascht mit einem Sound, der deutlich elektronischer ist. Hier schafft es die Band um Frontsänger Patrick Sheehy Alternative, Pop und Elektropop so zusammenzubringen, dass daraus eine frische aber doch auch neue Farbe der Band zum Vorschein kommt. Mit Coldest Water zeigen Walking On Cars eine angenehm neue Seite, ohne ihren Fans der ersten Stunde zu viel zuzumuten.

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Palace – Wenn der Schmerz die Heilung bringt

Bereits vor zwei Jahren kamen die Single Break The Silence und das Debütalbum So Long Forever des britischen Trios Palace auf den Markt. Dieses beinhaltete dunkle Indie-Songs, die von Schmerz und Weite getragen wurden. Nun sind Frontsänger Leo Wyndham, Matt Hodges und Rupert Turnersie nach zweijährigem Touren und Song-schreibens zurück und bieten uns mit No Other eine würdevolle neue Single als Nachfolger des Sounds ihres Debütalbums. Dabei ist No Other thematisch der Übergang ihres 2016er Albums, welches sich um Schicksalsschläge und eine dunkle Vergangenheit drehte. Denn hier besingt Wyndham den spannenden Moment, als in seinen dunkelsten Momenten plötzlich eine Person in sein Leben trat, die ihn aus der ausweglosen Situation holte, in der Wyndham keine Hoffnung mehr hatte und sich beinahe verloren hätte. Diese Person entfachte in ihm eine neue Leidenschaft und das wunderbare Gefühl der Liebe. Musikalisch äußert sich dies in einem epischen Indie-Song, der sich oft zu verlieren scheint, nur um sich dann wieder selbst aufzufangen. Hier kommen die ganz großen Gefühle zum Ausdruck und zeigen die Band in all ihrer Kraft.

Jax Jones feat. Years & Years – Deep House und Pop auf vom Fließband

Dass Years & Years auf eine erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken können, liegt nicht nur an den unglaublich guten und mitreißenden Popsongs, sondern vor allem an Frontsänger Olly Alexander – aus dem die Ideen nur so rauszusprudeln scheinen. Gleichzeitig ist Olly Alexander eine schillernd, quierlige Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass sie dort stehen, wo sie jetzt sind, haben sie allerdings auch Produzenten wie The Magician zu verdanken, der die Band in einem frühen Stadium gefördert und bekannt gemacht hat. Dies geben Years & Years nun zurück und arbeiten auf der Single Play mit dem Londoner Produzenten Jax Jones zusammen. Steht Jones zwar nicht mehr vor dem Problem, erfolgreich werden zu müssen – immerhin hat er mit You Don’t Know Me und Breathe selbst zweimal die britischen Top-10 geknackt – beschränkt sich seine Bekanntheit mehr oder weniger ausschließlich auf die britischen Inseln. Dies könnte sich nun mit der poppigen Housenummer Play ändern, die mit eingängigen Beats und Olly Alexanders unverkennbarer Stimme zu einer ekstatischen Club-Hymne wird. So haben der Produzent und die Band einen Song produziert, der sich aufmacht, die Charts weltweit zu erklimmen.

Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

Walking On Cars – Starke Rückkehr

Sie beginnen ein neues Kapitel – die irische Rockband Walking On Cars ist nach drei Jahren Pause zurück und hat am vergangenen Freitag mit Monster die erste Single aus dem kommenden, zweiten Album Colours veröffentlicht. Dabei bleiben sie dem Sound treu, der sie vor knapp vier Jahren europaweit in die Charts brachte. Mit der starken aber einfühlsamen Stimme von Frontsänger Patrick Sheehy, großen Rockhymnen und Melodien, die zu Ohrwürmern wurden, hatten es Walking On Cars binnen kürzester Zeit mit Songs, wie Always Be With You, Catch Me If You Can und Speeding Cars geschafft, die Radiolandschaft zu erobern und mit letzterer Single sogar in acht europäischen Ländern zu charten. Als SOML die Band im Mai 2016 zum Interview traf, zählten sie als zukünftige Ziele unter anderem auf, auf Festivals spielen zu wollen und ein zweites Album zu veröffentlichten. Waren die Festivals bereits zum Sommerende 2016 von der Liste abgehakt, gilt mit der nun folgenden Veröffentlichung ihres neuen Albums, die nächste Hürde als geschafft. Dabei klingt Monster tief und lässt die Kraft der Band spüren. Was sich als Frage – nach Veröffentlichung des ersten neuen Bandfotos – allerdings stellt, ist: wo ist Dan? Dessen Name findet sich zwar weiterhin auf den Infoseiten von Facebook und bei Wikipedia, doch fehlt er auf dem Foto und sorgt daher für Gerüchte. Doch solange wir nicht mehr wissen, genießen wir den satten Sound von Monster.

Los Unidades feat. Pharrell Williams – Wenn Coldplay ruft

Viel Wind wurde in den letzten Tagen um den Instragram-Post des Plattenlabels Parlophone gemacht. Kündigten Sie doch mit dem Signing von Los Unidades an, eine neue und vielversprechende Band unter Vertrag genommen zu haben und würden in Kürze großes Berichten können. Das dazugehörige Foto, zeigte schemenhaft vier Bandmitglieder in einem farbenfrohen Mittelpunkt. Gleichzeitig werden Los Unidades als Teil des Compilation-Albums Global Citizen EP neben Künstlern, wie David Guetta und Stormzy vertreten sein. Und spätestens hier wird klar, wer sich hinter Los Unidades verbirgt – keine geringere Band als Coldplay um Frontsänger Chris Martin. Dieser unterstützt seit einigen Jahren die Global Citizen Organisation, die das Ziel hat, die weltweite Armut zu bekämpfen. Dabei gibt es neben der Organisation auch seit 2012 das Global Citizen Festival, welches Chris Martin als Kurator unterstützt. Auf der nun veröffentlichten Single E-Lo hören wir klar die Einflüsse Coldplays – allerdings auch einen größeren Einfluss von Weltmusik. Neben der Produzentin Jozzy, die bereits mit Timbaland, Beyoncé, Chris Brown und Pitbull zusammenarbeitete ist auch Pharrell Williams an dem Song beteiligt. Mit dieser geballten Kraft von Kreativität und Bekanntheit, erreichen Los Unidades mit E-Lo sicherlich eine große Hörerschaft und werden viel Aufmerksamkeit für die Global Citizen Organisation erhalten. E-Lo ist dabei eine wunderbar leichtfüßige Popnummer, die ein wenig exotische Klänge vermittelt, doch sich dennoch im Pop wiederfindet.

No King. No Crown. – Die Blätter fallen hören

Sie sind so leise und intim, dass man meinen könnte, die Blätter eines rot strahlenden Laubbaumes fallen zu hören. Die gleichzeitig damit assoziierte Wärme wird nicht nur durch die Vorstellung des farbintensiven Herbstes getragen, sondern auch von der neuen Single des Dresdener Quartetts No King. No Crown.. Liegt ihrer Soundästhetik zwischen Folk, Indie, Kammerpop und Singer/Songwriter, hat die Band um Sänger René Ahlig eine Atmosphäre geschaffen, die von Ausgeglichenheit, Reife, Zurückhaltung und Nähe zeugt. Ahlig war hierbei federführend und hat No King. No Crown. bereits 2010 als Soloprojekt gegründet. Nach seinem ersten Album Heart To Escape (2012) und der EP Without Yesterday (2016) ist das Projekt nun, für das zweite Album Smoke Signals – welches am 01. Februar 2019 erscheinen wird – zu einer Band angewachsen. Dabei zehrt Ahlig von seinen Reisen und beschäftigt ihn auf der neuen Platte die verschwenderische Art und Weise der Menschen mit der Natur umzugehen. Strände voller Plastik, Wolken voller Abgase. Betonmauern statt Berge, Straßenlichter statt Sterne. Gleich zu Beginn der gleichnamigen ersten Singleauskopplung Smoke Signals stellt Ahlig die Frage Who we gonna blame, who we blame for. I feel badly ashamed, I feel badly ashamed for. Um im Refrain schließlich die Frage zu stellen Don’t you think we go to far. Dabei wirkt Smoke Signals nicht nach einer Anklage und Aktivismus  – wie den von Grund auf zwar sehr wichtigen Umweltorganisation, die aber leider oftmals mit zu radikalen Taten verschrecken – sondern, schleicht sich eher behutsam in das Bewusstsein. Durch die sanften aber konstant präsenten Banjoklänge, Ahligs warme Stimme und dem behutsamen Einsatz von elektronischen Beats wird man durch Smoke Signals dazu animiert seine eigene Lebensweise in Verbindung mit der Umwelt zu reflektieren und überdenken. Darüber hinaus funktioniert Smoke Signals auch in der kalten Jahreszeit wunderbar und klingt warm und authentisch. Somit gelingt No King. No Crown. ein starker Neustart als Band und wird in den kommenden Monaten sicherlich sein Publikum finden und das Publikum sie.

Live überzeugen könnt Ihr Euch im kommenden Frühjahr an folgenden Orten:

15.02.19 – Dresden – Scheune Dresden
16.02.19 – Zittau – EMIL
17.02.19 – Berlin – PRIVATCLUB Berlin
18.02.19 – Chemnitz – INSPIRE Chemnitz
19.02.19 – Bayreuth – Wohnzimmermucke_Bayreuth
21.02.19 – Hamburg – Astra Stube Musikkultur e.V.
22.02.19 – Köln – die wohngemeinschaft
24.02.19 – Pforzheim – Horch
25.02.19 – Mainz – Klein Aber Schick
26.02.19 – Wuppertal – Viertelbar Wuppertal
27.02.19 – Münster – Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 – Leipzig – Noch Besser Leben
Sichert Euch die Tickets hier: https://goo.gl/o2jQgF

SYML – Wildert im eigenen Repertoire

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Brian Fennell unter dem Synonym SYML mit der Single Where’s My Love für eine Überraschung gesorgt. Ist er als Frontsänger der US-Amerikanischen Band Barcelona doch eher in der Indie-Musik zuhause und war somit mit der leisen Folksingle in ein völlig neues Genre vorgedrungen. Nun überrascht uns Fennell abermals und liefert mit seiner neuesten Single Clean Eyes einen satten Indiesong ab, der an seine Band Barcelona erinnert. Dies steht gleichermaßen für SYML’s Spielfreude und der Neugier, sich durch Genres zu arbeiten. Gleichzeitig nährt es aber auch die Angst der Barcelona-Fans, dass eine Reunion in weiter Ferne rücken könnte. Dass Fennell hier mit der Aussage, der Song sei mit mehr Bandansatz geschrieben, nicht gerade dazu beiträgt, zu beruhigen, verwundert nicht. Clean Eyes klingt schnell, nach einer vollwertigen Band und großen Gesten. Dabei kommt eine latente Aggression mit Erleichterung zum Ausdruck und gibt dem Song einer größeren Bühne preis.

Pool – Back to the 80’s!

Mit Lorbeeren überschüttet und selbst vom britischen The Guardian gefeiert, ging es in den letzten Jahren für das Hamburger Trio Pool auf und ab. Haben sie 2012 mit dem Song Don’t Call My Name Aufmerksamkeit auf sich gezogen, veröffentlichten sie 2015, nach einigen EP’s, Ihr Debütalbum Snacks & Suppliers. 2016 noch zwei Songs veröffentlicht, wurde es in den letzten beiden Jahren ruhig um die Jungs. Dabei standen Frontsänger Nils Hansen, Daniel Husten und David Stoltzenberg keinesfalls still. So haben sie in der Zeit etliche Songs aufgenommen, die nie das Licht der Welt erblickten. Und dennoch war diese Phase für die Band sehr wichtig, fanden sie doch immer mehr gefallen am Produzieren und veröffentlichen nun mit Moving On ihren ersten selbst geschriebenen, produzierten und gemixten Song, der als funky Indiepop-Song mit klebrigen 80er-Jahre-Synthies aufwartet und uns den Sommer noch bis weit in den Oktober hinein sichert. Und so gibt es das Trio bereits seit bald acht Jahren. So gesellen sich heute Bands wie Parcels zu ihrem Sound dazu und lassen die Hamburger damit zu Vorreitern des Genres werden.

White Lies – Nummer 5 strahlt in Überlänge

Sie sind wieder da! Das britische Trio White Lies, um Frontsänger Harry McVeigh hat vor 24 Stunden seine Leadsingle zum bevorstehenden, fünften Studioalbum veröffentlicht. Kommt das Album – schlicht Five benannt – erst am 1. Februar 2019 raus, haben sie mit dem Song Time To Give gleich eine siebeneinhalb minütigen Single veröffentlicht, die es in sich hat. Beginnt der Song noch recht melodisch mit Synthies und McVeighs großartiger Stimme, sammeln sich immer mehr Instrumente an und bilden ein wahres Bauwerk aus Synthies, Gitarren, hallendem Gesang, bis hin zu fast schon psychedelischen Einlagen. Time To Give klingt dabei wie eine Reminiszenz der eigenen vier Vorgängeralben. So kommt die Dunkelheit von To Lose My Life… zum Vorschein, wie auch die Größe von Rituals und Weite Big TVs bis hin zu den poppigeren Synthiesounds von Friends. Wenn man sich diese Mischung anguckt, verwundert es nicht, dass Time To Give siebeneinhalb Minuten lang ist und überrascht dennoch als ein Stück Musik, welches die Herzen der White Lies-Liebhaber in Wallung bringen wird und mit wunderbarem Gitarrensound überzeugt.