Celeste - Stop This Flame

Celeste – Vom versehentlichen schreiben eines Hits

Celeste Epiphany Waite ist 25 Jahre alt und hat eine musikalische Entwicklung hinter sich, die sich so natürlich, wie sympathisch ließt. Aufgewachsen in der Nähe von Brighton in Südengland entdeckte sie mit zehn Jahren, dass sie für Musik brennt. Mit den Einflüssen aus ihrem Elternhaus, die aus Soulgrößen, wie Aretha Franklin und Ella Fitzgerald bestanden, entdeckte sie schnell die Liebe zu dieser Musik. Schließlich schrieb sie mit 16 Jahren „aus Versehen“ – wie sie sie sagt – den Song Sirens und stellte ihn auf Youtube. Dieser weckte erst die Aufmerksamkeit eines Managers  beim Plattenlabel von Lily Allens und später auch die Michael Kiwanukas. Mittlerweile bei Polydor unter Vertrag, hat sie in den letzten beiden Jahren mit ihren EP’s The Milk & The Honey (2017) und Lately (2018) für ordentlich Furore gesorgt. Dabei mischt die Sängerin Soul und R&B mit einer Prise Blues und sorgt mit ihrer stimmlichen Range für eine Weite im Refrain, der allumfassend klingt und an die ganz Großen im Soul anknüpft. Auf ihrer aktuellen Single Stop This Flame verbindet sie diesen Gesang mit einem treibenden Pianospiel und tanzbaren Beats. Dabei schafft es Celeste den Hörer in eine Art Aufbruch zu versetzen und sich stark zu fühlen. Stop This Flame wird auf ihrem Debütalbum Celeste sein, welches am 4. September 2020 veröffentlicht wird. Nimmt Celeste weiterhin an Fahrt auf, werden die BBC und der NME recht behalten, als die die Sängerin 2019 als eine der Künstlerinnen betitelte, die es 2020 schaffen würden, ihren Durchbruch zu feiern.

OTR feat. Ukiyo - Midnight Sun

OTR – Kündigt langersehntes Debütalbum an

Es ist dieser euphorische Moment, den wir im Sound des Künstlers OTR wiedererkennen. Ein Sound, der uns an M83 oder an Flume erinnert. Und tatsächlich zählen diese Künstler sowie auch Petit Biscuit und ODESZA zu den großen Einflüssen des US-Amerikanischen Musikers Ryan Chadwick, der als OTR bereits 2018 mit seiner EP Unfold für Aufsehen sorgte. Nun hat OTR mit Lost At Midnight sein Debütalbum für den 24. April angekündigt und sorgt mit seiner Tracklist erneut für Begeisterung. Denn bereits bei den veröffentlichten Songs Drive – zusammen mit Panama – und Heart – der mit Shallou entstand – hat OTR keine Geringeren als zwei der großartigsten Künstler aus dem Bereich Mood-Electro auf seinem Album dabei. Doch mit seiner nun veröffentlichten und offiziellen Leadsingle Midnight Sun hat sich der 26-Jährige einen weiteren Künstler dieses Bereichs geschnappt und zusammen mit dem 20-jährigen Australier Ukiyo einen epischen und cineastischen Sound produziert, der sich auf eine Stufe mit M83s Meisterwerk Hurry Up, We’re Dreaming stellen kann. Mit großem Sound, flirrenden Synthies und hallendem Gesang passt Midnight Sun wunderbar zum Sonnenaufgang und dem Erwachen von Leben. Denn genau in einem solchen Moment kam OTR die Idee zu dem Song. In einem Flugzeug sitzend, kam ihm dieser Moment – mit Blick über die Wolken zur aufgehenden Sonne – so monumental vor, dass es für ihn klar war, dem Song einen opulenten Sound zu geben. Neben Panama, Shallou und Ukiyo werden aber auch Au/Ra und Vancouver Sleep Clinic mit dabei sein und das Album zu einem Anwärter auf das Debütalbum des Jahres werden lassen.

Giant Rooks - Watershed

Giant Rooks – Sound im Wandel

Die Giant Rooks haben über die letzten Jahre eine beachtliche Größe erreicht. Ganz aus sich heraus gewachsen, haben die fünf aus Nordrhein-Westfalen kommenden Musiker es geschafft, binnen nur zwei Jahren – seit ihrer Gründung 2014 – zur Vorband von The Temper Trap oder Kraftklub zu werden und verkaufen mittlerweile sogar die Berliner Columbiahalle aus. Dabei war es sicher hilfreich, dass am 1. Dezember 2019 eine Tatort Folge mit gleich drei Songs der Band über 9 Millionen TV-Zuschauer fand und somit bei einer nicht zu unterschätzende Zuschauerzahl Interesse weckte. Doch auch fernab dieser Zuspiele sind die Giant Rooks ein absoluter Garant für großartigen Indie aus Deutschland und spielen sich live in alle Herzen. Denn ihre Aufrichtigkeit und Direktheit kommt an. So wirken sie dem Publikum immer nah, zeigen Spielwut und genießen jedes Konzert sichtlich. Nach den drei EP’s The Times Are Bursting the Lines (2015), New Estate (2017) und Wild Stare (2019) wird es Zeit für ein Debütalbum – und dieser Weg wird gerade geebnet. Denn, dass die Band nicht stehen bleibt, zeigten sie im Herbst 2019 mit der Veröffentlichung des Songs King Thinking – der erstmals einen anderen Ton anschlug. Jetzt sind sie mit Watershed zurück und überzeugen mit einem – schon ziemlich passenden – Stadionsound, der sich deutlich größer anhört, als ihre bisherigen Songs. Mit einem Klavierspiel, treibenden Beats und mehrstimmigen Gesang begeistern Giant Rooks vollends und ist dabei das Kratzige in der Stimme des Frontsängers Frederik Rabe zugunsten einer wärmeren Stimmlage gewichen. Watershed neigt dazu, ein neues Kapitel der Giant Rooks einzuläuten und dürfte gleichzeitig große Hoffnungen auf ein baldiges Debütalbum schüren. Gleichzeitig füllt die kommende Europatour, die im April und Mai 30 Städte anlaufen wird, den Namen Rookery der nicht passender für das Debütalbum sein könnte.

Das Ding Ausm Sumpf - Genau Du

Das Ding Ausm Sumpf – Monsterrap auf Dancebeats

Kein bisschen bescheidener könnte man es beschreiben, was der Münchener Musiker Stefan Mühlbauer da unter dem Pseudonym Das Ding Ausm Sumpf raushaut. Mit einer Mischung aus Rap und derben elektronischen Beats erinnert Das Ding Ausm Sumpf auf seiner aktuellen Single Genau Du stark an Deichkind. Neben diesen Elementen kommt aber auch eine Portion Balkanbeats hinzu und erinnert der Song hier und da sogar ein klein wenig an den Sound, den Fettes Brot auf ihrem Überhit Schwule Mädchen hatten. Das Ding Ausm Sumpf behandelt dabei Themen, die bewusst provozierend sind und anecken – denn dem Druck der Leistungsgesellschaft erteilt der Musiker einen fetten Mittelfinger. Mit kränk wird der Münchener am 6. März sein Debütalbum veröffentlichen und gleichzeitig auf eine ausgedehnte Konzerttour gehen, die sagenhafte 38 Städte ansteuert.

Shallou feat. Daya - Older

Shallou – Steigert sich mit Kollaboration

Es ist eine traurige Grundstimmung, die uns Shallou auf seiner neuen Single Older eingangs präsentiert. Nur von einem Klavier begleitet singt sich der Featuring-Act Daya durch den Anfang des Songs und blüht schließlich zum Refrain auf, wie eine Blühte, die sich nach einer frischen Nacht, für die ersten Sonnenstrahlen des Tages, bereithält und die Blühte öffnet. Dabei setzt ein epischer Elektrosound ein, der an große Balladen erinnert. Gleichzeitig geht Dayas Gesang in eine, vom Vocoder, künstlich bearbeitete Stimme über, die dem Song hierbei eine gewisse Distanz verleiht. Mit Older veröffentlicht Shallou, nach Fading im Dezember, bereits die zweite Single innerhalb von nur sechs Wochen und lässt damit einmal mehr die Frage nach einem Album aufkommen. Denn mit der Marketingstrategie, die sich hier gerade wahrnehmen lässt, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis der US-Amerikaner sein Debütalbum veröffentlicht. Gleichzeitig hat Shallou aber auch zwei EP’s in kürzester Zeit veröffentlicht und lässt damit, zumindest auf eine neue EP hoffen, obgleich der Wunsch nach einem Debütalbum deutlich überwiegt.