Sylvan Esso - Frequency

Sylvan Esso – Der leise Sound des Positiven

Die Schlagzahl erhöht sich. Hatten Sylvan Esso vor knapp acht Wochen mit Ferris Wheel die erste Single aus ihrem dritten Album Free Love veröffentlicht, folgte knapp vier Wochen später mit Rooftop Dancing bereits die zweite Auskopplung. Nun, gerade einmal vier Wochen nach ihrer zweiten Single und zwei Wochen vor der Veröffentlichung von Free Love, bringt das aus North Carolina kommende Duo, mit Frequency die dritte Single auf den Markt und orientiert sich im Sound dabei an Rooftop Dancing. Beide haben – im Gegensatz zur Leadsingle Ferris Wheel einen charmant, zurückhaltenden Sound und überzeugen durch die positiven Beats, die Nick Sanborn hier produziert hat. Dabei singt Amelia Meath bezaubernd über einen minimalistischen Folk-Dance-Beat, der immer wieder durch massive Bassblasen verstärkt wird. Im Video sehen wir Meath auf einer Golfanlage völlig schräge Tanzbewegungen vollziehen, bis sich, nach und nach, immer mehr Menschen um sie herum versammeln und ihre Bewegungen mitmachen. Hier hat Singer/Songwriter Moses Sumney – der auch bei seinen eigenen Musikvideos Regie führt und mit James Blake zusammenarbeitete – die Regie von Frequency übernommen und eine wunderbare Symbiose aus Verbundenheit und Abstand geschaffen.

Sylvan Esso - Free Love

Sylvan Esso – Free Love

Mit Bewegungen, die an die Netflix-Mysterieserie The OA erinnern und dem zugänglichen Sound zeigen Sylvan Esso, dass sie auch abseits der großen elektronischen Beats überzeugen können. Gleichwohl sehen wir aber auch das wunderbare Zusammenspiel aus zwei ihrer früheren Projekte. Ist Meath nach wie vor Teil des American-Folk orientierten Trios Mountain Man, kommt Sanborn aus der Psychedelic-Folk Ecke und ist der Produzent und Bassist der Band Megafaun, sie sich seit 2012 in einer Bandpause befindet. Mit Free Love bringen Sylvan Esso nun am 25. September ihr drittes Studioalbum auf den Markt und zeigen uns mit den bereits veröffentlichten Songs einen guten Querschnitt des kommenden Albums – bestehend aus dem Intro-Song What If, dem unglaublich tanzbaren Ferris Wheel und den beiden sympathischen Folknummern Rooftop Dancing und Frequency. Sylvan Esso sind mit ihrer Musik präsenter denn je und haben es sich redlich verdient ein größeres Publikum zu erreichen.

Master KG feat. Nomcebo - Jerusalema

Master KG feat. Nomcebo – Der perfekte Sommerhit

Bereits bevor Jawsh 685 und Jason Derulo mit Savage Love überhaupt die Spitze der deutschen Charts erreicht hatten, wurde von der GfK – Gesellschaft für Konsumgüter – die für die offiziellen deutschen Charts verantwortlich sind – verkündet, dass Savage Love der Sommerhit 2020 sei. Immerhin, innerhalb der vergangenen Wochen konnte sich Savage Love tatsächlich bis auf Platz 1 der deutschen Singlecharts vorschieben. Auf den Fersen ist ihm allerdings seit einigen Wochen der Song Jerusalema, der bereits in anderen Ländern, wie Frankreich, Belgien, der Schweiz oder Italien bis auf die vordersten Ränge gekommen ist. Ein Ende des Aufwärtstrends ist noch nicht zu erkennen und erobert der Song in immer mehr Ländern die Chartspitze. Dabei wurde der Song bereits im Dezember 2019 veröffentlicht und beinhaltet neben dem Südafrikaner Master KG – der bürgerlich Kgaogelo Moagi heisst – auch seine Schwester Nomcebo Zikode, die für die Vocals verantwortlich ist.

Master KG & Nomcebo

Master KG & Nomcebo

Nachdem der Song auf YouTube durch die Decke ging und Master KG im Januar sein Album Jerusalema veröffentlichte, wuchs das Interesse auch außerhalb Südafrikas an und so wurde der Song schließlich im Juli von Warner Music Frankreich veröffentlicht. Von hier aus hat sich Jerusalema zu einem absoluten Sommerhit gemausert. Hier haben Master KG und Nomcebo ihren authentisch, afrikanischen Sound aus Soul und Gospel mit einem eingängigen Housebeat versehen und gleichzeitig für einen viralen Trend gesorgt. Denn aktuell finden wir im Netz Tanzvideos, die basierend auf dem Song, zur Jerusalema-Challenge aufrufen. Dabei wird der Tanz aus dem Video getanzt und lässt so Erinnerungen an die ganz großen Sommerhits, wie Macarena oder The Ketchup Song aufkommen. Jerusalema ist wahrscheinlich seit dem 1997er-Hit Alane – vom Kameruner Musiker Wes, der erst dieses Jahr von Robin Schulz geremixt wurde – der erste große Song aus Afrika, der weltweit zum Hit werden könnte. In insgesamt zehn Ländern feiert der auf Khelobedu gesungene Song bereits Charterfolge und wird dadurch in den kommenden Wochen sicherlich noch deutlich an Aufmerksamkeit gewinnen.

Ace Marino - Communication

Ace Marino – Back to the Future

Es ist der Sound der Vergangenheit. Mit wabernden Bässen, verspielten Synthies und einer großen Portion 80er-Jahre-Feeling schafft es gerade ein Song in unsere Herzen, der nicht besser unter diese Beschreibung fallen könnte. Bekannt geworden ist er vor allem durch einen Werbespot des Automobilhersteller Audi. Hier sehen wir einen Wagen der Marke durch das futuristisch aufgepepptes Berlin fahren. Im Hintergrund zu hören ist diese wabernde Synthiehymne, die sich an Künstlern, wie Kavinsky und M83 anlehnt. Dabei steht hinter dem Song Communication der Kalifornier Ace Marino, der sich selbst auch gern als eine Fitnessikone, einen Strand-Bro und außergewöhnlichen Produzenten beschreibt. Mit viel Liebe zur Ironie hat sich Ace Marino in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Anwärter auf die Synthiewave-Krone gemausert und überzeugt mit einem durch und durch auf die 80er Jahre ausgerichtetes Gesamtwerk. Auf seiner 2017 erschienenen Debüt-EP Cocaine Flamingo bündelt er diese 80er-Jahre Power und beweist vor allem bei seinen Instrumentalstücken – wie Communication – wo seine Stärken liegen.

Ace Marino

Ace Marino

Denn während auf den Vocal-Songs zumeist eine leicht schräge Gesangsstimme vorherrscht, ist es auf Communication vor allem der reine 80er-Jahre Sound, der genau das Gefühl vermittelt, welches gerade durch Serien wie Stranger Things an Beliebtheit gewinnt. Indie genug, für die Festivals und Clubs und ebenso cool, um auch den Mainstream zu erreichen hat Communication alles, um die Kinder der 80er Jahre zu erfreuen, sowie dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen. Hatte Ace Marino vor genau einem Jahr sein Debütalbum Muscle Beach angekündigt, ist es bisher nur bei der gleichnamigen Single geblieben. Nun hat der US-Amerikaner am vergangenen Freitag mit Talk Me Down einen neuen Song veröffentlicht, der sich mit seinem Gesang poppiger anhört, als das beatlastige Communication. Doch während sich Ace Marino damit erst noch beweisen muss, wird Communication zu einem wahren Selbstläufer. Also lasst den Vokuhila und Oberlippenbart wachsen, holt die neonfarbene Joggingjacke raus und tanzt euch in Rage zu Communication.

 

Haiku Hands feat. Sofi Tukker - Fashion Model Art

Haiku Hands feat. Sofi Tukker – Tanzen, bis wir wieder vereint sind

Vor knapp zwei Jahren hatten Haiku Hands mit Squat einen so massiven Dancesong veröffentlicht, dass man sich gewünscht hatte, dieses Trio schnellstmöglich auf den großen Bühnen weltweit zu erleben. Doch schien die Zeit noch nicht gekommen und so spielten sich die Schwestern Claire und Mie Nakazawa sowie Beatrice Lewis die Finger wund, um ihre Fanbase aufzubauen. Als Support-Act von Bands wie Sofi Tukker fanden sie schließlich ein passendes Publikum – sind die Sounds und Songs des US-Amerikanischen Duos doch ähnlich aufgebaut und begeistern mit einem ähnlich treibenden Beat. Mit ihrer neuesten Single Fashion Model Art besiegeln sie nun den Hype und bringen zusammen mit Sofi Tukker einen Song in Umlauf, der sich demnächst auf wohl so einigen Catwalks oder Vernissagen wiederfinden wird. Und das, obwohl der Song gerade diese Events so ironisch aufs Korn nimmt. So besuchte die Band vor einiger Zeit die Sydney Biennale – ein internationales Festival für Contemporary Art – und machte sich über das Getue auf Veranstaltungen wie dieser lustig.

Haiku Hands

Haiku Hands

So entstand im Zug – auf dem Weg nach Hause – der Singsang Fashion Fashion, Model Model, Art Art Art, den sie den Rest der Fahrt immer wieder laut durch den Zug riefen. Mit der passenden Attitüde angereichert ist Fashion Model Art ein pumpender Dancetrack, der sich mit Hilfe von Sofi Tukker ganz genau dort platziert, wo sich die Mädels selbst sehen – auf den Tanzflächen dieser Welt. Mit simplen Beats und aufmüpfigen Texten stehen Haiku Hands nun auch kurz davor, ihr Debütalbum Haiku Hands zu veröffentlichen – welches am 11. September in die Plattenläden kommt. Auch hier hat die Pandemie und der Lockdown dafür gesorgt, dass sich einiges in der Planung geändert hat. So veröffentlichen Haiku Hands ihr erstes Album nun ohne dieses mit Liveperformances promoten zu können. Sind die ersten neuen Konzerte für Januar 2021 angesetzt, versucht das Trio gerade alles, um die Fans zu erreichen und veröffentlicht Livestream-Konzerte. Mit Fashion Model Art haben Haiku Hands einen enormen Ohrwurm veröffentlicht, der sich mit Sicherheit auf kommenden Fashion-Shows wiederfinden wird.

Billie Eilish - My Future

Billie Eilish – Wundersame Verwandlung ins Positive

Vor kurzem noch, hatte die Süddeutsche Zeitung die US-Amerikanische Sängerin als zweitwichtigste Teenagerin unserer Zeit gekürt. Nur an Greta Thunberg kam sie nicht vorbei. Dabei hat Billie Eilish in den vergangenen zwei Jahren mit Songs, wie Everything I Wanted alles erreicht, was man erreichen kann. Mit fünf Grammy Awards, einem BRIT Award, einem JUNO Award, zwei MTV Europe Music Awards und drei MTV Video Music Awards, sowie der Krönung – mit No Time To Die einen James Bond-Titelsong singen zu dürfen – hat Eilish in zwei Jahren das geschafft, worauf andere Acts ein ganzes Leben lang hin arbeiten. Nun hat Eilish mit My Future einen ersten neuen Song veröffentlicht, der bisher weder auf einem Album, noch auf einer EP enthalten ist. Dabei zeigt sich Eilish auf My Future zunächst gewohnt dunkel und wirkt nur durch ihre Stimme und eine melancholisch, zurückhaltende Orgelbegleitung. Bis schließlich ein Twist kommt und Eilish in einem poppig, funkigen Beat aufgeht.

Billie Eilish

Billie Eilish

Entstanden ist der Song zu Beginn der Lockdown-Phase in den USA und lässt Eilish zu sich selbst finden. Zusammen mit ihrem Bruder Finneas hat sich Eilish darangesetzt, diese aufkommenden Gefühle einzufangen und sagt in einem Post zur Veröffentlichung des Songs Es ist ein Lied, das für mich wirklich sehr persönlich und besonders ist. Als wir es geschrieben haben, hat es genau meine Stimmung eingefangen – hoffnungsvoll, aufgeregt und voll mit einer verrückten Menge an Selbstreflexion und Selbstwachstum. In letzter Zeit hat es aber auch im Kontext dessen, was jetzt in der Welt passiert, eine neue Bedeutung erhalten. Ich hoffe, Ihr alle könnt in My Future einen Sinn für Euch finden. Diese neue Stimmung fängt ihr Bruder wunderbar ein und erinnert nicht nur musikalisch, sondern auch durch das animierte Musikvideo an die letzte Veröffentlichung No Song Without You des britischen Duos HONNE. My Future ist weniger rebellisch und deutlich gesetzter, als das meiste von dem, was wir bisher von der jungen Musikerin gehört haben und bleibt gleichzeitig auch immer ein typischer Billie Eilish Song.

Seeed - Hale-Bopp

Seeed – Überbrücken mit Summervibe

Für einen kurzen Moment kommt nochmal der Vibe der Wonderful Life Coverversion von Seeed auf – hört man sich den neuen Song der Berliner Band an. Mit einem entspannten Reggaebeat lassen Seeed die Liebe in den Vordergrund rücken. Dabei steht der Song nicht ausschließlich für eine Zweierbeziehung, sondern umfasst vielmehr auch die Beziehungen zu ihren Fans. Dass diese Beziehung gerade mehr denn je im Vordergrund steht, zeigt die – mittlerweile hinfällige – Planung für diesen Sommer. Denn hier wollten Seeed für ein absolutes Novum sorgen. Mit insgesamt acht Terminen – fünf in der Wuhlheide und drei in der Waldbühne – hätte die Band vom 11. bis 16. August und vom 17. bis 19. September insgesamt vor 150.000 Menschen gespielt. Dass sich die Band dabei nicht für zwei Tage im Olympiastadion entschied, ist wohl der intimeren Umgebung der beiden Bühnen – die von Wäldern umgeben sind – zu verdanken. Erst im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichten Peter Fox, Dellé und die anderen Jungs der Band mit BAM BAM ihr fünftes Studioalbum, das bis auf Platz 2 der deutschen Albumcharts stieg.

Seeed

Seeed

So überrascht es einerseits, dass Seeed nach so kurzer Zeit mit Hale-Bopp bereits einen neuen Song veröffentlichen, anderseits aber auch klarmachen, dass sie ihre Fans – trotz der, durch die Pandemie, verschobenen Berliner Rekordauftritte – nicht vergessen haben. Kommt die Veröffentlichung von Hale-Bopp doch genau zu dem Zeitpunkt, zu dem diese Konzertreihe eigentlich stattfinden sollte. Nachdem die BAM BAM-Singleauskopplungen Ticket und Lass Sie Gehn gerade erst ein Jahr alt sind, lassen die Jungs auf Hale-Bopp wieder frischen und sommerlichen Sound durch die Lautsprecher tönen. Ob in der Yaam-Strandbar, dem Sage Beach oder ganz entspannt an einem der vielen Uferwiesen entlang der Spree und des Landwehrkanals – Hale-Bopp rettet uns durch den Sommer mit einer gehörigen Ladung Summerfeeling. Die Open-Air-Konzerte sind mittlerweile alle auf den Juli und August 2021 verlegt und behalten den intimen Rahmen der Waldbühne und Wuhlheide. Hale-Bopp verkürzt uns die Zeit bis dahin indes ein wenig.

Bob Moses & ZHU - Desire

Bob Moses & ZHU – Wenn die Sehnsucht zerstörerisch wird

Es sind zwei Acts, die sich nicht besser hätten zusammenfinden können. Zum einen haben wir die beiden US-Amerikaner Jimmy Vallance und Tom Howie aus Brooklyn, New York City – die das Elektro-Duo Bob Moses bilden und mittlerweile von Vancouver in Kanada aus Musik machen. Zum anderen ist es der aus San Francisco kommende House-Produzente ZHU, der mit seinem 2014er Hit Faded nicht nur auf Anhieb in 14 Ländern in die Charts kam und damit mit seiner Debütsingle äußerst erfolgreich war – sondern gleich auch eine Grammy-Nominierung als Best Dance Recording einsammeln konnte. Durch Kollaborationen, wie mit AlunaGeorge, Skrillex, Tame Impala oder Sofi Tukker hielt sich Steven Zhu – wie ZHU bürgerlich heisst – immer wieder in den Clubcharts und konnte von starken Airplays profitieren. Bob Moses hingegen wählten den Weg über die Bühne und erreichten, seit ihrer Gründung 2012 einen Status auf Festivals, den es sich hart zu erspielen gilt. Denn egal, ob auf dem Coachella Festival, dem Lollapalooza Festival, dem Bonnaroo Music Festival oder dem MELT! Festival – wo Bob Moses spielen, wird es vor der Bühne eng.

Bob Moses & ZHU

Bob Moses & ZHU

Nun haben sich die beiden Acts für den Song Desire zusammengetan und dunkle Version des Clubs gezeichnet. Ist Desire durch und durch für den Club produziert und überzeugt mit dumpfen Basslines und dem Gesang von Bob Moses wird er gleichzeitig auch zur dunklen Warnung an den Club. Denn hier wollen Bob Moses und ZHU auf die zerstörerische Kraft aufmerksam machen, die Sehnsüchte mit sich bringen können. Dabei kann getrost auf die vielen Sehnsüchte der Partygänger Bezug genommen werden, sich bei Clubnächten manchmal vielleicht auch zu viele davon erfüllen und schließlich nicht mehr davon loskommen. Bob Moses sagen dazu – mit diesem Track versuchen wir deshalb selbstbewusst zu sein, indem wir auf unsere Sehnsüchte schauen und damit abrechnen. Doch auch ohne Message ist Desire eine satte Clubnummer, die an dunklen Ecken in den Clubs mit dem starken Beat erst richtig zur Geltung kommt. Desire ist dabei die erste Veröffentlichung aus Bob Moses neuem, gleichnamigen Konzeptalbum, welches die Jungs am 28. August veröffentlichen werden.

Aluna feat. SG Lewis - Warrior

Aluna feat. SG Lewis – Setzen uns mit Beats in Bewegung

My Weapon is Joy – mit dieser Aussage präsentiert uns Aluna – die vor knapp zwei Wochen bereits mit ihrem Song Body Pump auf SOML zu finden war – ihren neuen Song Warrior. Dabei hat die Britin erfolgreich in der langen Liste der Kollaborationspartner – aus der Zeit als sie ein Teil des Duos AlunaGeorge war – gekramt. Aus namenhaften Acts, wie Disclosure, ZHU, Jack Ü, Baauer, Peking Duk, Far East Movement, Gorgon City, DJ Snake und SG Lewis folgte schließlich die Entscheidung letzteren – SG Lewis – zu wählen, der die frischen und lockeren Elektrosounds beherrscht, wie kaum ein anderer. Auf ihrem Solodebüt ist Aluna dabei besonders wichtig, die Selbstachtung aufzubauen. In Warrior geht es um ein Porträt einer Frau, die ständig im Schatten anderer steht. Sie muss wieder lernen, sich selbst zu sehen, nicht immer nur anderen den Vortritt zu lassen und ruft sich dabei den Geist einer Kriegerin auf um ihre Angst zu besiegt sie selbst zu sein so Aluna Francis. Mit einem flirrenden Beat, Tropical House Elementen und der äußerst präsenten Stimme Alunas ist Warrior der perfekte Song, der im Sommer und auf Balkonparty funktioniert und die dicke, schwere Sommerluft mit Energie füllt.

Aluna - Renaissance

Aluna – Renaissance

SG Lewis hat dabei ebenso gute Erfahrungen gesammelt, was es bedeutet, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten – hat er doch bereits mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs, Gallant, Clairo, G-Eazy und Ruel zusammen Songs aufgenommen. Gleichwohl sind sich der Brite SG Lewis und Aluna Francis nicht fremd, arbeiteten sie doch bereits 2018 auf dem gemeinsamen Song Hurting zusammen. Mit verspielten Synthies macht sich Aluna auf, eine ganz eigene Nische zu besetzen und vervollständigt schließlich, die eingangs genannte Ansage mit den Worten – Mit der Musik wähle ich eine meiner Möglichkeiten zu kämpfen aus, um gleichzeitig sicherzustellen, dass diejenigen, die nie zu Partys eingeladen werden, wissen, dass sie selbst die eigentliche Party sind. Wir müssen noch viele Schlachten gewinnen, doch gleichzeitig sollten wir auch auf den Straßen tanzen und für Gleichberechtigung einstehen. Mit Warrior gelingt es Aluna fast spielend, diesem Anspruch gerecht zu werden und schenkt uns einen sommerlichen Elektrosong, der für mehr steht, als nur für die Party. Body Pump und Warrior werden auf Alunas Debütalbum Renaissance enthalten sein, welches am 28. August veröffentlicht wird.

Michael Kiwanuka - Final Days (Bonobo Remix)

Michael Kiwanuka – Durch Bonobo veredelt

Soulige Stimmen waren schon immer gut, für einen Remix, der die Tanzflächen füllen soll. Alleine die beiden Songs Liquid Spirit von Gregory Porter (im Claptone Remix) und Holding On von Disclosure feat. Gregory Porter haben in den vergangenen Jahren immer wieder für volle Tanzflächen gesorgt. Doch bereits in den 70er Jahren waren Discomusik und Soul eng miteinander verbunden und sorgten für eine der erfolgreichsten Zeiten dieses Genres. Für den neuesten Remix dieser Art haben sich zwei Künstler gefunden, die jeweils wahre Könige in ihrem Fach sind. Da wäre zum einen der britische Soulsänger Michael Kiwanuka, der mit seinem dritten, selbstbetitelten Album Kiwanuka 2019 komplett abräumte, zum absoluten Kritikerliebling wurde und bereits Ende 2019 mit dem Claptone Remix von You Ain’t The Problem erste Ausflüge in die Clubs machte. Zum anderen gibt der ebenfalls aus Großbritannien kommende Musiker und Produzent Bonobo mit seinem Remix ein Comeback – ist es doch der erste Remix seit drei Jahren, den der Brightoner Musiker zusammen mit Kiwanuka veröffentlicht.

Michael Kiwanuka

Michael Kiwanuka

Herausgesucht haben sich die beiden Musiker einen Song des Kiwanuka Albums, der bisher noch nicht als Single erschienen ist. Hierbei wird Final Days das folkig, Soulige genommen und von Bonobo mit einem fließenden Elektrosound neu arrangiert. Dabei nutzt Bonobo funkige Elemente und macht daraus einen frischen, hellen Song, den es abzufeiern gilt. Kiwanuka klingt auf dem Final Days Remix anfangs noch melancholisch gedämpft, ehe sich der Song in einem freundlichen, nach vorne gehenden Beat auflöst und somit die geballte Kraft eines Sommersongs entfaltet. Ganz ohne Ohrwurm-Refrain schleicht sich Final Days im Bonobo Remix damit in unser Taktzentrum und bringt erst nur die Finger und Zehen zum tippen, bis schließlich der ganze Körper anfängt mitzugehen. Nachdem Bonobo im Sommer 2019 mit dem neuen Song Linked für Spekulationen um ein neues Album gesorgt hat, dürfte die Remix-Aktivität des Briten nun neue Hoffnung auf ein baldiges Album machen. Zusammen mit Michael Kiwanuka hat Bonobo auf Final Days zumindest jetzt schon Mal dafür gesorgt, dass die Sommerabende heiß und lang werden.

Møme, Ricky Ducati - Got It Made

MØME feat. Ricky Ducati – Wenn die Disco zu Dir kommt

Er ist mit neuem Material zurück! Hat der Franzose Jérémy Souillart unter seinem Musik Alter-Ego MØME in den letzten beiden Jahren vor allem die Trilogie Møment I, Møment II (beide 2018) und Møment III (2019) veröffentlicht, ist es sein unverwechselbarer Discosound, der MØME auf jeder Tanzfläche zum Hit werden lässt. Zusammen mit Ricky Ducati veröffentlicht MØME nun abermals einen Song, in dem der kalifornische Sänger mit seiner hohen Stimme glänzen kann. Dabei klingt Ducati auf Got It Made fast schon einem der Bee Gees Brüder zum verwechseln ähnlich. Mit einem hervorstechenden Bassbeat und dem hallenden Gesang Ducatis wird Got It Made zum Ausreißer in die 70er Jahre und lässt uns an die Bilder aus Saturday Night Fever denken. Dabei können wir auf noch deutlich mehr Musik der beiden hoffen, hat MØME doch ein Album angekündigt, welches er zusammen mit Ducati aufgenommen hat, Flashback FM heissen und voraussichtlich im kommenden Jahr erscheinen wird. Mit der geballten Ladung French House, Elektro, Disco, Synthie und Funk bereitet uns der Franzose mit Got It Made also auf eine satte Ladung Discotunes vor. Zusammen mit dem passenden Musikvideo haben MØME und Ducati eine kleine Zeitreise gewagt, erklärt der Franzose. Wir stellten uns ‚Got It Made‘ als eine Zeitreise in die 70er/80er Jahre von Los Angeles vor, die von einem imaginären Pop-Radiosender stammt – wir hätten Kalifornien zu dieser Zeit wirklich gerne kennengelernt. Wir wollten, dass das Video eine visuelle Interpretation davon ist. Dies ist den beiden gelungen und zeigt gleichzeitig, dass sich MØME für dieses Projekt deutlich persönlicher präsentiert. Hier klingt der Song nicht mehr nur nach einem Sommerhit, sondern gleichzeitig auch noch stärker nach einem Charakter, als wir es von seinen vorherigen Songs gewohnt sind. Mit Got It Made dürfte MØME zusammen mit Ducati für einen heißen Sommer sorgen, der bedingt durch die Pandemie aus unseren Wohnzimmern eine Disco werden lässt.