Die Jungs aus der Provinz sind zurück – diese Aussage passt und gleichzeitig auch nicht. Denn mittlerweile sind die vier Jungs aus der Region um Ravensburg in die zweitgrößte Stadt Deutschlands – Hamburg – gezogen. Von hier aus schreiben und komponieren sie ihre Musik. Von hier aus, starten sie auch immer wieder ihre fulminanten und ausverkauften Touren. Nun schreiben Provinz ein neues Kapitel und kündigen mit ihrer, heute veröffentlichten, Single Pazifik neue Musik und ihr gleichnamiges drittes Studioalbum Pazifik an. Diese Ankündigung geht einher mit einer kleinen Club-Tour im Sommer 2025. Aber nicht nur durch diese vielen News schreibt die Band ein neues Kapitel, auch musikalisch hat sich etwas geändert. Denn nie hat Frontsänger Vincent Waizenegger so diffus geklungen, wie auf Pazifik. Wenn er von der Desillusionierung einer Beziehung singt, seine Worte in einander übergehen und in einer opulenten Soundblase regelrecht explodieren, verschmelzen die Worte fast komplett mit der Musik.

Was bleibt von der Euphorie des Verliebtseins übrig, wenn man denkt, dass man mit dem jeweils Anderen einst ein Leben mit Haus, Hund oder großen Erlebnissen skizziert hat? Was bleibt mir nach einer Trennung von der anderen Person? Es kommt die Ernüchterung und der Schmerz. Oftmals geht dieser Abschnitt mit Selbstzweifeln, einem Gefühl des Zerstörtseins oder schlichtweg unendlicher Trauer einher. Dieses Gefühle weiß Waizenegger kunstvoll in seiner Stimmung zum Ausdruck zu bringen. Es ist eine Zäsur, die Provinz auf Pazifik vollziehen. Sie klingen erwachsener, voluminöser und nach Stadionpop – und sind gleichzeitig immer noch nahbar und sympathisch. Für Provinz sind die letzten fünf Jahre – seitdem sie einen Plattenvertrag bei Warner Music unterschrieben haben – die wohl intensivsten Jahre ihres Lebens gewesen. Damit einher geht, dass die noch jungen Musiker gleichzeitig auch in der Öffentlichkeit reifen und sich ihre Musik weiterentwickelt. Mit Pazifik zeigen sie diese Entwicklung eindrucksvoll und lassen die Sehnsucht auf das kommende Album deutlich wachsen.