Clueso – Konzertkritik

Von wie vielen Konzerten kommt man und denkt sich – so ein Konzert hab ich noch nie vorher erlebt, um dann immer wieder auf’s Neue mit der Tatsache konfrontiert zu werden, dass es doch noch eine Steigerungsmöglichkeit gibt.
Doch das was Thomas Hübner alias Clueso an diesem Abend abgeliefert hat übertrifft nochmal Einiges. Hat Clueso doch 26 Songs,  zwei Zugaben und damit insgesamt 2,5 Stunden live gespielt und gesungen. Aber der Reihe nach.

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Es ist Freitag der 5. Dezember 20:28 Uhr als das Licht in der Halle ausgeht und eine riesige LED-Leinwand Clueso’s und den Namen der Tour ankündigt. Wenige Augenblicke vorher bekam jeder Gast, am Eingang, einen Tourbegleiter in Form eines kleinen Booklets mit wissenswerten Fakten zur Entstehung des Künstlers Clueso. Beginnend mit dem Opener von ‘Stadtrandlichter’ wurde auch hier das Konzert mit ‘Pack Meine Sachen’ eröffnet. Ungefähr in der Mitte des Songs wurde einem dann auch bewusst, warum es solch große Hallen geworden und warum Diese auch noch restlos ausverkauft sind. War die Bühnentechnik und im Speziellen das Lichtdesign fabelhaft und nur mit Superlativen zu umschreiben, gab es neben der bereits erwähnten LED-Wand noch bewegliche LED-Quader die von der Decke hingen, neun Kameras die alles aufzeichneten und auf den Leinwänden fragmentiert darstellte, sowie Strahler und Movingheads. Mit einer, zum Ende hin verwendeten, weißen Leinwand wurde darüber hinaus auch noch eine dreidimensionale Szenerie erschaffen.

Und so spielte sich Clueso abwechselnd durch die Alben ‘Strandrandlichter’ (2014), ‘So Sehr Dabei’ (2008), ‘An Und Für Sich’ (2011), ‘Weit Weg’ (2005), ‘Text Und Ton’ (2001) sowie ‘Gute Musik’ (2004). Hier fiel auf, dass er verschiedenen Musikgenres bedienen wollte, gab es doch sowohl Balladen wie ‘Beinah’, ‘Chicago’ oder ‘Stadtrandlichter’, als auch elektronisch abgemischte Songs wie ‘Out Of Space’ oder ‘Alles Leuchtet’, akustik Nummern wie die bekannten Songs ‘Cello’ und ‘Nebenbei’ aber auch Reggea und Hip-Hop Elemente wie ‘Love The People’ oder ein Medley aus Songs seiner ersten beiden Alben.

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Das Wechselspiel zwischen Interaktion mit dem Publikum und introvertierten Songs beherrscht er mittlerweile sicher. Ließ er immer nur bis zu einem bestimmten Moment zu, dass sich das Publikum beruhigte, folgten erwartungsgemäß schnellere Nummern die der Lethargie ein Ende setzten. Nach ungefähr anderthalb Stunden war man dann auch geneigt, das erste Mal auf die Uhr zu schauen um erschrocken festzustellen, wie schnell 90 Minuten vergehen können, wenn man etwas Schönes erlebt und fragte sich gleichzeitig, was Clueso noch als Zugabe spielen könnte. Hatte er doch gefühlt alle Songs seiner fünf Alben bereits zum Besten gegeben. Nach zwei Stunden verabschiedete sich Clueso und Band dann erstmals von der Bühne mit einer vermeintlichen Endgültigkeit – fiel doch ein Vorhang und beendete somit den Song ‘Nebenbei’.
ein paar Minuten applaudierten die Fans und ließen nicht locker als plötzlich ein kräftiger Bassbeat einsetzte und das elektronisch arrangierte ‘Out Of Space’ begann, das gleichzeitig, wo eingangs erwähnt, einen bemerkenswerten dreidimensionalen Effekt erzeugte. Stand doch Clueso abwechselnd in einem Polygon oder einem, aus hunderten Verbindungen geformten, Kreis.
Vier Songs später verließ er abermals die Bühne um keine 3 Minuten später nochmals auf Diese zu kommen und den Puhdys Song ‘Wenn Ein Mensch Lebt’ zu präsentieren. Dies sollte der letzte Song aus einem Konzert sein, das sage und schreibe 2,5 Stunden von einen Künstler und seiner Band bespielt wurde.

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So sind die Erwartungen, die man im Vorfeld durch hohe Ticketpreise hatte wohl vollends erfüllt worden. Hatte der Abend doch etwas Unterhaltsames, das über ein gewöhnliches Konzert hinausging, konnte Clueso doch selbst Menschen begeistern, die vorher keine Berührungspunkte mit seiner Musik hatten.
Der einst im Alter von 15 mit der Musik gestartete Thomas Hübner steht knapp zwanzig Jahre später und mit einer stetig nach oben weisenden Laufbahn an der Spitze der Charts, der Feuilletonkritiker und seiner Fans.

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