Severija – Chanson 100 Jahre später

Er war das Highlight der ersten drei Folgen von Babylon Berlin – der Auftritt der litauischen Sängerin und Schauspielerin Severija Janušauskaitė alias Psycho Nikoros. Mit einem kräftigen Akzent, einer herben Stimme und dem Zusammenspiel aus Chanson und Jazz, gepaart mit einer modernen Beatabfolge hat sich der Song Zu Asche, Zu Staub in die Köpfe der knapp 8 Millionen TV-Zuschauer eingebrannt. Wer diesen Song einmal hört, wird ihm verfallen und nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Zu sehr erinnert Zu Asche, Zu Staub an Marlene Dietrich, die goldenen Zwanziger und ist dabei so erhaben und voller Prunk. Heute Abend laufen die nächsten beiden Folgen der Bombast-Serie, die weiter dazu führen werden, dass der – mindestens – im Abspann zu hörende Song, weiter auf Erfolgskurs die Charts bergauf in Richtung Spitze klettern wird.

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Sam Fender – Der letzte Rock-Gott

Rock ist tot, so heißt es seit einigen Jahren immer wieder. Überschwemmen doch Hip-Hop und EDM die Charts und lassen kaum Raum für diese so aufrichtige Musikrichtung. Doch einer, der gerade erst am Anfang seiner Karriere steht, hat sich nicht beirren lassen und setzt alles auf eine Karte. Mit Start Again hatte der britische Musiker im Herbst 2017 bereits die Musikbranche aufhorchen lassen. Ist das Zusammenspiel aus Gitarre, Drums und der markanten Stimme Fenders doch eine Art Fels. Entgegen aller Umstände bleibt Fender da und festigt mit jedem neuen Song seinen Position mehr. Nun ist mit Play God eine neue Single herausgekommen, die mit einem Gitarrenspiel auffährt, das an die Red Hot Chili Peppers und große Nummern der 80er und 90er erinnert. Dabei möchte Fender nicht einfach nur als Musiker wahrgenommen werden, sondern hat auch etwas zu sagen. Auf Play God thematisiert er was mit der immer größer werdende Ich-bezogene Gesellschaftsstruktur gerade den Zeitgeist prägt und lässt dabei offen, um wen es bei ihm geht. Somit bleibt dem Hörer viel Raum, um selbst eine Geschichte entstehen zu lassen. Sam Fender hat das Potential, der letzten gleichzeitig nächste große Rock-Gott zu werden – sein Fels muss nur wachsen.

Ben Khan – Das Ziel und 2000 Angels vor Augen

Der britische Produzent und Musiker Ben Khan ist eine Art Geist in der britischen Musiklandschaft. Denn seit geraumer Zeit geistern Songs wie SavageEdenDrive (Part I) und Youth durch das Internet und erzeugen eine natürliche Neugier, wer hinter diesen geheimnisvoll, poppigen Elektroklängen steckt. Sind diese Songs bereits mehr als drei Jahre alt, flaute diese Interesse nur sehr langsam ab. Nun ist Ben Khan mit der neuen Single 2000 Angels zurück und kündigt damit endlich sein lang erwartetes Debütalbum an. Noch hat es keinen Namen, soll aber diesen Sommer rauskommen und zeigen, dass Khan anders ist, als die Musiker, die 0815-Songs schreiben. Sein selbst gestecktes Ziel ist, die Menschen zu erreichen, die eher als Passivhörer neben dem Radio sitzen. Denn hier ergibt sich für den Londoner Musiker eine ganz eigene Motivation. In früheren Interviews einmal auf die Hitschmieden der großen Plattenlabel angesprochen, kommentierte er, dass er nur einen Hit anhören und ihn in seine Einzelteile zerlegen müsse, um daraus einen neuen Hit produzieren zu können. Was sich anhört, wie die eigene Überschätzung, zeigt in seinen Songs, dass diese nur gerechtfertigt ist. Denn Khans neue Single 2000 Angels klingt nach einem Science-Fiction-Soundtrack, der in Filmen wie Lucy und Ghost In The Shell zum Einsatz kommen könnte. Wabernde Synthies treffen auf hypnotisierenden R&B und einen mystischen Vibe. Dabei erinnert der Song entfernt an den Sound von Miike Snow, die ebenfalls mit diesem Zusammenspiel ausnahmslos positive Kritiken erhalten. Auf 2000 Angels setzt Khan die eigene Messlatte nochmals ein Stück höher und hat damit den perfekten Teaser für das bevorstehende Album veröffentlicht.