The Best Of 2020 Vol.: 11

The Best Of 2020 Vol.: 11

01. Sylvan Esso – Ferris Wheel (zum Artikel)

02. Jack Garratt – Better (zum Artikel)

03. Aluna – Body Pump (zum Artikel)

04. Kylie Minogue – Say Something (zum Artikel)

05. Møme & Ricky Ducati – Got It Made (zum Artikel)

06. James Blake – Are You Even Real? (zum Artikel)

07. Washed Out – Time To Walk Away (zum Artikel)

08. Julia Stone – Break (zum Artikel)

09. Michael Kiwanuka – Final Days (Bonobo Remix) (zum Artikel)

10. San Cisco – On The Line (zum Artikel)

11. Maya Jane Coles feat. Claudia Kane – Run To You (zum Artikel)

12. Ela Minus – They Told Us It Was Hard, But They Were Wrong (zum Artikel)

13. Mando Diao – All The People (zum Artikel)

14. Alanis Morissette – Reckoning (zum Artikel)

15. Flecks – Cinematic Heartbreak (zum Artikel)

16. Sarah Walk – Unravel (zum Artikel)

17. Katie Melua – A Love Like That (zum Artikel)

18. Tash Sultana – Greed (zum Artikel)

19. Two Door Cinema Club – Tiptoes (zum Artikel)

20. Cläng – Berlin, Berlin
Sylvan Esso - Ferris Wheel

Sylvan Esso – And the beat goes on

Mit ihren zwei bisher veröffentlichten Alben Sylvan Esso (2014) und What Now (2017) hat es das US-Amerikanische Duo Sylvan Esso schnell auf die Line-Up-Listen der großen Elektro-Festivals weltweit geschafft. Dieser hypnotisierende Sound aus Elektropop, Indietronic und großartigen Beats – wie auf dem herausragenden Song Play It Right – sorgten dafür, dass die Hallen ihrer Konzerte – wie bei ihrem Konzert im Berliner Prince Charles 2015 – immer nachgefragter wurden. Nun haben Amelia Meath und Nick Sanborn mit Ferris Wheel die erste Single ihres kommenden dritten Studioalbums veröffentlicht. Das Album wird auf den Namen Free Love hören und am 25. September das Licht der Welt erblicken. Dabei ist Ferris Wheel so bunt, wie verrückt und hätte damit nicht besser auf den Schauplatz des Musikvideos – einem Freizeitpark während des Lockdowns – passen können.

Sylvan Esso - Free Love

Sylvan Esso – Free Love

Meath selbst sagt in einem Interview über ihre Musik, dass im Kern von Sylvan Esso dieser merkwürdige Zwiespalt steckt. Nick möchte, dass die Dinge möglichst beunruhigend klingen, ich aber will, dass man sich die Klamotten vom Leib reißt und tanzt. Wir wollen Popsongs machen, die nicht ins Radio passen, weil sie zu schräg sind. Das haben sie ohne Zweifel geschafft. Doch gleichzeitig wünscht man ihnen auch, dass so viele wie möglich, diese wunderbare Band kennenlernen können und ihnen ein baldiger Durchbruch im Mainstream zu Gute kommt. Über das kommende Album sagt Meath noch, dass es ein Album ist, in dem es darum geht, zunehmend Angst vor der Welt um dich herum zu haben. Schau in dich hinein und erinnere dich an all die Zeiten, in denen es so einfach schien, andere Menschen zu lieben. Es soll dir den Weg zurück an diesen Ort zeigen. Mit diesem Ort könnten wir uns anfreunden – um insgeheim ganz ausgelassen zu Ferris Wheel zu tanzen – wie es Meath im Musikvideo macht. Ferris Wheel ist die volle Ladung Energie und lässt auch noch Stunden später keinen Zweifel daran, dass sich der Song in unserem Kopf festgesetzt hat, um zu bleiben.

Sylvan Esso – Konzertkritik

Sylvan Esso

Eine Umgebung, so ungewöhnlich wie das Duo selbst. Letzten Freitag fand das langerwartete Konzert der Elektropop-Band Sylvan Esso aus South Carolina im ehemaligen Schwimmbad des Aufbau Hauses – des heutigen Clubs Prince Charles – statt. hierauf konnte sich auch Amelia Meath, Sängerin des Duos, die Bemerkung, dass es für sie eine Premiere sei in einem Schwimmbad zu singen, nicht verkneifen. Doch alles der Reihe nach. Bereits im Vorfeld war es rund um die Bühne voll geworden. Waren Sylvan Esso doch für 21 Uhr angekündigt, ließen sie die Fans eine knappe Stunde ausharren, bis sie dann aber unter frenetischem Jubel auf die Bühne kamen um umgehend mit ihrem ersten Song ‚Could I Be‘ zu beginnen. Dies war der perfekte Opener um die Fans in Bewegung zu setzen. Der schnelle Beat, der lockere Gesang Meath’s und ihre verspielten Bewegungen führten dazu, dass selbst Neu-Fans sie unweigerlich ins Herz schließen mussten. Dies setzte sich auch bei ‚Dreamy Bruises‘ und ‚Dress‘ fort. So bewegte sich abwechselnd das Publikum mit Meath zu den schweren, sphärisch, clublastigen Songs. Als nächstes folgte ihr wohl bekanntester Song ‚Coffee‘ der auf einem massiven Bassbeat, mit verspielten Xylophonklängen bestücktem Sound basiert und Meath’s Stimme hier deutlich ruhiger präsentiert. Doch diese vermeintliche Ruhe sollte mit ‚Wolf‘, einem Song, wie gemacht zum mitsingen des A–whoo Parts, gebrochen werden. Denn hier blieb wirklich keine Stimme aus dem Publikum stumm.

Sylvan Esso

Fehler steigern die Sympathie

Nach mehrmaligem kurzen Bedanken und anmerken, dass es die beiden wirklich freut wie warm sie vom Berliner Publikum aufgenommen werden, ging es mit den Song ‚Uncatena‘ weiter. Der allerdings bereits nach wenigen Sekunden von Nick Sanborn abgebrochen wurde, da er seinen Einsatz nicht perfekt erwischt hatte. Dies schien für einen Moment die Aufregung Sanborn’s zu steigern, um dann mit einem mal wie weggefegt zu werden. Denn bei Anlauf Nummer zwei stimmte dann auch sein Einsatz, was bei den Fans für frenetische Jubelschreie sorgte.
Schließlich läuteten sie mit ‚Hey Mami‘, ‚H.S.K.T.‘ und dem ältesten Song ihrer Bandgeschichte ‚Play It Right‘ das Ende des Konzertes ein. So beschlossen sie diesen Abend vorerst mit dem etwas schüchternen Hinweis, dass doch hoffentlich alle wissen, dass sie erst ein Album veröffentlicht haben und nunmehr so gut wie alle Songs gespielt hätten.
Doch auch hier sollte noch eine kleine Zugabe in Form eines Covers der New Yorker Band Porches und ihrem Song ‚The Cosmos‘, sowie der fast schon a-capella gesungenden Folkballade ‚Come Down‘ folgen.
So war dieser Abend für die Einen wohl fast schon ein Glücksgriff diese Band einmal live gesehen zu haben und für die Anderen eine sehr angenehme Überraschung und Neuentdeckung.