The Best Of 2020 Vol.: 07

The Best Of 2020 Vol.: 07

01. Aquilo – Sober (zum Artikel)

02. Ten Kills The Pack – Barcelona (zum Artikel)

03. Spoon And The Forkestra – Mosquitoes (zum Artikel)

04. Girl In Red – Midnight Love (zum Artikel)

05. Lie Ning – Tonight (zum Artikel)

06. Jónsi – Exhale (zum Artikel)

07. Howling – Bind (zum Artikel)

08. Woodkid – Goliath (zum Artikel)

09. Clueso – Tanzen (zum Artikel)

10. Washed Out – Too Late (zum Artikel)

11. Sébastien Tellier – Domestic Tasks (zum Artikel)

12. Duke Dumont & Say Lou Lou – Nightcrawler (zum Artikel)

13. Alfie Templeman – Happiness In Liquid Form (zum Artikel)

14. Angels & Airwaves – All That’s Left Is Love (zum Artikel)

15. Everything Everything – In Birdsong (zum Artikel)

16. Sea Girls – Ready For More

17. Florence + The Machine – Light Of Love (zum Artikel)

18. Sultans Court – Good Enough (zum Artikel)

19. The Streets & Tame Impala – Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better (zum Artikel)

20. Armand van Helden – My My My

Howling - Colure

Howling – Zweites Album von RY X und Frank Wiedemann

Mit dem Debütalbum Sacred Ground hatte das Elektroduo Howling 2015 einen wahren Hype ausgelöst. Grund dieses Hypes war das Zusammenspiel aus drei Komponenten. Zum einen war es Frank Wiedemann, der als eine Hälfte des deutschen House-Duos Âme seit 2001 weit über Deutschland hinaus zur absoluten Nummer für House-Musik wurde. Neben Wiedemann ist aber auch RY X Teil des Projektes Howling. Dieser machte sich seit Anfang der 2010er vor allem mit seiner Musik aus Ambient-Pop, Folk und Singer/Songwriter einen Namen. Mit der EP Berlin (2013) und den beiden Alben Dawn (2016) und Unfurl (2019)erreichte der Australier – der lange Zeit in Berlin lebte und nun in Los Angeles wohnt – immer mehr Fans. 2012 fand schließlich die Telefonnummer von Wiedemann den Weg zum in L.A. wohnenden RY X – der bürgerlich Ry Cuming heißt. Kurze Zeit später tauschten sie bereits Songskizzen aus und fanden die aufkeimende Zusammenarbeit so interessant, dass sie mit Howling einen ersten Track zusammen veröffentlichten. Im folgenden Festivalsommer sorgte Howling dafür, dass die Nachfrage nach dem Act hinter diesem Song immer größer wurde und sich Wiedemann und RY X schließlich nach dem Song benannten. Was folgte, war mit Sacred Ground (2015) ein erstes Album. 2017 veröffentlichte das Duo dann mit Phases einen über acht Minuten langen Song, der als großartiger Stand-Alone Track mit dem Mix aus Ambient-House und Folk einmal mehr die Position des Projektes Howling unterstrich. Mit dem nun veröffentlichten Song Bind läuten Howling das nächste Kapitel des Projektes ein und zeigen wieder, wie unabhängig von Clubs und Radios ein Sound entstehen kann, der nur durch die Idee getrieben ist. Dabei treffen sich die treibenden House-Elemente Wiedemanns mit dem folklastigen Gesang RY X‘. Wie das Berliner Projekt Moderat – das sich ebenfalls im musikalisch Umfeld des Duos aufhält – kommen auch Howling aus dem Kosmos des introvertierten Berliner House-Sounds und begeistern Song um Song mit einer Tiefe, die einen ergreift und zum bewegen animiert. Mit Bind kündigen Howling ihr zweites Album Colure an – das am 24. Juli veröffentlicht und auch den Track Phases enthalten wird.

Duke Dumont feat. RY X - Let Me Go

Duke Dumont feat. RY X – Ein Song, zwei Gesichter

Und das ist wörtlich zu nehmen. Denn während sich Duke Dumont mit RY X einen äußerst renommierten Musiker dazu geholt hat, ist erstmalig auch ein Künstler an einer Songveröffentlichung des britischen DJs und Produzenten beteiligt, der nicht aus Großbritannien oder den USA kommt. Gleichzeitig ist Ry Cuming – wie RY X bürgerlich heißt kommerziell vor allem in mitteleuropäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden erfolgreich, aber nicht in Großbritannien oder den USA. Damit zeigt Adam George Dyment – alias Duke Dumont – einmal mehr, wie viel ihm daran liegt, mit zumeist unbekannten Künstlern zusammenzuarbeiten. RY X lebte längere Zeit in Berlin und hatte hier zusammen mit Frank Wiedemann – vom Elektroduo Âme – das Deep House Projekt Howling ins Leben gerufen. Mit dieser Erfahrung aus dem Bereich der elektronischen Musik hat der australische Musiker einen nicht unbedeutenden Anteil am Sound des nun veröffentlichten Songs. Dabei überzeugt Let Me Go durch seine zwei Gesichter. Denn sind es nicht nur die Gesichter der beiden Musiker, die hinter dem Song stecken, hat auch Let Me Go eine klare Linie, die sich in zwei Teile trennen lässt. Besteht der vordere Teil des Songs aus einer sphärischen Pianoballade, die RY X‘ klare Stimme wunderbar hervorhebt und in einer choralen Bridge aufgehen lässt, setzen ab der Mitte die ersten vibrierenden Synthies ein die sich schließlich in einem schnellen elektronischen Beat verlieren. Spätestens jetzt wird der 6-Minütige Song plötzlich zu einer ekstatischen Clubhymne, bei der man sich sicher sein kann, dass man sich auf der Tanzfläche verlieren wird. Let Me Go ist so vielschichtig, wie treibend und hat ein enormes Suchtpotential.Mit seinen 6:06 Minuten ist Let Me Go der längste Song auf seinem Debütalbum Duality, welches der Brite am 17. April veröffentlichen wird.

Lane 8 feat. Jens Kuross - Yard Two Stone

Lane 8 – Der etwas andere Produzent

Daniel Goldstein ist einer dieser Künstler, die es zu bewundern gilt. Als Produzent von elektronischer Musik rechnet man dabei eher mit einem unnahbarer und verkopften Künstler. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Goldstein, der unter dem Namen Lane 8 Musik veröffentlicht, postet regelmäßig private Fotos von seiner Familie und sich und lässt uns so an seinem Leben teilhaben. Auch ist die Herangehensweise an seine Musik eine erfrischend andere, als wir es von den großen Elektro-DJs gewohnt sind. Denn für Lane 8 steht nach wie vor das Album als Medium im Vordergrund. Hier kann er Geschichten erzählen, seine Musik so weit treiben, dass sich der Hörer in ihr verliert und von Gefühlen berichten, die auf einem Compilation-Album nicht möglich wären. Mit seinem melodisch, melancholischem Housesound ist Lane 8 bereits seit einigen Jahren herausragend und wird nie müde, neues Material zu veröffentlichen. Hat er mit No Captain und  Brightest Lights bereits zwei Songs zusammen mit der Chicagoer Band Poliça veröffentlicht, kommt nun mit Yard Two Stone ein Song raus, der ebenfalls einen Featuring-Act hat. Zusammen mit Jens Kuross, der uns wiederum in der Vergangenheit immer wieder begegnete und bei Projekten wie The Acid, Howling und RY X involviert war, hat Lane 8 einen etwas schroff klingenden Song veröffentlicht, der schließlich auf der Hälfte in einen weichen, treibenden Housetrack aufgeht und sich aufmacht, als schwebende Traumblase davonzufliegen. Goldstein produziert seine Songs nach Geschichten und hat immer eine Emotion dahinter, die auf Yard Two Stone zwar nicht direkt zu erkennen ist, allerdings einen Eindruck davon vermittelt, wie seine Gedanken umherschwirren und sich schließlich in Musik umsetzen.

RY X – Pure Kunst!

Die Stimme, das Gefühl, der Sound, das Video – pure Kunst. RY X, alias Ry Cuming aus Australien, ist seit jeher ein Garant für emotional hochexplosive Musik. Seine sanften Töne und sein schwerer Sound hatte RY X in der Vergangenheit viel Beachtung geschenkt. Ob seine Songs Berlin, Sweat oder Only – allesamt tragen sie diese Schwere in sich, die RY X dieses magische Gefühl von Verletzlichkeit und Sensibilität verleiht. Dabei kann RY X auch deutlich größer klingen, hört man sich nur seine Kollaboration mit Frank Wiedemann und dem Projekt Howling an, das mit großen, sphärischen Elektrosound dahin wabert. Auf RY X‘ neuer Single Bad Love ist davon nichts zu hören. Viel mehr klingt der Song mit seinen tiefen Bässen und dem tropfenden Sound nach einem gebrochenen Menschen, der versucht das Licht am Ende des Tunnels zu erreichen. Dass RY X damit so unglaublich berührt, ist der Reichhaltigkeit der Produktion zu verdanken. Noch ist kein neues Album angekündigt, doch deuten die regelmäßigen Veröffentlichungen neuer Songs darauf hin, dass es bald wieder für einen Langspieler reichen könnte. Bis dahin hören wir Bad Love in Dauerschleife.

RY X – Von der Liebe und Sinnlichkeit

RY X – Beacon

Er macht stetig weiter. Der australische Sänger Ry Cuming alias RY X, der zwischenzeitlich in Berlin lebte und mittlerweile überall zu Hause zu sein scheint, kann nicht stillstehen. Da ist das Projekt Howling mit Frank Wiedemann vom Deep-House Duo Âme, mit dem er sphärischen Elektro produziert. Immer wieder arbeitet X auch mit anderen Künstlern zusammen und sorgt für einen stetigen Songoutput. Als Solokünstler RY X hat er allerdings die größte Aufmerksamkeit bisher erhalten und ist mit seinem Song Berlin 2013 sogar in die Französischen, Deutschen und Englischen Charts eingestiegen. Mit einzelnen Songveröffentlichtungen treibt X so immer wieder seine Diskografie voran und bleibt auf konstant hohem Niveau. Nun hat X mit Beacon einen neuen Song veröffentlicht, der auf seinem 2016er Album Dawn zu finden ist. Genaugenommen ist Dawn sogar RY X‘ Debütalbum unter diesem Namen, hat er sein 2010 veröffentlichtes Album noch unter seinem Geburtsnamen Ry Cuming herausgebracht und gänzlich andere Musik gemacht. Mit Beacon setzt X einmal mehr seine intime, verletzliche und zutiefst melancholische Musik fort. Da erstrecken sich zwölf Textzeilen auf ganze 5:38 Minuten und lassen offen, ob hiermit eine vergangene Liebe oder ein aufblühendes Leben besungen wird und bleibt damit dem Hörer selbst überlassen. Am Ende steht ein durch Streicher, Schlagzeug und Klavier gehaltener Song, der verstörend sensibel, reich und warm an Emotionen ist. RY X‘ Musik filtert fast alles heraus und lässt den rohen Moment der Melancholie zurück und bleibt somit genau das übrig, was die Seele zu reinigen scheint.

The Best Of 2017 Vol.: 04

The Best Of 2017 Vol. 04

01. Calvin Harris feat. Frank Ocean & Migos – Slide

02. Moglii feat. Island Fox – Breath

03. The Coronas – We Couldn’t Fake It

04. Kasabian – You’re In Love With A Psycho

05. Glass Animals – Pork Soda

06. Gorillaz feat. D.R.A.M. – Andromeda

07. Howling – Phases

08. Lea Porcelain – Streets Of Philadelphia

09. Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

10. Ofenbach – Be Mine

11. Mahmut Orhan feat. Sena Sener – Feel

12. Feist – Pleasure

13. Marian Hill – Down

14. Coldplay – Hypnotised

15. Fleet Foxes – Third Of May/Ōdaigahara

16. Schwarz – Home

17. James Vincent McMorrow – One Thousand Times

18. Vaults – Hurricane

19. Anni – Feels So Easy To Be Loved (Acoustic Version)
Howling - Phases

Howling – Elektroperfektion

Es beginnt mit einem, immer wiederkehrendem, Echo. Nach anderthalb Minuten setzt ein ebenso wiederholender Gesang ein, um anschließend immer voluminöser zu werden und schließlich in Minute 2:05 zu einem monotonen Bassbeat zu mutieren und mit Gesang Ry X‘ einzusetzen. Somit sind die ersten zweieinhalb Minuten dramaturgisch so vielschichtig aufgebaut, dass man neugierig die noch folgenden sechs Minuten erwartet. Das alles produziert hat das britisch/deutsche Elektro-Duo Howling. Mittlerweile wohl dauerhaft in Berlin sesshaft geworden, haben sich Sänger Ry X und Frank Wiedemann nach längerer Zeit wieder zusammengetan und mit dem Song Phases einen opulenten achteinhalb Minuten Wegbegleiter geschaffen. Phases pendelt zwischen stumpfen Clubbass und sensiblen Ry X Timbre. Diese Mischung wirkt sphärisch und lässt alles vergessen – wenn man sich darauf einlässt. Somit ist der Weg für ein Nachfolger des Debütalbums Sacred Ground gemacht und lässt auf großes hoffen.