Freyr - I'm Sorry (EP)

Freyr – Deine Geschichten in seiner Musik

Es beginnt mit einem simplen Hi, wenn man auf auf die Seite des isländisch/schwedischen Sängers Freyr Flodgren geht. Ein Hi und einem tiefen, sympathischen Gesicht mit stahlblauen Augen. Unter diesem Hi fängt Flodgren an, seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die sich von seinem sechsten Lebensjahr an mit Musik beschäftigt. Vom Erlernen des ersten Musikinstrumentes – einer Flöte, über den Besuch der Umeå Music Classes, die als Schulform den normalen Schulbetrieb plus einem ausgeprägten musikalischen Gewicht besitzt. Hier lernen die Schülern vom Songwriting über das Spielen von Instrumenten, bis hin zum Vernetzung mit anderen Musikern alles, um sich kreativ komplett ausleben zu können. Flodgren lebte, bis zu seinem 16. Geburtstag, mit seinen Eltern in Umeå – einer Stadt im Norden Schwedens, in der es im Sommer nur dreieinhalb Stunden der Dämmerung verfällt und im Winter nur viereinhalb Stunden Sonnenlicht gibt.

Als sich seine Eltern entschieden, nach London zu ziehen, blieb Flodgren. Die Eltern vermieteten ihr Haus an ihren Sohn und weitere Studenten, aus dem schließlich ein Kollektiv entstand. Im Kopf einen Schritt weiterzugehen und das Elternhaus – mit all seinen Erinnerungen – nun mit anderen, jungen Menschen zu teilen, bedeutet auch viele der ganz persönlichen Erinnerungen mit Neuen vermischen zu sehen. Oftmals geht damit eine melancholisch, motivierende Stimmung einher, die sich nun in Flodgrens Debüt-EP I’m Sorry wiederfindet. So beschreibt Flodgren seine sanfte, warme und melancholische Musik mit den Worten Ich habe eine Leidenschaft für Musik die atmet – die unabhängig vom Genre ist – und bevorzuge akustische Musik, die von erfahrenen Musikern auf echten Instrumenten gespielt wird. Ich mag es, wenn meine Musik den Hörer nachhaltig beeinflusst und nicht nur ein Ohrwurm ist. Entweder indem man ein Gefühl für die Harmonien hervorruft, eine Atmosphäre mit den Texten schafft oder versucht, dem Publikum eine Reflexion über die Dinge zu vermitteln, die im Leben wichtig sind. Ich schreibe Musik für andere. Über seine Debüt-EP sagte er noch Musik soll einfach, unterhaltsam und zugänglich sein. Es geht nicht darum, einen Charakter zu spielen. Es geht darum, einfach nur man selbst zu sein und sich über seine Gefühle bewusst zu werden. Das versuche ich zu tun. Das gelingt dem Musiker so wunderbar, dass mit den ersten Harmonien der EP ein Gefühl, von Intimität, Gefühl und Wärme aufkommt, die einem sofort in eine Art sicheren Raum einschließt, aus dem Emotionen ungeniert erwachen können.

Es sind die verschiedenen Instrumente – im Zusammenspiel mit Flodgrens Stimme (die an Künstler, wie José González oder Ben Howard erinnert) – die den einzelnen Songs Over My HeadI’m SorryNeighbour Boy, Ride The Stream und I’m Here diese ganz besondere Stimmung verleihen. Irgendwo zwischen einer verletzten Seele – die selbst schon das dunkelste Licht gesehen hat – bis zu einem friedlich, harmonischen Lagerfeuer Moment, besitzt die EP eine großartige Weite an Emotionen und erzeugt ganz von selbst Geschichten, die unser ganz persönliches Leben bereits geschrieben hat und wir nun daraus erzählen können. Zurück auf Freyr Flodgrens Homepage – der seine Musik einfach unter dem Namen Freyr veröffentlicht – schauen uns diese blauen Augen und das warme Gesicht eindringlich an und bedeuten mit einem simplen Hi so viel mehr, als nur das Oberflächliche. Freyr macht Musik, die berührt und beruhigt und eine enorme Wärme schafft. Seine Debüt-EP I’m Sorry erscheint am 3. Juli.

Robin Schulz & Wes - Alane

Robin Schulz & Wes – Ein Sommerhit kehrt zurück

Es war der große Sommerhit 1997 in Frankreich – Wochen später belegte er schließlich auch in Deutschland und in ganz Europa die vordersten Chartränge und war über Monate hinweg der absolute Radiohit. Die Songzeilen Alanné mba yi woma wé. Ho tou sondé. Ho ma yé konnte jeder mitsingen, auch wenn einem die Bedeutung der Worte nicht geläufig war. Der aus Kamerun kommende Musiker Wes Madiko hatte mit seinem Hit Alane dafür gesorgt, dass Weltmusik plötzlich in halb Europa gespielt wurde. Dieses Genre, das sich nur schwer in eine Richtung einordnen lässt und im Falle von Wes mit dem französischen Produzenten Michel Sanchez einen Sound erhielt, der sich deutlicher am europäischen Musikmarkt orientierte, führte zu unzähligen Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen und sagenhaften 40 Wochen in den deutschen Singlecharts. Mit Walenga wurde schließlich auch ein Album veröffentlicht, welches allerdings nicht an den Erfolg der Single anknüpfen konnte, sich dennoch aber in Frankreich, Portugal, Österreich und den Niederlanden in den Top-10 platzieren konnte. Alane sollte Madikos einziger Hit bleiben und bedeutete für den Sänger einen Platz unter den One-Hit-Wondern einzunehmen. Was über Jahre hinweg blieb – war das unvergessene Gefühl von Sommer, Ferne und einem unglaublich sympathischen Sänger, der mit einem Musikvideo voller akrobatischer Bewegungen begeisterte – legendär ist hier die Bauchwelle, die auch auf den Bühnen von The Dome oder Top Of The Pops performed wurde. Nun ist Madiko – 23 Jahre nach seinem großen Hit – wieder in einem Musikvideo zu sehen und singt dabei die gleichen Textzeilen, wie einst bei seinem großen Erfolg. Denn heute hat der Osnabrücker DJ Robin Schulz eine Version des Hits Alane veröffentlicht, die sich stark am Original orientiert und das Gefühl vom Sommer 1997 zurückbringt. Dabei kommt gleich in den ersten Momenten ein unglaubliches Gefühl von Freude auf und bringt den Hörer durch den Gesang Madikos sofort wieder zurück in die 90er Jahre – sofern man bereits zum Original getanzt hatte. Mit modernen EDM-Elementen – und einem ebenfalls choreografisch am Original erinnernden Musikvideo – kehrt auch Madiko im Musikvideo zurück in die Öffentlichkeit und lässt uns eine gute Zeit haben. Mit einer gehörigen Portion Airplay und dem prominenten Namen von Robin Schulz könnte es Alane so – satte 23 Jahre später – abermals zum Sommerhit schaffen. Zu gönnen wäre es Madiko mit seinem zeitlosen Song auf jeden Fall.

Alex The Astronaut - Banksia

Alex The Astronaut – Im Banksia-Blütenregen auf dem Friedhof

In etwas mehr als zwei Monaten ist es endlich soweit und wir können das Debütalbum der großartigen Singer/Songwriterin Alex The Astronaut in unseren Händen halten. Mit ihrer ganz eigenen und direkten Art über Themen zu singen, die uns alle das ein oder andere Mal im Leben begegnen könnten, hat sie sich über die vergangenen Jahre direkt in unser Herz gesungen. Dabei kommen Themen, wie Homophobie (Not Worth Hiding), häusliche Gewalt (I Like To Dance), Wertschätzung (I Think You’re Great) oder der Wunsch unlösbare Probleme zu lösen (Lost) hervor und zeigen, dass Alexandra Lynn kein Blatt vor den Mund nimmt. Gleichzeitig hat die Australierin eine so sympathische Art sich mitzuteilen und ihre Songs zu vertonen, dass man immer denkt, man habe den besten Kumpel neben sich sitzend. Nun hat sich Alex im Zuge der bevorstehenden Albumveröffentlichung von The Theory of Absolutely Nothing am 21. August mit einer weiteren Singleauskopplung zurückgemeldet und überrascht mit der schwelgerischen Popballade Banksia, die gleichwohl hymnisch, melancholisch und energisch klingt. Hierbei verabschiedet sie sich von einem Freund und scheint auf den Moment der Beerdigung anzuspielen, bei der sie vom Blütenregen des Silberbaumgewächses Banksia umhüllt wurde. Bereits nach dieser Information sprudeln einem die Bilder wieder nur so durch den Kopf und bilden eine lebhafte Szenerie. Dass sich Alex in ihrem letzten offiziellen Musikvideo zu Lost mit komplett abrasierten Haaren zeigte, schockte im ersten Moment. Nun können wir aber gespannt sein, wie sie sich im kommenden Video präsentiert und werden spätestens bei der Albumveröffentlichung sehen, wie sehr sich diese Veränderung auch auf das Album ausgewirkt hat. Mit Banksia hat uns Alex The Astronaut auf jeden Fall einen neuen Song beschert, der dazu einlädt, sich auch mal an die Schulter eines guten Freundes zu lehnen und darüber zu sinnieren, wie großartig und wichtig eine echte Freundschaft ist und wie tiefgreifend ein solcher Verlust sein kann. Alex The Astronaut lässt uns auf Banksia genau daran teilhaben und erreicht uns einmal mehr direkt.

Two Year Vacation - Never Been To Paris

Two Year Vacation – Reisen in Zeiten der Pandemie

Wie gehen wir eigentlich in der momentanen Zeit mit unserem Fernweh um?! Die einen versinken wahrscheinlich im Selbstmitleid um unzählige verpasste Chancen, die Welt zu entdecken. Die anderen machen daraus Musik – wie wir es gerade bei dem schwedischen Quartett Two Year Vacation sehen können. Denn mit ihrer neuen Single Never Been To Paris haben die Göteborger eine so sympathische Nicht-reisen-können-Hymne veröffentlicht, dass man schon fast wieder Reiselust bekommt. Bereits mit ihrer Single I Forgot Your Name (But I Like You) aus dem Frühjahr 2019 stellte klar, dass Two Year Vacation mehr für die gute Laune zu haben sind, als melancholische Melodien. Und selbst, wenn sie, wie bei Never Been In Paris über die begrenzten Möglichkeiten zu Reisen singen, klingt es immer so, als würden sie dabei ein Lächeln auf den Lippen haben. Mit großartigm Indiesound und dem verschmitzten Gesang Anton Tuvessons klingt Never Been In Paris nach so viel Spaß, dass man sich fast selbst in Paris wiederfindet. Hinzu kommt das amüsante Musikvideo, bei dem sich die Band – dank eines Greenscreen-Studios – nach Paris projektieren und einen auf Franzosen machen. Locker, selbstironisch und mit einer gehörigen Portion Humor singen sich Two Year Vacation mit jedem neuen Song weiter in die Herzen aller Indieliebaber und lassen die Vorfreude auf ihre – am 12 Juni erscheinende – EP Bedroom Rock damit steigen.

Alex The Astronaut - Lost

Alex The Astronaut – Es ist soweit!

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der wir uns Song um Song nach einem Debütalbum von der australischen Singer/Songwriterin Alex The Astronaut gesehnt haben, ist nun endlich die Ankündigung erfolgt, dass mit The Theory Of Absolutely Nothing am 21. August das Debütalbum der sympathischen Sängerin erscheinen wird. In der Vergangenheit hatte sie bereits mit den beiden EPs See You Soon und To Whom It May Concern (beide 2017) und dem 2019er Livealbum The Space Tour Live (At Your Place) für einen ordentlichen Output gesorgt. Auf ihrem Konzert im Berliner Lido gab es dann auch eine wunderbare Performance, die so sehr zeigte, wie viel Herzblut die Sängerin in ihre Musik legt. So sind die Songs kompromisslos direkt und klingen fast, als würde die 25-Jährige einem gegenüber stehen. The Theory Of Absolutely Nothing wird dabei nicht nur neue Songs beinhalten, sondern auch als Wiedersehen alter Bekannter dienen. Denn hier werden die Songs Happy SongI Like To DanceSplit The Sky und I Think You’re Great enthalten sein und somit die Vorfreude auf eine gesammelte Kollektion dieser Tracks steigern. Mit Lost ist dabei nun die erste offizielle Leadsingle des Albums veröffentlicht worden und zeigt wieder einmal, was wir alle so sehr an Alexandra Lynn lieben. Mit ihren direkten Texten zeigt sie bei Lost, was sie umtreibt. Denn hier singt Alex The Astronaut davon, einen Weg zu finden, um all die Probleme zu lösen, die man sieht und dabei feststellen muss, dass es schlicht nicht möglich ist, alles zum Guten zu wenden. Es geht darum, auch mal einen Schritt ins Ungewisse zu wagen, um sich selbst herauszufordern und den Drang nach Sicherheit auch einmal abzulegen. Dabei klingt Alex The Astronaut mit ihrer Gitarre und den eingängigen Drums nach einem Teenage-Song der 90er Jahre. Bis zum 21. August sind es noch mehr als drei Monate, in denen wir uns darauf vorbereiten können, womöglich sogar noch eine weitere Auskopplung zu hören, bevor wir alle final den ersten Longplayer des sympathischen Ausnahmetalents in den Händen halten können.

MIA. - No Bad Days

MIA. – Es lohnt sich Fan zu sein

In genau einer Woche steht das neue MIA.-Album Limbo – mit den Singles Limbo und KopfÜber – überall in den Regalen. Doch obwohl die Möglichkeit, das Album tatsächlich auch physisch zu erhalten, momentan so gut wie nicht vorhanden ist, gibt es einige Ausnahmen um an die CD zu kommen. Natürlich ist das mittlerweile siebte Studioalbum digital über alle Kanäle zu erhalten – ob als Download, im Stream oder eben doch physisch über die Onlineseiten vom eigenen Shop über Amazon, JPC, Saturn/Media Markt und Ähnlichen – an Möglichkeiten mangelt es nicht. Dass es in diesen Zeiten darauf ankommt unsere Kultur am Leben zu halten – obwohl den Künstlern mit den verschobenen oder abgesagten Konzerten eine enorme Einnahmequelle verloren geht – wird vielen immer bewusster. Und so können wir die Bands unterstützen, indem wir ihre Musik hören, sie kaufen und im Bestfall natürlich selber – durch den Erwerb einer physischen CD – etwas am Ende in den Händen halten. Dass es auf die Verbindung zwischen Künstlern und Fans ankommt, zeigen MIA. nun mit ihrer neuen Singleveröffentlichung No Bad Days. Hier schenken sie nicht nur einem ihrer größten Fans einen Song, sondern zeigen gleichzeitig auch, wie sehr die Fans die Band zu Songs inspirieren können und am Ende sogar als Single veröffentlicht wird. Auf No Bad Days begleiten wir MIA. durch den Tag, an dem die Berlinerin Marie – MIA.-Fan mit Leib und Seele – von der Band überrascht wird und daraus ein Musikvideo dreht. Dabei kommt sowohl die Band, als auch Marie unglaublich sympathisch rüber. Mit gewohntem Pop/Rock, der sogar ein wenig an das Debütalbum Hieb & Stichfest erinnert, singt Mieze eine Hymne auf eine positive Grundeinstellung und dem Willen, sich durch alles durchzuboxen und das Positive zu sehen. Genau dieses Gefühl kennen und lieben wir von der Band und wird auch diese Zeit überwinden. Durch laute Gitarren und präsentem Schlagzeug lassen MIA., so – im Wohnzimmer von Marie – die Katze aus dem Sack. Mit dem neuen Album im Gepäck, geht es dann hoffentlich im Herbst auf Tour. Wir holen uns aber ab kommenden Freitag das Album nach Hause – egal ob auf digitalem Weg oder durch die physische CD. MIA rocken halt.

Alex The Astronaut - I Think You're Great

Alex The Astronaut – 4 Jahre volles Programm

Wenn man als junge Frau von Australien nach New York zieht und plötzlich die Welt Kopf steht, dann ist man im Leben von Alexandra Lynn angekommen. Denn seit gut vier Jahren spielt sie sich unter dem Namen Alex The Astronaut durch die Welt und besticht mit einem herrlich direkten und unglaublich ehrlichen Klang. Meist ist es nur ihre Gitarre und der Sprechgesang, den die 24-jährige Sängerin auf ihren Songs vereint, doch sind es vielmehr die Texte, die Alex The Astronaut so herausragend sein lassen. Und das, obwohl sie in New York noch ernste Zweifel an der Qualität Dieser hatte. Vier Jahre später kann sie auf Spins von Elton John in seiner Beats 1 Show, auf die inoffizielle Hymne der australischen Kampagne zu den Wahlen zur Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe, auf unzählige Konzerte weltweit sowie auf zwei EPs zurückblicken. Was fehlt – ist ein Debütalbum. Denn Alex The Astronaut veröffentlicht weiter unablässig Songs und hat so mit ihrem 2019er I Like To Dance wieder mit Relevanz und imposanter Leichtigkeit überzeugt – ging es hierbei doch um das Thema häusliche Gewalt. Nun ist die Musikerin mit I Think You’re Great zurück und singt damit ein Loblied auf die Freundschaft und das Sorgen und Pflegen eben dieser. Alex The Astronaut möchte die Menschen motivieren, sich nicht in ihrem stillen Kämmerchen zu verstecken und zu versuchen, alleine mit den Problemen klarzukommen, sondern vielmehr dazu aufmuntern, sich Freunden anzuvertrauen. Dabei klingt die Australierin wieder einmal mit ihrer Gitarre, einem eingängigen Schlagzeug und ihrem wunderbar, direkten Gesang so überzeugend und sympathisch, dass die eh schon überbordernde Schwärmerei immer mehr zu einer dauerhaften Liebe zu ihrer wird. Alex The Astronaut ist direkt, roh, singt, was sie bewegt und bleibt dabei immer unglaublich sympathisch. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass es irgendwann auch zu einem Debütalbum kommt.

Das Moped – Chaostheorie als Genre

Im Mai 2019 hatten Das Moped mit der Single Wenn Du Ehrlich Bist eine wahre Perle veröffentlicht. Der Sound, der so sehnsüchtig klang und eine pure Reminiszenz an unsere Jugendhelden von ECHT war, schaffte es auf direktem Weg in unser Herz. Nun haben Das Moped mit Niemand Sonst eine neue Single und gleichnamige EP veröffentlicht und kündigen für Sommer 2020 sogar ein Debütalbum an. Zuvor gehen sie aber bereits ab dieser Woche auf eine ausgedehnte Tour und supporten Wanda auf ihren Deutschlandkonzerten. Mit der Single Niemand Sonst haben Martin Brunner (Gesang und Synthies), Augustin Zimmer (Gesang und Gitarre) und Ali Baltz (Bass) – die Das Moped verkörpern – eine so offensichtlich popverliebte Hymne über den Try-and-Fail Moment geschrieben, dass man sich sofort auf einem Abschlussball in die Turnhalle unter die Diskokugel stellen möchte und davon träumt, Derjenige zu sein, der all die coolen Tanzmoves beherrscht und damit den Schwarm der ganzen Schule begeistern kann. Niemand Sonst ist Retropop, der den Vibe der 80er-Jahre vor sich hertreibt und dabei so ansteckend ist, wie der Ohrwurm von Joachim Witts Goldener Reiter. Mit der Kopfstimme Augustins, und dem unglaublich sympathisch, schrägen und chaotischen Musikvideo ist Niemand Sonst ein wahre Perle des Pops und begeistert uns mit seinem leichten, luftigen Sound.

Celeste - Stop This Flame

Celeste – Vom versehentlichen schreiben eines Hits

Celeste Epiphany Waite ist 25 Jahre alt und hat eine musikalische Entwicklung hinter sich, die sich so natürlich, wie sympathisch ließt. Aufgewachsen in der Nähe von Brighton in Südengland entdeckte sie mit zehn Jahren, dass sie für Musik brennt. Mit den Einflüssen aus ihrem Elternhaus, die aus Soulgrößen, wie Aretha Franklin und Ella Fitzgerald bestanden, entdeckte sie schnell die Liebe zu dieser Musik. Schließlich schrieb sie mit 16 Jahren „aus Versehen“ – wie sie sie sagt – den Song Sirens und stellte ihn auf Youtube. Dieser weckte erst die Aufmerksamkeit eines Managers  beim Plattenlabel von Lily Allens und später auch die Michael Kiwanukas. Mittlerweile bei Polydor unter Vertrag, hat sie in den letzten beiden Jahren mit ihren EP’s The Milk & The Honey (2017) und Lately (2018) für ordentlich Furore gesorgt. Dabei mischt die Sängerin Soul und R&B mit einer Prise Blues und sorgt mit ihrer stimmlichen Range für eine Weite im Refrain, der allumfassend klingt und an die ganz Großen im Soul anknüpft. Auf ihrer aktuellen Single Stop This Flame verbindet sie diesen Gesang mit einem treibenden Pianospiel und tanzbaren Beats. Dabei schafft es Celeste den Hörer in eine Art Aufbruch zu versetzen und sich stark zu fühlen. Stop This Flame wird auf ihrem Debütalbum Celeste sein, welches am 4. September 2020 veröffentlicht wird. Nimmt Celeste weiterhin an Fahrt auf, werden die BBC und der NME recht behalten, als die die Sängerin 2019 als eine der Künstlerinnen betitelte, die es 2020 schaffen würden, ihren Durchbruch zu feiern.

Meadows - Empty Windows

Meadows – Sanft, wie eine Gutenachtgeschichte

Am Anfang steht ein warmes Gitarrenspiel. Schließlich kommt eine ebenso warme Stimme hinzu, welche die Worte so beruhigend singt, dass man in jedem Wort das warme Feuer eines Kamins knistern hören kann. Hinter einem so imposanten Song verbirgt sich der Künstler Meadows, der bürgerlich Christoffer Wadensten heißt und aus der schwedischen Provinz kommt. Ob der Provinz scheint es gleichzeitig so reichhaltig an Eindrücken, die Emotionen auslösen, zu sein, dass Meadows hiermit besonders auffällt. Mit seiner tiefen Stimme, die an den wunderbaren Ben Hamilton erinnert, singt sich Meadows durch so wunderschöne Textzeilen, wie I know you never lie but this whole you and I. Who thought that this would fly? I turn my eyes down low and I see the stars below. I know I have to go. And break through the glass of empty windows. Hierbei ist es fast so, als würde er uns eine Gutenachtgeschichte erzählen, während uns – von der Wärme des Kamins – die Schläfrigkeit überkommt. Geprägt vom Lyriker Frank O’Hara, der die wunderbare Fähigkeit hatte, Gefühlszustände – die in Notfällen aufkommen – einzufangen, hat sich Meadows durch das neue Album The Emergency Album gearbeitet. Herausgekommen ist mit den ersten Veröffentlichungen Emergency Song und Empty Windows eine sympathisch heimelige Stimmung, die sich so vertraut und geborgen anfühlt, dass wir uns gar nicht die Frage stellen, dass dieser Musiker noch größtenteils unbekannt ist. Meadows schafft es mit seinen Songs eine Wärme um uns herum zu legen, die sich förmlich an uns anzuschmiegen scheint. Für alle, die diese Kaminfeuerakustik auch einmal live sehen wollen, gibt es ab Mitte Mai auf 13 Konzerte in Deutschland Gelegenheit dazu. Für alle anderen gibt es ab dem 27. März das Album The Emergency Album zu kaufen.