Lana Del Rey - Chemtrails Over The Country Club (Single)

Lana Del Rey – Bleibt mit neuer Single standhaft

Lana Del Rey hatte in den vergangenen Jahren zunehmend mit kritischen Publikum bzw. Fans zu tun, die ihr Handeln bis ins kleinste Detail beobachteten. War es 2018 ein umstrittener Auftritt auf dem Meteor Festival in Israel, den sie kurz vorher absagte oder der immer öfter aufkommende Shitstorm bezüglich ihrer Social-Media-Präsenz. Hier wird der New Yorker Singer/Songwriterin zunehmend vorgeworfen, die People Of Color oder Women of Color für ihre Zwecke zu nutzen. Nun hat Del Rey, im Zuge der Ankündigung ihres neuen Studioalbums Chemtrails Over The Country Club Klartext gesprochen und alle Hater in ihre Schranken gewiesen. Dabei zeigt Del Rey auf dem Cover des kommenden Albums, wie sie mit ihren Freundinnen – bei denen es sich tatsächlich um private Freundschaften der Sängerin handelt – um einen Tisch versammelt steht, fröhlich in die Kamera lacht und ein Abbild verschiedenster Herkünfte zeigt. Dazu schreibt Del Rey, dass sie schon immer inklusiv war und seit jeher mit Menschen aller Nationen und Hautfarben zusammenlebt und -arbeitet und die Kritik daher aufhören soll.

Lana Del Rey - Chemtrails Over The Country Club (Album)
Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club (Album)

Auf ihrem neuen Album, für das bereits im Oktober letzten Jahres mit Let Me Love You Like A Woman die erste Single veröffentlicht wurde, zeigt sich die Sängerin nun mit der neuen Singleauskopplung etwas verspielter. Denn hier sehen wir im Musikvideo zum Titelsong des Albums Chemtrails Over The Country Club, wie die Sängerin die guten alten Zeiten der Vereinigten Staaten von Amerika beschwört. Mit viel Glamour und einer gehörigen Portion Nostalgie hat Del Rey einen amüsanten Twist in das Musikvideo eingebaut. Zur Mitte des Videos, wird der Kurzfilm äußerst unterhaltsam und zeigt Del Rey einmal mehr in ihrem Element. Dabei überrascht Del Rey erneut mit einem Album, welches nur anderthalb Jahre nach Norman Fucking Rockwell! erscheint und ihre starken Texte präsentiert. Lana Del Rey ist eine Künstlerin, die sich nicht vergleichen lässt, schafft eine Welt, in der kein Platz für Hatespeech und Exklusion ist und wird auch mit ihrem siebten (!!) Album innerhalb von zehn Jahren überzeugen.

Sia - Hey Boy

Sia – Kehrt zu ihren Ursprüngen zurück

Zusammen mit dem französischen Star-DJ David Guetta hatte die australische Sängerin Sia Anfang der 2010er Jahre ihren internationalen Durchbruch gefeiert. Mit Songs, wie Titanium, She Wolf (Falling In Pieces), Wild One Two, Bang My Head oder Flames schaffte es die eigenwillige Sängerin an die Spitze der Charts weltweit. Dabei geht fast unter, dass die Singer/Songwriterin auch mit Acts, wie Kendrick Lamar, Sean Paul, The Weeknd, Flo Rida, Giorgio Moroder oder Zayn zusammengearbeitet hat. Zumeist eint alle Songs ein elektropoppiger Beat, der durch seine Eingängigkeit direkt ins Ohr geht. Dass dieser Weg eine lange Vorgeschichte hat, zeigt sich erst, wenn man sich die Diskografie der Sängerin anschaut. Denn bereits vor 23 Jahren veröffentlichte Sia Kate Isobelle Furler – wie Sia vollständig heißt – mit OnlySee (1997) – ihr Debütalbum. Nach einem 2-Step orientierten zweiten Album Healing Is Difficult (2001) folgte mit Colour The Small One (2004) nicht nur das dritte Album, sondern auch ein Wechsel der Musikrichtung – hin zu Folk und Jazz, gepaart mit elektronischen Elementen. Auf diesem Album war auch die Single Breathe Me zu finden, die als musikalische Untermalung des Serienfinales der erfolgreichen HBO-Serie Six Feet Under für einen enormen Bekanntheitsschub sorgte und der Sängerin weltweite Chartplatzierungen einbrachte.

Sia
Sia

Mit dem Song Clap Your Hands – aus dem fünften Album We Are Born – kam schließlich eine unerwartet poppige Dance-Rock-Nummer raus, die nach vorne ging und für guter Laune sorgte. Nun knüpft Sia genau an diesen Sound an und hat mit Hey Boy einen Song veröffentlicht, der quietschiger und fröhlicher nicht klingen könnte. Mit gerade einmal zweieinhalb Minuten ist Hey Boy die dritte Singleauskopplung aus dem Soundtrack, des Films Music, der höchstwahrscheinlich Mitte Februar 2021 veröffentlicht wird. Hierbei ist Sia Furler nicht nur die Sängerin des Original Soundtracks, sondern gleichzeitig auch die Autorin und Regisseurin des kommenden Films mit Kate Hudson und Maddie Ziegler. Letztere hatte bereits durch die Tanzperformances in Sias Musikvideos zu Chandelier und Elastic Heart für Staunen gesorgt. Hey Boy ist eine großartige Popnummer, die mit Schalk und Spaß überzeugt und Sia nach langer Zeit nun erstmals wieder zurück zum catchigen Pop bringt, der sie einst einen Schritt weiter in Richtung Erfolg gebracht hat.

Sarah Walk - Another Me

Sarah Walk – Aus der Enge befreien

Es ist ein emotionaler Teil ihres Lebens, den die US-Amerikanische Singer/Songwriterin Sarah Walk mit Unravel veröffentlicht. Dreht sich in dem Song doch alles um die Absicht, selbst in der Hand zu haben, wie mit einem umgegangen wird. Mit Songzeilen, wie Nothing’s hurt me more than men that grew up with no consequences, why is it my job to fix this mess? You’re always ready to defend, you hear my concern as anger, and no-one wants an angry woman. [Nichts verletzt mich mehr, als zu sehen, dass es Männer gibt, die ohne Konsequenzen für ihr Handeln aufgewachsen sind. Warum ist es meine Aufgabe, dieses Chaos zu beheben? Du verteidigst dein Handeln immer sofort, hörst meine Besorgnis und Wut und weisst, niemand will eine wütende Frau erleben.].

Sarah Walk Credits: Voe Ray

Sarah Walk Credits: Voe Ray

Hier hat die Singer/Songwriterin mit Produzenten Leo Abrahams – der Alben für Regina Spektor, Brian Eno, Belle And Sebastian oder Pulp produziert hat – ein Album geschaffen, welches sich um das Thema der Emanzipation dreht. Dabei geht es nicht direkt um Bewegungen, wie #metoo, sondern viel mehr um die alltäglichen Momente, in denen sie als Frau so behandelt wurde, wie sie es keinem wünscht. Es geht darum, nein sagen zu können, sich Raum zu verschaffen, selbst aufzublühen und dies auf lange Sicht zu verteidigen. Mit Unravel hat Walk diese Gefühle sehr gut in Musik umgesetzt und zwischen feinen Momenten und einem aufbrausenden Mittelteil die Emanzipation herausgearbeitet, welche die Sängerin aus eigener Erfahrung beisteuern konnte. Unravel ist dabei die zweite Singleauskopplung aus ihrem neuen Album Another Me, welches am 28. August veröffentlichen wird. Walk selbst beschreibt die Songs auf dem Album als eine selbstreflektive Reise durch eine Zeit voller persönlicher Umbrüche. Marginalisierung, Überleben, Tod, Frauenfeindlichkeit und Verletzlichkeit, die auf der Suche nach sich selbst helfen, prägen und stärken. Mit diesen geballten Emotionen, die gleichzeitig so ruhig und stark von Walk präsentiert werden, dürfte ihr neues Album viele Möglichkeiten für uns bieten, zuzuhören.

Regard & RAYE - Secrets

Regard & RAYE – Hymnischer Sommerhit

Sie haben etwas ganz großes und einzigartiges geschaffen – mit diesen Worten haben DJ Regard und die britische Singer/Songwriterin Rachel Agatha Keen – alias RAYE – ihre Zusammenarbeit auf der neuen Veröffentlichung Secret kommentiert. Dabei ist Regard in den Charts mit seinem Hit Ride It weiterhin äußerst erfolgreich und hat in 24 Ländern eine Platzierung in den Top-10 der Singlecharts erreicht. Dass dieses Sample des 2008er Jay-Sean-Hits für den Kosovaren Dardan Aliu – der sich hinter Regard verbirgt – zum Erfolg wurde, hat der DJ einer kontinuierlichen Steigerung seiner Musik zu verdanken – denn immerhin veröffentlicht Regard bereits seit 2008 Songs. Zusammen mit der Sängerin RAYE hat er nun einen Song der Britin neu produziert und eine ganz eigene Version veröffentlicht, die ursprünglich als langsame R&B-Songs gedacht war. Dabei spielt RAYEs Background eine große Rolle. Denn besuchte die Londonerin die BRIT School of Music – und damit die selbe Schule, von der auch Adele, Amy Winehouse, Ella Eyre, FKA Twigs, Freya Ridings, Imogen Heap, Katie Melua oder Leona Lewis abgingen – brach sie das Studium ab, weil es sie – trotz der vielen erlernten Dinge – zu sehr einengte. 2014 veröffentlicht RAYE mit Welcome to the Winter schließlich ihre Debüt-EP und machte damit Years & Years-Frontsänger Olly Alexander auf sich aufmerksam, der sie bei dem Plattenlabel – bei der Alexanders Band unter Vertrag steht – empfahl. Seitdem ist sie bei Polydor unter Vertrag und hat einen immensen Einfluss auf die Musik der vergangenen vier Jahre genommen. Denn obwohl die Sängerin mit eigenen Veröffentlichungen, wie Decline (2017), Love Me Again (feat. Jess Glynne, 2019) oder Tequila (mit Jax Jones und Martin Solveig, 2020) oder durch Kollaborationen mit Jonas Blue (By Your Side, 2016), Jax Jones (You Don’t Know Me, 2016) und David Guetta (Stay (Don’t Go Away), 2019) immer erfolgreicher wurde, sind es vor allem Songs –  die sie in ihrer Funktion als Songwriterin geschrieben hat – für die sie bekannt ist. Denn neben den selbst veröffentlichten Songs, hat sie Songs für alle großen Stars, wie Blonde, Matoma, SG Lewis, Charli XCX, Jax Jones, Little Mix, Rita Ora, John Legend, Major Lazer, Ellie Goulding, David Guetta oder Beyoncé, geschrieben. Da ist es nicht verwunderlich, dass DJ Regard dann auch über das Multitalent schreibt, dass jeder einmal mit ihr zusammengearbeitet haben sollte. Auf Secrets hat Regard einen ganz ähnlichen Aufbau genutzt, wie es sein Hit Ride It schon besaß und überzeugt mit House, der sich durch melancholisch, hymnische Gesangparts zu einem großartigen hochsommerlichen Hit entwickelt. Mit 80er Jahre Synthies und einem klassischen Drop, funktioniert Secrets darüberhinaus auch im Club und könnte zu einem der ersten Hits werden, zu dem wir – bei der Rückkehr der Parties in die europäischen Clubs – tanzen werden.