The Best Of 2019 Vol. 07

The Best Of 2019 Vol.: 07

01. Go Go Berlin – Love Me

02. Foals – In Degrees

03. The Cranberries – The Pressure

04. Sultans Court – Haunted

05. Izzy Bizu – Lights On

06. Metronomy – Lately

07. Wanda – Ciao Baby

08. Blanks – Don’t Stop

09. Shura – Religion (You Can Lay Your Hands On Me)

10. SebastiAn feat. Gallant – Run For Me

11. Lana Del Rey – Doin‘ Time

12. SOMA – Slow

13. Crooked Colours feat. Ladyhawke – Never Dance Alone

14. Barrie – Darjeeling

15. Zala Kralj & Gašper Šantl – Sebi

16. Badger – Mirrors

17. A Choir Of Ghosts – Southwest Of The Moon

18. Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Go Slow

19. Kaiser Chiefs – Record Collection

20. The Bad Tones – Over Me

21. Lupid – Happy End

22. Lil Kleine & Ronnie Flex – Stoff & Schnaps
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Lana Del Rey - Doin' Time

Lana Del Rey – Sommerlich heißes Cover

Das Original ist 84 Jahre und irgendwie auch erst zwölf Jahre alt. Lana Del Rey hat mit ihrer Version des 2007er Sublime Songs Doin‘ Time/Summertime am vergangenen Donnerstag für einen wahren Freudentanz gesorgt. Dabei haben sich Sublime selbst, beim schreiben des Songs, bei George Gershwins Summertime aus der Oper Porgy And Bess bedient. Denn gleich zu Beginn nutzen Sublime die Textzeilen Summertime, and the livin‘ is easy und gehen in einem Trip-Hop- und Reggaelastigen Beat auf, der uns den Sommer bis in die Wohnung transportiert. Auch Lana Del Rey hat ihrer Version ganz viel sommerliche Vibes hinzugefügt und daraus einen poppig und klebrig-süßen aber typischen Del Rey Song produziert. Hinzu kommt ihre schmachtend schöne Soundästhetik und ein kleiner Hauch von Desinteresse, der auch Doin‘ Time wieder zu einem unverwechselbaren Del Rey Song macht. Ob Doin‘ Time auf ihrem, für Sommer 2019
angekündigten, sechsten Studioalbum Norman Fucking Rockwell enthalten sein wird, ist bisher noch offen. Doch auch als einzelner Ausflug ist Doin‘ Time ein wahrlich gelungener Sommersong.

Maya Lavelle - Dancing With A Bottle

Maya Lavelle – Musical trifft Pop

Die niederländische Sängerin Maya Lavelle ist weit mehr als nur eine Sängerin. Sie ist gleichzeitig Produzentin und Komponistin und hat ihren ganz eigenen Kopf. Das kann man auf ihrer aktuellen Single Dancing With A Bottle eindrucksvoll hören. Mit klassischen Elementen, wie einem dramatischen Klavierspiel, Violinen und ganz viel Eleganz klingt Dancing With A Bottle nach der musikalischen Untermalung eines 1920er Jahre Stummfilms, um gleichzeitig auch wie aus einem großartigen Musical zu kommen. Dabei bricht Lavelle innerhalb des Songs immer wieder mit den Tempi und wechselt wieder und wieder die Gesangsart – nur, um eine Exzentrik darzustellen, die ein eigenes Musical regelrecht voraussetzt. Auf Dancing With A Bottle besingt sie schließlich den Exzess. Einfach mal loszulassen und alle Hemmungen fallen zu lassen um der Langeweile zu entfliehen. Maya Lavelle ist mit diesem Musikstil alleine auf weiter Flur und dennoch erfolgreich im Mainstream unterwegs. An Künstlerinnen, wie Lana Del Rey, Caro Emerald oder Kate Bush erinnernd spielt Lavelle in ihrer ganz eigenen Genreblase und pumpt diese immer weiter auf – solange, bis ihr die Welt zu Füssen liegt. Und das dürfte nicht mehr all zu lange dauern – spätestens, wenn ihr Debütalbum Hobo im Juni erscheinen wird.

Maps – Die Klangwolke des James Kenneth Chapman

Als Maps 2007 mit We Can Create rauskam, gab es ein kleines Beben in den britischen Feuilletons. Hatte James Kenneth Chapman doch mit seinem Debütalbum als Maps für eine volle Platte Dreampop gesorgt, die es galt, aus den verstaubten Subgenre Shoegaze rauszuholen. Mit Künstlern wie M83, Beach House oder Lana Del Rey ist es Künstlern gelungen, in ihren ganz eigenen Feldern den Dreampop populär zu machen. Maps allerdings, war ein Wegbegleiter der Ausbreitung des neuen Dreampops in den 2000ern. Mit Lost My SoulDon’t FearIt Will Find You, You Don’t Know Her Name und To The Sky hatte Maps gleich fünf Songs als Single veröffentlicht und wurde sogar für das beste Album für einen Mercury Music Prize nominiert. Nun ist Chapman nach 6 Jahren der Stille mit der Single Just Reflecting zurück und begeistert mit einem großen Sound, wunderbaren Bildern und James Kenneth Chapmans Dabei klingt Just Reflecting fast schon nach einem Befreiungsschlag. Mit großer Instrumentierung und ausufernden Sounds ist Just Reflection damit presenter denn je und zeigt uns, wie groß Kenneth Chapman klingen kann.

The Best Of 2019 Vol.: 01

01. Postiljonen – Chasing Stars

02. Big Wild – Maker

03. Girl In Red – We Fell In Love In October

04. Someone – Pull It Together

05. CamelPhat feat. Christopher feat. Jem Cooke – Breathe

06. Moonlight Breakfast – Look Up

07. Friendly Fires – Heaven Let Me In

08. Calvin Harris feat. Sam Smith – Promises

09. Adelphi Music Factory – Javelin (Calling Out Your Name)

10. Fil Bo Riva – Go Rilla

11. Chaka Khan – Hello Happiness

12. KIAN – Waiting

13. Circa Waves – Movies

14. Lana Del Rey – Hope Is A Dangerous Thing For A Woman Like Me To Have – But I Have It

15. Rhys Lewis – Better Than Today

16. William Fitzsimmons – Wait For Me

17. David Gray – A Tight Ship

18. MJ Cole & Freya Ridings – Waking Up

19. Smith & Thell feat. Swedish Jam Factory – Forgive Me Friend

20. Róisín Murphy – Plaything

21. Justice vs. Simian – We Are Your Friends

 

Billie Eilish – Ein Traum von einem Song

Mit ihren Songs Bored und Lovely war die amerikanische Sängerin Billie Eilish bereits in den ersten beiden Staffeln des Netflix-Hits 13 Reasons Why – Tote Mädchen Lügen Nicht zu hören. Nun ist sie auch fernab des Supports durch Serien mit ihren Songs erfolgreich und ist dabei nicht einmal 18 Jahre alt. Dieser Tage ist es aber vor allem der Song When The Party’s Over der durch das Netz geistert. Ist er doch so fragil und emotional, dass man sich kaum das dazugehörige Musikvideo anschauen möchte. Hier sehen wir nämlich Eilish auf einem Stuhl sitzen und mit sich hadern, bis schließlich schwarze Tränen ihr Gesicht hinablaufen. Stimmlich und auch musikalisch erinnert When The Party’s Over dabei an Songs von Lana Del Rey und lässt ebenso Del Reys Melancholie aufleben. Für 2019 ist Eilishs Debütalbum angekündigt und lässt darauf hoffen, dass es noch weitere dieser Songs auf ihr erstes Album schaffen werden. Mit When The Party’s Over hat sie uns aber schon jetzt vollkommen in ihren Bann gezogen.

Lana Del Rey – Pianoballade mit verschachtelter Geschichte

Lana Del Rey hat es in den vergangenen acht Jahren zu einer Art Vamp im Musikbusiness geschafft – immer im Mainstream abspielend, hält sie den Eindruck einer Musikerin, die da nie rein gehört. Durch die nostalgisch und retro-wirkenden Produktionen und mit ihrem gemächlichen – fast schon lethargischen – Auftreten ist Lana Del Rey bis heute – trotz zurückgehender Verkaufszahlen eine der ganz großen Musikerinnen unserer Zeit. Mit ihrer neuen Single Hope Is a Dangerous Thing for a Woman like Me to Have – but I Have It könnte sie nicht nur Anwärterin auf den längsten Songtitel der Geschichte werden, sondern gibt uns gleich auch einen Vorgeschmack auf ihr neues, Ende März erscheinendes, sechstes Studioalbum Norman Fucking Rockwell. Zugleich ist Hope is a Dangerous Thing… eine ungewohnte stripped-down Ballade, die nur mit einem Klavier und Del Reys Stimme auskommt. Kennt man Balladen von ihr doch sonst vorrangig mit theatralisch, untersetzten Soundbetten, ist auf Hope is a Dangerous Thing… alles noch ein wenig reduzierter. Genau das übt den Reiz aus, Del Reys Musik zu lauschen und sich in ihr regelrecht zu verlieren. So schafft sie es immer wieder, den Hörer aus der hektischen Welt zu entführen und zu sich selbst zu bringen – und das im Mainstream, ganz ohne Mainstream zu sein.

The Best Of 2018 – Vol.: 09

01. Fickle Friends – The Moment

02. Fred Well – Inferno

03. Querbeat – Freaks

04. Kiesza & Chris Malinchak – Weird Kid

05. KLAN – Mama

06. Haiku Hands & True Vibration – Squat

07. Maribou State feat. Holly Walker – Nervous Tic

08. KYTES – Remedy

09. Mumford & Sons – If I Say

10. The Japanese House – Lilo

11. Yaeji – One More

12. Sam Fender – Dead Boys

13. Martin Baltser – Call Me Wild

14. Human Touch – Promise Not To Fall

15. Still Corners – The Trip

16. RY X – Untold

17. The Ting Tings – Estranged

18. NEØV – Elysion

19. SOAK – Everybody Loves You

20. Cat Power feat. Lana Del Rey – Woman

21. Razorlight – Got To Let The Good Times Back Into Your Life

Cat Power – Begeistert nach sechs Jahren Stille

Neun Alben hat die Amerikanerin Cat Power bereits veröffentlicht. War ihr Veröffentlichungrhythmus dabei stets zwischen einem und drei Jahren pro Album angesetzt, hatte sie bei Ihrem 2012er Album Sun bereits vier Jahre gebraucht, um dieses der Welt zu übergeben. Nun schreiben wir Herbst 2018 und somit sind satte sechs Jahre vergangen, seitdem ihr letztes Album veröffentlicht wurde. Damit ist es nun vorbei – für diesen Freitag hat Cat Power ihr zehntes Studioalbum Woman angekündigt und findet darauf zu alter Stärke zurück. Sie sei erwachsen geworden, hört man hier und da. Und tatsächlich behandelt Cat Power auf Woman Themen, die von Emanzipation, Realismus und Reflektion handeln. Dabei wurde ihr in den vergangenen Jahren von Plattenbossen nahegelegt, doch endlich auch mal so zu klingen, wie die großen Popstars. Dass dies nicht zu der Amerikanerin passt, wurde hierbei gänzlich ignoriert. Nun hat Cat Power mit dem Titelsong Woman ein Duett mit Lana Del Rey veröffentlicht, das so weich und ausgeglichen klingt, dass man sich fast hineinlegen möchte, in dieses Klangbett aus warmen Sound. Lana Del Rey unterstützt hierbei mehr, als im Vordergrund zu singen. Choral kommt Woman nicht daher, allerdings singen sich beide im Verlauf durch den Refrain, obgleich sie in den Versen in eine Art Frage-Antwort Gesang verfallen. Cat Power hat mit Woman wunderbaren Folkrock produziert, der ihre eigene Identität behält und dennoch überrascht.

Kovacs – Mit mehr Groove durch das zweite Album

Mit ihrem Debütalbum Shades Of Black gelang es der niederländischen Sängerin Kovacs 2014 direkt auf Platz 1 der niederländischen und Platz 8 der deutschen Albumcharts einzusteigen. Ihre Mischung aus rauchig, kratziger Stimme, dem Auftreten einer zierlichen Frau und dem James Bond’schen Klang der Singles My Love und 50 Shades Of Black brachte ihr vor vier Jahren von Berlin bis Amsterdam viel Aufmerksamkeit ein. Ihr zweites Album jedoch ließ länger auf sich warten als geplant. Hatte sie das Debütalbum mit dem Produzenten Oscar Holleman realisiert – der sich für Produktionen für Within Temptation, Ayreon und Krezip verantwortlich zeichnet – zog der sich mitten im Prozess des zweiten Albums plötzlich zurück und nahm die Band, die Kovacs seit dem Debüt begleitete mit. Mit diesem Gefühl, wieder komplett alleine dazustehen und von vorne beginnen zu müssen, wandte sich Kovacs an den britischen Produzenten Liam Howe, der nicht nur bereits mit Adele, Lana Del Rey und FKA Twigs zusammengearbeitete hat, sondern Kovacs auch die Freiheit gab, sich wieder selbst zu finden, um den Sound zu realisieren, den sie nun auf ihrer neuen Single Black Spider präsentiert. Dabei ist das Gefühl, einen James Bond-Soundtrack zu hören verschwunden – hin zu einem deutlich poppigeren und groovigeren Sound, der sich unweigerlich im Körper festsetzt. Schneller und mit vielen peripheren Instrumenten, wie Saxophon, Trompeten und Geigen klingt Black Spider ungewöhnlich offen und befreiend. Kovacs scheint sich in ihrem neuen Sound wohlzufühlen und begeistert mit sehr viel Frische.