Blu DeTiger - Cotton Candy Lemonade

Blu DeTiger – Irgendwo ist immer Sommer

Wer kommt denn da – mitten im Herbst – plötzlich mit einem der feinsten Sommerhits um die Ecke?! Man möchte der New Yorkerin Blu DeTiger fast unterstellen, die großartigsten Songs in der falschen Jahreszeit zu veröffentlichen – oder ist es gar Kalkül?! Denn so fallen ihre Songs zumindest mehr auf. Bereits im Januar 2019 veröffentlichte die 21-jährige Sängerin mit dem Überhit In My Head eine wahre Bassbombe. So energiegeladen und flippig kam schon lange kein Song mehr daher. Dabei blieb das Multitalent bisher zumeist nur dem Umkreis der Millionenmetropole vergönnt. Dass die Multiinstrumentalistin, Sängerin, Songwriterin, Produzentin, DJane und Bass Virtuosin nun aber auch international durch die Decke geht, ist zum einen der Plattform TikTok zu verdanken und zum anderen der Art, wie DeTiger ihren Bass spielt. Denn auch auf ihrer vor einem Jahr veröffentlichten Single Tangerine ist dem Bass alles untergeordnet. Mit unkonventionellen Wandlungen im Beat lässt uns DeTiger nicht zur Ruhe kommen und schafft Energie, wo vorher ein leerer Raum war.

Blu DeTiger
Blu DeTiger

Nun hat die US-Amerikanische Sängerin mit Cotton Candy Lemonade einen neuen Song veröffentlicht, an dem sie während der Lockdown-Phase gearbeitet hatte. Überraschend hierbei ist, dass sich der Sound signifikant verändert hat. Hier steht nicht mehr ausschließlich der Bass im Vordergrund und ordnet sich alles dem Beat unter, sondern wird der Song vielmehr durch ein elegantes Bassspiel dominiert. Langsam, verträumt und immer ein wenig desinteressiert singt sich DeTiger durch ihren neuen Song und erinnert dabei an eine Mischung aus Tash Sultana, Lana Del Rey und HONNE. Mit dieser langsamen und relaxten Art der Arrangements und Harmonien holt uns DeTiger für einen Moment lang den Sommer zurück in den tristen Herbst und vermittelt das Gefühl eine warmen Sommerbrisen auf unserer Haut zu spüren. Für knapp zweieinhalb Minuten holt uns die Sängerin damit aus unserem Alltag und gibt uns noch die Info mit auf den Weg, dass Anfang 2021 mit ihrer Debüt-EP zu rechnen sei. Doch bis dahin werden wir mit Sicherheit noch ein paar Mal die warme Sommerbrise über unsere Haut wehen lassen.

Miley Cyrus - Midnight Sky

Miley Cyrus – Flashback in die 80er

Sie ist eine der schillerndsten Acts, den wir im aktuellen Popbusiness weltweit finden können. Dabei gleichzeitig erfolgreich und kontrovers zu sein, gilt für Miley Cyrus als gesetzt. War sie mit ihrer Figur Hannah Montana schon früh erfolgreich, mochte die Tochter der US-Amerikanischen Country-Legende Billy Ray Cyrus ebenso früh ausbrechen. Nach unglaublich erfolgreichen Veröffentlichungen rund um die Hannah Montana Zeit, folgte 2013 der internationale Durchbruch mit dem Album Bangerz und den Singles We Can’t Stop und Wrecking Ball – bei dem sie nackt auf einer Abrissbirne posierte. Es folgten zwei weitere Albumveröffentlichungen und ein Mitwirken in der Netflix-Serie Black Mirror, in der sie den Star Ashley O spielte. Nun ist Cyrus mit ihrer neuen Single Midnight Sky zurück und beantsprucht die 80er Jahre für sich. Konnten wir gestern noch vom New Yorker GASHI hören, wie dies klingen kann, konzentriert sich Cyrus auf das Gesamtbild. Mit blondierter Vokuhila-Mähne, ganz viel Glitzer und übergroßen Jackets setzt Cyrus den Fokus nicht nur auf das Hörbare, sondern vielmehr auch auf ihr Auftreten und erinnert dabei an die Dance-Ikone Róisín Murphy.

Miley Cyrus - Midnight Sky (Musikvideo)

Miley Cyrus – Midnight Sky (Musikvideo)

Natürlich ist aber auch musikalisch alles, bis ins kleinste Detail, auf die 80er Jahre abgestimmt und lässt Cyrus in einer, von Synthiebeats umgebenen, Soundwolke förmlich aufsteigen. Produziert von Andrew Watt und Louis Bell – die bereits Songs für Lana Del Rey, Taylor Swift, Justin Bieber oder Post Malone produzierten – hat sich Cyrus eine wunderbar, schillernde Popnummer geschaffen, die mit Stärke glänzt und Cyrus‘ kräftige Stimme bestens präsentiert. Inhaltlich möchte die Sängerin mit Midnight Sky auf den Druck eingehen, der vor allem bei Frauen herrscht, eine Beziehung für immer führen zu müssen und dabei oftmals der Fehler nur bei der Frau gesehen wird, wenn diese Beziehungen zerbrechen. Damit einhergehend sind Enttäuschungen vorprogrammiert und lasten auf den Frauen, so Cyrus. Mit dem Disco- und Dance-Popsong Midnight Sky wird es darüber hinaus auch wieder konkreter, was die Veröffentlichung von Cyrus‘ siebten Studioalbums She Is Miley Cyrus angeht. So dürfte es nicht mehr all zu lange dauern, bis ein Veröffentlichungstermin feststeht und die US-Amerikanische Sängerin, nach ihrer fulminanten MTV VMA-Performance von Midnight Sky den nächsten Hit in Albumlänge veröffentlicht.

Woodkid - Goliath

Woodkid – Die musikalische Sprache der Dystopie

Unter dem Pseudonym Woodkid hat der französische Singer/Songwriter, Musikvideo-Regisseur und Grafikdesigner Yoann Lemoine mit seiner 2013er Debüt-EP Iron für einen Aufschrei gesorgt. Denn war der Franzose zum damaligen Zeitpunkt vor allem als Regisseur für Musikvideos von Katy Perry (Teenage Dream) Lana Del Rey (Born To Die) verantwortlich, brachte er damit auch in sein musikalisches Projekt Woodkid eine visuelle Ästhetik, die in der Folge alles hinter sich lassen sollte. Das Debütalbum The Golden Age schaffte es dann 2013 bis in die Top 10 in Frankreich, Deutschland, Belgien und der Schweiz und verkaufte sich knapp 300.000 Mal weltweit. Überzeugend war vor allem der futuristische Sound, den man durch all seine Songs hören konnte. Die elektronischen Beats, die irgendwo zwischen Utopie, Dystopie und Science-Fiction pendeln, die charakteristische Klangfarbe seiner Stimme und die epischen Sounds lassen Woodkid zu einem Künstler werden, der über alles steht und gleichzeitig kein Massenphänomen ist. Denn im Mainstream ist der Künstler – trotz des massiven Einsatzes von Run Boy Run in Werbefilmen – weiterhin eher unbeschrieben. Nach sieben Jahren der Stille – in der Woodkid lange Zeit keine Hoffnung auf neues Material machte – hat der 37-jährige Sänger aus Tassin-la-Demi-Lune bei Lyon nun mit Goliath einen ersten neuen Song – fernab von Soundtracks – veröffentlicht und setzt dort an, wo er 2013 mit The Golden Age aufhörte. Mit einem episch ausufernden Sound und einem Musikvideo, das Bilder aus einem Tagebau zeigt, wirkt das Zusammenspiel, wie ein dunkler Sci-Fi-Actionfilm, der sich mystisch auf die Suche nach Goliath macht. Gleichzeitig erklingt Woodkids tiefe, heißere Stimme und sorgt gleichermaßen für ein effektreiches und beklemmendes Gefühl. Goliath könnte die perfekte Untermalung für Endzeitserien und -filme à la DarkRain oder I Am Legend sein, greift dabei Furcht, Wucht und Macht auf und zeigt, wie sehr Woodkid den kinematografischen Sound beherrscht.

Kraak & Smaak feat. Izo FitzRoy & Yuksek – Die Clubsaison beginnt

Sweet Time ist das Resultat aus der Zusammenarbeit von drei der angesagtesten Musikacts momentan. Hat sich das niederländische Trio Kraak & Smaak – das aus Wim Plug, Oscar de Jong und Mark Kneppers besteht – für seine aktuelle Single Sweet Time die Londoner Soulstimme Izo FitzRoy geschnappt, steht die Sängerin dem Produzenten-Trio in Sachen Erfolg in nichts nach. Bereits ihr 2017er Debütalbum Skyline hatte mit der BBC und dem kalifornischen KCRW zwei der einflussreichsten TV- und Radiostationen von sich überzeugen können und 2018 mit der EP Say Something nachgelegt. Als Dritter Act im Bunde tritt Pierre-Alexandre Busson – besser bekannt als Yuksek – in Erscheinung und gibt dem ganzen Song mit seinem Remix eine Note von durchfeiernden Nächten und heißen Tagen am Meer. Yuksek tritt seit 18 Jahren als Produzent und Remixer in Erscheinung und hat bereits mehr als 100 Songs, von Künstlern wie Lana Del Rey, Blur, C2C, Empire Of The Sun oder Moby geremixed. Sweet Time ist ein absoluter Monsterhit, der einzig und allein dafür geschaffen wurde, uns auf der Tanzfläche zum ausrasten zu bringen. Manchmal braucht es dafür nur 4 Minuten und 22 Sekunden, um das hinzubekommen.

The Best Of 2019 Vol. 07

The Best Of 2019 Vol.: 07

01. Go Go Berlin – Love Me

02. Foals – In Degrees

03. The Cranberries – The Pressure

04. Sultans Court – Haunted

05. Izzy Bizu – Lights On

06. Metronomy – Lately

07. Wanda – Ciao Baby

08. Blanks – Don’t Stop

09. Shura – Religion (You Can Lay Your Hands On Me)

10. SebastiAn feat. Gallant – Run For Me

11. Lana Del Rey – Doin‘ Time

12. SOMA – Slow

13. Crooked Colours feat. Ladyhawke – Never Dance Alone

14. Barrie – Darjeeling

15. Zala Kralj & Gašper Šantl – Sebi

16. Badger – Mirrors

17. A Choir Of Ghosts – Southwest Of The Moon

18. Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Go Slow

19. Kaiser Chiefs – Record Collection

20. The Bad Tones – Over Me

21. Lupid – Happy End

22. Lil Kleine & Ronnie Flex – Stoff & Schnaps
Lana Del Rey - Doin' Time

Lana Del Rey – Sommerlich heißes Cover

Das Original ist 84 Jahre und irgendwie auch erst zwölf Jahre alt. Lana Del Rey hat mit ihrer Version des 2007er Sublime Songs Doin‘ Time/Summertime am vergangenen Donnerstag für einen wahren Freudentanz gesorgt. Dabei haben sich Sublime selbst, beim schreiben des Songs, bei George Gershwins Summertime aus der Oper Porgy And Bess bedient. Denn gleich zu Beginn nutzen Sublime die Textzeilen Summertime, and the livin‘ is easy und gehen in einem Trip-Hop- und Reggaelastigen Beat auf, der uns den Sommer bis in die Wohnung transportiert. Auch Lana Del Rey hat ihrer Version ganz viel sommerliche Vibes hinzugefügt und daraus einen poppig und klebrig-süßen aber typischen Del Rey Song produziert. Hinzu kommt ihre schmachtend schöne Soundästhetik und ein kleiner Hauch von Desinteresse, der auch Doin‘ Time wieder zu einem unverwechselbaren Del Rey Song macht. Ob Doin‘ Time auf ihrem, für Sommer 2019
angekündigten, sechsten Studioalbum Norman Fucking Rockwell enthalten sein wird, ist bisher noch offen. Doch auch als einzelner Ausflug ist Doin‘ Time ein wahrlich gelungener Sommersong.

Maya Lavelle - Dancing With A Bottle

Maya Lavelle – Musical trifft Pop

Die niederländische Sängerin Maya Lavelle ist weit mehr als nur eine Sängerin. Sie ist gleichzeitig Produzentin und Komponistin und hat ihren ganz eigenen Kopf. Das kann man auf ihrer aktuellen Single Dancing With A Bottle eindrucksvoll hören. Mit klassischen Elementen, wie einem dramatischen Klavierspiel, Violinen und ganz viel Eleganz klingt Dancing With A Bottle nach der musikalischen Untermalung eines 1920er Jahre Stummfilms, um gleichzeitig auch wie aus einem großartigen Musical zu kommen. Dabei bricht Lavelle innerhalb des Songs immer wieder mit den Tempi und wechselt wieder und wieder die Gesangsart – nur, um eine Exzentrik darzustellen, die ein eigenes Musical regelrecht voraussetzt. Auf Dancing With A Bottle besingt sie schließlich den Exzess. Einfach mal loszulassen und alle Hemmungen fallen zu lassen um der Langeweile zu entfliehen. Maya Lavelle ist mit diesem Musikstil alleine auf weiter Flur und dennoch erfolgreich im Mainstream unterwegs. An Künstlerinnen, wie Lana Del Rey, Caro Emerald oder Kate Bush erinnernd spielt Lavelle in ihrer ganz eigenen Genreblase und pumpt diese immer weiter auf – solange, bis ihr die Welt zu Füssen liegt. Und das dürfte nicht mehr all zu lange dauern – spätestens, wenn ihr Debütalbum Hobo im Juni erscheinen wird.

Maps – Die Klangwolke des James Kenneth Chapman

Als Maps 2007 mit We Can Create rauskam, gab es ein kleines Beben in den britischen Feuilletons. Hatte James Kenneth Chapman doch mit seinem Debütalbum als Maps für eine volle Platte Dreampop gesorgt, die es galt, aus den verstaubten Subgenre Shoegaze rauszuholen. Mit Künstlern wie M83, Beach House oder Lana Del Rey ist es Künstlern gelungen, in ihren ganz eigenen Feldern den Dreampop populär zu machen. Maps allerdings, war ein Wegbegleiter der Ausbreitung des neuen Dreampops in den 2000ern. Mit Lost My SoulDon’t FearIt Will Find You, You Don’t Know Her Name und To The Sky hatte Maps gleich fünf Songs als Single veröffentlicht und wurde sogar für das beste Album für einen Mercury Music Prize nominiert. Nun ist Chapman nach 6 Jahren der Stille mit der Single Just Reflecting zurück und begeistert mit einem großen Sound, wunderbaren Bildern und James Kenneth Chapmans Dabei klingt Just Reflecting fast schon nach einem Befreiungsschlag. Mit großer Instrumentierung und ausufernden Sounds ist Just Reflection damit presenter denn je und zeigt uns, wie groß Kenneth Chapman klingen kann.

The Best Of 2019 Vol.: 01

01. Postiljonen – Chasing Stars

02. Big Wild – Maker

03. Girl In Red – We Fell In Love In October

04. Someone – Pull It Together

05. CamelPhat feat. Christopher feat. Jem Cooke – Breathe

06. Moonlight Breakfast – Look Up

07. Friendly Fires – Heaven Let Me In

08. Calvin Harris feat. Sam Smith – Promises

09. Adelphi Music Factory – Javelin (Calling Out Your Name)

10. Fil Bo Riva – Go Rilla

11. Chaka Khan – Hello Happiness

12. KIAN – Waiting

13. Circa Waves – Movies

14. Lana Del Rey – Hope Is A Dangerous Thing For A Woman Like Me To Have – But I Have It

15. Rhys Lewis – Better Than Today

16. William Fitzsimmons – Wait For Me

17. David Gray – A Tight Ship

18. MJ Cole & Freya Ridings – Waking Up

19. Smith & Thell feat. Swedish Jam Factory – Forgive Me Friend

20. Róisín Murphy – Plaything

21. Justice vs. Simian – We Are Your Friends

 

Billie Eilish – Ein Traum von einem Song

Mit ihren Songs Bored und Lovely war die amerikanische Sängerin Billie Eilish bereits in den ersten beiden Staffeln des Netflix-Hits 13 Reasons Why – Tote Mädchen Lügen Nicht zu hören. Nun ist sie auch fernab des Supports durch Serien mit ihren Songs erfolgreich und ist dabei nicht einmal 18 Jahre alt. Dieser Tage ist es aber vor allem der Song When The Party’s Over der durch das Netz geistert. Ist er doch so fragil und emotional, dass man sich kaum das dazugehörige Musikvideo anschauen möchte. Hier sehen wir nämlich Eilish auf einem Stuhl sitzen und mit sich hadern, bis schließlich schwarze Tränen ihr Gesicht hinablaufen. Stimmlich und auch musikalisch erinnert When The Party’s Over dabei an Songs von Lana Del Rey und lässt ebenso Del Reys Melancholie aufleben. Für 2019 ist Eilishs Debütalbum angekündigt und lässt darauf hoffen, dass es noch weitere dieser Songs auf ihr erstes Album schaffen werden. Mit When The Party’s Over hat sie uns aber schon jetzt vollkommen in ihren Bann gezogen.