Daft Punk - Epilogue

Daft Punk – Goodbye, Au revoir, Tschüss

Die Nachricht schlug ein! Daft Punk haben heute mitgeteilt, dass sie sich getrennt haben. Dabei ist die Geschichte um das französische Elektro-Duo so erfolgsverwöhnt und futuristisch, dass es einen wahren Verlust für die Musikszene weltweit bedeutet. Vor 28 Jahren haben Guillaume Emmanuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter in Paris das Duo Daft Punk zum Leben erweckt und mit einer Mischung aus futuristischen French-House-Sounds die Welt im Sturm erobert. Direkt mit ihrer Debütplatte Homework, die Anfang 1997 erschien, vereinten sie die Menschen auf den Tanzflächen der Clubs und hatten mit Da Funk und vor allem mit Around The World zwei so erfolgreiche Songs produziert, dass ihr Name zum Sinnbild für den French-House wurde. Als Seitenprojekte von Bangalter war auch Stardust mit dem Song Music Sounds Better With You ein voller Erfolg. Doch Daft Punk wollten sich dem Popzirkus und -rhythmen des Album Schreibens, Produzierens, Veröffentlichens, Tourens und von vorne Beginnens, nicht hingeben. So ließen sie sich vier Jahre Zeit, bis ihr zweites Album Discovery erscheinen sollte. Als Leadsingle wurde One More Time zum globalen Ohrwurm. Erstmals bekleideten Daft Punkt damit Spitzenpositionen in den Singlecharts Frankreichs, Portugals, Irlands und Kanadas. Waren Daft Punk spätestens hiernach weltweit ein Begriff, baute sich der Song Harder, Faster, Better, Stronger in den Folgejahren zu einem satten Partyhit auf, der mit einem weiteren Song aus dem dritten Album Human After All bis heute als fester Bestandteil einer jeden Homeparty gilt.

Daft Punk
Daft Punk

Technologic, das 2005 als zweite Single des Albums Human After All veröffentlicht wurde gilt in den USA bis heute als einer DER Partysongs überhaupt. Doch dann wurde es still um das Duo. Zwar veröffentlichten sei mit Alive: 2007 die Fortsetzung des Livealbums Alive: 1997 und produzierten zum Blockbuster TRON: Legacy 2010 den gleichnamigen Soundtrack – doch sollte es insgesamt acht Jahre dauern, bis die Franzosen wieder ein Studioalbum veröffentlichen würden. Und dieses Mal saß alles. Am 19. April 2013 veröffentlichten Daft Punk zusammen mit Pharrell Williams den Song Get Lucky. In Folge sollte er es in 32 Ländern weltweit auf Platz 1 schaffen und sich insgesamt fast 10 Millionen Mal über alle Kanäle verkaufen. Nur vier Wochen später kam am 17. Mai Daft Punks viertes Studioalbum Random Access Memories raus, das es in 23 Ländern an die Chartspitze schaffte, mit über 3,5 Millionen verkauften Einheiten zu ihrem erfolgreichsten Album wurde und das dritterfolgreichste Album des Jahres weltweit wurde. Neben Pharrell Williams waren auch Nile Rodgers und Julian Casablancas von The Strokes auf dem Album zu hören, das dem Duo fünf Grammy Awards einbrachte. Nach endlosen Auftritten in Folge wurde es wieder ruhig um die Jungs und traten Daft Punk nur noch ein paar Mal als Produzenten der The Weeknd Hits Starboy und I Feel It Coming, sowie Overnight von der Berliner Band Parcels in Erscheinung. Nun wissen wir, dass es zu ruhig wurde. Denn mit dem Clip Epilogue, welchen die Band heute auf YouTube veröffentlicht hat, gaben sie nach 28 Jahren das Ende der Band bekannt. In einem gewohnt non-verbalen Video sehen wir, wie de Homem-Christo bei Bangalter den Selbstzerstörungsmechanismus auslöst und er nach einer Minute explodiert. Was bleibt, sind mehr als zwei Dutzend absoluter Überhits, die nicht nur ihre Zeit überlebt haben, sondern auch Wegweiser für die House-Musik unserer Gegenwart und Bands, wie Justice, Phoenix, The Weeknd oder Parcels sind. Damit werden viele ihren Hut ziehen und Danke für 28 Jahre voller wegweisender Musik sagen.

Tensnake - Make You Mine

Tensnake – Geht den nächsten Schritt

Mit Coma Cat hatte der deutsche DJ und Produzent Marco Niemerski – der unter seinem Künstlernamen Tensnake auftritt – vor zehn Jahren seinen Durchbruch gefeiert. Basierend auf dem 1986er Song What I Like von der US-Amerikanischen Gruppe Anthony and the Camp schaffte es Tensnakes Version deutlich mehr nach vorne zu gehen und sich in den britischen Charts zu platzieren. Während 2014 mit Glow das Debütalbum von Tensnake veröffentlicht wurde und die Zusammenarbeit mit Nile Rodgers und Fiora auf dem Song Love Sublime – einen weiteren Clubhit – beinhaltet, folgt nun, sechs Jahre später, das zweite Album L.A. – welches der Hamburger Produzent am 16. Oktober veröffentlichen wird. Dieses Jahr erschienen mit Automatic, Somebody Else und Strange Without You bereits drei Singles aus diesem Album. Nun hat Tensnake mit What I Like die vierte Single ausgekoppelt und zeigt, wie frisch sein Sound nach all den Jahren klingen kann.

Tensnake - L.A.
Tensnake – L.A.

Mit hellen Percussions, einem Deep-House-Beat und bezaubernden Lyrics, lässt Tensnake den Sommer nicht mehr enden. Dabei kommen lockere Synthies genauso verspielt zum Einsatz, wie die typisch, nostalgische Stimmung, die momentan so gerne in elektronischen Songs eingesetzt wird. Tensnake selbst sagt über Make You Mine, dass es eine lustige und erhebende Liebeserklärung an den Dance-Pop der 90er Jahre ist, der meiner Meinung nach den dunkleren und lebhafteren Ansatz von „Strange Without You“ und „Automatic“ perfekt kontrastiert. Gut heraushören kann man dies, konzentriert man sich einmal auf den Sound im Hintergrund. Hier findet man Arrangements, die an Show Me Love von Robin S erinnern. Make You Mine ist eine mitreissende Dancehymne, die den Sommer in die Verlängerung schickt und uns ein Gefühl von warmen Partynächten beschert.

Sigala feat. John Newman & Nile Rodgers - Give Me Your Love

Sigala feat. John Newman & Nile Rodgers – Der zweite Frühling

Sigala ist aktuell ein Garant für Partysounds. Sind doch alle Veröffentlichungen des Briten Hits und gehen ins Ohr. Auf Give Me Your Love vereint Sigala nun allerdings die Stimme von John Newman und das Produktionstalent Nile Rodgers. So erlebt Rodgers gerade durch Songs mit Daft Punk, Disclosure, Jess Glynne, Keith Urban seinen zweiten Frühling und fasst wieder Fuß in der Musikbranche. Natürlich muss gesagt werden, dass Rodgers nie weg war und sich wenn dann als Produzent im Hintergrund aufhielt. Doch mit seinen aktuellen Kollaborationen wählt der den Schritt zurück ins Rampenlicht und wird so auch der jüngeren Zielgruppe ein Begriff. Auf Give Me Your Love vereinen Sigala und Rodgers einen Sound der immer wieder zwischen modernen EDM-Sounds und klassischen siebziger-Jahre-Elementen hin und her springt. John Newmans drückender Gesang sorgt schließlich dafür, dass Give Me Your Love so einprägsam wird. Zu dritt haben sie so einen Ohrwurm veröffentlicht, der uns sicherlich durch den Sommer begleiten wird.

CHIC feat. Nile Rodgers & the Martinez Brothers - I'll Be There

CHIC feat. Nile Rodgers & the Martinez Brothers – Er ist Soul, Er ist Funk, er ist Disko, er ist Nile Rodgers

Wahrscheinlich werden viele Nile Rodgers erst seit dem Album Random Access Memories kennen, auf dem er einige Songs mit geschrieben und produziert hat. So kann man Rodgers beispielsweise auf Daft Punks Hit Get Lucky hören und ihn auf der Bühne dazu singen sehen. Doch Rodgers ist nicht erst seit Daft Punk eine Größe. Vielmehr ist er ein Urgestein der Disco-Ära der 70er und 80er Jahre. So produzierte und arbeitete er an Songs von Sister Sledge, David Bowie, Madonna, Avicii und Disclosure mit. Doch sein größter Coup gelang ihm mit der Gründung der Gruppe Chic, mit der er zahlreiche weltweit Hits veröffentlichte und so Songs wie Dance, Dance, Dance, Good Times und Le Freak bis heute Garanten für Partystimmung sind. Nun, 23 Jahre nach der letzten Platte von Chic, kommt mit dem Song I’ll Be There ein neuer Chic-Song auf den Markt und lehrt allen Popmusikern, was es heißt gute, moderne und vor allem skandallose Musik zu machen. Und so klingt I’ll Be There auch gar nicht mal mehr so anders als das aktuelle Material von Künstlern wie Daft Punk oder Pharrell Williams. Die Tanzbarkeit ist hier enorm und der Feel-Good-Charakter katapultiert einen 40 Jahre zurück.